Eisenkraut-Tee wird aus dem Echten Eisenkraut (Verbena officinalis) bereitet, einer unscheinbaren Wildpflanze mit langer Kulturgeschichte. Der Aufguss schmeckt mild und leicht herb und ist von Natur aus koffeinfrei. Für alle, die das alte Heilkraut kennenlernen möchten, klärt dieser Beitrag Herkunft, Inhaltsstoffe, die richtige Zubereitung und den wichtigen Unterschied zur Zitronenverbene.
| Pflanze/Basis | Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis), Verbenengewächs |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, leicht herb-bitter, unaufdringlich |
| Wassertemperatur | 100 °C |
| Ziehzeit | ca. 5 Minuten |
| Dosierung | 1-2 TL (ca. 1-2 g) getrocknetes Kraut pro Tasse |
| Aufgüsse | frisch zubereiten, 1 Aufguss |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g |
Echtes Eisenkraut: eine alte Kräuterpflanze
Das Echte Eisenkraut trägt den botanischen Namen Verbena officinalis und gehört zu den Verbenengewächsen. Die aufrecht wachsende Pflanze bildet kleine, blassviolette Blüten an verzweigten Ähren und wächst an Wegrändern, auf Wiesen und in Gärten.
Schon in der Antike war das Kraut bekannt und trug klangvolle Beinamen. Die alten Ägypter nannten es Träne der Isis und trugen es bei Zeremonien als Kopfschmuck, während es bei den Kelten als Druidenkraut bei Reinigungsriten in Tempeln zum Einsatz kam.
Nicht zu verwechseln mit Zitronenverbene
Häufig wird das heimische Eisenkraut mit der Zitronenverbene verwechselt, da beide umgangssprachlich Verbene genannt werden. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Pflanzen mit deutlich unterschiedlichem Aroma.
Die Zitronenverbene (Aloysia citrodora) duftet ausgeprägt zitronig und stammt ursprünglich aus Südamerika. Das Echte Eisenkraut riecht und schmeckt dagegen deutlich dezenter und krautiger. Wer einen frischen Zitruston sucht, liegt mit einem Lemongras-Tee näher.
Woher der Name Eisenkraut stammt
Den heute gebräuchlichen Namen verdankt die Pflanze den Römern. Sie setzten das Kraut gern zur Unterstützung der Wundheilung ein. Da die Verletzungen jener Zeit meist von Eisenwaffen herrührten, bürgerte sich die Bezeichnung Eisenkraut ein.
Über die Jahrhunderte hat sich dieser Name in unseren Breiten gehalten, obwohl mystischere Varianten wie Träne der Isis oder Druidenkraut ebenfalls überliefert sind. Sie zeugen davon, welch hohe Bedeutung der Pflanze einst zugemessen wurde.
Inhaltsstoffe des Eisenkrauts
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe sowie Gerb- und Kieselsäure. Hinzu kommen Glykoside und Schleimstoffe.
Namensgebend für die Pflanze sind die Bitterstoffe Verbenalin und Verbenin, die an den lateinischen Namen Verbena officinalis erinnern. Den Bitterstoffen wird traditionell eine anregende Wirkung auf die Verdauung zugeschrieben.
Geschmack und Zubereitung
Eisenkraut-Tee schmeckt mild und leicht herb-bitter mit zurückhaltendem Aroma. Für eine Tasse übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krauts mit kochendem Wasser.
Nach etwa fünf Minuten Ziehzeit ist der Aufguss fertig; wer es kräftiger mag, lässt ihn etwas länger ziehen. Da das Kraut von Natur aus koffeinfrei ist, eignet es sich auch für den Abend und lässt sich gut mit Melisse, Pfefferminze oder Kamille kombinieren.
Vorkommen und Sammeln
Das Eisenkraut gilt als anpassungsfähige, teils invasive Pflanze und ist heute in nahezu allen gemäßigten und tropischen Regionen der Welt anzutreffen. Am besten gedeiht es an sonnigen, geschützten Standorten auf schwach sauren, sandigen Böden.
Wer selbst sammeln möchte, erntet Blätter und Blüten im Juli und August und trocknet sie sorgfältig. Voraussetzung ist eine sichere Bestimmung der Pflanze; im Zweifel ist geprüfte Ware aus dem Handel die bessere Wahl. Ein weiteres aromatisches Wildkraut stellt der Beitrag zum griechischen Bergtee vor.
Eisenkraut im eigenen Garten
Wer das Echte Eisenkraut zuverlässig erkennt, kann es gut im eigenen Garten ziehen. Die Pflanze ist anspruchslos, verträgt Trockenheit und gedeiht an einem sonnigen, geschützten Platz auf durchlässigem Boden besonders gut. Im Sommer bildet sie über Wochen hinweg ihre kleinen, blassvioletten Blüten.
Geerntet werden die oberirdischen Teile während der Blüte im Juli und August, am besten an einem trockenen Vormittag. Anschließend bündelt man die Triebe locker und trocknet sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort. So bleibt das feine Aroma erhalten, und man hat eine kleine Vorratsmenge für den eigenen Teebedarf.
Traditionelle Verwendung und Hinweise
Das Eisenkraut wurde über Jahrhunderte als Heilkraut genutzt und ist bis heute Bestandteil mancher Kräutermischungen. Als Tee ist es jedoch in erster Linie ein mildes Genussgetränk und kein Heilmittel.
Bei anhaltenden Beschwerden, in der Schwangerschaft oder bei der Einnahme von Medikamenten sollten Sie ärztlichen Rat einholen, statt allein auf Kräutertee zu vertrauen. Getrocknetes Eisenkraut bewahren Sie kühl, trocken und in einer luftdichten Dose auf, damit das feine Aroma erhalten bleibt.
Häufige Fragen
Was ist Eisenkraut-Tee?
Ein koffeinfreier Kräutertee aus den Blättern und Blüten des Echten Eisenkrauts (Verbena officinalis). Er schmeckt mild und leicht herb-bitter mit zurückhaltendem Aroma.
Ist Eisenkraut dasselbe wie Zitronenverbene?
Nein. Beide werden umgangssprachlich Verbene genannt, sind aber verschiedene Pflanzen. Die Zitronenverbene duftet stark zitronig, das heimische Echte Eisenkraut deutlich dezenter und krautiger.
Woher kommt der Name Eisenkraut?
Von den Römern. Sie nutzten das Kraut zur Unterstützung der Wundheilung. Da die Wunden jener Zeit meist von Eisenwaffen stammten, setzte sich die Bezeichnung Eisenkraut durch.
Enthält Eisenkraut-Tee Koffein?
Nein, als Kräutertee ist er von Natur aus koffeinfrei. Damit eignet er sich auch für den Abend und lässt sich gut mit Melisse, Pfefferminze oder Kamille kombinieren.
Wie bereitet man Eisenkraut-Tee zu?
Ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser übergießen und etwa fünf Minuten ziehen lassen. Wer ein kräftigeres Aroma möchte, verlängert die Ziehzeit etwas.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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