Liebstöckel kennen viele unter dem Namen „Maggikraut“ und das auch aus gutem Grund. Gerne wird Liebstöckel geschnitten um sie zum Würzen von Suppen zu verwenden und dadurch für ein gutes Aroma zu sorgen. Auch Kräuterquark lässt sich damit verfeinern. Allerdings kann man mit den Kräutern des Liebstöckel noch viel mehr machen, als man auf den ersten Blick erahnt. Dieses Kraut kann nämlich noch viel mehr, als lecker schmecken, es ist auch noch ziemlich gesund und und findet daher wie viele andere Heilpflanzen auch Verwendung durch die verschiedenen Anwendungsgebiete der Medizin.

Inhaltsstoffe

Die Liste der Inhaltsstoffe des Liebstöckels wird angeführt von guten Bekannten, wie den ätherischen Ölen, Gerbstoffen, aber auch Fetten und Harzen. Dazu gesellen sich Invertzucker, Angelika- und Apfelsäure, Kampfer, Cumarine und Carvol. All diese Substanzen und noch weitere machen den Liebstöckel zu einem richtigen kleinen Schatz in der Hausapotheke den bei verschiedenen Beschwerden anwenden kann. Liebstöckel ist sehr Gesund und wirkt anregend, blutstillend, krampf- und schleimlösend, sowie schweißtreibend und ist gut für die Harnwege. Blasenentzündungen und Gicht sind ebenso geeignete Einsatzgebiete, wie als Mittel gegen Verdauungsschwächen und Verstopfungen. Husten, Bronchitis, das Heilen von Menstruationsbeschwerden, Rheuma und Wassersucht gehören genauso zu dieser Aufzählung wie Nervenschwäche, Nervosität und Appetitlosigkeit. Man kann ihn auch bei Diabetes zu sich nehmen ohne große Bedenken. Er findet ebenfalls Verwendung bei Problemen mit dem Herz. Trotz dieser großen Bandbreite sind dies noch längst nicht alle Symptome und Erkrankungen, bei denen Liebstöckel helfen kann. Bei all diesen Vorzügen sollte trotzdem beachtet werden, das man während einer Schwangerschaft auf keinen Fall Liebstöckel einnehmen sollte, egal, in welcher Form.

Anbaugebiete

Die genaue Herkunft des Liebstöckels ist nicht zweifelsfrei geklärt. Als Ursprungsgebiet lassen sich der Nahe und Mittlere Osten eingrenzen, wobei wohl vor allem Persien eine große Rolle spielt. Über die See- und Handelswege des Mittelmeeres kam der Liebstöckel bereits vor langer Zeit nach Europa, wächst wild aber nur in relativ warmen Gebieten. Wird er jedoch gezielt in unseren Gärten angepflanzt, fühlt er sich auch dort recht wohl. Inzwischen findet man ihn teilweise auch tatsächlich schon ausgewildert. Denn hat er sich einmal wo niedergelassen, kehrt der Liebstöckel immer wieder.

Herstellung

Während zum Würzen die Blätter des Liebstöckels verwendet werden, setzt man in der Heilkunde, also auch für den Tee, entweder die Samen oder auch die jungen Wurzeln ein. die Samen können ausschließlich im Spätsommer geerntet werden, für die Wurzeln eignen sich sowohl das beginnende Frühjahr, ebenso wie der Spätherbst. Die Samen haben grundsätzlich recht harte Schalen, deshalb ist dringend anzuraten, diese mit einem Mörser aufzubrechen, bevor man sie mit paar Liter kochendem Wasser übergießt. Die Wurzeln dagegen sollten selbstverständlich von Erdrückständen gesäubert und, falls sie länger aufbewahrt werden sollen, getrocknet werden. Auch in diesem Fall empfiehlt sich ein Zerkleinern vor dem Aufbrühen. Je jünger die Wurzeln sind, umso feiner sind sie allerdings und desto einfacher lösen sich auch die wertvollen Inhaltsstoffe der Kräuter.

Fazit

Oft scheinen wir bereits zu wissen, was für etwas gut ist. Diejenigen, die Liebstöckel im Garten haben, haben ihn sicher ganz bewusst gepflanzt um mit den Maggi Blättern leckere frische Suppen oder vielleicht sogar noch mehr, zu würzen. Allerdings werden weit weniger die Kräuter des Liebstöckel als Heilpflanze nutzen.Sie dienen eher zur Gestaltung der Speisen oder Verfeinerung verschiedener Rezepte, als für die Aufbereitung eines Tees. Dabei nutzen sie aber nur einen Bruchteil dessen, was ihnen der Liebstöckel zu bieten hat und verschwenden dadurch ihre Heilwirkung.Bildnachweis: Liebstöckel Tee © liveche asche des montagnes/Vorzinek/commons.wikimedia.org

