Alant war einst fester Bestandteil jedes Bauerngartens, ist als Heilpflanze heute aber weitgehend in Vergessenheit geraten. Für den Tee wird nicht das Kraut, sondern die Wurzel des Echten Alants (Inula helenium) verwendet, die reich an Bitterstoffen, ätherischen Ölen und Inulin ist. Hier lesen Sie, was in der Wurzel steckt, wie Sie daraus einen Aufguss bereiten und warum Vorsicht beim Allergierisiko geboten ist.
| Pflanze/Basis | Echter Alant (Inula helenium), Korbblütler; verwendet wird die Wurzel |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | kräftig bitter-aromatisch, leicht kampferartig |
| Wassertemperatur | kochend (100 °C) |
| Ziehzeit | 10-15 Minuten als Abkochung der zerkleinerten Wurzel |
| Dosierung | ca. 1 TL (2-3 g) zerkleinerte Wurzel pro 250 ml |
| Aufgüsse | einmalig; meist als Bestandteil von Hustenmischungen |
| Preisspanne | ca. 4-8 € pro 100 g getrocknete Wurzel |
Herkunft und Geschichte der Pflanze
Der Echte Alant stammt ursprünglich aus Zentral- und Vorderasien, fühlt sich aber längst auch in Mitteleuropa heimisch. Jahrhundertelang gehörte er in Klostergärten und Bauerngärten zum festen Bestand der Heilkräuter. In Deutschland wird er bis heute vor allem in Thüringen in größeren Mengen kultiviert.
Der stattliche Korbblütler wird 50 Zentimeter bis über 1,5 Meter hoch und trägt große, dottergelbe Blüten, die entfernt an Arnika erinnern. Alant stellt allerdings hohe Ansprüche: Er braucht einen nährstoffreichen Boden, und bis zur ersten Blüte vergehen meist mindestens drei Jahre - was echte Wurzelware vergleichsweise kostbar macht.
Inhaltsstoffe der Alantwurzel
Charakteristisch für die Alantwurzel ist das Helenin, ein Gemisch verschiedener Bitterstoffe, sowie ein hoher Anteil an ätherischem Öl mit dem Sesquiterpenlacton Alantolacton. Hinzu kommt reichlich Inulin, ein pflanzliches Vielfachzuckermolekül, das die Wurzel zeitweise sogar als Zuckerersatz in Diabetiker-Lebensmitteln interessant machte.
Weitere Begleitstoffe sind Harze und Pektine. Die Bitterstoffe regen traditionell die Verdauung an, während dem ätherischen Öl eine schleimlösende Eigenschaft zugeschrieben wird - der Grund, warum Alant in Hustenmischungen Verwendung findet. Eine vergleichbar schleimlösende Rolle spielt der Anis-Tee in vielen Erkältungstees.
Ernte und Herstellung
Für den Tee werden ausschließlich die Wurzeln geerntet, und zwar zu zwei Zeitpunkten im Jahr: im Frühjahr von März bis Mitte April und im Herbst von Oktober bis November. Die ausgegrabenen Wurzeln werden gewaschen, in Scheiben oder Stücke geschnitten und langsam getrocknet.
Alant gehört zu den Pflanzen, die selten pur, sondern meist in Mischungen verarbeitet werden. Durch passende Begleitkräuter lässt sich die gewünschte Richtung betonen: Mit Spitzwegerich und Huflattich entsteht eine klassische Mischung für die Atemwege. Spitzwegerich finden Sie als Einzelporträt unter Spitzwegerich-Tee, Huflattich unter Huflattich-Tee.
Zubereitung Schritt für Schritt
Da die Wirkstoffe in der harten Wurzel sitzen, wird Alant-Tee als Abkochung zubereitet: 1. Einen Teelöffel (2 bis 3 g) zerkleinerte Wurzel mit 250 ml kaltem Wasser ansetzen. 2. Aufkochen und zugedeckt 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. 3. Abseihen und lauwarm trinken.
Der Geschmack ist deutlich bitter-aromatisch mit einer leicht kampferartigen Note - für viele gewöhnungsbedürftig. Deshalb wird Alant in der Praxis selten allein, sondern als Teil einer Hustenmischung getrunken. Üblich sind nicht mehr als zwei kleine Tassen täglich über einen begrenzten Zeitraum.
Geschmack und Kombinationen
Pur ist Alant-Tee mit seiner kräftigen, bitter-kampferartigen Note Geschmackssache. In der Praxis spielt er deshalb meist die Begleitrolle in durchdachten Mischungen, in denen seine schleimlösende Wirkung gefragt ist, ohne dass die Bitterkeit dominiert.
Für die Atemwege bewährt sich die Kombination mit Spitzwegerich, Huflattich und Süßholz, das mit seiner Süße die Bitterstoffe abmildert. Wer Alant zur Anregung von Appetit und Verdauung trinkt, kombiniert ihn mit Fenchel, Anis oder Wermut. In allen Fällen gilt: Eine kleine Menge Alant genügt, um einer Mischung Charakter zu geben.
Anwendung und wichtige Hinweise
Traditionell wird Alant-Tee bei Husten und festsitzendem Schleim sowie zur Anregung von Appetit und Verdauung verwendet. In höheren Dosierungen wirkt die Wurzel als Brechmittel, weshalb die Dosierung niedrig gehalten werden sollte.
Besondere Vorsicht gilt dem Alantolacton: Es kann bei empfindlichen Personen allergische Haut- und Schleimhautreaktionen auslösen. Wer zu Allergien gegen Korbblütler neigt, sollte Alant meiden. In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern ist von der Anwendung abzuraten. Auch natürliche Mittel können Nebenwirkungen haben - im Zweifel halten Sie vor einer Anwendung ärztliche Rücksprache.
Häufige Fragen
Welcher Teil des Alants wird für Tee verwendet?
Für Alant-Tee wird ausschließlich die Wurzel des Echten Alants genutzt, nicht das Kraut oder die Blüten. Geerntet wird sie im Frühjahr von März bis Mitte April und im Herbst von Oktober bis November.
Wie wird Alant-Tee zubereitet?
Da die Wirkstoffe in der harten Wurzel sitzen, wird der Tee als Abkochung bereitet: einen Teelöffel zerkleinerte Wurzel mit kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, dann abseihen.
Wofür wird Alant-Tee traditionell genutzt?
Alant wird vor allem bei Husten und festsitzendem Schleim sowie zur Anregung von Appetit und Verdauung verwendet. Wegen der Bitterstoffe und ätherischen Öle ist er Bestandteil vieler Hustenmischungen.
Hat Alant-Tee Nebenwirkungen?
Ja. Das ätherische Öl mit Alantolacton kann allergische Haut- und Schleimhautreaktionen auslösen. In höheren Dosen wirkt die Wurzel als Brechmittel. Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte Alant meiden.
Wie schmeckt Alant-Tee?
Der Geschmack ist kräftig bitter-aromatisch mit einer leicht kampferartigen Note. Für viele ist das gewöhnungsbedürftig, weshalb Alant meist in Mischungen statt pur getrunken wird.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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