Brennnessel-Tee gehört zu den bekanntesten heimischen Kräutertees. Gewonnen aus den Blättern der Großen Brennnessel (Urtica dioica), ergibt er einen milden, leicht herben Aufguss mit erdig-grüner Note. Bekannt ist er vor allem für seine traditionell wassertreibende Verwendung. Hier erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe in der Pflanze stecken, wie Sie den Tee aus frischen oder getrockneten Blättern richtig zubereiten und worauf Sie beim Sammeln und Trinken achten sollten.

Steckbrief
Pflanze/BasisGroße Brennnessel (Urtica dioica), Brennnesselgewächs; verwendet werden Blätter und Kraut
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, leicht herb, erdig-grün, an frischen Spinat erinnernd
Wassertemperaturca. 90-100 °C
Ziehzeit5-10 Minuten (frische Blätter länger)
Dosierungca. 1,5-2 g (1-2 TL) getrocknete Blätter pro 250 ml
Aufgüsse1 Aufguss
Preisspanneca. 1,50-4 € pro 100 g

Die Brennnessel als heimische Wildpflanze

Die Große Brennnessel ist eine weit verbreitete, mehrjährige Wildpflanze, die nahezu überall wächst, vom Garten über Wegränder bis zu nährstoffreichen Brachen. Ihre feinen Brennhaare an Blättern und Stängeln geben bei Berührung reizende Stoffe ab und schützen die Pflanze vor Fressfeinden. Beim Trocknen oder Erhitzen verlieren diese Haare ihre Wirkung, weshalb der Tee gefahrlos getrunken werden kann.

Ökologisch ist die Brennnessel wertvoll: Zahlreiche Schmetterlingsraupen, etwa von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs, ernähren sich ausschließlich von ihr. Wer einen Bestand im Garten stehen lässt, fördert damit die Insektenvielfalt und erntet zugleich Material für den eigenen Tee. Wie vielseitig heimische Kräuter genutzt werden, zeigt auch unser Beitrag über Spitzwegerich-Tee.

Inhaltsstoffe: Eisen, Vitamine und Kieselsäure

Brennnesselblätter enthalten auffällig viel Vitamin C und Vitamin A sowie zahlreiche Mineralstoffe, allen voran Eisen, das in gut verfügbarer Form vorliegt. Hinzu kommen organisch gebundene Kieselsäure, Kalium, Flavonoide und weitere Spurenelemente. Diese Zusammensetzung macht den Tee zu einem koffeinfreien, mineralstoffreichen Aufguss.

Bekannt ist die Brennnessel vor allem für ihre traditionell wassertreibende Verwendung: Der hohe Kaliumgehalt wird mit der harntreibenden Eigenschaft in Verbindung gebracht, weshalb der Tee häufig zur Unterstützung von Fastenkuren getrunken wird. Wichtig ist dabei, ausreichend zu trinken. Eine sinnvolle Einordnung des Entwässerns liefert unser Artikel über Detox-Produkte und Supermarkt-Tee.

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Geschmack und Charakter

Anders als sein brennender Ruf vermuten lässt, schmeckt Brennnessel-Tee angenehm mild und nur leicht herb. Sein erdig-grünes Aroma erinnert an frischen Spinat oder junges Grün und ist unaufdringlich, was ihn zu einem bekömmlichen Alltagsgetränk macht.

Wer es kräftiger mag, verlängert die Ziehzeit oder erhöht die Blattmenge. Geschmacklich harmoniert die Brennnessel gut mit anderen Kräutern: Ein Spritzer Zitrone oder etwas Minze frischt den Aufguss auf, ohne den Eigencharakter zu überdecken. Im Sommer lässt sich daraus auch ein erfrischendes Kaltgetränk machen, ähnlich dem selbst gemachten, kalorienarmen Eistee.

