Inhaltsstoffe
Kirschen sind, wie die meisten Obstarten, ausgezeichnete Vitaminbomben und liefern außerdem zahlreiche wertvolle Mineralstoffe, unter anderem Kalium, Phosphor und sogar Eisen. Wegen ihrer bioaktiven Substanzen werden Kirschen sogar zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs empfohlen. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass im Kirschtee all diese wunderbaren Inhaltsstoffe, wenn überhaupt, nur in Bruchteilen der ursprünglichen Konzentration vorkommen. Man sollte Kirschtee also in erster Linie wegen seines Geschmacks trinken, nicht um die Gesundheit zu fördern.Anbaugebiete
Die einzelnen Kirschsorten sind weit verbreitet. Mit Ausnahme vom Mittelmeerraum findet man sie quasi in ganz Europa, aber auch in Nordasien und Japan gibt es nennenswerte Bestände. Ein absolut typisches Kirschgebiet gibt es allerdings nicht.Herstellung
Aus Sicht der Lebensmittelindustrie, die die Kirschen weiter verarbeiten möchte, stellen sich einige Probleme. Möglicher Weise mitgenommene Blätter und Stiele müssen entfernt werden, ebenso die Kerne der Kirschen und ganz davon abgesehen, dass die Früchte nicht gedrückt werden dürfen. Dadurch geht vom ursprünglichen Gewicht bereits ein Großteil verloren. Kirschen sind zwar nicht ganz so druckempfindlich, wie beispielsweise Beerenobst. Dennoch sind sie nicht lange lagerfähig und werden zudem häufig bereits am Baum von Würmern befallen. Aus diesen Gründen werden Kirschen entweder als Frischware im Handel angeboten oder möglichst vor Ort verarbeitet. Für Tee werden deshalb meist schon allein aus Kostengründen keine Kirschstückchen, sondern Kirscharoma verwendet. Und auch in diesem Fall macht es einen erheblichen Qualitätsunterschied, ob es sich dabei um natürliches oder künstliches Kirscharoma handelt.Fazit
Für Kirschtee gelten leider keine Ausnahmen. Es gibt verschiedene Rezepte, doch in erster Linie finden sich Zutaten wie Stückchen von Apfel, Hagebutte und Hibiskus im Tee. Orangenschalen, süße Brombeerblätter, Holunderbeeren und zum Teil auch Rote Beete sollen Geschmack und Farbe intensivieren. Kirsche ist lediglich als zugesetztes Aroma zu finden. Wenn man das weiß, gibt es jedoch keinen Grund von Kirschtee enttäuscht zu sein. Mit tiefroter Farbe und fruchtigem Aroma gehört er sicher definitiv zu den Früchtetees, die ein intensives Geschmackserlebnis bieten können. Wie alle Früchtetee-Sorten schmeckt auch Kirschtee warm oder kalt.Bildnachweis: Kirschtee © LianeM - Fotolia.comKirschtee zubereiten: Vom Früchtetee bis zum Tee aus Kirschblüten
Kirschtee kann verschiedene Formen annehmen: als Früchtetee mit getrockneten Kirschen und Kirscharoma, als Tee aus Kirschblüten (Sakura-Tee) oder als Teemischung auf Grün- oder Schwarzteebasis mit Kirschgeschmack. Die Zubereitung unterscheidet sich je nach Art. Kirsch-Früchtetee wird mit vollständig kochendem Wasser (100 Grad) aufgegossen und fünf bis sieben Minuten gezogen – er ergibt einen rubinroten, fruchtig-süßen Aufguss. Sakura-Tee (Kirschblütentee) wird dagegen mit heißerem Wasser (85-90 Grad) zubereitet und nur drei bis vier Minuten gezogen.
Für den klassischen Kirsch-Früchtetee eignen sich getrocknete Sauerkirschen, Kirschstiele oder eine fertige Mischung mit Hibiskus und Apfelstücken. Wer einen aromatischen Heißtee möchte, kann dem Aufguss eine Zimtstange und eine Scheibe Orangenschale hinzufügen – das ergibt einen winterlichen Kirsch-Glühwein-Tee ohne Alkohol. Als Eistee ist Kirschtee ebenfalls herrlich: kalt aufbrühen, mit frischen Kirschen garnieren und auf Eis servieren.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Kirschblütentee (Sakura-Tee): Ein Hauch Japan im Glas
Sakura-Tee, hergestellt aus den Blüten der Japanischen Zierkirsche, ist in Japan traditionell ein Festtagsgetränk, das bei Hochzeiten und Glücksfeiern gereicht wird. Die Blüten werden in Salzlake eingelegt und getrocknet – für den Tee werden sie einfach in heißes Wasser (85 Grad) gegeben, wo sie sich langsam entfalten und ein zartes Rosa-Rosa abgeben. Der Geschmack ist subtil: leicht salzig, mit einem Hauch von Blumigkeit und dem charakteristischen Aroma der Kirschblüte. Sakura-Tee ist optisch außergewöhnlich schön und eignet sich als besonderer Wohlfühl- und Präsent-Tee.
