Mit dem Namen "Wegwarte" können wohl erst mal die wenigsten etwas anfangen. Dabei war diese wirklich hübsch anzusehende Blume in Deutschland "Blume des Jahres 2009". Etwas konkreter werden die Vorstellungen schon, wenn man erwähnt, dass die Wegwarte zur Familie der Korbblütler gehört, auch unter dem Begriff Zichorie bekannt ist und beliebte Vertreter der Kulturform der Chicorée und der Radicchio sind. Dabei steckt in dieser zartblühenden Heilpflanze, die wild an nahezu jedem Wegesrand und sogar auf Schuttplätzen wächst, ein wunderbares Mittel statt der Medizin bei Magenbeschwerden.Bekannt ist die Kräuter vielen als sogenannte Heilkräuter. Es lohnt sich also durchaus, sich einmal etwas intensiver mit der Wegwarte zu befassen.

Inhaltsstoffe

Die Wurzeln der Wegwarte enthalten besonders hohe Konzentrationen an Inulin. Diese Substanz dient den Heilpflanzen sozusagen als Energiespeicher. Die übrigen Pflanzenteile weisen besonders große Mengen an Gerb- und Bitterstoffen, sowie verschiedensten Glykosiden auf.Diese Mischung der Inhaltsstoffe ist der Grund, weshalb Wegwarte Tee auf Magen, Leber und Niere eine reinigende, sogar harntreibende und leicht abführende Wirkung hat. Durch den Genuss dieses Tees wird die Verdauung angeregt und das Blut gereinigt. So sollen sogar Gelbsucht und Milzleiden gemildert werden können.

Anbaugebiete

Ursprünglich beheimatet war die Wegwarte in Europa, Westasien und dem Nordwesten Afrikas. Längst wurde diese Pflanze jedoch auch im restlichen Afrika, sowie in Nord- und Südamerika eingebürgert. In China und den USA wird die Wegwarte als beliebte Futterpflanze in großen Mengen kultiviert und gezielt angebaut. Bei uns dagegen wächst sie wild in ausreichenden Mengen an nahezu jedem Wegesrand. Selbst auf Äckern ist sie zu finden. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden, die gerne auch leicht trocken sein dürfen.

Herstellung

Meist ist es üblich, dass für Kräutertees die Blüten, oder zumindest die Blätter verwendet werden. Bei der Wegwarte kommen jedoch die Wurzeln zum Einsatz. Diese werden gründlich von Erde gereinigt, getrocknet und zerkleinert. In dieser Form kann man Wegwarte Tee in Drogerien und Apotheken kaufen. Da bisher keinerlei Nebenwirkungen bekannt sind, kann man diesen Tee ohne Bedenken trinken. Möchte man damit allerdings gezielt ein bestimmtes Leiden mindern, empfiehlt es sich immer zunächst Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Fazit

Nüchtern betrachtet ist die Wegwarte eine wunderschöne, zartblühende, blaue Blume. Genauer betrachtet muss man auch hier wieder feststellen, dass in dieser Pflanze weit mehr steckt, als man ihr auf den ersten Blick zutrauen würde. Dabei muss man gar nicht zwingend ein Profi in Sachen Naturheilkunde werden. Genauso wenig muss man komplett auf herkömmliche Medikamente verzichten. Wenn man allerdings mit einem Kräutertee ganz einfach und ohne Nebenwirkungen dazu beitragen kann, dass die jeweiligen Beschwerden zusätzlich gelindert werden oder schneller heilen, dann sollte man sich darüber einfach freuen und die ein oder andere Tasse Tee genießen. Dabei gibt es noch einen kleinen Insider-Tipp. Wem der Geschmack des Wegwarte Tees wegen der zahlreichen Gerb- und Bitterstoffe unangenehm ist, der kann den Tee mit ein paar Blättern Minze gleich viel frischer schmecken lassen.Bildnachweis: Wegwarte Tee © PhotoSG - Fotolia.com

Wegwartetee zubereiten – Die blaue Blume am Wegesrand

Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine der charakteristischsten Wildpflanzen Mitteleuropas. Ihre leuchtend blauen Blüten säumen von Juli bis September Feldwege, Straßenränder und Brachflächen und fallen durch ihre intensive Farbe sofort auf. Die Pflanze ist die wilde Stammform der Chicorée-Pflanze und war in der Volksmedizin über Jahrhunderte ein wichtiges Heilmittel.

Für Wegwartetee können verschiedene Teile der Pflanze verwendet werden: Blüten, Blätter und Wurzeln. Die Wurzeln werden im Herbst geerntet, gereinigt, getrocknet und können dann zerkleinert für Tee verwendet werden. Blüten und Blätter werden frisch oder getrocknet im Sommer geerntet. Für den Tee übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Wurzel oder Blätter mit 250 ml kochendem Wasser und lassen ihn 10 bis 15 Minuten ziehen.