Zubereitung von Liebstöckel-Tee

Liebstöckel (Levisticum officinale) ist ein kräftig aromatisches Kraut mit einem charakteristischen, an Sellerie und Maggikraut erinnernden Geschmack. Für einen Liebstöckel-Tee werden ein bis zwei Teelöffel frische oder getrocknete Liebstöckelblätter, alternativ ein halber Teelöffel Liebstöckelwurzel, pro Tasse verwendet. Die getrocknete Wurzel ergibt einen besonders kräftigen Tee. Frisches oder getrocknetes Blattmaterial wird mit frisch gekochthem, auf 90 Grad abgekühltem Wasser übergossen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Liebstöckelwurzel sollte dagegen fünf Minuten in heißem Wasser köcheln (Abkochung), um die Wirkstoffe optimal zu lösen. Der Geschmack ist sehr intensiv und würzig; wer ihn milden mag, kann den Tee mit Zitronenmelisse, Pfefferminze oder Kamille strecken. Als Einzelkraut getrunken entfaltet er seine volle Wirkung am besten. Der Tee sollte frisch zubereitet und nicht stehen gelassen werden, da er beim Abkühlen noch intensiver im Geschmack wird.

Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Liebstöckel-Tee

Liebstöckel enthält eine Reihe bioaktiver Substanzen, darunter ätherische Öle (Phthalide, Terpene), Gerbstoffe, Cumarine und Bitterstoffe. Diese Verbindungen verleihen der Pflanze ihre vielfältigen Heilwirkungen. Traditionell wird Liebstöckel vor allem als harntreibendes (diuretisches) Mittel eingesetzt, das die Durchspülung der Harnwege fördert und bei Harnwegsinfektionen und Blasenreizungen hilfreich sein kann. Diese Wirkung hilft, Bakterien aus den Harnwegen auszuspülen und Entzündungen zu lindern. Im Bereich der Verdauungsgesundheit wirkt Liebstöckel karminativ (blähungslösend), regt den Appetit an und unterstützt die Gallenproduktion. Die Bitterstoffe fördern die Ausschüttung von Verdauungsenzymen und verbessern die Verwertung von Nahrungsfetten. Liebstöckel besitzt auch antispasmodische Eigenschaften und kann bei Magenkrämpfen und Menstruationsbeschwerden helfen. Darüber hinaus wird ihm eine leicht entzündungshemmende Wirkung zugesprochen.

Geschichte und Herkunft des Liebstöckels

Liebstöckel stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem vorderen Orient. Die Pflanze wurde bereits im antiken Griechenland und Rom als Gewürz- und Heilkraut genutzt. Hippokrates und Dioskurides beschrieben seine harntreibenden und verdauungsfördernden Eigenschaften. Im Mittelalter wurde Liebstöckel in Klostergärten kultiviert und war ein unverzichtbarer Bestandteil mittelalterlicher Heilkräutergärten. Karl der Große ordnete den Anbau von Liebstöckel in seinen Pfalzgärten an. Der volkstümliche Name „Maggikraut" verweist auf die geschmackliche Ähnlichkeit mit der Maggi-Würze, die tatsächlich Liebstöckelextrakt enthält. Im 18. und 19. Jahrhundert verlor Liebstöckel zwar an Bedeutung als Gewürzkraut, blieb aber in der Volksmedizin geschätzt. Heute erlebt er im Zuge der Kräuterrenaissance wieder wachsendes Interesse.

Häufige Fragen zu Liebstöckel-Tee

Kann ich Liebstöckel-Tee bei Blasenentzündung trinken?
Liebstöckel-Tee kann als unterstützende Maßnahme bei leichten Harnwegsinfektionen eingesetzt werden, da er die Durchspülung der Harnwege fördert. Bei stärkeren Beschwerden oder Fieber sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Wer sollte keinen Liebstöckel-Tee trinken?
Schwangere, Stillende und Personen mit Nierenerkrankungen sollten Liebstöckel-Tee meiden. Auch bei bekannter Allergie gegen Apiaceae (Doldenblütler) ist Vorsicht geboten. Bei Nierensteinen sollte kein Liebstöckel-Tee verwendet werden.

Schmeckt Liebstöckel-Tee wie Maggiwürze?
Ja, Liebstöckel hat einen sehr charakteristischen, intensiv würzigen Geschmack, der stark an Maggiwürze erinnert. Der Tee ist daher sehr aromatisch und sollte anfangs in kleinen Mengen getrunken werden.

Wo bekomme ich Liebstöckel für Tee?
Liebstöckel ist in vielen Kräutergärten und als Topfpflanze erhältlich. Getrockneter Liebstöckel kann in Apotheken, Reformhäusern und online bestellt werden. Im Sommer lässt er sich leicht selbst anbauen.

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