Funmatsucha ist ein pulverisierter japanischer Grüntee, der meist aus Sencha gemahlen wird. Anders als beim aufgegossenen Tee trinkt man das ganze Blatt mit. Der Name lässt sich mit Pulvertee übersetzen. Er ist deutlich preiswerter als Matcha und gilt in Japan ebenso als praktisches Würzmittel beim Kochen. Wer Grünteearoma unkompliziert nutzen will, findet hier einen vielseitigen Allrounder.
| Pflanze/Basis | Teepflanze (Camellia sinensis), gemahlener Sencha |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 30-70 mg pro Tasse, da ganzes Blatt |
| Geschmacksprofil | frisch, grasig, kräftig grün, leicht herb |
| Wassertemperatur | 70-80 °C |
| Ziehzeit | keine, Pulver wird verquirlt |
| Dosierung | ca. 1/2 bis 1 TL Pulver pro Tasse |
| Aufgüsse | kein Aufguss, ganzes Pulver gelöst |
| Preisspanne | ca. 3-8 € pro 100 g, deutlich unter Matcha |
Was Funmatsucha ist
Funmatsucha ist nüchtern betrachtet Sencha-Tee mit einem zusätzlichen Verarbeitungsschritt: Das fertige Blatt wird zu feinem Pulver vermahlen. Da nichts aufgegossen und weggeschüttet wird, sondern das ganze Blatt im Wasser aufgenommen wird, ist der Tee besonders ergiebig. Die Inhaltsstoffe entsprechen denen des Ausgangs-Sencha, darunter Vitamine, Catechine sowie die Aminosäure L-Theanin, die den anregenden Effekt des Koffeins abpuffert.
In Japan wird Funmatsucha häufig sogar mehr als Gewürz denn als reines Getränk verwendet, etwa zum Würzen von Speisen. Wie sich das Prinzip vom verwandten Steinmühlen-Pulvertee unterscheidet, zeigt der Vergleich mit Matcha; als Blatttee dient der Sencha die Grundlage.
Der Unterschied zu Matcha
Matcha wird aus beschatteten Teeblättern gewonnen und in einem aufwendigen Verfahren auf Steinmühlen zu feinstem Pulver vermahlen. Funmatsucha entsteht dagegen meist aus nicht beschatteten Sencha-Blättern, die in einfachen Lebensmittelmühlen, wie man sie auch für Kaffee nutzt, gröber gemahlen werden.
Das Ergebnis ähnelt Matcha in der Form, ist aber kräftiger im Ton, weniger süßlich und vor allem deutlich günstiger. Während Zeremonien-Matcha leicht das Zehnfache kosten kann, bleibt Funmatsucha erschwinglich. Geschmacklich liegt er näher an einem intensiven grünen Tee als an der cremig-umami-betonten Matcha-Note. Welche japanischen Grüntees sonst noch in diese Familie gehören, zeigt unser Beitrag zu Gyokuro.
Herstellung aus Sencha-Resten
Nach der Sencha-Produktion werden die Blätter von Hand verlesen und sortiert. Nur die schönsten, vollständigen Blätter ergeben hochwertigen Sencha. Übrig bleiben Teestaub und Blattbruchstücke, die früher oft als minderwertig galten.
Genau diese Bestandteile werden zu Funmatsucha weiterverarbeitet: In Lebensmittelmühlen lassen sich die Blattstückchen einfach und schnell fein vermahlen. So entsteht ein praktischer Instanttee, der sich leicht dosieren lässt und sich gut eignet, um Speisen oder Getränke zu verfeinern. Dieser ressourcenschonende Ansatz vermeidet zugleich Abfall in der Teeproduktion. Mehr zur Verwertung von Bruch und Staub bei der Teeherstellung lesen Sie unter Ist ein Teebeutel automatisch schlechter als lose Ware?.
