Mädesüß gehört zu den Rosengewächsen und ist im Volksmund ebenfalls bekannt unter den Namen Wiesenkönigen, Geißbart oder Beinkraut. Diese vielen verschiedenen Namen sind für Experten ein eindeutiges Indiz dafür, dass diese Pflanze schon sehr lange als Heilkraut bekannt ist und auch geschätzt wird. So bleibt nun nur noch die Frage zu klären, bei welchen Erkrankungen das Mädesüß so wertvolle Dienste leistet.

Inhaltsstoffe

Bei den Inhaltsstoffen muss unbedingt auf die Acetylsalicylsäure verwiesen werden. Und ist diese Substanz in der Regel aus Schmerzmitteln bekannt und es gibt einige, die diesen Stoff leider nicht vertragen. In diesem Fall sollte man unbedingt auch vom Mädesüß die Finger lassen. Zudem sind die ätherischen Öle beachtenswert. Ebenso, wie die Gerb,- die Zitronen- und die Kieselsäure. Auch Fette und Wachse sind im Mädesüß enthalten, genauso wie das wohlschmeckende Vanillin.Die Acetylsalicylsäure lässt natürlich gleich vermuten, dass Mädesüß schmerzstillend wirkt und mit diesem Verdacht liegt man auch goldrichtig. Weiterhin wirkt diese Pflanze blutreinigend, entgiftend und entzündungshemmend. Somit sind Rheuma und Gicht ebenso geeignete Einsatzgebiete wie Migräne, Magen-, Darm- oder Nierenprobleme. Auch Erkältungen und Fieber können mit Mädesüß behandelt werden.

Anbaugebiete

Mädesüß ist fast in ganz Europa verbreitet. Lediglich der südliche Mittelmeer-Raum stellt sozusagen einen weißen Fleck auf der Landkarte dar. Auch in Nord- und Mittelasien findet man das bei uns beheimatete, mit vollem Namen genannte Echte Mädesüß. Ab der Grenze seines Wachstumsgebietes findet man dann, beispielsweise in Sibirien, das Rosa Mädesüß. Die Mädesüß-Bestände im Osten Nordamerikas dagegen sind nur mit Hilfe der Menschen entstanden. Dort wurde diese Heilpflanze irgendwann einmal absichtlich eingeführt. Mädesüß wächst am liebsten direkt an Flussläufen. Aber auch sonst fühlt sich das Rosengewächs wohl, solange der Boden nass oder wenigstens sehr feucht ist. Gerne darf es ein richtiger Lehmboden sein, der dann auch etwas sauer ist. Die mehrjährige Pflanze kann unter guten Bedingungen sogar bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Die oben stark verzweigten Triebe präsentieren im Sommer die doldenartig angeordneten Blüten, die wie herrlich weiche Wattebäusche aussehen.

Herstellung

Für den Mädesüßtee kann man sowohl die Blüten, als auch die Wurzeln des Mädesüß als Tee verwenden. Die Blüten können von Juni bis August gesammelt werden, für die Wurzeln eignen sich Frühjahr und Herbst am besten. Zudem sollte man den Blüten-Tee heiß aufgießen und genießen. Der Wurzel-Tee dagegen besteht grundsätzlich aus einem kalten Ansatz, der erst nach sechs Stunden kurz aufgekocht wird.

Fazit

Das Mädesüß ist ein weiteres von vielen Beilspielen, dass wir oft viel zu wenig über die Pflanzen in unserer näheren Umgebung wissen. Bei einem Spaziergang fallen und vielleicht die watteartigen Blüten auf, wohl kaum jemand wird sie aber bewusst wahr nehmen oder gar wissen, dass er im Winter damit seine Erkältung lindern und sogar Fieber senken kann. Man muss ja nicht gleich zur „Kräuterhexe“ werden, aber eine natürliche Alternative zu Medikamenten kann auch nicht schaden.Bildnachweis: Mädesüß ©Thinkstock: iStockphoto

Mädesüßtee zubereiten – Das natürliche Aspirin

Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist eine wunderschöne einheimische Wildpflanze, die an Bachufern, auf feuchten Wiesen und in Auwäldern wächst. Die duftenden weißen Blütenrispen sind von Juli bis August zu sehen und können gesammelt werden, um einen heilsamen Kräutertee zuzubereiten.

Für Mädesüßtee verwenden Sie vorzugsweise die frischen oder getrockneten Blüten, aber auch die Blätter sind verwendbar. Pro Tasse nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel (etwa 2 Gramm) getrockneter Blüten oder eine kleine Handvoll frischer Blüten. Übergießen Sie diese mit 250 ml heißem Wasser (90 bis 95 Grad Celsius). Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und seihen Sie ihn dann ab.

