Inhaltsstoffe
Da Funmatsucha nüchtern betrachtet einfach "nur" Sencha-Tee mit einem zusätzlichen Verarbeitungsschritt ist, sind die Inhaltsstoffe selbstverständlich identisch. Der Teeliebhaber profitiert also auch hier von einer großen Anzahl an Vitaminen, die sich sowohl auf das Verdauungssystem, als auch auf das Immun- und Nervensystem positiv auswirken. Auch die Wirkung des Theanin, dass den aufputschenden Effekt des Koffein puffert, ist im Funmatsucha unverändert aktiv.Anbaugebiete
Selbstverständlich wird Funmatsucha genau dort produziert und angebaut, wo auch guter Sencha herkommt. Geeignete Teeplantagen liegen also in den sonnigen Ebenen Japans, oft in Nähe des Meers. Berghänge sind viel zu schattig um wirklich gute Qualität zu erhalten.Herstellung
Nachdem der Sencha sämtliche Produktionsschritte durchlaufen hat, werden die Blätter nochmals von Hand ausgelesen und sortiert. Nur die schönsten und noch vollständigen Blätter ergeben Tee höchster Qualität und können zu Bestpreisen verkauft werden. Es bleibt jedoch auch immer etwas Teestaub übrig, ebenso gibt es zahlreiche Bruchstücke von Blättern. Nun kann man diese weniger hochwertigen Bestandteile des Sencha zu günstigeren Preisen handeln, eventuell sogar verwerfen, oder eben effektiv weiterverarbeiten. In Lebensmittelmühlen, wie sie etwa auch für Kaffee verwendet werden, können die Blattstückchen einfach und schnell ganz fein vermahlen werden. Das Ergebnis ist ein hervorragender Instanttee, der sich nun ganz einfach dosieren lässt und deshalb auch bestens geeignet ist, um Speisen oder auch andere Getränke zu verfeinern. In Japan wird Funmatsucha aus diesem Grund häufig auch mehr als Gewürz, denn als Tee verwendet.Fazit
Geschmacklich gibt es zwischen Sencha und Funmatsucha sicher keine Unterschiede. Lediglich der Aggregatzustand ist ein anderer. Um neue Erfahrungen in Sachen Tee zu machen, ist Funmatsucha also denkbar ungeeignet.Bildnachweis: Funmatsucha — © ulga - Fotolia.com
Funmatsucha zubereiten: Der vielseitige Instanttee aus Japan
Die Zubereitung von Funmatsucha ist denkbar einfach und genau das macht ihn so praktisch. Da die Teeblätter bereits fein vermahlen sind, lösen sie sich in heißem Wasser vollständig auf – ähnlich wie löslicher Kaffee, jedoch mit weit komplexerem Geschmack. Für eine Tasse von 200 ml empfiehlt sich ein halber bis ganzer Teelöffel Funmatsucha-Pulver. Das Wasser sollte dabei etwa 70 bis 80 Grad Celsius heiß sein, keinesfalls kochendes Wasser verwenden, da dies die empfindlichen Grüntee-Aromen zerstört und die Bitterstoffe übermäßig freisetzt. Das Pulver einfach in die Tasse geben, mit heißem Wasser aufgießen und kurz umrühren – fertig ist der Instanttee.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Fruchtetee.
Wer Funmatsucha als Eistee genießen möchte, rührt das Pulver zunächst in wenig heißem Wasser an, sodass es sich vollständig auflöst, und füllt dann mit kaltem Wasser oder Eiswürfeln auf. So entsteht in Sekunden ein erfrischender grüner Eistee ohne Ziehzeit und ohne Teefilter. Für Milchtee-Varianten eignet sich Funmatsucha ebenfalls hervorragend: Das aufgelöste Pulver mit aufgeschäumter Milch kombiniert ergibt eine günstige Matcha-Latte-Alternative mit angenehm milder Note.
Funmatsucha in der Küche: Mehr als nur ein Getränk
In Japan wird Funmatsucha traditionell nicht nur als Tee getrunken, sondern als vielseitiges Küchengewürz eingesetzt. Das feine Pulver lässt sich problemlos in Teig für Kekse, Kuchen oder Mochi einarbeiten und verleiht Backwaren eine charakteristische grüne Farbe sowie den typischen Grüntee-Geschmack. Anders als beim deutlich teureren Matcha ist Funmatsucha wirtschaftlich als Zutat in größeren Mengen einsetzbar, ohne das Küchenbudget zu belasten.
