Assam gilt nicht nur bei uns als klassischer schwarzer Tee. Dabei heißt der Tee so, weil er nach seinem Anbaugebiet in Indien benannt wurde. Die Region um Assam ist das größte Teeanbaugebiet der Welt und der Tee dort wird keineswegs ausschließlich zu schwarzem Tee verarbeitet. Eine relativ geringe Menge wird jährlich als grüner Tee mit einem hervorragenden Aroma und einer verlockend honiggelben Aufgussfarbe in den Handel gebracht.

Inhaltsstoffe

Was seine inneren Werte betrifft, so ist der Assam auch in der Form des grünen Tees als durchschnittlich zu bezeichnen, was keineswegs negativ gemeint ist. Die Inhaltsstoffe wie z.B Catechine bieten der menschlichen Gesundheit alle Vorteile, für die Tee, sowohl grün, als auch schwarz, so berühmt und beliebt ist.

Anbaugebiete

Anbaugebiet gibt es für den Assam selbstverständlich nur eines, nämlich den gleichnamigen Bundesstaat in Indien. Dort steht Teegarten neben Teegarten und nirgends sonst auf der Welt wird auf in ähnlichen Dimensionen flächendeckend Tee kultiviert. Die Anbaubedingungen sind ideal und Jahr für Jahr kann dort eine verlässlich gute Qualität geerntet werden.

Herstellung

Der Herstellungsprozess des Assams als grüner Tee birgt weder Geheimnisse noch Besonderheiten. Damit die Teeblätter schön grün bleiben und eben nicht schwarz werden, wird der Tee in diesem Fall nach einem kurzen Welkprozess erhitzt und anschließend getrocknet.

Fazit

Ohne Frage ist Assam einer der beliebtesten schwarzen Tee weltweit und auch hier zu Lande. Vielen mag es sogar schwer fallen, sich diesen Klassiker in der grünen Version vorzustellen. Aber was als schwarzer Tee schon so hervorragend und kraftvoll schmeckt, kann doch eigentlich als grüner Tee auch nicht schlecht sein, oder? Im Gegenteil, wenn das Klima und die fruchtbaren Böden Assams in Kombination mit den erfahrenen Teeherstellern dort einen solch wunderbaren schwarzen Tee kreieren können, warum sollten es dieselben Beteiligten nicht auch schaffen, einen ebensolchen beeindruckenden grünen Tee zu produzieren? Wie z.b der Sencha, Matcha, Bancha, Gyokuro und viele mehr. Da Assam nur in verhältnismäßig geringen Mengen als grüner Tee gehandelt wird, läuft man dieser Spezialität weit weniger häufig über den Weg. Wenn man allerdings gezielt danach sucht, stellt man fest, dass grüner Assam auch bei uns relativ einfach zu kaufen ist. Und vielleicht ist man wenig später auch in dieser Form von der Qualität eines Assam Tees beeindruckt und überzeugt. Es lohnt sich jedenfalls, einmal eingefahrene Gewohnheiten zu ändern. Schon allein deshalb, weil neue Erfahrungen das Leben bereichern. Sowie die Info aus den Medien, dass er gegen Alzheimer hilft.Bildnachweis: Assam © tashfoto - Fotolia.com

Grüner Assam: Zubereitung und Geschmacksprofil

Die Zubereitung von grünem Assam-Tee unterscheidet sich deutlich von der des allbekannten schwarzen Assams. Während schwarzer Assam kochendes Wasser verträgt und oft mit Milch getrunken wird, braucht grüner Assam mehr Fingerspitzengefühl. Die empfohlene Wassertemperatur liegt bei 70 bis 80 Grad Celsius – zu heißes Wasser würde die grünen Teeblätter verbrennen und die Bitterstoffe übermäßig freisetzen. Pro 250 ml empfehlen sich zwei bis drei Gramm Tee mit einer Ziehzeit von zwei bis drei Minuten. Das Ergebnis ist eine leuchtend goldgelbe bis honigfarbene Tasse mit einem überraschend komplexen Aroma.

