Inhaltsstoffe
Auch Mate Tee enthält Koffein und jede Menge Gerbstoffe. doch in dem gelben Aufguss verbirgt sich noch viel mehr. Neben den Vitaminen A und C finden sich auch nennenswerte Konzentrationen an Vitamin B1 und 2. So schreibt man dem Mate Tee eine harntreibende Wirkung zu. Da er außerdem die Produktion von Speichel und Magensaft anregt, fördert regelmäßiger Genuss den Stoffwechsel und die Verdauung. In seiner Heimat ist der Mate Tee vor allem als Leistungssteigerer geschätzt, der auch gut Hunger stillt. Deshalb ist Mate Tee in Deutschland sogar als Arzneimittel zugelassen. Dennoch ist seit einiger Zeit auch bekannt, dass der regelmäßige Genuss von größeren Mengen leider auch karzinogen wirken und vor allem für die Entstehung von Blasen-, Speiseröhren- und Lungenkrebs verantwortlich sein kann.Anbaugebiete
Seinen Ursprung hat der Mate Strauch in den Urwäldern des Paranábeckens und noch heute wächst er dort in großen Mengen ganz wild und natürlich. Seine Heimat erstreckt sich also über Brasilien und Argentinien über Uruguay und Paraguay. Mit Ausnahme von Uruguay sind es auch eben diese Länder, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts damit begonnen haben, den Mate Strauch auch in landwirtschaftlichen Kulturen zu züchten. Nichts desto trotz stammt bis heute unverändert etwa die Hälfte des Mate Weltmarkts aus Wildwuchs.Herstellung
Grundsätzlich unterscheidet man Mate-Tees, zwischen grünem Mate (Taragin) und geröstetem Mate (Mate real). Traditioneller Weise werden von Mai bis September ganze Äste des Strauchs geerntet. Am besten geeignet sind jene, die bereits zweijährige Blätter tragen. Heute werden jedoch statt des ganzen Astes meist nur die jungen Triebspitzen, Blätter und -stiele sowie Blütenstiele weiter verarbeitet. In einer Drahttrommel werden sie über Feuer gedreht und so geröstet. Durch diesen Röstprozess werden sämtliche Enzyme deaktiviert und der Fermentationsprozess gestoppt. Für grünen Mate dagegen wird das geerntete Material zerkleinert und für etwa einen Monat bei Temperaturen von 50 bis 60 °C fermentiert. Beide Matesorten werden am Ende des Herstellungsprozesses getrocknet, fein gemahlen und so verpackt. Im ersten Schritt der Zubereitung wird das typische, aus einem Kürbis hergestellte Trinkgefäß, mit den Blättern des Mate Strauchs gefüllt. Nun werden die Blätter leicht mit Wasser angefeuchtet, an den Rand der Kalebasse gedrückt und eine Weile ziehen gelassen. Anschließend wird der Mate mit circa 95 Grad kochendem Wasser aufgefüllt.Fazit
Wenn wir an Tee denken, gehen unseren Gedanken meist ganz automatisch Richtung Asien. Sicher zu recht, denn zahlreiche hervorragende Sorten stammen auch von dort. Dennoch sollten wir vielleicht auch sozusagen einem Kollegen aus Südamerika eine Chance geben und so unsere Vielfalt erweitern. Statt unserem gewohnten Kaffee, einfach mal eine Tasse gesunden Mate Tee trinken. Mate Tee hat als Bestandteil der Ernährung, auch eine positive Wirkung auf die Gesundheit, statt Kaffee. Ob als bio Tee oder nicht, er schmeckt und liefert eine Menge Energie. Einfach ausprobieren und genießen!Weitere Informationen
Die wahrscheinlich komplexeste Abhandlung mit sämtlichen Informationen über den Mate Tee finden Sie auf matetee.org.Bildnachweis: Mate Tee © eAlisa - Fotolia.comMate-Tee zubereiten – Südamerikas Kultgetränk
Mate (Ilex paraguariensis) ist das Nationalgetränk Argentiniens, Uruguays und Paraguays und in ganz Südamerika weit verbreitet. Dieser Tee aus den getrockneten Blättern des Mate-Strauchs ist kein Tee im botanischen Sinne (nicht Camellia sinensis), wird aber weltweit als Tee bezeichnet. Das traditionelle Trinken aus dem Mate-Kürbis mit einem Metallsiebstrohhalm (Bombilla) ist ein soziales Ritual mit tiefer kultureller Bedeutung.
