Beifuß (Artemisia vulgaris) ist ein altes, würziges Wildkraut, das an Wegrändern wächst und vor allem als Gewürz für deftige Braten bekannt ist. Als Tee schmeckt er kräftig und bitter. In der Naturheilkunde hat er eine lange Tradition, gilt aber wegen seiner wirksamen Bitterstoffe nicht als Alltagsgetränk. Hier lesen Sie, welche Inhaltsstoffe Beifuß prägen, wie Sie ihn zubereiten und warum in der Schwangerschaft Vorsicht geboten ist.
| Pflanze/Basis | Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris), Korbblütler; verwendet werden Kraut, Blätter und Blüten |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | würzig-aromatisch, deutlich bitter, leicht herb |
| Wassertemperatur | ca. 90-100 °C |
| Ziehzeit | 5-10 Minuten |
| Dosierung | ca. 1-2 g (1 TL) getrocknetes Kraut pro 250 ml |
| Aufgüsse | 1 Aufguss |
| Preisspanne | ca. 2-5 € pro 100 g |
Die Pflanze und ihre Herkunft
Der Gewöhnliche Beifuß ist ein anspruchsloser, mehrjähriger Korbblütler, der bis zu zwei Meter hoch wird. Er besiedelt Wegränder, Brachen und Ufer und ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet. Seine Blätter sind oberseits dunkelgrün, unterseits weißfilzig, was ihn beim Sammeln gut erkennbar macht.
Die ursprüngliche Heimat lässt sich nicht mehr eindeutig bestimmen, da sich Beifuß als Nutzpflanze früh nahezu flächendeckend ausbreitete. Anbaugebiete für die Parfüm- und Kräuterindustrie liegen unter anderem in Algerien, Marokko, Frankreich und auf dem Balkan. Beim Selbstsammeln ist eine sichere Bestimmung wichtig, da Verwechslungen mit anderen Korbblütlern möglich sind. Verwandte würzige Küchenkräuter behandeln wir im Beitrag über Oregano- und Dost-Tee.
Inhaltsstoffe und Bitterstoffe
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen ätherische Öle, Flavonoide, Carotinoide und die bitter schmeckenden Sesquiterpenlactone. Letztere geben dem Beifuß seinen typisch herben Geschmack und prägen ihn als klassisches Bitterkraut. Dieser Bittercharakter ist auch der Grund, warum Beifuß traditionell zu fettem Braten gereicht wird.
In der Volksheilkunde wird der Aufguss seit langem in der Frauenheilkunde verwendet, etwa zur Anregung. Genau diese anregende Eigenschaft macht ihn jedoch in der Schwangerschaft ungeeignet. Belastbare Studien zur Wirksamkeit sind begrenzt, weshalb gesundheitliche Aussagen vorsichtig einzuordnen sind. Wie Bitterstoffe geschmacklich in der Küche wirken, zeigt sich auch beim verwandten Wermut-Tee.
Ernte und Verarbeitung
Beifuß ist eines der wenigen Kräuter, von dem fast die gesamte Pflanze genutzt werden kann: Üblich sind Blätter und blühende Triebspitzen, gelegentlich auch die Wurzeln. Geerntet werden die oberirdischen Teile bevorzugt kurz vor oder zu Beginn der Blüte im Hoch- und Spätsommer, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen hoch ist.
Die Pflanzenteile werden luftig und schonend getrocknet und anschließend zerkleinert. Zu grobe Stücke geben ihre Inhaltsstoffe im heißen Wasser schlechter ab, daher ist ein gleichmäßiger Schnitt sinnvoll. Trocken, dunkel und luftdicht gelagert, bleibt getrocknetes Beifußkraut etwa ein Jahr aromatisch. Da die ätherischen Öle flüchtig sind, verliert lange gelagerte Ware an Würzkraft.
Zubereitung Schritt für Schritt
Verwenden Sie nur eine kleine Menge: etwa 1 bis 2 g (einen knappen Teelöffel) getrocknetes Kraut auf 250 ml Wasser. Übergießen Sie es mit etwa 90 bis 100 °C heißem Wasser und lassen Sie den Aufguss zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen, damit die flüchtigen Öle nicht entweichen. Danach abseihen.
Wegen des bitteren Geschmacks reichen kurze Ziehzeiten und eine sparsame Dosierung. Wer den Tee als Würzaufguss zu deftigem Essen nutzen möchte, kann ihn etwas kräftiger ansetzen. Trinken Sie ihn maßvoll und nicht über längere Zeiträume. Als milde Alternative für den Alltag eignet sich ein bekömmlicher Fencheltee.
Vorsicht: Schwangerschaft und Grenzen
Wegen seiner anregenden Wirkung sollte Beifuß in der Schwangerschaft nicht getrunken werden. Auch in der Stillzeit ist Zurückhaltung angebracht. Menschen mit Korbblütler-Allergie können empfindlich reagieren, da Beifuß zu dieser Pflanzenfamilie gehört und sein Pollen ein bekanntes Allergen ist.
Beifußtee ist kein Heilmittel und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, etwa bei Menstruations- oder Verdauungsproblemen, ist ärztlicher Rat die bessere Wahl. Wer ihn ausprobiert, beginnt mit einer kleinen Menge und beobachtet die Verträglichkeit. Allgemeine Hinweise zum bewussten Umgang mit Kräutertees finden Sie im Beitrag zur Frage nach unbegrenzten Trinkmengen.
Beifuß als Würzkraut und im Vergleich
In der Küche hat Beifuß seinen festen Platz: Seine Bitterstoffe gelten als bekömmlichkeitsfördernd bei fettreichen Gerichten, weshalb er klassisch an Gänse-, Enten- und Schweinebraten kommt. Als Tee betont er denselben würzig-bitteren Charakter, nur in flüssiger Form.
Im Vergleich zu milden Kräutertees ist Beifuß deutlich herber und wird daher sparsamer dosiert. Wer kräftige, würzige Aromen schätzt, findet in ihm einen markanten Vertreter der heimischen Wildkräuter. Eine sanftere, alltagstauglichere Würze bietet dagegen der Basilikum-Tee.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Beifußtee?
Würzig-aromatisch und deutlich bitter mit leicht herber Note. Verantwortlich sind die Sesquiterpenlactone. Wegen der Bitterkeit genügen eine kleine Dosierung und eine kurze Ziehzeit von wenigen Minuten.
Darf man Beifußtee in der Schwangerschaft trinken?
Nein. Wegen seiner anregenden Wirkung sollte in der Schwangerschaft auf Beifuß verzichtet werden, in der Stillzeit ist Zurückhaltung angebracht. Im Zweifel ist ärztlicher Rat einzuholen.
Wie bereitet man Beifußtee zu?
Etwa 1 bis 2 g getrocknetes Kraut mit 250 ml rund 90 bis 100 °C heißem Wasser übergießen und zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und maßvoll trinken.
Wofür wird Beifuß verwendet?
In der Küche dient er als Bittergewürz zu deftigem Braten. In der Volksheilkunde wird der Aufguss traditionell in der Frauenheilkunde verwendet. Belastbare Studien dazu sind allerdings begrenzt.
Ist Beifußtee ein Alltagsgetränk?
Nein. Wegen der wirksamen Bitterstoffe wird Beifuß maßvoll und nicht über längere Zeiträume getrunken. Menschen mit Korbblütler-Allergie sollten besonders vorsichtig sein.
Quellen
- Kommission E: Monographie Artemisiae vulgaris herba/radix (Beifußkraut/-wurzel)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hinweise zu Pflanzeninhaltsstoffen in Lebensmitteln
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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