Assam kennen die meisten als kräftigen, malzigen Schwarztee. Aus derselben Region am Brahmaputra im Nordosten Indiens stammt jedoch auch ein grüner Assam, der eine oft übersehene Seite des größten Teeanbaugebiets der Welt zeigt. Er wird aus denselben Sträuchern gewonnen, aber anders verarbeitet, und schmeckt malzig-kräftig mit grasiger Frische. Hier lesen Sie, was den grünen Assam ausmacht und wie Sie ihn richtig zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis var. assamica, grün verarbeitet
Koffeingehaltrelativ hoch für einen Grüntee
Geschmacksprofilmalzig, kräftig, mit grasiger Frische; honiggelbe Tasse
Wassertemperatur70-80 °C, nicht kochend
Ziehzeit2-3 Minuten
Dosierungca. 2-3 g pro 200 ml
Aufgüsse2-3 Aufgüsse möglich
Preisspanneca. 4-7 € pro 100 g im Fachhandel

Assam: das größte Teeanbaugebiet der Welt

Der Tee trägt den Namen seines Anbaugebiets, des indischen Bundesstaats Assam. Das Tal entlang des Brahmaputra im Nordosten Indiens ist das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt; nirgends sonst wird flächendeckend in vergleichbaren Dimensionen Tee kultiviert. Das heiße, feuchte Klima und die fruchtbaren Böden liefern Jahr für Jahr verlässliche Erntequalität.

Bekannt wurde die Region für ihren Schwarztee, doch dieselben Sträucher liefern auch grünen Assam. Welche Bedeutung der Tee für das Land hat, beleuchtet unser Beitrag Indien, das Land des Tees.

Grüner Assam: die seltene Variante

Nur eine verhältnismäßig geringe Menge der Ernte wird grün verarbeitet, weshalb man dem grünen Assam seltener begegnet. Er kommt mit einem vollmundigen Aroma und einer verlockend honiggelben Aufgussfarbe in den Handel. Der Unterschied zum bekannten Schwarztee liegt nicht in der Pflanze, sondern allein in der Verarbeitung.

Während schwarzer Tee vollständig oxidiert, bleibt grüner Assam unoxidiert. Wer den klassischen schwarzen Assam kennt, entdeckt hier dieselbe Herkunft in einem völlig neuen Geschmacksgewand.

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Geschmacksprofil: malzig und zugleich frisch

Grüner Assam überrascht mit einer kräftigen, leicht malzigen Note, die an seinen schwarzen Verwandten erinnert, kombiniert mit einer grasigen Frische. Damit ist er vollmundiger als viele ostasiatische Grüntees, bleibt aber deutlich milder als der schwarze Assam.

Diese Mittelstellung macht ihn zu einem guten Einstieg für alle, die Grüntee bisher als zu dünn oder zu herb empfunden haben. Gegenüber einem grasigen japanischen Sencha bringt er spürbar mehr Substanz und Malzigkeit mit.

Herstellung: erhitzen statt oxidieren

Damit die Blätter grün bleiben und nicht schwarz werden, durchlaufen sie nach der Ernte nur einen kurzen Welkprozess und werden anschließend erhitzt, meist durch Dämpfen oder Rösten. Dieser Schritt deaktiviert die Enzyme, die sonst die Oxidation in Gang setzen.

Danach werden die Blätter gerollt und getrocknet. Die genaue Methode beeinflusst das Aroma stark, weshalb sich verschiedene grüne Assams im Geschmack unterscheiden können. Innerhalb Indiens hat neben Assam auch der hochgelegene Nilgiri einen eigenen Charakter ausgebildet.

Inhaltsstoffe und Koffein

Grüner Assam enthält wie alle echten Tees Koffein. Da die Assam-Pflanze für ihren kräftigen Charakter bekannt ist, fällt der Gehalt häufig etwas höher aus als bei zarteren Grünteesorten. Wer auf seinen Koffeinkonsum achtet, trinkt ihn daher eher tagsüber als am späten Abend.

Daneben liefert er die für Grüntee typischen Catechine, die in der Forschung als Antioxidantien untersucht werden. Konkrete Heilversprechen lassen sich daraus nicht ableiten; der Tee bleibt in erster Linie ein aromatisches Genussmittel.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Wie bei anderen Grüntees gilt: kein kochendes Wasser. Eine Temperatur von 70 bis 80 Grad bewahrt das Aroma und verhindert, dass der Tee bitter wird. Die Ziehzeit liegt bei zwei bis drei Minuten, die Dosierung bei etwa zwei bis drei Gramm pro 200 Milliliter.

Wer experimentierfreudig ist, gießt die Blätter mehrfach auf, da grüner Assam beim zweiten Aufguss oft neue Facetten zeigt. An warmen Tagen lässt er sich auch kalt aufgießen und entfaltet dann eine erfrischende, dezent malzige Note. Milch oder Zucker sind nicht nötig und würden das feine Aroma eher verdecken.

Grüner Assam im Vergleich

Gegenüber japanischen Grüntees wirkt grüner Assam kräftiger und weniger grasig, gegenüber chinesischen bringt er mehr Malzigkeit mit. Diese Eigenständigkeit macht ihn unverwechselbar: Er kopiert keinen anderen Stil, sondern erzählt auf seine Weise vom heißen, feuchten Klima am Brahmaputra.

Für viele Teetrinker liegt sein Reiz gerade darin, dass er das vertraute Thema Assam neu interpretiert. Wer den Schwarztee gut kennt, entdeckt hier dieselbe Herkunft in einem ganz anderen Licht und erweitert so behutsam die eigene geschmackliche Komfortzone.

Ein Tee für Entdecker: Kauf und Bezug

Grüner Assam ist noch ein Geheimtipp und führt im Vergleich zum berühmten Schwarztee derselben Region ein Nischendasein. Er ist nicht in jedem Geschäft zu finden, sondern vor allem im spezialisierten Teefachhandel und in gut sortierten Onlineshops.

Gerade das macht ihn für neugierige Teefreunde reizvoll. Achten Sie auf eine klare Herkunftsangabe und einen frischen, heuartigen Duft der trockenen Blätter. Wie bei jedem Grüntee empfiehlt sich der Kauf kleiner Mengen, damit das Aroma frisch bleibt.

Häufige Fragen

Was unterscheidet grünen von schwarzem Assam?
Beide stammen von derselben Pflanze, doch grüner Assam wird nicht oxidiert. Dadurch bleibt er milder und frischer, während schwarzer Assam kräftiger und stärker malzig ausfällt.

Wie schmeckt grüner Assam?
Er verbindet eine kräftige, leicht malzige Note mit grasiger Frische. Damit ist er vollmundiger als viele ostasiatische Grüntees, aber deutlich milder als schwarzer Assam.

Wie bereite ich grünen Assam zu?
Mit Wasser von etwa 70 bis 80 Grad und einer Ziehzeit von zwei bis drei Minuten. Kochendes Wasser macht ihn bitter; mehrere Aufgüsse sind möglich.

Enthält grüner Assam Koffein?
Ja. Da die Assam-Pflanze kräftig ist, kann der Koffeingehalt sogar etwas höher liegen als bei zarteren Grünteesorten. Am späten Abend ist er deshalb weniger geeignet.

Wo bekomme ich grünen Assam?
Er ist seltener als der berühmte Schwarztee und vor allem im spezialisierten Teefachhandel sowie in gut sortierten Onlineshops erhältlich.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.