Eine gute Tasse Tee, gemütlich zu Hause, vielleicht alleine oder mit nur wenigen Freunden getrunken, das ist in der Regel kein Problem. Aber wer möchte schon immer zu Hause sitzen? Egal, ob ein wunderbarer Tagesausflug im Sommer, ein schöner, langer Spaziergang um kalten Winter, oder sogar im Urlaub. Gründe, auch unterwegs mal Tee zu trinken, gibt es jede Menge.
Verständlich also, dass die Teefans zunehmend auch an die Gastronomen und die Hotelbranche gewisse Ansprüche stellen, was Qualität aber auch Ambiente beim Teegenuss betrifft. Einfach einen Teebeutel in eine Tasse mit heißem Wasser hängen, das war vorgestern und wird allenfalls noch an Rastplätzen an der Autobahn akzeptiert.

Auch hier blüht der Onlinehandel

Wichtig also, dass ein guter Unternehmer, der gleichzeitig auch ein beliebter Gastgeber sein möchte, ganz genau weiß, welche Ausrüstung er braucht und wo er diese günstig bekommt. In Zeiten des Internets verwundert als wohl niemanden, dass man inzwischen selbst Hotelbedarf im Onlineshop qualitativ hochwertig und gleichzeitig preiswert bekommt. Dabei geht es allerdings nicht nur um ansprechendes Geschirr und Zubehör, wie es zu einer perfekten Teestunde nun mal gehört. Als guter Gastronom muss man auch gleichzeitig mindestens einen Schritt weiter denken. Was nützen die schönsten Tassen gefüllt mit leckerstem Tee, wenn diese dann leer sind, aber bereits die neuen Gäste vor der Tür stehen? Dann ist leistungsstarke Spültechnik gefragt, damit im besten Fall die Reisegruppe gar nicht erst merkt, dass der Bus vor ihnen, erst vor 10 Minuten wieder abgereist ist.

Tourismusboom kontra Wirtschaftskrise

In Zeiten der Wirtschaftskrise hatten zunächst viele Gastronomen hierzulande befürchtet, ihre Pleite wäre nun unausweichlich. Schon seit der Währungsumstellung auf den Euro wurde gerne mal behauptet, die Wirte hätten ihre Preise eins zu eins umgerechnet und würden dadurch nun ganz frech das doppelte verlangen. Spätestens mit Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise nahmen sich dann aber viele vor, zukünftig wieder mehr zu sparen und beispielsweise nicht mehr so oft außer Haus zu essen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Statt exotischer Fernreisen mit stundenlangen Flügen und dem Risiko für diverse Tropenkrankheiten, boomt der Urlaub zu Hause. Und dabei zählt eben in erster Linie die Qualität, statt die Quantität. Bei einem verlängerten Wochenende in schöner Umgebung kann man im richtigen Hotel mit dem Schwerpunkt auf Wellness viel effektiver und besser entspannen und sich erholen, als bei strapaziösen Fernreisen. Auch das namhafte Wirtschaftsforum Agitano berichtete bereits davon, dass die Tourismusbranche entgegen aller ersten Befürchtungen wächst, dadurch aber auch höhere Anforderungen an die Gastronomen gestellt werden. Nur wer neben perfekter Ausstattung auch umfangreiches Knowhow bieten kann, kann bei seinen Gästen punkten. Und zu Wellness gehört eben auch leckeres und gesundes Essen. Jeder Hotelier, der dabei nicht auch an Tee denkt, macht sicher einen Fehler. Bildnachweis:© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Tee in der Gastronomie – Von der Ausnahme zur Selbstverständlichkeit

Lange Zeit wurde Tee in der deutschen Gastronomie stiefmütterlich behandelt: ein Teebeutel der Billigmarke, heißes Wasser aus dem Durchlauferhitzer, manchmal eine Zitronenscheibe dazu – mehr nicht. Doch das hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Immer mehr Restaurants, Cafés und Hotels haben Tee als ernstzunehmendes Genussmittel entdeckt und bieten umfangreiche Teemenüs an.

Spitzengastronomie und Teekultur gehen heute Hand in Hand. In Sternerestaurants wird Tee nicht mehr nur als Absacker oder als Alternative für Nicht-Trinker gereicht, sondern als eigenständiger Genuss mit gleichem Stellenwert wie Wein. Teesommeliers beraten Gäste bei der Auswahl passender Tees zu bestimmten Gerichten – ähnlich wie Weinsommeliers bei der Weinbegleitung.

Besonders in asiatischen Restaurants und in der gehobenen fernöstlichen Küche ist professioneller Teeservice seit jeher Standard. Japanische Restaurants bieten Matcha und feine Senchas an, chinesische Restaurants haben vielerorts umfangreiche Yumcha-Teeauswahl. Diese Tradition aus dem asiatischen Kulturkreis hat zunehmend westliche Gastronomen inspiriert.

