Inhaltsstoffe
Sieht man sich die Liste der Inhaltsstoffe des Ackerschachtelhalms einmal etwas genauer an, so sticht einem sofort die extrem hohe Konzentration an Kieselsäure ins Auge, weshalb seine Wirkung und Anwendung schon lange bekannt sind. Sie ist der Grund, weshalb diese Pflanze zum Beispiel bei Nierenerkrankungen und auch bei Bindegewebsschwächen gerne und effektiv wirkt und zum Einsatz kommt.Neben Saponinen und Flavonen, überzeugt der Ackerschachtelhalm mit einer großen Bandbreite an wertvollen Mineralstoffen, wie etwa Magnesium, Kalium und Kalzium, um nur einige davon zu nennen, die unsere Gesundheit unterstützen. Diese Wirkstoffkombination macht den Ackerschachtelhalm so wirkungsvoll. Blasen- und Nierenschwäche können damit ebenso behandelt werden, wie Durchblutungsstörungen und Krampfadern. Fast schon nebenbei wird das Blut dadurch auch noch gereinigt und Entzündungen gehemmt. Letzteres sogar so enorm, dass selbst Rheumatische Beschwerden durch Ackerschachtelhalm abnehmen.Anbaugebiete
In Fachbüchern ist zu lesen, dass der Ackerschachtelhalm "zirkumpolar" verbreitet ist. Dies bedeutet einfacher gesagt, dass diese Pflanze rund um den Erdball vertreten ist. In diesem speziellen Fall sogar über gleich mehrere Klimazonen auf der Nordhalbkugel. Von den arktischen Regionen ganz oben, bis hin zu den submediteranen Gebieten in der Nähe des Äquators, überall fühlt sich der Ackerschachtelhalm wohl. Selbst in Neuseeland, Australien und Südafrika würde er mittlerweile entdeckt. Die Pflanze liebt es grundsätzlich sehr feucht. Überall wo es Staunässe gibt, bzw. Wasser findet er die besten Wachstumsbedingungen. So ist sein bevorzugter Untergrund ein lehmiger und meist recht nasser Boden. Dann ist es dem Ackerschachtelhalm aber auch egal, ob er an einem Wiesenrand wächst, an einer Böschung, in einem Graben oder auch auf einem Acker.Herstellung
Für den Tee des Ackerschachtelhalms werden seine jungen Sommertriebe verwendet. Die beste Erntezeit dafür liegt in den Monaten von Mai bis Juli. Damit der Tee auch möglichst effektiv wirken kann, muss sich zumindest ein Großteil der Kieselsäure aus den Pflanzenteilen lösen. Dazu sollte man den Tee für mindestens 20 Minuten im Wasser abkochen lassen. Dadurch kann man das Kraut trinken und nur so kann es seine ganze Kraft entfalten.Fazit
Wenn wir auf der Suche nach einem wirkungsvollen Mittel gegen unsere Beschwerden sind, suchen wir oft nach etwas ganz besonders exotischem oder zumindest neuem. Dabei vergessen wir nur allzu oft die alten und zugleich altbewährten Dinge. Der Ackerschachtelhalm wächst ganz unscheinbar nahezu überall auf unserer Seite der Erde und, zugegeben, von seiner alten Größe, als er in ganzen Wäldern unseren Planeten bevölkerte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Dies trifft aber nur für sein äußeres Erscheinungsbild zu. Denn was seine Inhaltsstoffe betrifft, hat uns der Ackerschachtelhalm unverändert sehr viel zu bieten.Bildnachweis: Ackerschachtelhalm-Tee © Heike Rau - Fotolia.comAckerschachtelhalm-Tee zubereiten – Urpflanze mit Heilkraft
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), auch Zinnkraut oder Kannenkraut genannt, ist eine lebende Fossilie – seine Vorfahren wuchsen schon in der Karbonzeit vor 350 Millionen Jahren. Diese prähistorische Pflanze wächst heute als Unkraut auf Äckern, Weiden und an Wegrändern. Trotz ihres schlichten Äußeren ist sie eine bedeutende Heilpflanze, die besonders für ihren außergewöhnlich hohen Kieselsäuregehalt geschätzt wird.
