Die Nana Minze, auch marokkanische Mine oder Spearminze genannt, ist eine spezielle Sorte von Minze, die sich wegen ihres herrlich erfrischenden Geschmacks inzwischen auch bei uns so großer Beliebtheit erfreut, dass die Teehersteller mittlerweile bei ihren Kräutertees tatsächlich immer öfter zwischen "Minze" bzw. "Pfefferminze" und "Nana Minze" unterscheiden. Dabei ist der Name doppelt gemoppelt, denn der Begriff "Nana" bedeutet im Arabischen bereits "Minze".

Inhaltsstoffe

In der Kaugummiindustrie wird bereits seit Jahrzehnten eine spezielle Art der Krausen Minze unter dem Namen "Spearmint" verwendet und erfreut sich dort auch einer ungebrochenen, zeitlosen Beliebtheit. Mittlerweile kennt man eben diese Minze bei uns auch als Tee - unter dem Namen Nana Minze. Wie bei allen Minzsorten, stehen auch bei dieser die ätherischen Öle, allen voran das Menthol, im Vordergrund. Ihre Anhänger finden ihren Geschmack und ihren Geruch noch einen Tick frischer und belebender, als bei anderen Minzsorten. Kein Wunder also, dass der Tee aus ihren Blättern neben dem grünen Tee in Marokko als Nationalgetränk gilt.

Anbaugebiete

Meist werden unter dem Begriff "Nana Minze" drei Arten von Krauser Minze zusammengefasst. Die eine ist in Nordafrika und dort besonders in Marokko beheimatet, die andere stammt aus Vorderasien. Bei der dritten, handelt es sich um eine Hybridart, die nicht nur künstlich erzeugt wurde, sondern zur Vermehrung auch unverändert die Hilfe von Züchtern braucht. In der freien Natur geht diese Minzart nach einer Vegetationsperiode ohne Nachkommen ein. Auch, wenn sich Experten darin einig sind, dass die eigentliche Nana Minze die aus Vorderasien ist, so sind es bei uns doch vor allem die Produktionen aus Marokko und anderen Nordafrikanischen Ländern, die bei uns gehandelt werden.

Herstellung

Für den Tee werden ausschließlich die Blätter der Nana Minze verwendet. Hierbei gibt es jedoch noch einen großen Unterschied, ob der Tee hierzulande, oder beispielsweise in Marokko angeboten wird. Während es sich bei uns grundsätzlich um getrocknete und häufig auch zerkleinerte Kräuter-Blätter handelt, werden im Norden Afrikas gerne die noch frischen Blätter überbrüht. Dies führt zu einem ganz anderen Aroma, als wir es von der getrockneten Variante kennen. Schon allein die bessere Haltbarkeit ist wohl der Grund, weshalb man bei uns keine frischen Minzeblätter kaufen kann. Längst gibt es jedoch ohne Probleme Minzepflanzen für Garten, Balkon oder einfach nur das Küchenfensterbrett zu kaufen. Wer also möchte, kann sich ganz einfach auch zu Hause einen Tee aus Nana Minze zubereiten und sich bei dessen Genuss fühlen, wie im Urlaub in Marokko. Denn marokkokanische Minze hat eine lange Tradition und ist ein beliebtes Tee-Kultgetränk in der arabischen Welt.

Fazit

Ob es zwischen den einzelnen Minzsorten tatsächlich solch erhebliche Unterschiede gibt, dass man bei Produkten wie Tee etwa wirklich unterscheiden muss, aus welcher Minze sie hergestellt wurden, ist sicher umstritten. Und dies ist auch definitiv eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Entweder schmeckt man einen Unterschied, oder nicht. Und entweder mag man die eine Sorte lieber oder nicht.Bildnachweis: Nana Minze © Swetlana Wall - Fotolia.com

Nana-Minze zubereiten – Arabische Minzetradition

Nana-Minze (Mentha spicata var. nana) ist die in der arabischen Welt am meisten geschätzte Minzesorte und bildet die Grundlage des berühmten marokkanischen Pfefferminztees. Im Gegensatz zur europäischen Pfefferminze (Mentha x piperita) hat Nana-Minze ein milderes, weniger mentholreiches Aroma, das als besonders angenehm, süßlich und frisch empfunden wird.

Für traditionellen arabischen Minzetee mit Nana-Minze kochen Sie frisches Wasser auf und gießen es in eine Teekanne (vorzugsweise aus Metall oder Glas). Geben Sie eine großzügige Handvoll frischer Nana-Minzeblätter und nach Geschmack Zucker hinzu. Lassen Sie den Tee 5 Minuten ziehen. In der marokkanischen Tradition wird der Tee mit grünem Gunpowder-Tee kombiniert und in einem charakteristischen Strom aus großer Höhe in kleine Gläser gegossen – dies belüftet den Tee und erzeugt den typischen Schaum.