Tee als Begleiter in der Küche – Food Pairing mit Tee

Das Food Pairing – die Kunst, Speisen und Getränke so zu kombinieren, dass sie sich gegenseitig in ihren Aromen ergänzen und verstärken – funktioniert mit Tee ebenso wie mit Wein. Gastronomen und Teesommeliers haben entdeckt, dass die Welt der Tees ein enormes aromatisches Spektrum bietet, das viele kulinarische Möglichkeiten eröffnet.

Einige bewährte Food-Pairing-Kombinationen: Darjeeling First Flush passt hervorragend zu leichten Fischgerichten und asiatischer Küche. Assam-Schwarztee harmoniert mit deftigen, milchigen Speisen und ist ideal als Frühstückstee zu Eiern und Speck. Grüner Sencha ergänzt sich wunderbar mit rohem Fisch (Sashimi, Sushi) und Meeresfrüchten. Oolong-Tees passen zu gebratenen und gegrillten Gerichten sowie zu feinem Gebäck. Pu-Erh-Tee ist ideal zu deftiger, fetter Küche wie chinesischen Dim Sum oder Lamm.

Tee eignet sich auch als Zutat in der Küche: Matcha wird in Desserttees, Nudeln und Saucen verwendet. Schwarztee kann zum Braisieren von Fleisch eingesetzt werden. Earl-Grey-Tee gibt Crème-brûlée und Panna-cotta ein unverwechselbares Bergamotte-Aroma.

Im Bereich Patisserie und Konditorei hat Tee ebenfalls Einzug gehalten. Tea-Infused-Schokolade, Matcha-Macarons, Earl-Grey-Törtchen und Chai-Kuchen sind in vielen Cafés mittlerweile Klassiker. Diese Verbindung von Teearomen und Süßwaren eröffnet kreative und geschmacklich spannende neue Welten.

Teezeremonie und Teehaus-Konzepte in Deutschland

In den letzten Jahren sind in deutschen Großstädten mehr und mehr Teehaus-Konzepte entstanden, die Tee als Erlebnis in den Vordergrund stellen. Diese Konzepte lehnen sich an asiatische Teehauskultur an, integrieren aber auch westliche Elemente und schaffen eine zeitgemäße, entspannte Atmosphäre rund ums Teetrinken.

Manche dieser Konzepte bieten Teezeremonien an – ob japanische Chado-Zeremonien, chinesische Gongfu-Cha oder moderne westliche Interpretationen. Gäste können dabei die Philosophie und Ästhetik des Teetrinkens kennenlernen und eine meditative Auszeit vom Alltag genießen. Diese Art von Erlebnisgastronomie spricht besonders das wachsende Segment bewusster Konsumenten an, die nicht nur Genuss suchen, sondern auch kulturelle Vertiefung.

Afternoon Tea, die britische Tradition des Nachmittagstees mit Sandwiches und Scones, erlebt in Deutschland eine Renaissance. Hotels und gehobene Restaurants bieten Afternoon-Tea-Menüs an, die sowohl als kulinarisches Erlebnis als auch als nostalgische Reminiszenz an britische Teestunden begeistern. Diese Tradition verbindet Gastronomie, Teekultur und gesellschaftliches Ritual auf elegante Weise.

Häufige Fragen zum Teegenuss in der Gastronomie (FAQ)

Was ist ein Teesommelier?
Ein Teesommelier ist eine ausgebildete Fachkraft, die Gäste in der Gastronomie bei der Auswahl von Tees berät, Teezeremonien durchführt und Tee-Speisen-Kombinationen empfiehlt – ähnlich wie ein Weinsommelier.

Kann man Tee genauso wie Wein zu Speisen kombinieren?
Ja, Tee bietet ein breites Aromaspektrum, das sich hervorragend für Food Pairing eignet. Teesommeliers in Spitzengastronomien bieten Tee-Menü-Begleitungen als Alternative zu Wein an.

Was sollte ein gutes Restaurant für Tee bieten?
Mindestens eine gute Auswahl verschiedener Teesorten (nicht nur Teebeutel), artgerechte Wassertemperatur, angemessene Ziehzeiten und möglichst loser Tee in Filterkannen oder Teepots.

Welche Teetrends prägen die Gastronomie?
Bubble Tea, Matcha-Drinks, Cold Brew Tea, Tee-Cocktails (ohne Alkohol), Tea-Infused-Desserts und Teezeremonien-Erlebnisse sind aktuelle Trends.

Lohnt sich für Restaurants eine Investition in eine gute Teeauswahl?
Ja, besonders für das wachsende Segment bewusster Konsumenten, die Alkohol meiden oder nach hochwertigen Alternativen suchen, ist eine gute Teeauswahl ein wichtiger Mehrwert.

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