Lemongras-Tee — hierzulande auch Zitronengrastee genannt — wird aus den Halmen des Zitronengrases (Cymbopogon citratus) aufgegossen, eines Würzgrases aus den Tropen Asiens. Trotz des Namens ist die Pflanze kein Zitrusgewächs: Das ätherische Öl Citral verleiht dem koffeinfreien Aufguss seinen intensiven Zitronenduft, ganz ohne Säure und mit feiner Rosennote. Hier erfahren Sie alles zu Zubereitung, Inhaltsstoffen, Kauf und Lagerung.
| Pflanze/Basis | Zitronengras (Cymbopogon citratus), Süßgrasgewächs |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | zitrisch-frisch, mild-süßlich, leichte Rosennote, ohne Säure |
| Wassertemperatur | 100 °C, sprudelnd kochend |
| Ziehzeit | 5-8 Minuten getrocknet, ca. 10 Minuten bei frischen Stängeln |
| Dosierung | 1-2 TL Schnitt (ca. 2 g) oder 1 frischer Stängel pro 250 ml |
| Aufgüsse | 1-2 Aufgüsse; frische Stängel auch mehrfach |
| Preisspanne | ca. 2-4 € pro 100 g, Bio-Qualität ab ca. 3 € |
Herkunft und Anbau: ein Würzgras aus den Tropen
Zitronengras ist ein horstbildendes Süßgras, das ausgewachsen 1 bis 1,5 Meter hoch wird. Für Tee werden vor allem zwei Arten genutzt: das Westindische Zitronengras (Cymbopogon citratus) und das Ostindische (Cymbopogon flexuosus). Seine Heimat hat das Gras in Süd- und Südostasien; besonders in Indien ist es weit verbreitet, heute wird es außerdem in Thailand, Vietnam, Guatemala und auf Madagaskar angebaut.
Geerntet werden die Halme mehrmals im Jahr, anschließend werden sie getrocknet und geschnitten — für losen Tee in ein bis zwei Zentimeter lange Stücke, für Teebeutel deutlich feiner. Seit das Gras in der asiatischen Küche auch bei uns angekommen ist, führt es fast jeder größere Supermarkt. Wer mag, hält es als Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse: Winterhart ist es nicht, unter etwa 10 °C muss es ins Haus — dafür liefert es den Tee dann erntefrisch.
Geschmack: Zitrone ohne Säure
Lemongras-Tee duftet intensiv zitronig und schmeckt frisch, mild und leicht süßlich — mit jener feinen Rosennote, die das Gras von echten Zitrusaromen unterscheidet. Da die Säure der Zitrone fehlt, bleibt der Aufguss auch bei langer Ziehzeit weich und wird nicht kratzig.
Im Vergleich wirkt er klarer und kühler als der krautigere Melissentee, der ebenfalls nach Zitrone duftet, aber aus einem Lippenblütler gewonnen wird. In unserer Verkostung machte der Tee heiß wie eisgekühlt eine gute Figur: Warm betont er die süßlichen Noten, kalt die Frische — deshalb taucht Zitronengras auch in vielen Sommermischungen auf.
Zubereitung Schritt für Schritt
So gelingt der Aufguss aus getrocknetem Schnitt: 1. Ein bis zwei Teelöffel (etwa 2 g) pro 250-ml-Tasse ins Sieb geben. 2. Mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen — anders als bei Grüntee darf es hier die vollen 100 °C haben. 3. Abgedeckt 5 bis 8 Minuten ziehen lassen, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht mit dem Dampf entweichen. 4. Sieb entnehmen und pur, mit Honig oder einer Ingwerscheibe genießen.
Frische Stängel verlangen einen Handgriff mehr: Das untere Drittel mit dem Messerrücken andrücken oder leicht einrollen, damit die Öle austreten können, dann grob geschnitten rund 10 Minuten ziehen lassen. Für Eistee bereiten Sie den Aufguss doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel — oder Sie setzen gleich einen Kaltauszug an, wie ihn unser Beitrag Tee kalt aufgießen? beschreibt.
Inhaltsstoffe und Studienlage
Hauptakteur ist das ätherische Öl der Halme, das je nach Herkunft zu 65 bis 85 Prozent aus Citral besteht — jenem Aromastoff, der auch Zitronenschalen ihren Duft gibt. Daneben enthält das Gras weitere Ölkomponenten wie Geraniol sowie Flavonoide. Koffein fehlt vollständig, was den Tee zu einem unkomplizierten Abendgetränk macht.
