Tencha


Lediglich etwas mehr ein Prozent des grünen Tees in Japan ist Tencha, dennoch verdient dieser besondere Tee eine Erwähnung. Der Tencha wird, wie der Gyokuro auch, wenige Wochen vor der Ernte völlig beschattet. Allerdings verläuft die Verarbeitung nach der Ernte etwas anders. Davon abgesehen wird der größte Teil des Tencha gleich anschließend zu Matcha weiterverarbeitet.

Tencha

Ein gewisser Teil wird dennoch in einigen Regionen Japans gerne als Tencha getrunken. Davon abgesehen wird er auch gerne beim Kochen verwendet. Da am Ende des Herstellungsprozesses der gesamte Grüntee nochmals gründlich per Hand verlesen und alles, was kein reines Blatt ist, aussortiert wird, eignet er sich bestens, um als zusätzliches Würzmittel einfach über die Speisen gestreut zu werden.

Inhaltsstoffe

Die Besonderheiten in der Herstellung des Tencha führen zu keinerlei Besonderheiten bezüglich der Inhaltsstoffe. Er wird dabei wohl am besten zwischen Gyokuro und Matcha eingeordnet.

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Anbaugebiete

Nennenswerte Mengen Tencha, wenn man angesichts des verschwindend geringen Anteils an der Gesamtmenge grünen Tees überhaupt davon sprechen kann, werden in der Region Uji hergestellt. Diese Gegend Japans ist Heimat vieler Teeplantagen und ebenso Ursprung zahlreicher Spezialitäten, wie eben auch des Tencha. Der Export dieser raren Grüntee-Sorte ist jedoch sehr begrenzt.

Herstellung

Etwas vier bis spätestens zwei Wochen vor der Ernte des Grüntees ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die kompletten Teegärten so abzuhängen, dass nur noch maximal 10 Prozent des Sonnenlichts zu den Teepflanzen durchdringen.
Direkt nach der Ernte folgt ein kurzer Dämpfprozess. Anschließend werden die Blätter nicht, wie sonst üblich gerollt, sondern in ihrer natürlichen Form belassen. So kommen sie in spezielle Backöfen, wo sie besonders schonend getrocknet werden. Zum Schluss der Herstellung wird alles, was kein reines „Blattfleisch“ ist, aussortiert. Nun ist der Tencha soweit, um zu Matcha weiter verarbeitet zu werden oder aber auch um so direkt als „Broken Tea“ verwendet zu werden.

Fazit

Tencha Grüntee ist normaler Weise weder in Europa, noch in Deutschland erhältlich. Sein Anteil an der großen Familie des grünen Tees ist einfach zu gering. Wer dennoch einmal Gelegenheit haben sollte, ein Gericht zu probieren, über das sozusagen als krönender Abschluss ein paar Blattstückchen Tencha gestreut wurden, sollte sich dieses Geschmackserlebnis keinesfalls entgehen lassen. So muss der Tencha eindeutig als eigenständige Sorte betrachtet werden, da er sowohl in seiner Verwendung als Würzmittel, als auch als Tee getrunken, seine eigene Bedeutung hat und Rolle spielt, wenn auch nur eine ganz geringe. Nicht zu verwechseln ist Tencha Japanese green tea mit Sencha Japanese green tea, der ebenfalls aus Japan stammt und dessen Name für Verwirrung sorgen könnte. Immerhin ist diese seltene Sorte in vielen Matcha Tees enthalten und bleibt unserem Gaumen also nicht unbedingt fern.

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Bildnachweis: Tencha – © jun.SU. – Fotolia.com

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