Der China Jade Dung Ting Oolong ist die festlandchinesische Interpretation des berühmten taiwanischen Dong Ding: ein nur kurz oxidierter, von Hand gerollter Oolong mit auffallend heller Tasse und weichen Noten von Sahne und Vanille. Hier lesen Sie, woher der Tee stammt, wie aufwändig er hergestellt wird, wie Sie ihn richtig dosieren und warum Kenner den zweiten Aufguss als den besten bezeichnen.
| Pflanze/Basis | Camellia sinensis, halboxidierter Oolong (kurz oxidiert, kaum geröstet) |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 25-45 mg pro Tasse (200 ml) |
| Geschmacksprofil | weich, blumig, Noten von Sahne und Vanille, helle Tasse |
| Wassertemperatur | 85-90 °C, nicht kochend |
| Ziehzeit | 1-3 Minuten, beim Nachgießen jeweils etwas verlängern |
| Dosierung | knapper TL (ca. 2 g) auf 200 ml - die gerollten Blätter quellen stark |
| Aufgüsse | 4-5; der zweite gilt als der beste |
| Preisspanne | ca. 6-12 € pro 100 g |
Herkunft: ein Dong Ding vom chinesischen Festland
Sein Namensvorbild hat der Jade Dung Ting in Taiwan: Am Dong-Ding-Berg im Landkreis Nantou wächst auf rund 600 bis 800 Metern der klassische Dong Ding Oolong, eine der bekanntesten Oolong-Sorten der Insel. Die mit dem Zusatz "China" gehandelte Jade-Variante stammt dagegen vom Festland; die Händler geben als Ursprung meist "das Herz Yunnans" an.
Eine Massenware ist dieser Tee nicht. Das Anbaugebiet ist klein, die Erntemengen sind begrenzt, und außerhalb der genannten Region wird er nicht produziert. Der Zusatz "Jade" beschreibt das Erscheinungsbild: Die fest gerollten, grünlich schimmernden Blattkugeln erinnern an den polierten Edelstein und zeigen schon vor dem Aufguss, dass hier nur kurz oxidiert wurde.
Herstellung: kurze Oxidation, handgerollte Blätter
Entscheidend ist das Timing: Die Oxidation darf nur kurz dauern, dann stoppt eine kräftige Erhitzung die Enzyme. Nur so behält der Tee seinen hellen Farbton und das weiche, zarte Aroma. Wie die halboxidierten Tees überhaupt entstanden sein sollen, erzählt unser Beitrag zur Entstehung des Oolong.
Der anspruchsvollste Arbeitsschritt ist das Rollen: Jedes einzelne Blatt wird von Hand zu einer festen Kugel geformt, ohne es zu beschädigen. Diese Sorgfalt hat einen praktischen Grund. Nur ausreichend fest gerollte Blätter geben ihre Aroma- und Inhaltsstoffe Schritt für Schritt von Aufguss zu Aufguss ab, statt alles auf einmal ins Wasser zu entlassen. Genau diese gestaffelte Abgabe macht den Tee über vier bis fünf Aufgüsse hinweg interessant.
Geschmack: Sahne, Vanille und eine ungewöhnlich helle Tasse
Während die meisten Oolongs eine eher dunkle, bernsteinfarbene Tasse bilden, bleibt der Jade Dung Ting auffallend hell. Sahne und Vanille sind die Stichworte, die vielen beim ersten Schluck einfallen - dazu kommen blumige Noten und eine zarte Süße ohne Röstaromen. Anders als beim aromatisierten Milky Oolong entsteht dieser cremige Eindruck hier allein durch Blattmaterial und Verarbeitung.
Keine Tasse schmeckt wie die andere: Der erste Aufguss wirkt am leichtesten, der zweite gilt unter Kennern als der ausgewogenste, ab dem dritten treten die blumigen Töne stärker hervor. In unserer Verkostung gefiel der Tee besonders jenen, die sonst leichte grüne oder weiße Tees bevorzugen - für Freunde kräftig gerösteter Felsentees ist er dagegen fast zu zart.