Geschmack und Zubereitung
Funmatsucha schmeckt frisch, grasig und kräftig grün. Im Vergleich zu hochwertigem Matcha fällt er meist herber und weniger süßlich aus, behält aber den typischen Sencha-Charakter. Zubereitet wird er wie Matcha: Pulver in eine Schale geben, mit 70 bis 80 °C heißem Wasser übergießen und verquirlen.
Traditionell verwendet man dafür einen Bambusbesen (Chasen). Wer keinen hat, kann das Pulver auch mit einem kleinen Schneebesen oder im verschließbaren Shaker auflösen. Eine Wassertemperatur unter dem Siedepunkt hält die Bitterkeit in Grenzen. Pro Tasse genügt etwa ein halber bis ganzer Teelöffel Pulver. Welche Schale und welches Zubehör sich eignen, zeigt unser Überblick zu professionellen Teekochern.
Vielseitig in Küche und als Latte
Gerade durch den niedrigen Preis eignet sich Funmatsucha hervorragend zum Kochen und Backen. Smoothies, Kuchen, Eis oder Latte-Getränke lassen sich damit grün färben und aromatisieren, wofür teurer Zeremonien-Matcha meist zu schade wäre.
Besonders beliebt ist der Grüntee-Latte: Das Pulver wird mit etwas Wasser angerührt und mit aufgeschäumter Milch oder Pflanzendrink zu einem cremigen Getränk verbunden. Die kräftige Note setzt sich gut gegen die Milch durch. Da das ganze Blatt aufgenommen wird, kann der Koffeingehalt mit rund 30 bis 70 mg pro Tasse recht hoch ausfallen; empfindliche Personen dosieren sparsam und meiden ihn am Abend. Eine kalte Variante zeigt unser Beitrag Eistee ganz einfach selbst gemacht.
Qualität, Auswahl und Lagerung
Auch bei Funmatsucha gibt es Qualitätsunterschiede. Eine kräftig grüne Farbe und ein frischer Duft sprechen für gute Ware, während gelbliche oder bräunliche Töne auf Alterung hindeuten. Wer das Pulver vor allem zum Kochen nutzt, kann zu einfacheren Sorten greifen; für den puren Genuss lohnt sich etwas höhere Qualität.
Wie alle Pulvertees ist Funmatsucha empfindlich gegenüber Licht, Luft und Feuchtigkeit. Am besten bewahrt man ihn luftdicht, kühl und dunkel auf, idealerweise im Kühlschrank in einem fest verschlossenen Behälter. Geöffnete Packungen sollten zügig verbraucht werden, da das feine Pulver schneller altert als ganze Blätter.
Häufige Fragen
Was ist Funmatsucha?
Ein pulverisierter japanischer Grüntee, der meist aus Sencha gemahlen wird und wie Matcha komplett mit dem Wasser getrunken wird. Der Name bedeutet sinngemäß Pulvertee.
Was ist der Unterschied zwischen Funmatsucha und Matcha?
Funmatsucha wird meist aus nicht beschatteten Sencha-Blättern und gröber gemahlen. Dadurch ist er einfacher zu produzieren, kräftiger im Geschmack und deutlich preiswerter als der steingemahlene Matcha aus Schattentee.
Wie bereite ich Funmatsucha zu?
Wie Matcha: Pulver in eine Schale geben, mit Wasser von etwa 70 bis 80 °C übergießen und verquirlen, traditionell mit einem Bambusbesen, alternativ mit Schneebesen oder im Shaker.
Wofür eignet sich Funmatsucha besonders?
Durch den günstigen Preis ist er ideal zum Kochen, Backen und für Grüntee-Latte, wo teurer Matcha zu schade wäre. In Japan wird er auch als Würzmittel verwendet.
Enthält Funmatsucha viel Koffein?
Da das ganze Blatt aufgenommen wird, kann der Koffeingehalt mit rund 30 bis 70 mg pro Tasse recht hoch sein. Empfindliche Personen sollten ihn sparsam dosieren und abends meiden.
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