Für traditionellen Mate: Füllen Sie den Mate-Kürbis (Kalabasse) zu zwei Dritteln mit Mate-Blättern. Schütteln Sie den Kürbis mit bedeckter Öffnung, um feinen Staub zu entfernen, und kippen Sie die Blätter so, dass sie an einer Seite liegen. Stecken Sie die Bombilla (Metallstrohhalm mit Sieb) an der leeren Seite in den Tee. Gießen Sie heißes Wasser (70 bis 80 Grad – nicht kochendes Wasser!) behutsam an der Seite der Bombilla ein. Trinken Sie langsam und füllen Sie nach Geschmack mit Wasser nach. Echter Mate wird in Gemeinschaft geteilt und reihum herumgereicht.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Fruchtetee.
Für eine modernere Zubereitung können Mate-Blätter auch wie normaler Tee in einem Infuser aufgebrüht werden. 1 bis 2 Teelöffel Mate, 5 bis 7 Minuten bei 75 Grad, dann abseihen.
Inhaltsstoffe und Wirkung von Mate
Mate enthält als wichtigstes stimulierendes Molekül Koffein (1 bis 2%), daneben die Methylxanthine Theobromin und Theophyllin. Diese Kombination erzeugt eine mildere, langsamere und nachhaltigere Stimulation als Kaffee. Mate wird oft als Getränk beschrieben, das wach macht, ohne nervös zu machen – ein Effekt, der durch Theobromin und Polyphenole erklärt werden kann, die das Koffein „abpuffern".
Chlorogensäure und Kaffeesäurederivate in Mate haben antioxidative Eigenschaften. Die ORAC-Wert von Mate ist vergleichbar mit Grüntee. Regelmäßiger Konsum kann zum Schutz vor oxidativem Stress beitragen.
Für den Stoffwechsel ist Mate interessant: Es stimuliert den Energieverbrauch, kann den Fettabbau unterstützen und wirkt harntreibend. In Südamerika wird Mate als Appetitzügler und Unterstützung beim Abnehmen eingesetzt. Diese Wirkungen sind durch Studien teilweise belegt.
Vorsicht: Sehr heiß getrunkener Mate kann das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen – nicht durch den Mate selbst, sondern durch die thermische Reizung der Schleimhäute. Mate sollte nie zu heiß getrunken werden.
Geschichte und soziale Bedeutung des Mate-Trinkens
Mate wurde von den Guaraní-Indianern in Südamerika lange vor der europäischen Kolonisierung getrunken. In der Guaraní-Mythologie gilt Mate als Geschenk der Götter. Jesuitenmissionare im 17. Jahrhundert trafen auf das Mate-Trinken und übernahmen es, da sie erkannten, dass die Pflanze die Ausdauer der Missionare auf langen Reisen unterstützte.
Mit der europäischen Besiedlung und der Gründung der südamerikanischen Nationen wurde Mate zum nationalen Symbol der südlichen Konusregion. In Argentinien und Uruguay ist Mate-Trinken ein tägliches Ritual – Menschen tragen ihre Kalabasse und Thermoskanne mit heißem Wasser überallhin mit. Das Teilen des Mate ist ein Zeichen der Freundschaft und des Vertrauens.
In den letzten Jahren hat Mate als „Energy-Drink-Alternative" in Europa und den USA an Popularität gewonnen. Fertiggetränke wie Mate-Limonaden und Mate-Energydrinks sind weltweit erhältlich. Das Bewusstsein für die natürliche, traditionelle Form des Mate-Trinkens ist ebenfalls gestiegen.
Häufige Fragen zu Mate-Tee (FAQ)
Ist Mate gesünder als Kaffee?
Beide haben Vor- und Nachteile. Mate hat mehr Antioxidantien und gibt eine mildere, gleichmäßigere Stimulation. Kaffee hat intensiveres Koffein. Beide in Maßen sind unbedenklich.
Warum soll Mate nicht zu heiß getrunken werden?
Sehr heißes Trinken (über 60 Grad) über viele Jahre erhöht das Krebsrisiko in der Speiseröhre. Unter 70 Grad ist unbedenklich.
Kann ich Mate aus einem normalen Teeglas trinken?
Ja, aber das traditionelle Ritual mit Kalabasse und Bombilla ist Teil der Mate-Kultur und verändert das Erlebnis.
Wie viel Koffein hat Mate im Vergleich zu Kaffee?
Mate hat weniger Koffein pro Tasse als Kaffee (ca. 70-80 mg vs. 80-120 mg), aber die Kombination mit Theobromin gibt eine langanhaltendere Stimulation.
Ist Mate für Schwangere geeignet?
Wegen des Koffeingehalts sollte Mate in der Schwangerschaft wie Kaffee limitiert werden (max. 200 mg Koffein täglich).
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