Zubereitung Schritt für Schritt
1. Dosieren Sie sparsam: Ein knapper Teelöffel (etwa 2 g) auf 200 ml genügt, denn die fest gerollten Kugeln entfalten sich im Wasser auf ein Vielfaches ihres Volumens. 2. Erhitzen Sie das Wasser auf 85 bis 90 °C - sprudelnd kochendes Wasser macht den Aufguss kratzig. Warum der Wasserkocher ohnehin nicht immer bis 100 °C laufen muss, klärt der Beitrag Teewasser muss kochen - oder doch nicht? 3. Lassen Sie den ersten Aufguss 1 bis 2 Minuten ziehen.
4. Gießen Sie dieselben Blätter danach noch drei- bis viermal auf und verlängern Sie die Ziehzeit jeweils um etwa 30 Sekunden. Wer alle Aufgüsse durchprobiert, erlebt, wie sich das Aroma von sahnig über blumig zu leicht fruchtig verschiebt. Die Blätter schon nach der ersten Tasse wegzuwerfen wäre schlicht Verschwendung.
Inhaltsstoffe
Als halboxidierter Tee liegt der Jade Dung Ting auch bei den Inhaltsstoffen zwischen Grün- und Schwarztee: Eine Tasse (200 ml) liefert je nach Dosierung etwa 25 bis 45 mg Koffein, dazu Polyphenole, die Aminosäure L-Theanin und Mineralstoffe. Weil das Koffein zusammen mit Gerbstoffen gelöst wird, empfinden viele die anregende Wirkung als milder und gleichmäßiger als beim Kaffee.
Bemerkenswert ist die Vielzahl an Aromastoffen, die sich wegen der festen Rollung nur nach und nach lösen. Würden sie alle gleichzeitig ins Wasser übergehen, wäre der Aufguss überladen - so aber zeigt jeder Aufguss eine andere Facette desselben Blattes.
Kauf und Lagerung
Gute Qualität erkennen Sie an gleichmäßig fest gerollten, unbeschädigten Blattkugeln mit grünlich-glänzender Oberfläche und frischem, leicht süßlichem Duft. Viel Bruch und Staub in der Packung sind ein Warnsignal. Die Preise liegen meist zwischen 6 und 12 Euro pro 100 g - dafür reicht die Menge dank vier bis fünf Aufgüssen deutlich länger als bei einfachem Beuteltee.
Lagern Sie den Tee luftdicht und lichtgeschützt in einer Dose aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas, kühl und trocken, getrennt von Kaffee und Gewürzen. So hält der nur leicht oxidierte Oolong sein Aroma etwa 12 bis 18 Monate; angebrochene Packungen trinken Sie am besten innerhalb eines halben Jahres leer.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Zusatz Jade beim Dung Ting Oolong?
Er beschreibt die grünlich schimmernden, fest gerollten Blattkugeln, die an polierte Jade erinnern. Zugleich steht der Name für die helle, kaum geröstete Machart dieses Oolongs.
Worin unterscheidet sich der China Jade Dung Ting vom taiwanischen Dong Ding?
Das Original wächst am Dong-Ding-Berg in Taiwan und wird oft kräftiger geröstet. Die Jade-Variante stammt vom chinesischen Festland, ist nur kurz oxidiert und schmeckt heller und cremiger.
Wie heiß darf das Wasser sein?
85 bis 90 °C sind ideal. Sprudelnd kochendes Wasser löst zu viele Gerbstoffe und überdeckt die feinen Sahne- und Vanillenoten.
Wie oft kann man den Jade Dung Ting aufgießen?
Vier bis fünf Aufgüsse sind üblich, weil die handgerollten Blätter ihre Inhaltsstoffe schrittweise abgeben. Der zweite Aufguss gilt geschmacklich als der beste.
Warum soll man diesen Oolong sparsam dosieren?
Die fest gerollten Kugeln entfalten sich im heißen Wasser auf ein Vielfaches ihres Volumens. Ein knapper Teelöffel von rund 2 g reicht deshalb für 200 ml völlig aus.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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