Ernte und Trocknung

Junge Brennnesseltriebe werden bevorzugt im Frühjahr und Frühsommer gesammelt, da sie dann besonders zart und nährstoffreich sind. Schneiden Sie die oberen Triebe ab und tragen Sie zum Schutz vor den Brennhaaren Handschuhe. Sammeln Sie nur an sauberen, unbelasteten Standorten abseits von Straßen und gedüngten Feldern.

Zum Trocknen hängen Sie die Stängel locker an einem luftigen, schattigen Ort auf; nach dem Trocknen lassen sich die Blätter leicht abstreifen und nach Bedarf zerkleinern. Getrocknete Blätter bewahren Sie trocken und luftdicht auf. Möchten Sie frische Blätter direkt aufgießen, verlängern Sie die Ziehzeit, da feuchtes Material seine Stoffe langsamer abgibt.

Zubereitung Schritt für Schritt

Für eine Tasse verwenden Sie etwa 1,5 bis 2 g (ein bis zwei Teelöffel) getrocknete Brennnesselblätter auf 250 ml Wasser. Übergießen Sie die Blätter mit rund 90 bis 100 °C heißem Wasser und lassen Sie den Tee zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen, damit sich Mineralstoffe und Aroma vollständig lösen.

Bei frischen Blättern nehmen Sie etwa die doppelte Menge und lassen den Aufguss länger ziehen. Wer die Brennnessel zur Unterstützung einer Trinkkur nutzt, verteilt mehrere Tassen über den Tag und achtet auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Als koffeinfreier Aufguss eignet sich der Tee zu jeder Tageszeit. Grundlagen zur Wassertemperatur erklärt unser Beitrag zur Frage, ob Teewasser kochen muss.

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Maßvoll genießen und Hinweise

Brennnessel-Tee ist ein Genuss- und Traditionsgetränk, kein Heilmittel. Wer ihn zum Entwässern trinkt, sollte die Flüssigkeit ersetzen, die der Körper ausscheidet, und die Anwendung nicht übertreiben. Bei Wassereinlagerungen, die auf Herz- oder Nierenprobleme hindeuten, ist eine ärztliche Abklärung wichtig, statt allein auf Tee zu setzen.

In Schwangerschaft, Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten holen Sie vor regelmäßigem Konsum ärztlichen Rat ein. In der Küche lässt sich die Brennnessel zudem wie Spinat verarbeiten oder zu Suppe verkochen, was ihren Wert über das Getränk hinaus zeigt. Der Naturheilkundige Sebastian Kneipp schätzte sie als eine der nützlichsten heimischen Pflanzen.

Häufige Fragen

Wirkt Brennnessel-Tee entwässernd?
Die Brennnessel wird traditionell als wassertreibendes Kraut verwendet, was mit ihrem hohen Kaliumgehalt in Verbindung gebracht wird. Wer ihn dafür trinkt, sollte ausreichend Flüssigkeit zuführen und die Anwendung nicht übertreiben.

Brennt der Tee im Mund?
Nein. Beim Trocknen oder Erhitzen verlieren die Brennhaare ihre reizende Wirkung. Der fertige Aufguss ist daher gefahrlos und schmeckt mild und leicht herb.

Wie bereitet man Brennnessel-Tee zu?
Etwa 1,5 bis 2 g getrocknete Blätter mit 250 ml rund 90 bis 100 °C heißem Wasser übergießen und zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Frische Blätter brauchen mehr Menge und Zeit.

Kann ich Brennnesseln selbst sammeln?
Ja, wer die Pflanze sicher kennt, kann junge Triebe im Frühjahr an sauberen Standorten sammeln. Handschuhe schützen vor den Brennhaaren. Meiden Sie Straßenränder und gedüngte Flächen.

Welche Inhaltsstoffe stecken im Brennnessel-Tee?
Vor allem Vitamin C und A, Eisen, Kalium und organisch gebundene Kieselsäure sowie Flavonoide. Damit ist der koffeinfreie Aufguss reich an Mineralstoffen.

Quellen

  • Kommission E: Monographie Urticae folium/herba (Brennnesselblätter/-kraut)
  • ESCOP Monographs: Urticae folium/herba

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.