Auch für herzhafte Gerichte bietet Funmatsucha interessante Möglichkeiten: Als Gewürz für Nudelteig, als Zutat in Salatdressings oder als Bestandteil von Marinaden für Fisch und Geflügel verleiht er eine subtile Grüntee-Note. In Japan werden Nudeln wie Soba und Udon traditionell mit Teeextrakten aromatisiert – Funmatsucha ist dabei eine praktische und kostengünstige Alternative zu frischem Teeaufguss. Für Smoothies oder grüne Shakes stellt Funmatsucha ebenfalls eine unkomplizierte Zutat dar: Ein Teelöffel in den Mixer gegeben, reichert den Shake mit den Antioxidantien und dem L-Theanin des Sencha an.
Funmatsucha vs. Matcha: Wichtige Unterschiede
Obwohl Funmatsucha und Matcha optisch ähnlich aussehen – beide sind fein gemahlene grüne Teepulver – unterscheiden sie sich in Herstellung, Qualität und Preis erheblich. Matcha wird aus beschattetem Tencha hergestellt: Die Teepflanzen werden vor der Ernte mehrere Wochen abgeschattet, was den Chlorophyllgehalt erhöht und das charakteristische intensive Grün sowie den reichen Umami-Geschmack erzeugt. Funmatsucha hingegen ist gemahlener Sencha, dessen Pflanzen ohne Abschattung in der Sonne wachsen. Das Ergebnis ist ein helleres Grün, ein grasigerer, leicht herberer Geschmack und ein deutlich günstigerer Preis.
Für den täglichen Gebrauch und als Küchengewürz ist Funmatsucha die wirtschaftlich sinnvollere Wahl. Für die traditionelle japanische Teezeremonie hingegen ist ausschließlich hochwertiger Matcha vorgesehen. Wer den charakteristischen Matcha-Umami schätzt und bereit ist, mehr zu investieren, wird mit Funmatsucha nicht vollständig zufrieden sein. Als günstigen Alltagstee oder zum Kochen und Backen jedoch bietet Funmatsucha ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Häufig gestellte Fragen zu Funmatsucha
Ist Funmatsucha dasselbe wie Matcha?
Nein. Matcha wird aus beschattetem Tencha gemahlen, Funmatsucha aus regulärem Sencha. Matcha hat einen intensiveren Umami-Geschmack, eine tiefere grüne Farbe und ist deutlich teurer. Funmatsucha ist milder, heller und preiswerter – ideal für den täglichen Gebrauch.
Enthält Funmatsucha Koffein?
Ja, da Funmatsucha aus Sencha besteht, enthält er Koffein – typischerweise 20 bis 35 mg pro Tasse, etwas mehr als ein normaler Sencha-Aufguss, da das Pulver vollständig im Wasser verbleibt. Das enthaltene L-Theanin puffert die stimulierende Wirkung des Koffeins und sorgt für eine ruhige, fokussierte Wachheit statt eines nervösen Koffeinschubs.
Wie lange ist Funmatsucha haltbar?
Lichtdicht, luftdicht und kühl aufbewahrt bleibt Funmatsucha sechs bis zwölf Monate haltbar. Da das Pulver im Vergleich zu ganzen Teeblättern eine größere Oberfläche hat, oxidiert es schneller. Nach dem Öffnen sollte das Pulver innerhalb von zwei bis drei Monaten verbraucht werden. Im Kühlschrank gelagert verlängert sich die Haltbarkeit, doch muss die Dose stets luftdicht verschlossen sein, um Kondensation zu vermeiden.
Kann ich Funmatsucha für die Teezeremonie verwenden?
Für die traditionelle japanische Teezeremonie (Chado) ist Funmatsucha nicht geeignet – diese erfordert zeremoniellen Matcha in höchster Qualität. Als entspanntes Alltagsgetränk, als Kochzutat oder für moderne Teebereitung ohne Zeremonieanspruch ist Funmatsucha jedoch eine ausgezeichnete und günstige Alternative.
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