Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe des Nilgiri unterscheiden sich nur geringfügig von denen anderer Grünteesorten. Da die Samen ursprünglich alle aus China kamen, verwundert dies kaum. Auffallend ist lediglich, dass der äußerst geringe Tannin-Gehalt den Tee sehr bekömmlich und leicht verträglich macht. Davon abgesehen wird er auch nicht so schnell bitter, wie dies sonst bei grünem Tee häufig der Fall ist.Anbaugebiete
Das Nilgiri-Gebirge liegt kurz vor dem Äquator gerade noch so auf der Nordhalbkugel im Süden des Landes. Das Gebiet ist sehr fruchtbar und das Klima ermöglicht es, das ganze Jahr über Tee zu ernten. So ist es möglich, dass dort ein Viertel des kompletten indischen Tees produziert wird, obwohl die Teegärten und Teeplantagen in Assam beispielsweise viel größer sind. Die Berge haben eine Höhe von 800 - 2000 Metern, auf denen finden die Teesträucher ideale Bedingungen während des Wachstums. Wohl der Grund, warum die Chinesen, die den Indern damals beim Anbau der Herstellung der ersten indischen Tee halfen, diese Region für den Teeanbau ausgesucht haben. Hier hat die indische Teegeschichte also ihren Ursprung.Herstellung
Die Herstellung ist verständlicher Weise der von anderen Grüntee-Sorten sehr ähnlich. Da die Chinesen zu Beginn des Teeanbaus in Indien nicht nur ihre Samen dorthin exportierten, sondern auch erfahrene Teebauern und -produzenten nach Indien schickten, um dort mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen die Neulinge in Sachen Tee zu unterstützen, wurden in Indien von jeher die Methoden der Chinesen nachgeahmt. Schnell stellte sich beim Nilgiri allerdings heraus, dass zwar das ganze Jahr durch geerntet werden kann, im Januar bis Februar aber eindeutig die beste Qualität dabei entsteht.Fazit
Die Geschichte des Nilgiri ist eine etwas tragische. Indien hatte mit der Sowjetunion einen großen Abnehmer gefunden. Andere Länder spielten keine Rolle. Hinzu kam, dass die Sowjetunion auch gerne Tees von geringerer Qualität abkaufte und sich die Inder deshalb nicht allzu große Mühe bei der Verbesserung ihrer Tees geben mussten. Mit der Sowjetunion endete auch der große Erfolg des Nilgiri, auf dem Weltmarkt hatte er keine Chance. Doch die Teebauern versuchen ihre Versäumnisse nun nachzuholen und die Prognosen für den Nilgiri sind optimistisch. Man darf den Tee-Sorten heute wieder mehr Aufmerksamkeit schenken, da die Teebauern aus der Region hart daran Arbeiten das Image ihrer Tees zu verbessern, indem Sie heute eine hohe und konstante Qualität liefern.Bildnachweis: Nilgiri © joanna wnuk - Fotolia.comNilgiri-Tee zubereiten – Indischen Hochlandtee optimal genießen
Nilgiri-Tee stammt aus den Nilgiri-Bergen im Süden Indiens, einem UNESCO-Biosphärenreservat in Tamil Nadu. Der Name „Nilgiri" bedeutet auf Tamil „Blaue Berge" – ein Verweis auf den charakteristischen blauen Dunst, der bei Sonneneinstrahlung über den Eucalyptuswäldern dieser Hochregion liegt. Die Teegärten befinden sich in Höhenlagen zwischen 1000 und 2500 Metern, was zu einem Tee mit besonderer Qualität und Frische führt.
Für die Zubereitung von Nilgiri-Tee bringen Sie frisches Wasser zum Kochen (100 Grad Celsius für Schwarztee) und übergießen Sie damit 2 bis 3 Gramm Tee pro 200 ml Wasser. Die Ziehzeit beträgt 3 bis 4 Minuten. Bei längerer Ziehzeit wird der Tee kräftiger und kann leicht herb werden. Nilgiri-Tee eignet sich hervorragend pur, aber auch mit einem Spritzer Milch – in Indien wird er häufig als „Masala Chai" mit Gewürzen genossen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Ein besonderes Merkmal des Nilgiri-Tees ist seine Eignung für Eistee: Im Gegensatz zu vielen anderen Schwarztees bleibt Nilgiri-Tee auch nach dem Abkühlen klar und zeigt keine unattraktive Trübung. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem der bevorzugten Tees für die Eistee-Herstellung in der ganzen Welt.
