Selbst gemachter Eistee ist die kalorienarme Antwort auf zuckrige Fertigprodukte: Während gekaufte Eistees häufig 50 bis 80 g Zucker pro Liter enthalten, bestimmen Sie beim Selbermachen Süße, Teesorte und Aroma komplett selbst. Ob klassisch heiß aufgebrüht und auf Eis abgeschreckt oder als milder Cold Brew über Nacht — hier finden Sie das Basisrezept, die passenden Teesorten und Tipps zum kalorienfreien Süßen.
Warum selber machen? Ein Blick auf Fertigprodukte
Trinkfertige Eistees aus dem Supermarkt enthalten meist 5 bis 8 g Zucker pro 100 ml — auf den Liter gerechnet sind das 17 bis 27 Stück Würfelzucker. Auf der Zutatenliste steht zudem oft nur Aroma statt echtem Fruchtsaft, und statt aufgebrühter Teeblätter kommt vielfach konzentrierter Tee-Extrakt zum Einsatz. Wie wenig Tee in manchen Flaschen tatsächlich steckt, zeigt unser Beitrag über den Iced Tea ganz ohne Tee.
Populär wurde das kalte Teegetränk übrigens auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis: Der Teehändler Richard Blechynden goss bei großer Hitze heißen Schwarztee kurzerhand über Eis, um überhaupt Kundschaft anzulocken. Wer heute selbst aufbrüht, zahlt je nach Teesorte nur etwa 20 bis 60 Cent pro Liter und weiß genau, was im Glas landet.
Das Basisrezept: heiß aufbrühen, kalt genießen
Für einen Liter Eistee brühen Sie vier bis fünf Teebeutel oder 10 bis 12 g losen Tee auf. Schwarztee zieht 3 bis 4 Minuten in kochendem Wasser, Grüntee nur 2 Minuten bei 70 bis 80 °C — sonst dominieren die Bitterstoffe. Anschließend die Blätter oder Beutel entfernen und nach Belieben ein Glas frisch gepressten Saft untermischen.
Der wichtigste Schritt ist das schnelle Abkühlen: Brühen Sie den Tee doppelt konzentriert mit nur 500 ml Wasser auf und gießen Sie ihn direkt über 500 g Eiswürfel. Kühlt der Aufguss dagegen stundenlang langsam aus, schmeckt er kratzig und wird trüb. Zum Kaltstellen den Tee in einen Krug umfüllen, damit der warme Topf nicht ständig Restwärme nachliefert.
Cold Brew: die sanfte Methode
Beim kalten Aufguss übergießen Sie 8 bis 10 g losen Tee mit einem Liter kaltem Wasser und lassen ihn 6 bis 8 Stunden im Kühlschrank ziehen; bei Grüntee reichen 4 bis 6 Stunden. Danach einfach abseihen. Da kaltes Wasser deutlich weniger Bitterstoffe und auch weniger Koffein löst, schmeckt Cold Brew auffallend mild und leicht süßlich — ganz ohne Zuckerzusatz. Warum das funktioniert, erklärt unser Artikel Tee kalt aufgießen.
Weil das Wasser nie erhitzt wird, gehört der Ansatz von Anfang an in den Kühlschrank. Den fertigen Aufguss am besten innerhalb von zwei Tagen trinken.
Welche Teesorte eignet sich?
Klassiker ist Schwarztee: Ein kräftiger Assam verträgt Zitrone und Eis besonders gut, ein Ceylon bringt spritzige Frische mit. Grüntee ergibt einen helleren, grasig-frischen Eistee, der gut mit Minze und Limette harmoniert. Wer es koffeinfrei mag, greift zu Kräutertee — Minze und Melisse sind die bewährtesten Kandidaten für heiße Tage.
Eine eigene Liga bildet Früchtetee: Seine natürliche Säure aus Hibiskus und Hagebutte schmeckt eisgekühlt fast wie Limonade, und da er kein Koffein enthält, dürfen auch Kinder mittrinken. Doppelt stark aufgebrüht und über Eis gegossen, braucht er oft gar keine zusätzliche Süße.
Kalorienarm süßen und verfeinern
Ungesüßter Eistee liegt praktisch bei null Kalorien. Wer Süße möchte, hat Alternativen zum Haushaltszucker: Steviolglycoside aus der Steviapflanze sind kalorienfrei und süßen etwa 200- bis 300-mal stärker als Zucker — eine Messerspitze genügt für einen ganzen Krug. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Tee süßen mit Stevia anstatt Zucker. Honig liefert dagegen rund 300 kcal pro 100 g und sollte sparsam dosiert werden; in lauwarmem Tee löst er sich am besten.
Aroma ohne Kalorien bringen Zitronen- oder Limettensaft, ein Zweig frische Minze und dünne Obstscheiben in den Krug. Besonders praktisch sind gefrorene Beeren oder Pfirsichstücke: Sie kühlen den Tee wie Eiswürfel und geben beim Auftauen ihr Aroma ab, ohne ihn zu verwässern.
Vorrat, Haltbarkeit und ein Trick gegen Trübung
Abgedeckt im Kühlschrank hält sich selbst gemachter Eistee zwei bis drei Tage. Obststücke erst kurz vor dem Servieren zugeben, dann bleibt der Krug länger frisch. Für Feste rechnen Sie pro Person mit etwa einem halben Liter — an heißen Tagen gern mehr.
Wird Schwarztee-Eistee im Kühlschrank milchig, handelt es sich um das sogenannte Tea Creaming: Koffein und Gerbstoffe verbinden sich beim Abkühlen zu sichtbaren Komplexen. Das ist völlig harmlos und lässt sich mit weichem, kalkarmem Wasser oder einem kleinen Schuss heißem Wasser vor dem Servieren mildern. Dass unter dem Namen Eistee übrigens sehr unterschiedliche Getränke verkauft werden, beleuchtet der Artikel Eistee ist noch lange nicht immer Eistee.
Häufige Fragen
Wie viele Teebeutel braucht man für einen Liter Eistee?
Vier bis fünf Teebeutel oder 10 bis 12 g loser Tee pro Liter sind eine gute Basis. Wer den Tee über Eiswürfel abschreckt, brüht ihn doppelt konzentriert mit der halben Wassermenge auf.
Wie lange hält sich selbst gemachter Eistee?
Abgedeckt im Kühlschrank bleibt er zwei bis drei Tage genießbar. Cold Brew sollte innerhalb von zwei Tagen getrunken werden, Obststücke kommen erst kurz vor dem Servieren dazu.
Warum wird selbst gemachter Eistee trüb?
Beim langsamen Abkühlen von Schwarztee verbinden sich Koffein und Gerbstoffe zum harmlosen Tea Creaming. Schnelles Abschrecken über Eis und weiches Wasser halten den Tee klar.
Wie süßt man Eistee ohne Kalorien?
Steviolglycoside süßen kalorienfrei und rund 200- bis 300-mal stärker als Zucker. Auch Zitrussaft, frische Minze und gefrorene Früchte geben Geschmack, ohne nennenswert Kalorien zu liefern.
Enthält selbst gemachter Eistee Koffein?
Das hängt von der Basis ab: Schwarz- und Grüntee bringen Koffein mit, kalt aufgegossener Tee etwas weniger. Früchte- und Kräutertees sind von Natur aus koffeinfrei.
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