In seiner asiatischen Heimat wird der Aufguss traditionell bei Husten, Fieber und Magenbeschwerden getrunken; in der Karibik trägt die Pflanze deshalb den Beinamen "fever grass". Wissenschaftlich untersucht sind vor allem antimikrobielle Eigenschaften des konzentrierten Öls in Laborstudien — auf die deutlich schwächer dosierte Teetasse lassen sich solche Ergebnisse nicht direkt übertragen. Gesicherte Wirknachweise am Menschen stehen aus; wer den Tee mag, trinkt ihn am besten schlicht des Geschmacks wegen.
Kauf und Qualitätsmerkmale
Im Handel finden Sie Lemongras als losen Schnitt, im Teebeutel und als Zutat vieler Kräuter- und Früchtemischungen. Guten losen Schnitt erkennen Sie an blassgrüner bis strohgelber Farbe, geringem Staubanteil und einem deutlichen Zitronenduft, der beim Reiben zwischen den Fingern noch intensiver wird. Riecht die Ware nur noch nach Heu, ist das Citral bereits verflogen.
Üblich sind Preise von etwa 2 bis 4 Euro pro 100 g, Bio-Qualität beginnt um 3 Euro. Frische Stängel gibt es im Asia-Laden meist im Bündel für 1 bis 2 Euro. Unsere Empfehlung: Bio-Ware bevorzugen, da das Gras in konventionellen Anbauländern teils intensiv behandelt wird — worauf Sie bei den Siegeln achten sollten, fasst der Artikel Was ist dran am Bio-Tee? zusammen.
Lagerung
Getrockneter Lemongras-Schnitt behält sein Aroma in einer luftdicht schließenden, dunklen Dose etwa 12 bis 18 Monate; danach verflüchtigt sich das Citral zusehends. Wichtig sind ein trockener Standort ohne direkte Wärmequelle und räumlicher Abstand zu Kaffee und Gewürzen, deren Duft das Gras sonst annimmt.
Frische Stängel halten sich, in ein feuchtes Tuch gewickelt, zwei bis drei Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks. Noch länger geht es im Tiefkühler: Grob geschnitten und eingefroren bleiben die Halme mehrere Monate aromatisch und lassen sich portionsweise direkt ins heiße Wasser geben.
Varianten und Alternativen
Pur ist Lemongras-Tee ein Klassiker der asiatischen Küche, kombiniert zeigt er seine ganze Bandbreite: Mit frischem Ingwer ergibt er ein wärmendes Wintergetränk — Anregungen liefert unser Artikel über Ingwertee —, mit Minze ein kühlendes Sommergetränk. Auch in Chai-Mischungen und Kräutertees für den Abend taucht das Gras häufig auf.
Wer den Zitruston mag, aber Abwechslung sucht, probiert Zitronenschalen-Tee mit echter Zitrusfrische und feiner Bitternote oder die mildere Zitronenmelisse aus dem heimischen Garten. So lässt sich der Zitronencharakter durch das ganze Jahr variieren, ohne dass eine Tasse der anderen gleicht.
Häufige Fragen
Wie lange muss Lemongras-Tee ziehen?
Getrockneter Schnitt zieht abgedeckt 5 bis 8 Minuten in sprudelnd kochendem Wasser. Frische, angedrückte Stängel brauchen rund 10 Minuten, werden dabei aber nicht bitter.
Hat Lemongras-Tee Koffein?
Nein, der Aufguss ist von Natur aus koffeinfrei. Damit eignet er sich auch am späten Abend und für Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren.
Kann man Lemongras-Tee aus frischen Stängeln zubereiten?
Ja. Das untere Drittel der Stängel mit dem Messerrücken andrücken, damit die ätherischen Öle austreten, grob schneiden und etwa 10 Minuten mit kochendem Wasser ziehen lassen.
Wofür wird Lemongras-Tee traditionell verwendet?
In Süd- und Südostasien sowie der Karibik wird er traditionell bei Husten, Fieber und Magenbeschwerden getrunken. Gesicherte Wirknachweise am Menschen gibt es bislang nicht.
Ist Zitronengras dasselbe wie Zitronenmelisse?
Nein. Zitronengras ist ein tropisches Süßgras mit hohem Citral-Gehalt, Zitronenmelisse ein heimischer Lippenblütler. Beide duften zitronig, schmecken aber deutlich unterschiedlich.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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