Aus landwirtschaftlicher Sicht ist Klee eine sehr bedeutende Futterpflanze. Kinder allerdings verbringe gerne ihre Zeit mit der Suche nach einem vierblättrigen Kleeblatt. Schon die Kleinsten wissen, dass es Glück bringen soll. Auf Wiesen erstrahlt die lila Blüten-Pracht und in der Naturheilkunde ist besonders Rotklee seit langem im Einsatz. Doch abgesehen davon, spielt Klee für uns kaum eine Rolle. Er wächst nahezu auf jeder Wiese, ist nicht besonders dekorativ bzw. eignet sich aufgrund seiner geringen Größe nicht wirklich für Blumensträuße oder ähnliches und abgesehen von dem abergläubischen Glücksversprechen, hat er, zumindest für uns Menschen, scheinbar nicht viel zu bieten. Falsch gedacht! Denn auch diese Pflanze kann unserer Gesundheit in Form von Tee Gutes tun: Grund genug also, sich den Klee mal etwas genauer anzusehen.

Inhaltsstoffe

Geht es um die Inhaltsstoffe des Klees, werden meist recht schnell die zahlreichen und wertvollen Proteine genannt. Beim Tee spielen sie allerdings keine Rolle, da sie fester Bestandteil der Zellstruktur sind und sich als solche "Bausteine" nicht im Teewasser lösen. Wesentlich bedeutungsvoller sind deshalb für uns, wenn es um Tee aus Rotklee geht, das ätherische Öl, die Gerbstoffe, Glykoside und auch phenolische Substanzen. Isoflavone sind es in erster Linie, die Rotklee-Tee bei Östrogenmangel bei Frauen während der Wechseljahre zu einem beliebten, absolut natürlichen Heilmittel machen. Auch Hitzewallungen werden gemildert.Der gesamte Cocktail allerdings aus seinen Wirksubstanzen ist der Grund, weshalb der Klee auch blutreinigend und "erweichend" wirkt, was vor allem bei Verstopfungen geschätzt wird. Aber auch Rheuma, Leberschwäche und Appetitlosigkeit sind geeignete Indikationen. Im Rahmen einer Rekonvaleszenz, also während der Erholungsphase nach einer überstandenen schweren Erkrankung, kann Rotklee-Tee zu neuen Kräften führen.

Anbaugebiete

So häufig, wie der Klee bei uns zu sehen ist, wird man kaum vermuten, dass er eigentlich recht hohe Ansprüche an seinen Standort, wie viele Kräuter, stellt. Der Klee bevorzugt eine hohe Nährstoffdichte und liebt fette Böden. Staunässe verträgt er dagegen nicht. Mit Ausnahme von Australien ist mindestens eine der insgesamt 59 Unterarten dieses Schmetterlingsblütlers nahezu weltweit vertreten. Bei uns wächst er nicht nur wild auf nahezu jeder Wiese und an Waldrändern. Für seine landwirtschaftliche Nutzung als Futterpflanze wird er auch noch gezielt kultiviert und angebaut.

Herstellung

Für den Tee wird, anders als vielleicht erwartet, nicht die Blüten, sondern das Kraut der Pflanze verwendet. Dieses sammelt man idealer Weise von Mai bis September und trocknet es gründlich. Vor dem Überbrühen mit Wasser sollten die Pflanzenteile noch etwas zerkleinert werden. Den Tee einige Minuten ziehen lassen und ggf. etwas süßen. Auf den hilfreichen Effekt des Klees, vor allem bei Wechseljahrsbeschwerden, ist man tatsächlich erst vor wenigen Jahren aufmerksam geworden. In der Zwischenzeit dürfte man den Tee allerdings auch ohne größere Probleme in Apotheken zu kaufen bekommen. Alternativ ist auch Schafgarbentee eine gute Option bei Problemen während des Klimakteriums.

Fazit

Beim Klee lohnt sich die genauere Unterscheidung zwischen Rot- und Weißklee. Während Rotklee sich vor allem positiv auf die Verdauung auswirkt und die Produktion von Gallensäften sowie die Lebertätigkeit anregt, ist es in erster Linie der Weißklee, der eine blutreinigende Wirkung hat. Zur Rekonvaleszenz werden beide am besten gemischt. Fakt ist, das Klee-Blätter uns schon in der Kindheit faszinierten und man heute ruhig einen anderen Blickwinkel auf das Plflänzlein wagen darf.Bildnachweis: Klee  ©Thinkstock: iStockphoto

Kleetee zubereiten – Die übersehene Heilpflanze der Wiesen

Rotklee (Trifolium pratense) und Weißklee (Trifolium repens) sind so allgegenwärtig auf deutschen Wiesen, dass man sie kaum als Heilpflanzen wahrnimmt. Dabei enthält vor allem der Rotklee bedeutende Mengen an Isoflavonen – pflanzlichen Substanzen, die eine östrogenähnliche Wirkung haben und besonders für die Frauengesundheit in den Wechseljahren interessant sind.

