Löwenzahn kennt jeder als gelbe Wiesenblume und spätere Pusteblume. Weniger bekannt ist, dass aus Blättern, Blüten und Wurzel ein milder, leicht bitterer Kräutertee entsteht. Seine Bitterstoffe regen traditionell die Verdauung an, weshalb er als Frühjahrskur beliebt ist. Für ein volles Aroma nutzt man am besten die ganze Pflanze. Hier lesen Sie zu Inhaltsstoffen, Sammeln und Zubereitung.
| Pflanze/Basis | Löwenzahn (Taraxacum officinale), Korbblütler |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, leicht bitter, erdig |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochend) |
| Ziehzeit | 5-10 Minuten (Wurzel länger als Blätter) |
| Dosierung | 1-2 TL getrocknete Pflanzenteile pro Tasse |
| Verwendete Teile | Blätter, Blüten und Wurzel |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g |
Vom Unkraut zum Wildkraut
Der Löwenzahn gehört zu den bekanntesten heimischen Wildpflanzen — leuchtend gelbe Blüten im Frühjahr, danach die berühmte Pusteblume, deren Samen der Wind verbreitet. Viele ärgern sich über ihn im Rasen, dabei ist die Pflanze überraschend vielseitig.
Aus der gerösteten Wurzel lässt sich ein kaffeeähnliches Getränk herstellen, die jungen Blätter ergeben einen herben Salat. Da liegt es nahe, aus dem Löwenzahn auch einen Tee zu bereiten. Damit reiht er sich unter die heimischen Frühjahrskräuter wie die Brennnessel ein.
Geschmack und Inhaltsstoffe
Löwenzahn-Tee schmeckt mild und leicht bitter mit einer erdigen Grundnote. Die Bitterkeit gehört zum Charakter der Pflanze und unterscheidet ihn von süßlicheren Kräutertees.
Bei den Inhaltsstoffen stehen die Bitterstoffe an erster Stelle, dicht gefolgt von Vitaminen und Mineralstoffen. Hinzu kommen Cholin und der Ballaststoff Inulin. Gerade die Bitterstoffe machen den ernährungsphysiologischen Reiz dieses Wildkrauts aus.
Traditionelle Verwendung
Wie viele Frühjahrsblüher gilt der Löwenzahn traditionell als anregend für die an der Verdauung beteiligten Organe. Deshalb ist Löwenzahn-Tee bei vielen beliebt, die im Frühjahr eine Kur zur Anregung des Stoffwechsels machen möchten.
Die Löwenzahnwurzel mit Kraut (Taraxaci radix cum herba) ist in der Kommission-E-Monographie beschrieben und wird traditionell bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden verwendet. Bei anhaltenden Beschwerden ersetzt der Tee jedoch keinen ärztlichen Rat. Wer ihn als Teil einer Kräutermischung schätzt, kombiniert ihn gern mit Schafgarbentee.
Herkunft und Vorkommen
Ursprünglich stammt der Löwenzahn aus dem Westen Asiens und aus Europa. Als beliebte Futterpflanze und Frühjahrsblüher wurde er weit verbreitet; mancherorts legt man sogar regelrechte Bienenweiden aus Löwenzahn an.
Diese Nutzung hat dazu geführt, dass die Pflanze heute auf der gesamten Nordhalbkugel wächst — auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Typische „Löwenzahnregionen" gibt es dabei nicht; er ist praktisch überall zu finden. Für Insekten sind seine frühen Blüten eine wichtige Nahrungsquelle, ähnlich wie beim Ackerschachtelhalm als heimischem Wildkraut.
Sammeln und Herstellung
Der Löwenzahn ist eine der wenigen Heilpflanzen, bei denen sich die gesamte Pflanze nutzen lässt: Blüten, Blätter und Wurzeln gleichermaßen. Alles zusammen kann im Frühjahr gesammelt werden, die Wurzeln zusätzlich ein zweites Mal im beginnenden Herbst.
Wichtig ist gründliches Säubern, besonders der Wurzeln. Nach sorgfältigem Trocknen lassen sie sich über längere Zeit in einem trockenen Baumwollsack lagern. Zerkleinert werden die einzelnen Teile erst kurz vor dem Aufbrühen. Wer alle drei Pflanzenteile verwendet, erhält den aromatischsten Tee, da die Inhaltsstoffe ungleich verteilt sind.
Der Löwenzahn in der Küche
Über den Tee hinaus ist der Löwenzahn ein vielseitiges Wildgemüse. Die jungen, noch zarten Blätter aus dem Frühjahr ergeben einen leicht bitteren Salat, der gut zu kräftigen Dressings passt. Mit zunehmendem Alter werden die Blätter herber.
Aus den gelben Blüten lässt sich ein honigartiger Sirup einkochen, und die geröstete, gemahlene Wurzel diente früher als koffeinfreier Kaffeeersatz. So nutzt die traditionelle Küche praktisch jeden Teil der Pflanze — ein Grund mehr, das vermeintliche Unkraut neu zu schätzen.
Tipp aus der Praxis: Ernten Sie Löwenzahn für Salat und Tee am besten vor der vollen Blüte, dann fällt die Bitterkeit milder aus. Junge Blätter aus halbschattigen Lagen schmecken zarter als solche von vollsonnigen Standorten, an denen die Pflanze mehr Bitterstoffe bildet.
Zubereitung Schritt für Schritt und Lagerung
So gelingt der Aufguss: 1. Pro Tasse 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Pflanzenteile abmessen. 2. Mit kochendem Wasser (100 °C) übergießen. 3. Blätter und Blüten 5 Minuten, die festere Wurzel besser 8 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Sammeln Sie nur an sauberen, unbelasteten Standorten fern von Straßen. Selbstverständlich ist Löwenzahntee auch fertig in Apotheke und Fachhandel erhältlich. Getrocknete Ware bewahren Sie trocken, dunkel und luftdicht auf, damit das Aroma erhalten bleibt.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Löwenzahn-Tee?
Mild und leicht bitter mit einer erdigen Grundnote. Die Bitterkeit stammt von den enthaltenen Bitterstoffen und gehört zum typischen Charakter des Wildkrauts.
Welche Teile des Löwenzahns nutzt man?
Blätter, Blüten und Wurzel lassen sich alle verwenden. Den aromatischsten Tee erhält man, wenn alle drei Teile zusammen aufgegossen werden, da die Inhaltsstoffe ungleich verteilt sind.
Wofür wird Löwenzahn-Tee traditionell genutzt?
Die Wurzel mit Kraut ist in der Kommission-E-Monographie beschrieben und wird traditionell bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden verwendet, oft als Frühjahrskur.
Wann sammelt man Löwenzahn?
Die ganze Pflanze lässt sich im Frühjahr sammeln, die Wurzeln zusätzlich im beginnenden Herbst. Sammeln Sie nur an sauberen Standorten fern von Straßen.
Wie lange muss Löwenzahn-Tee ziehen?
Blätter und Blüten etwa 5 Minuten, die festere Wurzel 8 bis 10 Minuten. Das kochende Wasser löst aus der Wurzel die Inhaltsstoffe langsamer.
Quellen
- Kommission E-Monographie: Taraxaci radix cum herba (Löwenzahnwurzel mit Kraut)
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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