In Japan wird Sakura-Tee besonders zur Kirschblütezeit (Hanami, ca. März-April) getrunken und symbolisiert Frühlingsbeginn, Erneuerung und vergängliche Schönheit. In Deutschland ist Sakura-Tee in japanischen Teespezialitätenläden und Online-Shops erhältlich. Er ist ein ideales Geschenk für Tee-Liebhaber, die etwas Besonderes und Ungewöhnliches schätzen.
Inhaltsstoffe und Wirkung von Kirschinhaltsstoffen
Kirschen enthalten eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe, die auch in getrockneter Form und im Teeaufguss teilweise erhalten bleiben. Anthocyane – die roten Farbpigmente der Kirsche – wirken als Antioxidantien und können entzündungshemmende Wirkungen haben. Studien zeigen, dass Sauerkirschen-Extrakt Entzündungsmarker reduzieren kann, was sie zu einem natürlichen Mittel bei Gicht und Gelenkentzündungen macht. Melatonin in Sauerkirschen kann den Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen – ein Aspekt, der auch für Kirsch-Abendtees interessant ist.
Kirschstiele, traditionell als Tee genutzt, enthalten Flavonoide und harntreibende Substanzen. In der Naturheilkunde werden Kirschstiel-Tees traditionell bei Blasenentzündungen, Nierensteinen und Wassereinlagerungen eingesetzt. Kirschen sind reich an Vitamin C, Kalium und verschiedenen B-Vitaminen. Bei Früchtetee auf Kirschbasis bleibt zu beachten, dass viele industriell hergestellte Kirschtees vor allem Hagebutten, Hibiskus und Apfelsücke enthalten und eher Kirscharoma als echte Kirschinhaltsstoffe liefern.
Häufig gestellte Fragen zu Kirschtee
Kann Kirschtee beim Schlafen helfen?
Sauerkirschen enthalten natürliches Melatonin, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Tee aus echten Sauerkirschen oder Sauerkirsch-Saft am Abend kann die Einschlafzeit verkürzen und die Schlafqualität verbessern. Studien haben gezeigt, dass Sauerkirsch-Konsum die endogene Melatonin-Produktion erhöht. Kommerzielle Kirschtees enthalten jedoch oft mehr Aroma als echte Kirschen – für den Schlafeffekt ist Sauerkirsch-Saft zuverlässiger.
Was ist der Unterschied zwischen Kirsch-Früchtetee und Sakura-Tee?
Kirsch-Früchtetee ist ein Früchtetee mit dem Geschmack von Kirschen – typischerweise aus getrockneten Kirschen, Hibiskus, Apfelstücken und Kirschararoma. Sakura-Tee wird aus echten Kirschblüten (eingelegt in Salzlake) hergestellt und hat einen ganz anderen, subtilen, leicht salzigen Geschmack. Beide sind koffeinfrei, unterscheiden sich aber erheblich in Geschmack, Optik und Preis.
Ist Kirschtee gut für Gicht?
Kirschen und Sauerkirsch-Produkte werden traditionell bei Gicht empfohlen, da ihre Anthocyane die Harnsäurespiegel senken und Entzündungen reduzieren können. Echter Sauerkirsch-Extrakt oder -Saft hat in Studien Vorteile bei Gicht gezeigt. Kirschtee aus echten Sauerkirschen kann unterstützend wirken, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung.
Wo kauft man echten Sakura-Tee?
Sakura-Tee (Kirschblütentee) ist in Japan verbreitet und kann in japanischen Lebensmittelläden, japanischen Teespezialitätenläden oder Online-Shops für japanische Produkte bezogen werden. In Deutschland sind asiatische Supermärkte und spezialisierte Online-Händler die besten Anlaufstellen. Auf die Qualität achten: Echter Sakura-Tee besteht aus echten Salzlaken-Kirschblüten, nicht aus Schwarztee mit Kirschgeschmack.
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