Besondere Eigenschaften und Gesundheitsvorteile
Nilgiri-Tee hat ein leichteres, blumigeres und weniger adstringentes Profil als Assam-Tees aus dem Norden Indiens. Die kühlere Bergluft und das feuchtere Klima der Nilgiri-Region begünstigen eine langsame Entwicklung der Teeblätter, die reich an Aromastoffen und Antioxidantien sind. Das Ergebnis ist ein Tee mit floralen, fruchtigen Noten und einem angenehm glatten Abgang.
Wie alle echten Tees aus der Camellia-sinensis-Pflanze enthält Nilgiri-Tee wertvolle Polyphenole, Catechine und Theaflavine. Diese Antioxidantien tragen zur Neutralisierung freier Radikale bei und können präventiv gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken. Theaflavine entstehen speziell bei der Fermentation von Schwarztee und haben eine goldene Farbe sowie spezifische antioxidative Eigenschaften, die sich von denen des Grüntees unterscheiden.
Der Koffeingehalt von Nilgiri-Schwarztee ist moderat und verleiht eine angenehme Wachheit. L-Theanin im Tee sorgt für einen ausgleichenden Effekt, der das Koffein-Stimulans abmildert. Studien zeigen, dass die Kombination von Koffein und L-Theanin die kognitive Leistung und die Konzentration verbessert.
Geschichte der Teekultivierung in den Nilgiri-Bergen
Der Teeanbau in den Nilgiri-Bergen begann unter britischer Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert. Die Briten erkannten das Potenzial der Hochlandsregion und begannen um 1840, Teepflanzen aus China und Assam zu importieren und anzupflanzen. Die erste Teeauktion in Coimbatore (der Hauptstadt der Nilgiri-Region) fand 1861 statt.
Die Nilgiri-Region war ursprünglich vor allem für ihre Cardamom- und Kaffeeplantagen bekannt. Mit dem wachsenden Teekonsum in Großbritannien und der zunehmenden Erschließung der Bergregionen durch Straßenbau wurde Tee zur dominierenden Plantagenkultur. Heute ist der Nilgiri-Distrikt einer der bedeutendsten Teeproduktionsgebiete Indiens.
Im 20. Jahrhundert entwickelten sich die Nilgiri-Tees zu einer eigenständigen regionalen Teespezialität. Das Nilgiri-Hochland hat 2012 eine geographische Bezeichnung (GI-Tag) erhalten, die die Herkunft und Qualität der dort angebauten Tees schützt.
Häufige Fragen zu Nilgiri-Tee (FAQ)
Was unterscheidet Nilgiri-Tee von Darjeeling-Tee?
Nilgiri-Tee hat ein leichteres, fruchtigeres Aroma und ist weniger adstringent als Darjeeling. Er eignet sich besser für Eistee, da er keine Trübung bildet.
Warum bleibt Nilgiri-Tee als Eistee klar?
Dies liegt an der spezifischen Zusammensetzung der Polyphenole im Nilgiri-Tee, die beim Abkühlen nicht mit Koffein ausflocken wie bei anderen Schwarztees.
Wann ist die beste Ernte beim Nilgiri-Tee?
Die „Frost Tea"-Ernte von Januar bis März gilt als besonders wertvoll. In dieser kühlen, trockenen Periode entwickeln die Blätter besonders intensive Aromen.
Kann man Nilgiri-Tee mit Milch trinken?
Ja, er verträgt sich sehr gut mit Milch. In Indien wird er häufig als Masala Chai zubereitet.
Ist Nilgiri-Tee für Eistee besonders geeignet?
Ja, er gilt als einer der besten Schwarztees für Eistee, da er auch kalt klar und frisch im Geschmack bleibt.
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