Rotklee und Weißklee wachsen auf nahezu jeder deutschen Wiese und werden kaum als besondere Pflanzen wahrgenommen. Dabei lässt sich aus dem Kraut ein milder, leicht süßlicher Aufguss bereiten, der an Sommerwiesen erinnert. Kleetee ist ein Genussgetränk, kein Heilmittel. Hier erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe in Rotklee stecken, wie Sie den Tee zubereiten, wie er schmeckt und wer beim Genuss vorsichtig sein sollte.
| Pflanze/Basis | Rotklee (Trifolium pratense), Schmetterlingsblütler |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, zart, leicht süßlich, blumig |
| Wassertemperatur | ca. 90 °C |
| Ziehzeit | 5-10 Minuten |
| Dosierung | 1-2 TL getrocknetes Kraut pro Tasse (250 ml) |
| Aufgüsse | ein Aufguss |
| Preisspanne | ca. 3-7 € pro 100 g im Kräuterhandel |
Klee, die unterschätzte Wiesenpflanze
Rotklee und Weißklee gehören zu den häufigsten Pflanzen unserer Wiesen. So allgegenwärtig sie sind, so selten denkt man daran, ihr Kraut für einen Aufguss zu verwenden. Schon Kinder kennen die lila Blütenpracht und die Suche nach dem vierblättrigen Glücksklee.
Mit Ausnahme von Australien ist mindestens eine der rund 59 Unterarten dieses Schmetterlingsblütlers nahezu weltweit vertreten. Der Klee bevorzugt nährstoffreiche, fette Böden und verträgt keine Staunässe. Neben der Wildform wird er gezielt als Futterpflanze angebaut und ist zugleich eine wichtige Bienenweide. Ähnlich heimisch ist der Brennnessel-Tee, der ebenfalls direkt von der Wiese stammt.
Inhaltsstoffe des Rotklees
Geht es um die Inhaltsstoffe, werden beim Klee oft zuerst die Proteine genannt. Für den Tee spielen sie allerdings keine Rolle, da sie fester Bestandteil der Zellstruktur sind und sich nicht im Wasser lösen. Bedeutsamer sind für den Aufguss das ätherische Öl, Gerbstoffe, Glykoside und phenolische Substanzen.
Besonders bekannt sind die Isoflavone, sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Forschung Beachtung finden. Rotklee wird traditionell von Frauen in den Wechseljahren verwendet. Wichtig ist die Einordnung: Ein Aufguss aus dem Kraut enthält nur einen Bruchteil dessen, was in konzentrierten Präparaten steckt, und ist mit diesen nicht gleichzusetzen. Über die genaue Wirkung dieser Stoffe wird in der Wissenschaft weiter diskutiert.
Kleekraut sammeln und kaufen
Für den Tee wird vor allem das blühende Kraut des Rotklees verwendet, frisch gesammelt oder getrocknet. Idealerweise sammelt man es von Mai bis September auf sauberen, unbelasteten Wiesen abseits von Straßen und gespritzten Feldern. Vor dem Überbrühen sollten die Pflanzenteile etwas zerkleinert werden.
Getrocknete Ware ist auch im Kräuterhandel und in Apotheken erhältlich. Sie bietet eine bequeme, ganzjährig verfügbare Alternative zum eigenen Sammeln und ist in der Qualität gut kontrollierbar. Wer Kleeblüten erntet, sollte stets nur einen Teil pflücken und genug für Insekten und die natürliche Vermehrung stehen lassen.
Die richtige Zubereitung
Für eine Tasse übergießt man ein bis zwei Teelöffel getrocknetes oder zwei bis vier frische Kleeblüten mit etwa 250 Millilitern heißem Wasser von rund 90 Grad. Eine Ziehzeit von fünf bis zehn Minuten lässt das milde Aroma entstehen.
Anders als grüner oder schwarzer Tee sollte Kräutertee ausreichend lange ziehen, damit sich die Inhaltsstoffe lösen. Decken Sie die Tasse währenddessen ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen. Bei Bedarf lässt sich der fertige Aufguss mit etwas Honig süßen.
Rotklee oder Weißklee?
Beim Klee lohnt sich die Unterscheidung zwischen Rot- und Weißklee. Für den Aufguss steht meist der Rotklee (Trifolium pratense) mit seinen lila-rosa Blütenköpfchen im Vordergrund, da er die meisten Isoflavone enthält und traditionell am bekanntesten ist. Der Weißklee (Trifolium repens) wächst flacher und trägt weiße Blüten.
Beide Arten werden in der überlieferten Kräuterkunde unterschiedlich eingesetzt und gelegentlich gemischt. Für einen milden Tee zum Genuss ist der Rotklee die naheliegende Wahl, weil er aromatischer schmeckt und im Kräuterhandel leichter erhältlich ist.
Geschmack und Mischungen
Kleetee gehört zu den milden, unaufdringlichen Kräuteraufgüssen. Sein zarter, leicht süßlicher und blumiger Geschmack erinnert an den Duft einer Sommerwiese und macht ihn gut trinkbar, auch für jene, die kräftige Kräutertees meiden. Der Aufguss bleibt hell und unaufdringlich, ganz anders als ein herber Schwarztee.
Wer mag, kombiniert ihn mit anderen heimischen Kräutern. Eine Mischung mit Minze, Zitronenmelisse oder Brennnessel verleiht dem Kleetee zusätzliche Frische und Abwechslung. Wer experimentieren möchte, findet im milden Melissentee einen passenden Partner für eigene Hausmischungen. Auch ein Stück frische Zitrone oder etwas Honig setzen schöne Akzente.
Vorsicht, Zurückhaltung und ärztlicher Rat
Gerade wegen seiner Inhaltsstoffe sollte Kleetee mit Bedacht genossen werden. Schwangere, Stillende und Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten vor dem Genuss ärztlichen Rat einholen, da Wechselwirkungen möglich sind und sich nur fachkundig beurteilen lassen.
Wer den Tee neu für sich entdeckt, beginnt am besten mit kleinen Mengen und achtet auf die eigene Verträglichkeit. Eine traditionelle Alternative bei Beschwerden rund um die Wechseljahre ist der Schafgarbentee. Für alle gesundheitlichen Fragen bleibt die ärztliche Beratung der richtige Weg, ganz unabhängig vom Tee.
Häufige Fragen
Ist Kleetee ein Heilmittel?
Nein. Kleetee ist ein Kräuteraufguss zum Genuss, kein Medikament. Bei gesundheitlichen Fragen sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden.
Welcher Klee eignet sich für Tee?
Vor allem das blühende Kraut des Rotklees, frisch gesammelt oder getrocknet aus dem Kräuterhandel. Beim Sammeln sollte man saubere, unbelastete Wiesen abseits von Straßen wählen.
Wie wird Kleetee zubereitet?
Ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser von etwa 90 Grad übergießen und fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen.
Wer sollte vorsichtig sein?
Schwangere, Stillende und Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten wegen der Isoflavone vor dem Genuss ärztlichen Rat einholen, da Wechselwirkungen möglich sind.
Wie schmeckt Kleetee?
Mild, zart und leicht süßlich mit blumiger Note, fast wie der Duft einer Sommerwiese. Er lässt sich gut mit Minze, Melisse oder Brennnessel kombinieren.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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