Für Kleetee sammeln Sie frische Rotkleemblüten oder verwenden getrocknete Blüten aus dem Kräuterhandel. Für eine Tasse übergießen Sie 2 bis 4 frische oder 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Kleemblüten mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad). 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Frische Kleeblüten geben einen besonders aromatischen Tee mit einem leicht süßlichen, grasigen Geschmack. Mit Minze und Honig wird er besonders angenehm.

Kleetee lässt sich gut mit anderen Frauen- oder Wechseljahrskräutern kombinieren: Mit Salbei, Frauenmantel und Traubensilberkerze ergibt er eine umfassende Wechseljahrsmischung.

Heilwirkung von Kleetee – Phytoöstrogene für die Frauengesundheit

Rotklee enthält Isoflavone (Formononetin, Biochanin A, Daidzein, Genistein) in vergleichsweise hoher Konzentration. Diese Isoflavone sind Phytoöstrogene – pflanzliche Verbindungen, die strukturell den menschlichen Östrogenen ähneln und an Östrogenrezeptoren binden können, allerdings mit deutlich geringerer Stärke als das körpereigene Östrogen.

In den Wechseljahren, wenn der Östrogenspiegel sinkt, können Phytoöstrogene aus Rotklee helfen, typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen zu lindern. Mehrere klinische Studien zeigen, dass Rotklee-Isoflavone die Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen signifikant reduzieren können.

Für die Knochengesundheit sind die Isoflavone ebenfalls interessant: Sie können dem durch den Östrogenabfall bedingten Knochenabbau entgegenwirken und das Osteoporoserisiko reduzieren. Postmenopausale Frauen können von regelmäßigem Rotklee-Konsum für die Knochengesundheit profitieren.

Rotklee enthält zudem Vitamin C, Calcium, Magnesium, Chrom und Isoflavone mit antioxidativen Eigenschaften. Als allgemeines Stärkungsmittel und Wildkräuternahrung ist Kleetee auch jenseits seiner spezifischen Wirkungen auf die Frauengesundheit interessant.

Geschichte und Kulturgeschichte des Klees

Klee gehört zu den ältesten Kulturbegleitpflanzen der Menschheit. Als Weide- und Futterpflanze wurde er seit der Jungsteinzeit kultiviert. In der keltischen Kultur war der vierblättrige Klee ein mächtiges Glückssymbol – ein Aberglaube, der bis heute lebendig ist. Das Kleeblatt als nationales Symbol Irlands bezieht sich auf die Legende, dass der Heilige Patrick das dreiblättrige Kleeblatt nutzte, um die Dreifaltigkeit zu erklären.

In der Volksmedizin wurde Rotklee bei Atemwegserkrankungen, Hautproblemen und allgemeiner Schwäche eingesetzt. Tee aus Kleemblüten war ein traditionelles Hausmittel in der Landbevölkerung. Die moderne phytoöstrogenmedizinische Nutzung ist vergleichsweise jung – sie begann in den 1980er Jahren, als australische Forscher die Auswirkungen von Phytoöstrogenen in Kleepassagen auf Schafe untersuchten.

Häufige Fragen zu Kleetee (FAQ)

Ist Kleetee für alle Frauen geeignet?
Frauen mit hormonempfindlichen Erkrankungen (Brustkrebs, Gebärmutterkrebs) sollten vor dem Konsum einen Arzt fragen, da Phytoöstrogene Hormonrezeptoren stimulieren.

Hilft Kleetee gegen Hitzewallungen?
Ja, klinische Studien zeigen positive Effekte der Rotklee-Isoflavone auf Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen.

Kann ich Klee selbst sammeln?
Ja, Rotklee wächst auf fast jeder Wiese. Auf ungedüngte, pestizidfreie Standorte achten. Nur die Blüten sammeln.

Wann sollte ich Kleetee für Wechseljahrsbeschwerden trinken?
Regelmäßig über mehrere Wochen und Monate. Die volle Wirkung entfaltet sich erst bei längerem Konsum.

Ist Kleetee auch für Männer sinnvoll?
Ja, als allgemeines Stärkungsmittel und wegen seiner Antioxidantien ist er für Männer unbedenklich. Die phytoöstrogene Wirkung ist in Teemengen so gering, dass keine Auswirkungen auf den männlichen Hormonhaushalt zu erwarten sind.

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