Im Geschmack präsentiert sich grüner Assam anders als seine japanischen oder chinesischen Grüntee-Kollegen: Weniger grasig, dafür malziger und voller, mit einer dezenten Fruchtigkeit und einem leicht süßlichen Abgang, der an reife Honigmelone erinnert. Die Terroir-Charakteristik Assams – die fruchtbaren Brahmaputra-Böden, das heiße Klima und die intensiven Monsunregen – prägt den Geschmack unverkennbar. Im Vergleich zu japanischem Sencha ist grüner Assam weicher und zugänglicher, im Vergleich zu chinesischem Grüntee erdig-fruchtiger.

Assam: Die größte Teeregion der Welt

Der indische Bundesstaat Assam im Nordosten Indiens ist nicht nur geographisch beeindruckend – eingekesselt zwischen Bhutan, Bangladesh und Myanmar entlang des Brahmaputra-Flusses –, sondern auch das mit Abstand größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt. Über 800 Teegärten produzieren jährlich rund 600.000 Tonnen Tee, das entspricht mehr als einem Viertel der gesamten indischen Teeproduktion. Die tiefgelegene Flussebene, das heiße, feuchte Klima und die nährstoffreichen Alluvialböden des Brahmaputra bilden ideale Wachstumsbedingungen für die Großblatt-Teepflanze Camellia sinensis var. assamica.

Die Teepflanze der Assamica-Varietät unterscheidet sich deutlich von der Sinensis-Varietät, aus der die meisten chinesischen und japanischen Tees stammen: Assamica-Blätter sind größer, robuster und tragen mehr Gerbstoffe, was den charakteristischen kräftigen, malzigen Schwarztee-Charakter erklärt. Als grüner Tee verarbeitet, verliert der Assamica-Tee die Röstaromen, behält aber seinen vollen Körper und seine ausgeprägte Fruchtigkeit – ein Profil, das sich von allen anderen Grüntees der Welt deutlich unterscheidet.

Gesundheitliche Vorteile und Besonderheiten des grünen Assam

Grüner Assam teilt die gesundheitlichen Vorteile aller grünen Tees: Die Catechine, allen voran EGCG, wirken als starke Antioxidantien und schützen die Körperzellen vor oxidativem Stress. Forschungen zeigen, dass regelmäßiger Grünteekonsum mit einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer assoziiert ist. Das enthaltene L-Theanin fördert Konzentration und Ruhe ohne Schläfrigkeit.

Da Assamica-Teepflanzen natürlich mehr Catechine produzieren als Sinensis-Pflanzen, kann grüner Assam bei gleicher Trinkmenge höhere Mengen an Antioxidantien liefern als viele chinesische Grüntees. Dies macht ihn besonders interessant für gesundheitsorientierte Teetrinker, die gleichzeitig einen kräftigeren Geschmack bevorzugen. Koffeinmäßig liegt grüner Assam etwas über dem Durchschnitt der Grüntees – gut geeignet für den Morgen, weniger für den Abend.

Häufig gestellte Fragen zu grünem Assam

Was ist der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Assam?
Schwarzer Assam wird vollständig oxidiert (fermentiert), was seinen kräftigen, malzigen Charakter erzeugt. Grüner Assam wird nach dem Welken sofort erhitzt (gedämpft oder geröstet), um die Oxidation zu stoppen – wie bei allen grünen Tees. Das Ergebnis ist ein Tee mit mehr Frische, Fruchtigkeit und Antioxidantien, aber weniger der typischen Assam-Kräftigkeit.

Kann grüner Assam mit Milch getrunken werden?
Traditionell wird grüner Tee ohne Milch getrunken, da Milchproteine die Bioverfügbarkeit der Catechine reduzieren. Geschmacklich würde Milch das delikate Aromaprofil des grünen Assam überdecken. Als experimentierfreudiger Teetrinker kann man es natürlich versuchen – ein Verbrechen ist es nicht.

Wo kaufe ich guten grünen Assam?
Da grüner Assam selten ist, findet man ihn nicht im Supermarkt. Spezialisierte Teehändler und Online-Shops für indische Tees sind die beste Adresse. Auf die Erntesaison achten: First Flush (März-April) und Second Flush (Mai-Juni) grüner Assam sind die frischesten und qualitativ hochwertigsten Chargen.

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