Für Ackerschachtelhalm-Tee verwenden Sie die sterilen, grünen, vegetativen Sprossen, die im Sommer erscheinen (nicht die beige-braunen Sporentriebe des Frühjahrs). Eine Abkochung ist empfehlenswert: Geben Sie 2 bis 4 Teelöffel getrockneten Schachtelhalm in 500 ml Wasser und köcheln Sie 30 Minuten lang. Abseihen und trinken. Alternativ kann ein Aufguss (10 bis 15 Minuten bei 90 Grad) zubereitet werden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Ackerschachtelhalm-Tee schmeckt mild, leicht herb und erdig. Zur Kur werden 2 bis 3 Tassen täglich über 3 bis 4 Wochen empfohlen. Bei gleichzeitig ausreichender Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter täglich) entfaltet sich die harntreibende Wirkung am besten.
Heilwirkung von Ackerschachtelhalm – Kieselsäure als Schlüssel
Ackerschachtelhalm enthält als Hauptwirkstoff lösliche Kieselsäure (Siliciumdioxid) in außergewöhnlich hoher Konzentration – bis zu 10% der Trockensubstanz. Diese hohe Kieselsäurekonzentration ist einmalig unter Heilpflanzen und erklärt die besondere Stellung des Schachtelhalms in der Bindegewebspflege.
Kieselsäure ist ein essentielles Spurenelement für Bindegewebe, Knochen, Haut, Haare und Nägel. Sie unterstützt die Bildung von Kollagen und Elastin – den Strukturproteinen des Bindegewebes. Regelmäßiger Konsum von Ackerschachtelhalm-Tee kann die Qualität von Haut, Haaren und Nägeln verbessern und Gelenke stärken.
Als harntreibendes Mittel wird Ackerschachtelhalm zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfektionen, Nierengrieß und zur allgemeinen Nierenentlastung eingesetzt. Die EMA erkennt ihn als traditional herbal medicine zur Unterstützung der Nierenentleerung an.
Flavonoide (insbesondere Quercetin und Kämpferol-Derivate) verleihen dem Ackerschachtelhalm antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Als Wundmittel wurde er traditionell äußerlich bei schlecht heilenden Wunden und Hauterkrankungen eingesetzt.
Geschichte des Ackerschachtelhalms
Ackerschachtelhalm ist eine der ältesten Pflanzen der Erde. Seine Vorfahren, die baumgroßen Kalamiten, prägten die Wälder des Karbons. Obwohl die modernen Schachtelhalme viel kleiner sind, sind sie botanisch nahezu unverändert geblieben – ein evolutionärer Konservativismus, der fasziniert.
In der Volksmedizin Europas war Ackerschachtelhalm seit der Antike bekannt. Die Römer nutzten ihn als Harnmittel und zur Behandlung von Wunden. Im Mittelalter war er in Klosterapotheken als Nieren- und Blasenmittel verbreitet. Die harte, kieselsäurereiche Textur der Pflanze war für mittelalterliche Handwerker als Politurmittel für Metall und Holz geschätzt – daher der Volksname „Zinnkraut" (Küchengeschirr aus Zinn wurde damit gescheuert).
Im 19. Jahrhundert erforschte Sebastian Kneipp – der Begründer der Kneipp-Kur – den Ackerschachtelhalm und empfahl ihn für seine harntreibenden und gewebsstärkenden Eigenschaften. Kneipp-Produkte mit Ackerschachtelhalm sind bis heute auf dem deutschen Markt erhältlich.
Häufige Fragen zu Ackerschachtelhalm-Tee (FAQ)
Verbessert Ackerschachtelhalm-Tee Haut, Haare und Nägel?
Ja, die enthaltene Kieselsäure unterstützt die Bildung von Kollagen und Elastin. Eine regelmäßige Kur kann sichtbare Verbesserungen bei Haaren, Nägeln und Hautelastizität bringen.
Warum ist eine Abkochung besser als einfaches Aufgießen?
Kieselsäure und andere Mineralien lösen sich durch längeres Kochen besser aus dem harten Pflanzenmaterial. Eine Abkochung ist daher wirksamer.
Kann Ackerschachtelhalm-Tee täglich getrunken werden?
Als Kur über 3 bis 4 Wochen ist er unbedenklich. Dann eine Pause einlegen. Nicht für Schwangere und Patienten mit Herzerkrankungen oder Nierenproblemen ohne ärztliche Absprache.
Was ist der Unterschied zwischen Ackerschachtelhalm und anderen Schachtelhalmen?
Es gibt 15 Schachtelhalm-Arten in Mitteleuropa. Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist die wichtigste Heilpflanze. Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) enthält Alkaloide und ist giftig.
Hilft Ackerschachtelhalm bei Nierensteinen?
Als Durchspülungsmittel kann er kleine Ablagerungen ausscheiden helfen. Bei diagnostizierten Nierensteinen ist ärztliche Behandlung notwendig.
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