Unter den Kräutertees gehört der Brennesseltee ganz sicher zu den Klassikern und wie die meisten Sorten dieser Kategorie wird auch dieser Tee häufig eher aus medizinischen Gründen getrunken, als wegen seines Geschmacks. Wobei das Aroma der Brennnessel angenehm mild ist und der Tee somit alles andere, als "bittere Medizin" ist. Dennoch steht in erster Linie seine Wirkung auf unseren Körper im Vordergrund und selbstverständlich bekommt man auch diesen Kräutertee deshalb in nahezu jeder Apotheke.

Inhaltsstoffe

Als erstes stechen bei der Brennessel die hohen Konzentrationen der Vitamine A und C ins Auge. Zahlreiche Mineralstoffe, allen voran Eisen, liegen in ihrer Salzform vor, Kieselsäure ist in großen Mengen organisch gebunden und zudem finden sich noch jede Menge wertvoller Spurenelemente.So gilt der Brennesseltee zum einen als sanfter und natürlicher Muntermacher der, dank des vielen Eisens, ganz ohne Koffein auskommt. Des Weiteren hilft dieser Tee bei Haut-Krankheiten wie Akne ebenso, als auch bei Harnwegsinfekten, Erkrankungen der Galle und der Leber, Heuschnupfen, Kopfschmerzen, bei Ekzemen und nicht zuletzt auch noch bei Rheuma. Brennesseltee scheint ein wahrer Tausendsassa zu sein. Am meisten bekannt ist die Pflanze jedoch für die entschlackende und zugleich entwässernde Wirkung. Daher wird Brennesseltee überwiegend zur Unterstützung einer Fastenkur getrunken. Ob man damit tatsächlich effektiv mehr abnimmt, ist allerdings noch umstritten. Schließlich gehört Wasser nicht zu den unerwünschten Fettdepots, Menschen die zu übermäßigen Wassereinlagerungen neigen, werden allerdings sehr froh über das verlorene Wasser und das Abnehmen sein.

Anbaugebiete

Die Brennessel wächst quasi überall und in unseren Breitengraden auch in jedem Garten, sofern man dies möchte. Manche pflanzen jedoch ganz bewusst dieses Heilkraut in ihren Garten und genießen einen doppelt positiven Effekt. Zuerst kann man den Anblick der Schmetterlingsarten bewundern, die die Brennessel als Futterpflanze brauchen. Etwas später dann erntet man die Stängel, trocknet sie und hat jederzeit leckeren Brennesseltee aus eigener Herstellung.

Herstellung

Für Brennesseltee werden ganz einfach die Stängel abgeschnitten und zum Trocknen aufgehängt. Später kann man die einzelnen Blätter abziehen und je nach Bedarf entsprechend verkleinern. Möchte man gleich die frischen Blätter verwenden, muss die Ziehdauer des Tees entsprechend verlängert werden. Die getrockneten Blätter dagegen halten sich hervorragend etwa in ausgemusterten Kopfkissenbezügen.

Fazit

Der große Pflanzenkenner und Gesundheitsexperte Sebastian Kneipp sagte einmal: „Die Brennessel ist die verachtetste unter den Pflanzen. Für den Kenner hat sie in der Tat den größten Wert.“ Und jeder, der schon einmal Erfahrungen mit der Wirkung Brennesseltee gemacht hat, wird ihm da wohl Recht geben. Es ist schon erstaunlich, bei wie vielen gesundheitlichen Problemen die Brennessel helfen kann. Zwar genießt sie längst einen guten Ruf als Unterstützer von Diäten, aber dies allein wird der Brennessel keinesfalls gerecht. So schön es ist, dass die Wirkungsweise dieses Kräutertees nie ganz in Vergessenheit geraten ist, so schade wäre es doch, wenn wir das Können dieses Tees in Zukunft auf entschlacken und Entwässern beschränken würden. So wie man heute Brennnessel und Brennnesseltee mit drei n schreibt, sollte man sich diese Tage auch wieder öfter den alten Heilpflanzen zuwenden.Bildnachweis: Brennessel Tee © unpict - Fotolia.com

Brennesseltee zubereiten – Volle Kraft der Wiesenpflanze

Brennessel (Urtica dioica) ist trotz ihrer berüchtigten Brennhaare eine der nährstoffreichsten und medizinisch wertvollsten Pflanzen überhaupt. Für Brennesseltee werden die jungen Triebe und Blätter verwendet, die von März bis Oktober gesammelt werden können. Beim Sammeln empfehlen sich Handschuhe, da die Brennhaare auf der Haut Jucken und Brennen verursachen.

