Welche Qualität verbirgt sich hinter den verschiedenen Namenszusätzen?


Immer wieder findet man Tees, bei denen neben dem eigentlichen Namen noch ein Zusatz steht. Manchmal ist dieser Zusatz bereits bekannt oder erklärt sich schlichtweg aus der Übersetzung. Teilweise gibt es dazu aber immer noch einige Irrtümer oder irreführenden Erklärungen.

Welche Qualität verbirgt sich hinter den verschiedenen Namenszusätzen?

Broken Tee

Was verbirgt sich beispielsweise hinter „Broken Tee“, also „gebrochenem Tee“. Vielfach ist man der Meinung es handle sich dabei um Teeblätter, die durch Unachtsamkeit etwa in der Teeproduktion in Stückchen zerbrochen sind und deshalb nun als „minderwertige“ Ware verkauft werden müssten. Manche gehen sogar noch weiter und stellen sich vor, es handle sich dabei quasi um die Reste, die beim Auffegen des Fußbodens der Produktionsstätte angefallen sind.

Keine der beiden Erklärungen ist zutreffen, im Gegenteil. Broken Tee wird bewusst so produziert. Die bereits getrockneten Teeblätter werden dabei extra zwischen zwei Platten so lange hin und her gewälzt, bis sie brechen. Der Vorteil: Broken Tee zieht viel schneller, ergibt in der Tasse eine intensivere Farbe und verwöhnt mit einem kräftigeren Geschmack.

First Flush

Als First Flush wird derjenige Tee bezeichnet, der als erster der jeweiligen Saison, also in der Frühlingsernte geerntet wurde. Er hat zwar einerseits noch einen recht dünnen Aufguss, andererseits überzeugt er aber durch einen besonders intensiven Geschmack. First Flush Tees sind ideale „Five o’clock teas“. Die Engländer lieben ihren Tee am späten Nachmittag nämlich besonders hell und dennoch intensiv.

Second Flush

Analog zum First, ist der Second Flush selbstverständlich die zweite Ernte einer Saison. Die Farbe seines Aufguss geht schon ganz eindeutig mehr in Richtung Bernstein und das Aroma wirkt bereits viel abgerundeter.

In-betweens und Autumnals

Ein Tee mit der Bezeichnung „In-betweens“ wurde laut Definition zwischen First und Second Flush geerntet. Dies scheint etwas verwirrend. Wie kann es zwischen der ersten und der zweiten Ernte eine weitere geben? Entweder wird geerntet oder nicht, ein bisschen ernten geht einfach nicht.

Der Grund liegt in den Erntemonaten. First Flush wird in der Regel von Ende Februar bis Ende April geerntet. Möchte man dann bereits von Mitte April bis Mitte Mai erneut ernten, ist dies ein klassischer In-betweens. Erst bei Erntezeiträumen von Anfang Juni bis Anfang Juli bezeichnet man als Second Flush.

Der Name „Autumnals“ ist dann schon eher wieder eindeutig. Die letzten Ernten im Jahr, nach dem letzten Sommermonsun, finden von Mitte Oktober zum Teil sogar bis Mitte Dezember statt.

Fazit

Es ist immer von Vorteil, zu wissen, was sich hinter den verschiedensten Fachbegriffen und Namenszusätzen verbirgt. Gerade im Fall von Broken Tee, zu dem man immer wieder die Erklärung bekommt, er sei quasi ein Abfallprodukt, ist es schade, wenn man sich wegen dieser Fehlinformation nicht nur den Genuss, sondern auch die ganz speziellen Vorteile dieser kleinen Teestücke entgehen lässt.

Im Zweifelsfalle sollte man sich stets trauen nachzufragen, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt. Dennoch sollte man sich fragen, wenn man beispielsweise vom Teehändler die Auskunft bekommt, Broken Tee sei ein unbeabsichtigter Produktionsfehler, warum er dann solch eine scheinbare minderwertige Qualität verkauft. Nicht immer trauen sich die Menschen nachzufragen, wenn sie etwas nicht wissen. Noch weniger trauen sie sich jedoch in der Regel, wenn sie gefragt wurden, zuzugeben, dass sie es selbst nicht wissen.

Eigenes Interesse und eigene Recherche sind meist die besten Ratgeber und wie schon so oft, kann man auch an dieser Stelle wieder nur sagen: Der eigene Geschmack entscheidet. Wenn First Flush als noch so hochwertig eingestuft wird, solch ein Tee einem persönlich aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht ausgereift genug schmeckt, hat alle Qualitätseinstufung keinen Zweck. So muss man sich auch manchmal trauen, entgegen dem Strom zu schwimmen und etwas nicht automatisch gut zu heißen, nur weil „alle“ das so sehen.

 

Bildnachweis: Welche Qualität hinter Namenszusätzen © Subbotina Anna – Fotolia.com

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