Mädesüßtee wird aus den cremeweißen, honigsüß duftenden Blüten des Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) gewonnen, einem Rosengewächs feuchter Wiesen und Bachufer. Der koffeinfreie Aufguss enthält natürliche Salicylate und wird traditionell bei Erkältung und leichten Schmerzen verwendet. Weil diese Stoffe nicht jeder verträgt, kommt es auf einen bewussten Umgang an. Hier lesen Sie alles zu Herkunft, Zubereitung und Hinweisen.
| Pflanze/Basis | Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria), Rosengewächs |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | honigsüß, mandelartig, mit feiner Vanillenote |
| Wassertemperatur | Blütentee 90 °C; Wurzeltee als Kaltansatz |
| Ziehzeit | Blüten 8-10 Min.; Wurzel 6 Std. kalt, dann kurz aufkochen |
| Dosierung | 1-2 TL (ca. 2 g) getrocknete Blüten auf 250 ml |
| Aufgüsse | 1 |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g; Selbstsammeln kostenlos |
Herkunft: die Königin der Feuchtwiese
Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) gehört zu den Rosengewächsen und trägt im Volksmund Namen wie Wiesenkönigin, Geißbart oder Beinkraut — ein Hinweis darauf, dass die Pflanze seit Langem bekannt ist. Die mehrjährige Staude wird bis zu eineinhalb Meter hoch und zeigt im Sommer doldenartige, cremeweiße Blütenrispen, die wie weiche Wattebäusche wirken und honigsüß duften.
Mädesüß ist in fast ganz Europa sowie in Nord- und Mittelasien verbreitet; nur der südliche Mittelmeerraum bleibt ausgespart. Am wohlsten fühlt es sich an Flussläufen und auf nassen, leicht sauren Lehmböden. An solchen Standorten prägt es das Bild feuchter Wiesen — ähnlich verwurzelt in der heimischen Pflanzenwelt wie der Holunderblütentee.
Geschmack: honigsüß mit Mandelnote
Mädesüßtee schmeckt ausgesprochen süßlich, fast nach Honig, mit einer feinen mandel- und vanilleartigen Note, die vom enthaltenen Vanillin und von Salicylaldehyd stammt. Der Aufguss ist mild und kommt ganz ohne zugesetzten Zucker aus. Die Tasse färbt sich blassgelb.
Die natürliche Süße macht den Tee zu einem angenehmen Begleiter und zu einer guten Basis für Mischungen mit herberen Kräutern. In unserer Verkostung wirkte er pur etwas parfümiert; ein Schuss Melisse oder ein Spritzer Zitrone gleicht das aus und betont die frische Seite der Blüte.
Inhaltsstoffe, Verwendung und wichtige Hinweise
Das wichtigste Merkmal der Mädesüßblüte sind ihre Salicylate — Vorstufen der Salicylsäure, also jenes Wirkprinzips, das auch dem Aspirin zugrunde liegt. Tatsächlich wurde die Acetylsalicylsäure historisch nach dem alten Gattungsnamen Spiraea benannt. Hinzu kommen ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide sowie Zitronen- und Kieselsäure.
Traditionell wird Mädesüß bei Erkältung, Fieber und leichten rheumatischen Beschwerden verwendet; die Kommission E nennt unterstützende Anwendungen bei Erkältungskrankheiten. Wegen der Salicylate ist der Tee jedoch nicht für jeden geeignet: Wer Acetylsalicylsäure nicht verträgt oder darauf allergisch reagiert, sollte auch Mädesüß meiden. Gleiches gilt bei Asthma mit Salicylatempfindlichkeit sowie für Kinder mit fieberhaften Infekten. In Schwangerschaft und Stillzeit ist ärztlicher Rat ratsam. Weitere Sorten der kalten Jahreszeit stellt der Beitrag Erkältungstee vor.
Zubereitung Schritt für Schritt
Blüten und Wurzeln des Mädesüß werden unterschiedlich zubereitet, weil sich die wertvollen Stoffe verschieden lösen. Für den gebräuchlichen Blütentee gilt:
1. Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten (rund 2 g) auf 250 ml abmessen. 2. Wasser aufkochen und kurz auf etwa 90 °C abkühlen lassen, da kochendes Wasser einen Teil der ätherischen Öle und Salicylate austreibt. 3. Übergießen und abgedeckt 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. 4. Abseihen und heiß trinken.
Der Wurzeltee wird dagegen als Kaltansatz bereitet: Die zerkleinerte Wurzel sechs Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen und erst dann kurz aufkochen. Zwei bis drei Tassen Blütentee pro Tag sind bei Erkältung üblich; eine sanfte, abendliche Alternative findet sich im Abend- und Gute-Nacht-Tee.
Sammeln, Trocknen und Lagern
Mädesüß lässt sich gut selbst ernten. Die Blüten werden von Juni bis August an sauberen Feuchtstandorten gesammelt, am besten an trockenen Vormittagen, wenn der Duft am stärksten ist. Die Wurzeln gräbt man im Frühjahr oder Herbst aus. Achten Sie auf eindeutige Bestimmung und meiden Sie Ufer entlang gedüngter Felder oder stark befahrener Wege.
Zum Trocknen breiten Sie die Blüten locker an einem schattigen, luftigen Ort aus, bis sie rascheltrocken sind. Anschließend luftdicht, trocken und dunkel in einer Dose aufbewahren — so bleiben Aroma und Inhaltsstoffe rund ein Jahr erhalten. Im Handel kostet getrockneter Mädesüßtee 3 bis 6 Euro pro 100 Gramm; Bio-Qualität reduziert das Risiko von Rückständen.
Häufige Fragen
Was macht Mädesüßtee besonders?
Mädesüß enthält natürliche Salicylate, also Vorstufen der Salicylsäure, die auch dem Aspirin zugrunde liegt. Traditionell wird der koffeinfreie, honigsüße Aufguss bei Erkältung, Fieber und leichten Beschwerden verwendet.
Wer sollte Mädesüßtee nicht trinken?
Menschen mit Unverträglichkeit oder Allergie gegenüber Acetylsalicylsäure sowie salicylatempfindliche Asthmatiker sollten Mädesüß meiden. Auch für Kinder mit fieberhaften Infekten ist er nicht geeignet.
Wie wird Mädesüßtee zubereitet?
Blüten mit rund 90 °C heißem Wasser übergießen und abgedeckt 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Kochendes Wasser treibt einen Teil der Salicylate aus. Wurzeln setzt man dagegen kalt an.
Wie schmeckt Mädesüßtee?
Sehr süßlich, fast nach Honig, mit einer feinen mandel- und vanilleartigen Note. Der Aufguss ist mild und benötigt keinen zusätzlichen Zucker.
Kann man Mädesüß selbst sammeln?
Ja. Die Blüten erntet man von Juni bis August an sauberen Feuchtstandorten, die Wurzeln im Frühjahr oder Herbst. Wichtig sind eindeutige Bestimmung und Standorte abseits gedüngter Flächen.
Quellen
- Kommission E: Monographie Spiraeae flos (Mädesüßblüten)
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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