Für Brennesseltee übergießen Sie 2 bis 4 Teelöffel frischer oder 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Brennesselblätter mit 250 ml kochendem Wasser. Nach 5 bis 10 Minuten Ziehzeit abseihen. Die Brennhaare verlieren durch die Hitze ihre Wirkung, sodass der fertige Tee problemlos getrunken werden kann. Der Tee schmeckt mild, leicht grasig-grün und hat eine angenehm erdige Note. Kombiniert mit Pfefferminze, Zitronensaft oder Ingwer wird er besonders frisch im Geschmack.

Brennesseltee kann warm oder kalt getrunken werden. Als kühler Kräutertee im Sommer ist er besonders erfrischend. In der Küche kann Brennesseltee auch als Suppe, in Pesto oder als Gemüse verwendet werden – die Brennessel ist eine vielseitige Nutzpflanze.

Gesundheitliche Wirkung von Brennesseltee

Brennessel ist ein Nährstoffwunder: Sie enthält Eisen, Calcium, Magnesium, Kalium, Silizium, Vitamin C, Vitamin K, Vitamin B2 und B3, Carotinoide und Chlorophyll. Dieser außergewöhnliche Nährstoffreichtum macht Brennesseltee zu einem echten Superfood unter den Kräutertees.

Besonders bekannt ist Brennesseltee als Mittel gegen Eisenmangel und Blutarmut. Der hohe Eisengehalt in Kombination mit Vitamin C (das die Eisenaufnahme verbessert) macht Brennesseltee zu einem natürlichen Gegenmittel bei Eisenmangelanämie. Besonders Frauen, Schwangere und Sportler können von der eisenreichen Brennessel profitieren.

Als harntreibendes Mittel unterstützt Brennesseltee die Nierenfunktion und hilft dabei, Giftstoffe und Harnsäure aus dem Körper zu spülen. Bei Harnwegsinfektionen, Nierensteinen und Gicht wird Brennesseltee als unterstützendes Mittel eingesetzt. Die Spülung der Harnwege hilft dabei, bakterielle Erreger zu verdünnen und auszuschwemmen.

Bei Gelenkerkrankungen wie Arthritis und Rheuma zeigen Brennesselblätter in Studien entzündungshemmende Eigenschaften. Die enthaltenen Lectine und Flavonoide hemmen entzündungsfördernde Enzyme. Sowohl innerlich als Tee als auch äußerlich als Kompress kann Brennessel bei Gelenkbeschwerden helfen.

Geschichte und kulturelle Bedeutung der Brennessel

Brennessel gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Archäologische Funde zeigen, dass Brennesselstoffasern schon vor der Domestizierung von Hanf und Flachs in der Steinzeit zur Fasergewinnung genutzt wurden. In Ausgrabungen bronzezeitlicher Siedlungen wurden Textilreste aus Brennesselfasern gefunden.

In der Volksmedizin ganz Europas hat Brennessel eine jahrtausendealte Tradition als Heilpflanze. Dioskurides beschrieb ihre Heilwirkungen im ersten Jahrhundert nach Christus. Im Mittelalter wurde Brennessel als Stärkungsmittel, Entwässerungsmittel und Mittel gegen Gelenkentzündungen eingesetzt. Hildegard von Bingen empfahl Brennessel bei Gelenkschmerzen und zur Blutreinigung.

Eine interessante Anwendung war die sogenannte „Urtikation" – das gezielte Streicheln entzündeter Gelenke mit frischen Brennesseln, um Schmerzlinderung durch die Gegenirritation zu erreichen. Diese Praxis ist historisch belegt und wird vereinzelt auch heute noch als naturheilkundliche Methode eingesetzt.

In der Notzeiten des Zweiten Weltkriegs war Brennessel als Nahrungsmittel bedeutsam: Die nährstoffreichen Blätter dienten als Gemüse und Tee, wenn andere Lebensmittel knapp waren. In der heutigen Wildkräuterküche erlebt Brennessel eine Renaissance als nachhaltiges Superfood.

Häufige Fragen zu Brennesseltee (FAQ)

Brennt Brennesseltee beim Trinken?
Nein. Durch die Hitze werden die Brennhaare unwirksam. Der fertige Tee ist völlig harmlos und brennt nicht.

Ist Brennesseltee gut bei Eisenmangel?
Ja, Brennessel enthält viel Eisen. In Kombination mit Vitamin C (z.B. Zitronensaft im Tee) wird die Eisenaufnahme verbessert.

Kann man Brennesseltee täglich trinken?
Ja, Brennesseltee ist als Dauertee unbedenklich. 2 bis 3 Tassen täglich sind ideal.

Hilft Brennesseltee bei Haarausfall?
Es gibt Hinweise, dass Brennessel durch ihren Silizium- und Mineralstoffgehalt die Haarqualität verbessern kann, aber es gibt keine starken klinischen Belege für Haarausfall-Behandlung.

Kann ich Brennessel in der Schwangerschaft trinken?
In normalen Mengen als Nahrungsmittelmengen ja. Als medizinische Dosis sollte man mit dem Arzt sprechen.

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