Liebstöckel kennen viele unter dem Namen „Maggikraut", weil sein würziges Aroma an die bekannte Suppenwürze erinnert. Während in der Küche die Blätter zum Würzen dienen, verwendet man für den Tee die Samen oder die jungen Wurzeln. Der Aufguss schmeckt kräftig-herzhaft und wird traditionell zur Durchspülung der Harnwege genutzt. Hier lesen Sie zu Herkunft, Inhaltsstoffen, Zubereitung und worauf Sie achten sollten.
| Pflanze/Basis | Liebstöckel (Levisticum officinale), Doldenblütler |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | kräftig-würzig, herzhaft, an Suppenwürze erinnernd |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochend) |
| Ziehzeit | 10-15 Minuten |
| Dosierung | 1-2 TL zerstoßene Samen oder zerkleinerte Wurzel pro Tasse |
| Verwendete Teile | Samen und junge Wurzeln (für den Tee) |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g |
Das Maggikraut und seine Herkunft
Liebstöckel trägt den Beinamen Maggikraut, weil sein Geschmack an die gleichnamige Suppenwürze erinnert — wobei die Pflanze von Natur aus so aromatisch ist. Ihre genaue Herkunft ist nicht zweifelsfrei geklärt; als Ursprungsgebiet gelten der Nahe und Mittlere Osten, wobei vor allem Persien eine Rolle spielt.
Über die See- und Handelswege des Mittelmeeres gelangte Liebstöckel bereits vor langer Zeit nach Europa. Wild wächst er nur in relativ warmen Gegenden, lässt sich aber gut in heimischen Gärten ziehen. Schon in mittelalterlichen Klostergärten hatte das Kraut seinen festen Platz, und mancherorts ist es heute verwildert anzutreffen.
Geschmack und Verwendung in der Küche
Liebstöckel-Tee schmeckt kräftig und herzhaft-würzig, deutlich intensiver als die meisten milden Kräutertees wie Fenchel oder Anis. Schon eine kleine Menge reicht aus, weshalb hier weniger oft mehr ist.
In der Küche werden vor allem die Blätter genutzt: Sie würzen Suppen, Eintöpfe, Saucen und Kräuterquark. Für den Tee greift man dagegen zu Samen oder Wurzeln, die das Aroma konzentrierter tragen. So lassen sich Würzkraut und Teedroge derselben Pflanze gezielt einsetzen.
Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung
Das Wirkstoffprofil führen ätherische Öle und Gerbstoffe an, ergänzt um Fette, Harze, Invertzucker, Angelika- und Apfelsäure, Kampfer, Cumarine und die Substanz Carvol. Diese Mischung verleiht dem Liebstöckel sein markantes Aroma.
Die Liebstöckelwurzel (Levistici radix) ist in der Kommission-E-Monographie beschrieben und wird traditionell zur Durchspülung der Harnwege verwendet. Verlässen Sie sich bei Beschwerden jedoch nicht allein auf den Tee — als Genuss- und Hausmittel ist er gedacht, nicht als Ersatz für ärztlichen Rat. Wer milde Kräuter bevorzugt, findet im Kümmel-Tee eine sanftere Alternative.
Welche Pflanzenteile für den Tee
Für den Aufguss verwendet man Samen oder junge Wurzeln. Die Samen lassen sich ausschließlich im Spätsommer ernten. Für die Wurzeln eignen sich das beginnende Frühjahr ebenso wie der Spätherbst.
Je jünger die Wurzeln sind, desto feiner fallen sie aus und desto leichter lösen sich ihre Inhaltsstoffe beim Aufbrühen. Ältere Wurzeln werden gesäubert, getrocknet und zur besseren Auslaugung vor dem Aufguss zerkleinert. So bleibt die Droge auch über längere Zeit verwendbar.
Zubereitung Schritt für Schritt
Die Samen haben harte Schalen, deshalb gehört vor dem Aufguss ein wichtiger Schritt dazu: 1. Samen im Mörser leicht aufbrechen, damit das Aroma austreten kann. 2. Etwa 1 bis 2 Teelöffel zerstoßene Samen oder zerkleinerte Wurzel pro Tasse abmessen. 3. Mit kochendem Wasser (100 °C) übergießen.
Lassen Sie den Tee zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen, damit sich die festen Pflanzenteile vollständig öffnen. Wegen seiner Intensität dosieren Sie lieber sparsam und gießen bei Bedarf nach. Der Aufguss schmeckt herzhaft und passt gut zu deftigen Mahlzeiten.
Liebstöckel selbst anbauen
Liebstöckel ist eine dankbare Gartenpflanze: robust, mehrjährig und kräftig im Wuchs. Eine ausgewachsene Pflanze kann gut zwei Meter hoch werden, weshalb sie einen Platz im Hintergrund des Beets braucht. Einmal etabliert, treibt sie über Jahre zuverlässig wieder aus.
Für die Küche schneiden Sie die Blätter laufend, für den Tee ernten Sie gezielt Samen im Spätsommer und Wurzeln im Frühjahr oder Spätherbst. So haben Sie Würzkraut und Teedroge aus einer Hand. Wer keinen Garten hat, findet getrocknete Ware in Apotheke und Kräuterhandel.
Vorsicht und Lagerung
In der Schwangerschaft sollte Liebstöckel in keiner Form eingenommen werden. Die enthaltenen Cumarine können zudem die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Wer Nierenerkrankungen hat oder dauerhaft Medikamente einnimmt, hält vor regelmäßigem Genuss besser ärztliche Rücksprache.
Getrocknete Samen und Wurzeln bewahren Sie trocken, dunkel und gut verschlossen auf — eine luftdichte Dose schützt das würzige Aroma vor Feuchtigkeit und Licht. So bleibt das Kraut über viele Monate aromatisch und verwendbar.
Häufige Fragen
Warum heißt Liebstöckel Maggikraut?
Sein kräftig-würziges Aroma erinnert stark an die bekannte Maggi-Suppenwürze. Tatsächlich enthält das Maggi-Produkt aber kein Liebstöckel; die Ähnlichkeit ist rein geschmacklich.
Welche Teile verwendet man für Liebstöckel-Tee?
Für den Tee nimmt man die Samen oder die jungen Wurzeln, da sie das Aroma konzentriert tragen. Die Blätter dienen dagegen vor allem zum Würzen von Suppen und Saucen.
Wie bereite ich Liebstöckel-Tee zu?
Die harten Samen im Mörser aufbrechen, 1 bis 2 Teelöffel mit kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Wegen der Intensität sparsam dosieren.
Wofür wird Liebstöckel-Tee traditionell genutzt?
Die Wurzel ist in der Kommission-E-Monographie beschrieben und wird traditionell zur Durchspülung der Harnwege verwendet. Bei Beschwerden ersetzt der Tee jedoch keine ärztliche Behandlung.
Darf man Liebstöckel-Tee in der Schwangerschaft trinken?
Nein. In der Schwangerschaft sollte Liebstöckel in keiner Form eingenommen werden. Auch bei Nierenerkrankungen ist Zurückhaltung geboten.
Quellen
- Kommission E-Monographie: Levistici radix (Liebstöckelwurzel)
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Wegwarte Tee (Kräutertee)
- Klee Tee (Kräutertee)
- Alant Tee (Kräutertee)
- Teufelskrallen Tee (Kräutertee)
- Nana Minze (Kräutertee)
- Welche Qualität verbirgt sich hinter den verschiedenen Namenszusätzen? (Wissenswertes)
- Shou Mei (Weißer Tee)
- Ist ein Teebeutel automatisch schlechter als lose Ware? (Wissenswertes)