Nana-Minze kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Frische Nana-Minze gibt das intensivste Aroma. Wenn Sie frische Nana-Minze verwenden, nehmen Sie deutlich mehr als bei getrockneter (4 bis 5 frische Zweige auf eine Tasse). Nana-Minze ist eine beliebte Gartenpflanze, die sich leicht selbst anbauen lässt.

Gesundheitliche Wirkung von Nana-Minzetee

Nana-Minze enthält ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Vitamin C. Im Vergleich zur Pfefferminze ist der Mentholgehalt niedriger, dafür sind andere Minzenaromen stärker ausgeprägt, was den milderen, süßlicheren Charakter erklärt.

Ähnlich wie andere Minzearten wirkt Nana-Minzetee erfrischend, verdauungsfördernd und leicht krampflösend auf den Magen-Darm-Trakt. Bei Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen ist Minzetee ein altbewährtes Hausmittel. Die kühlende Wirkung des Menthols auf die Schleimhäute macht Nana-Minze auch zu einem angenehmen Mittel bei Kopfschmerzen und Migräne.

In der arabischen Medizintradition wird Nana-Minzetee bei Erkältungen, Fieber, Verdauungsbeschwerden und zur allgemeinen Erfrischung eingesetzt. Die antimikrobiellen Eigenschaften der ätherischen Öle können bei leichten Infektionen im Mund- und Rachenraum hilfreich sein.

Psychologisch-emotional hat Nana-Minzetee eine besondere Bedeutung in den Ländern des Maghreb und des Nahen Ostens: Das Anbieten von Minzetee ist eine Geste der Gastfreundschaft und des Respekts. Das Ritual des Teebereitens und -anbietens hat tiefe soziale und kulturelle Bedeutung und fördert Gemeinschaftssinn und Entspannung.

Arabische Teekultur und die Rolle der Nana-Minze

In Marokko, Tunesien, Algerien und anderen nordafrikanischen Ländern ist Minzetee mehr als ein Getränk – er ist ein kulturelles Symbol für Gastfreundschaft und Gemeinschaft. Die Tradition des Minzeteekochens und -servierens ist tief in der gesellschaftlichen Praxis verwurzelt: Der Gastgeber kocht den Tee persönlich, was als Zeichen der Wertschätzung gilt.

Die typische marokkanische Teetradition schreibt drei Gläser Tee vor: Das erste ist so stark wie der Tod, das zweite so süß wie das Leben, das dritte so sanft wie die Liebe – ein poetisches Bild für die sich verändernden Aromen der aufeinanderfolgenden Aufgüsse. In dieser Tradition wird Tee zu einer meditativen, sozialen und spirituellen Erfahrung.

Nana-Minze wird vor allem im Maghreb und in Teilen des Nahen Ostens angebaut. In Marokko ist die Region rund um Meknes besonders bekannt für den Anbau hochwertiger Nana-Minze. In den Bazars von Marrakesch, Fès und anderen historischen Städten ist der Minzetee-Geruch allgegenwärtig und untrennbar mit dem kulturellen Bild dieser Städte verbunden.

Häufige Fragen zu Nana-Minze (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Nana-Minze und Pfefferminze?
Nana-Minze ist milder, weniger mentholreich und süßlicher im Aroma als Pfefferminze. Sie wird bevorzugt im arabischen Raum für traditionellen Minzetee verwendet.

Kann ich Nana-Minze selbst anbauen?
Ja, Nana-Minze ist eine beliebte Gartenpflanze, die sich gut in Töpfen und Beeten anbbauen lässt. Sie braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort und regelmäßige Bewässerung.

Ist Nana-Minzetee für Kinder geeignet?
In normalen Mengen ja. Nana-Minze ist milder als Pfefferminze und daher auch für Kinder gut geeignet. Für sehr kleine Kinder (unter 2 Jahren) besser vermeiden.

Kann ich Nana-Minze mit grünem Tee kombinieren?
Ja, die traditionelle marokkanische Zubereitung kombiniert Nana-Minze mit Gunpowder-Grüntee. Dies ist ein klassisches und harmonisches Duo.

Warum wird Minzetee aus großer Höhe eingeschenkt?
Das Einschenken aus großer Höhe belüftet den Tee, erzeugt Schaum und mischt ihn gut durch. Es ist auch ein traditioneller ästhetischer Aspekt der marokkanischen Teekultur.

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