Mädesüß hat einen angenehmen, leicht mandel- oder vanilleartigen Duft und einen süßlich-herben Geschmack. Der Tee schmeckt auch ohne Süßungsmittel gut. Kombiniert werden kann er hervorragend mit anderen entzündungshemmenden Kräutern wie Weidenrinde oder Birkenblättern für ein effektives natürliches Schmerzmittel.

Achtung: Personen mit Salicylat-Empfindlichkeit (Aspirin-Allergie) sollten Mädesüßtee meiden, da er verwandte Wirkstoffe enthält. Auch bei Magengeschwüren sollte er nicht eingenommen werden.

Heilwirkung und der Zusammenhang mit Aspirin

Mädesüß ist eine der interessantesten Heilpflanzen der Medizingeschichte, denn sie war der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Aspirin. Die Pflanze enthält Salicylate, insbesondere Salicylaldehyd und Methyl-Salicylat, die ähnliche Eigenschaften wie die chemisch synthetisierte Acetylsalicylsäure (ASS = Aspirin) haben.

Im 19. Jahrhundert wurden aus Mädesüß Salicylate isoliert, die dann chemisch modifiziert wurden, um die magenverträglichere Acetylsalicylsäure zu entwickeln. Der Name „Aspirin" leitet sich übrigens vom alten botanischen Namen des Mädesüß ab: „Spiraea ulmaria" – das „A" steht für Acetyl, „Spirin" für Spiraea.

Mädesüßtee wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend. Er wird traditionell bei Erkältungen, Fieber, Kopfschmerzen, Rheuma und Gelenkschmerzen eingesetzt. Im Gegensatz zu chemischem Aspirin ist die Wirkung milder und die Verträglichkeit oft besser. Allerdings ist der therapeutische Effekt auch weniger stark und gleichmäßig dosierbar.

Darüber hinaus hat Mädesüß harntreibende Eigenschaften und wird bei Harnwegsinfekten und zur Unterstützung der Nierenfunktion eingesetzt. Die enthaltenen Flavonoide und Gerbstoffe wirken antioxidativ und schützen die Zellen vor oxidativem Stress.

Geschichte und Volkskunde des Mädesüßes

Mädesüß ist in Europa seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter wurde es nicht nur als Heilmittel, sondern auch als Gewürzkraut und zur Aromatisierung von Getränken und Met verwendet – daher stammt möglicherweise sein Name, da es zum Süßen von Mead (englisch für Met) verwendet wurde.

In der keltischen Tradition galt Mädesüß als eine der drei heiligsten Kräuterpflanzen, neben Mistel und Eisenkraut. Druidenpriester verwendeten es in rituellen Handlungen und als Symbol der Reinheit. Die Pflanze war mit der Göttin Aine in Verbindung gebracht, einer keltischen Schutzgöttin.

Im Mittelalter wurde Mädesüß von Klostermedizinern bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, darunter Fieber, Magenprobleme und als Wundheilmittel. Es war ein beliebtes Räucherkraut in Kirchen und Häusern, da sein angenehmer Duft auch mit Stroh und anderen Kräutern zum „Aromatisieren" von Räumen gemischt wurde.

Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts brachte die entscheidende Wende: Chemiker isolierten und synthetisierten die Wirkstoffe des Mädesüß, was letztendlich zur Entwicklung von Aspirin führte – einem der meistverkauften Medikamente der Welt. Damit hat Mädesüß in gewissem Sinne die moderne Pharmakologie mitgeprägt.

Häufige Fragen zu Mädesüßtee (FAQ)

Warum wird Mädesüß „natürliches Aspirin" genannt?
Weil es Salicylate enthält, die ähnlich wie Aspirin entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Aspirin wurde historisch aus Mädesüß-Wirkstoffen entwickelt.

Hilft Mädesüßtee bei Kopfschmerzen?
Ja, traditionell wird Mädesüßtee bei leichten Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt, ähnlich wie eine milde Form von Aspirin.

Wer sollte Mädesüßtee nicht trinken?
Personen mit Aspirin-Allergie, Magengeschwüren oder Blutgerinnungsproblemen sowie Kinder unter 12 Jahren sollten auf Mädesüßtee verzichten.

Wann kann ich Mädesüß sammeln?
Die Blüten erscheinen von Juli bis August. Blätter können etwas früher, im Juni, geerntet werden.

Kann Mädesüßtee Fieber senken?
Ja, die enthaltenen Salicylate können leicht fiebersenkend wirken, ähnlich wie Aspirin, aber in milder und weniger dosierter Form.

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