Der Geschmack von Wegwartetee ist bitter und herb – typisch für Bitterpflanzen, die durch ihre Bitterstoffe die Verdauung anregen. Die Bitterkeit kann durch Zugabe von Honig etwas abgemildert werden. In der Volksmedizin wird Wegwartetee gerne mit anderen verdauungsfördernden Kräutern wie Löwenzahn oder Schafgarbe kombiniert.

Heilwirkung und Inhaltsstoffe der Wegwarte

Wegwarte enthält als wichtigsten Wirkstoff Inulin (vor allem in der Wurzel), einen präbiotischen Ballaststoff, der als Nahrung für gesunde Darmbakterien dient und damit die Darmflora positiv beeinflusst. Daneben enthält sie Bitterstoffe (Lactucopikrin, Intybin), Flavonoide, Gerbstoffe und organische Säuren.

Die wichtigste traditionelle Anwendung von Wegwartetee ist die Förderung der Verdauung. Die Bitterstoffe regen die Produktion von Magensaft, Galle und Enzymen an, was besonders nach fetthaltigen Mahlzeiten hilfreich ist. Bei Völlegefühl, Blähungen und träger Verdauung kann Wegwartetee lindernd wirken. Auch bei Leber- und Gallenerkrankungen wird Wegwarte traditionell eingesetzt.

Als präbiotisches Mittel unterstützt Inulin in der Wegwartewurzel das Wachstum von Bifidobakterien und anderen nützlichen Darmbakterien. Eine gesunde Darmflora ist eng mit dem allgemeinen Immunsystem verbunden und kann sich positiv auf viele Aspekte der Gesundheit auswirken.

In der Volksmedizin wurde Wegwarte auch bei Rheumaerkrankungen, als harntreibendes Mittel und zur Blutreinigung eingesetzt. Moderne wissenschaftliche Forschung bestätigt teilweise diese traditionellen Anwendungen, besonders die verdauungsfördernden und präbiotischen Eigenschaften.

Geschichte und Kulturgeschichte der Wegwarte

Wegwarte wurde bereits in der Antike als Heilpflanze und Nahrungsmittel genutzt. Im alten Ägypten war sie bekannt und wurde in Gärten angebaut. Griechische und römische Ärzte beschrieben ihre Heilwirkungen bei Verdauungsbeschwerden und Lebererkrankungen. Der antike Dichter Horaz erwähnt Wegwarte als Teil seiner persönlichen Ernährung.

Im Mittelalter war Wegwarte eine der wichtigsten Heilpflanzen Europas. Hildegard von Bingen empfahl sie bei Augenentzündungen und Leberproblemen. Paracelsus schätzte sie als Heilmittel für Magen- und Leberprobleme. Die Pflanze galt auch im Volksaberglauben als bedeutsam: Man glaubte, sie könne Türen und Schlösser öffnen und unsichtbar machen – was ihr auch den Namen „Wegwarte" eingebracht haben soll, da sie am Wegesrand „wartet".

Im 18. Jahrhundert entdeckte man in den Nilgiri-Bergen die Möglichkeit, die geröstete Wegwartewurzel als Kaffeezusatz oder -ersatz zu verwenden. Diese Praxis verbreitete sich besonders in Kriegszeiten, wenn Kaffee knapp oder teuer war. „Zichorienkaffee" oder „Muckefuck" aus gerösteter Wegwartewurzel war in Deutschland und anderen europäischen Ländern bis ins 20. Jahrhundert ein verbreitetes Getränk.

Häufige Fragen zu Wegwartetee (FAQ)

Ist Wegwarte dasselbe wie Chicorée?
Chicorée (Witloof) ist eine kultivierte Form der Wegwarte. Beide gehören zur gleichen Art (Cichorium intybus), aber Chicorée wird speziell als Gemüse kultiviert, während Wegwarte wild wächst.

Kann ich Wegwarte als Kaffeersatz verwenden?
Ja, die geröstete Wegwartewurzel gibt ein koffeinfreies Getränk, das an Kaffee erinnert. Es wird traditionell in Europa als Kaffeeersatz oder -zusatz verwendet.

Wann und wo kann ich Wegwarte sammeln?
Blüten und Blätter von Juli bis September, Wurzeln im Herbst. Wegwarte wächst an Wegrändern und auf Brachflächen.

Hat Wegwartetee Nebenwirkungen?
Bei Gallen- oder Nierensteine sollte Wegwartetee nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Allergien gegen Korbblütler können auch auf Wegwarte zutreffen.

Hilft Wegwartetee bei Verdauungsproblemen?
Ja, die Bitterstoffe und der präbiotische Inulingehalt machen Wegwartetee zu einem wirksamen Verdauungsmittel.

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