Melissentee aus der Zitronenmelisse besticht durch sein zart-zitroniges Aroma und seinen milden Geschmack. Beim Reiben der Blätter steigt ein frischer Zitrusduft auf, der der Pflanze ihren Namen gab. Schon im Mittelalter war Melisse in Klostergärten Pflicht, und bis heute gehört sie zum Standard jedes Teeladens. Hier lesen Sie zu Inhaltsstoffen, traditioneller Verwendung, Anbau und Zubereitung.
| Pflanze/Basis | Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Lippenblütler |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, zart-zitronig, frisch |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochend) |
| Ziehzeit | ca. 10 Minuten, zugedeckt |
| Dosierung | 1-2 TL getrocknete oder eine Handvoll frische Blätter |
| Verwendete Teile | Blätter |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g |
Die Zitronenmelisse: Kraut mit Klostertradition
Die Melisse galt schon vor Jahrhunderten als wertvolle Heilpflanze. Im Mittelalter gab es sogar die Bestimmung, dass in jedem Klostergarten Melisse angepflanzt werden musste. Bis heute gehört Melissentee zum Standardrepertoire jedes Teeladens und jedes Supermarkts.
Botanisch zählt die Melisse zur Familie der Lippenblütler. Reibt man ein frisches Blatt zwischen den Fingern, verströmt es einen angenehm frischen Zitrusduft — daher der gebräuchliche Name Zitronenmelisse. Dieser Duft macht das Kraut unverwechselbar und vertraut zugleich.
Geschmack und Aroma
Melissentee schmeckt mild und zart-zitronig. Das Aroma erinnert an Zitrone, bleibt dabei aber weich und unaufdringlich, ohne die Säure einer echten Zitrusfrucht. Damit ist er deutlich sanfter als ein Pfefferminztee.
Verantwortlich für Duft und Geschmack sind die ätherischen Öle, allen voran die Terpene. Frische Blätter ergeben ein lebendigeres Aroma als getrocknete; wer Melisse im Garten hat, sollte sie daher bevorzugt frisch verwenden.
Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung
Das breite Wirkstoffprofil der Melisse beruht vor allem auf ätherischen Ölen, Terpenen und Flavonoiden. Die Terpene tragen nicht nur den Duft, sondern stehen auch für den beruhigenden Charakter, für den die Pflanze bekannt ist.
Melissenblätter (Melissae folium) sind in der Kommission-E- und in der ESCOP-Monographie beschrieben und werden traditionell bei nervös bedingter Unruhe und Einschlafstörungen sowie bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Ein standardisierter Melissenblätter-Extrakt kommt zudem äußerlich bei Lippenherpes zum Einsatz. Als abendlicher Begleiter passt Melisse gut zu einem Abend- und Gute-Nacht-Tee.
Anbau und Ernte
Ursprünglich stammt die Melisse aus Südeuropa. Da sie keine hohen Ansprüche an ihren Standort stellt, ist sie längst auch in nördlicheren Breiten heimisch geworden. Als mehrjährige Pflanze muss man sie nur einmal setzen und hat dann über Jahre einen stetig wachsenden Lieferanten für frische Blätter.
Im Garten wie im Topf wächst Melisse kräftig und pflegeleicht. Am aromatischsten sind die Blätter im Sommer, kurz vor der Blüte. Ihre Blüten sind zudem eine geschätzte Nahrungsquelle für Bienen.
Zubereitung Schritt für Schritt
So gelingt der Aufguss: 1. Ein bis zwei Teelöffel getrocknete oder eine kleine Handvoll frische Blätter pro Tasse abmessen. 2. Mit kochendem Wasser (100 °C) übergießen. 3. Zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen, dann abseihen.
Für einen Eistee bereiten Sie den Aufguss doppelt konzentriert zu und gießen ihn über Eiswürfel. Mit einer Scheibe Zitrone und etwas Minze wird daraus ein erfrischendes Sommergetränk, das den zitronigen Charakter der Melisse betont.
Melisse in der Küche
Über den Tee hinaus ist die Zitronenmelisse ein vielseitiges Küchenkraut. Ihr frisches Zitronenaroma passt zu Salaten, Quark und Joghurt ebenso wie zu Desserts und Sommergetränken. Anders als echte Zitrone bringt sie die Frische ohne Säure ein.
Frisch gehackt verfeinert sie Obstsalate und Bowlen, ein paar Blätter im Wasserkrug machen aus stillem Wasser ein dezent aromatisiertes Getränk. Da die ätherischen Öle hitzeempfindlich sind, gibt man die Blätter am besten erst kurz vor dem Servieren hinzu.
Auch zu Fisch und hellem Fleisch passt die Melisse, etwa als Bestandteil einer Kräutermarinade. In der kalten Küche lässt sie sich zudem zu Kräuterbutter oder einem aromatisierten Essig verarbeiten. So findet das Kraut weit über die Teetasse hinaus Verwendung.
Mischungen und Lagerung
Melisse lässt sich hervorragend mit anderen Kräutern kombinieren. Besonders gut harmoniert sie mit Minze oder Baldrian sowie mit Lavendel — die Aromen und Wirkprofile dieser Pflanzen ergänzen sich für einen wohltuenden Abendtee.
Getrocknete Melissenblätter bewahren Sie luftdicht, trocken und dunkel auf. So bleibt das feine Zitronenaroma möglichst lange erhalten. Da ätherische Öle mit der Zeit verfliegen, sollten Sie getrocknete Ware innerhalb von etwa einem Jahr verbrauchen.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Melissentee?
Mild und zart-zitronig. Das Aroma erinnert an Zitrone, bleibt aber weich und unaufdringlich, ohne die Säure einer echten Zitrusfrucht. Verantwortlich sind die ätherischen Öle der Pflanze.
Wofür wird Melissentee traditionell genutzt?
Melissenblätter sind in der Kommission-E- und ESCOP-Monographie beschrieben und werden traditionell bei nervöser Unruhe, Einschlafstörungen und funktionellen Magen-Darm-Beschwerden verwendet.
Kann ich frische Melisse für den Tee verwenden?
Ja, frische Blätter ergeben ein besonders lebendiges Aroma. Eine kleine Handvoll mit kochendem Wasser übergießen und zugedeckt etwa zehn Minuten ziehen lassen.
Warum sollte man Melissentee zugedeckt ziehen lassen?
Damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht mit dem Wasserdampf entweichen. Sie tragen das zitronige Aroma und den beruhigenden Charakter der Melisse.
Womit lässt sich Melisse kombinieren?
Besonders gut mit Minze, Baldrian oder Lavendel. Diese Kräuter ergänzen das milde Aroma und eignen sich gemeinsam für einen wohltuenden Abendtee.
Quellen
- Kommission E-Monographie: Melissae folium (Melissenblätter)
- ESCOP-Monographie: Melissae folium
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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