Beim Stichwort Kräutertee fällt vielen zuerst der Kamillentee ein. Selbst Menschen, die kaum Tee trinken, haben ihn zu Hause oder die Pflanze sogar im Garten. Er wird aus den Blüten der Echten Kamille gewonnen, ist koffeinfrei und schmeckt mild-würzig. Dieser Beitrag zeigt, welche Inhaltsstoffe in der Kamille stecken, wie Sie den Tee richtig zubereiten und woran Sie gute Ware erkennen, denn Kamille ist mehr als nur Hausmittel.
| Pflanze/Basis | Echte Kamille (Matricaria chamomilla), Blütenköpfchen |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, leicht würzig, sanft blumig |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochendes Wasser) |
| Ziehzeit | 5-10 Minuten, abgedeckt |
| Dosierung | 1 gehäufter TL bzw. 1 Beutel pro 250 ml |
| Aufgüsse | 1 Aufguss üblich |
| Preisspanne | ca. 2-5 € pro 100 g, Apothekenware höher |
Die Echte Kamille erkennen
Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) trägt kleine weiße Zungenblüten rund um ein gewölbtes, gelbes Körbchen. Ein sicheres Merkmal: Der Blütenboden ist hohl, anders als bei der ähnlich aussehenden, geruchsärmeren Hundskamille. Zerreibt man die Blüten, verströmen sie den typischen, leicht würzigen Kamillenduft.
Ursprünglich war die Pflanze in Süd- und Osteuropa sowie Vorderasien beheimatet, heute wächst sie in ganz Europa und bis nach Australien. Sie gedeiht sogar auf Ödland, bevorzugt aber nährstoffreichen, nicht zu kalkhaltigen Boden und ist dadurch leicht zu kultivieren.
Inhaltsstoffe
Anders als bei vielen Teesorten beruht der Wert der Kamille nicht auf Vitaminen oder Mineralstoffen. Entscheidend sind die ätherischen Öle, darunter Bisabolol und das blau gefärbte Chamazulen, sowie Flavonoide, die zu den Antioxidantien zählen. Traditionell wird der Aufguss zur Beruhigung des Magens und bei leichten Reizungen verwendet.
Abgekühlt nutzt man ihn überliefert auch äußerlich für Umschläge oder Spülungen. Gesundheitliche Effekte sind nicht in jedem Fall belegt, weshalb Kamillentee in erster Linie ein angenehmes Genussgetränk bleibt. Eine weitere klassische Heilpflanze ist die Melisse.
Geschmack: mild und würzig
Kamillentee schmeckt mild, leicht würzig und sanft blumig, mit einer feinen, kaum wahrnehmbaren Bitternote. Gerade weil er so unaufdringlich ist, wird er oft nur als Krankentee gesehen. Dabei lohnt es sich, ihn bewusst als Getränk zu genießen statt nur bei Unwohlsein.
Wer mehr Abwechslung sucht, mischt Kamille mit anderen Kräutern: Mit Fenchel wird sie runder und süßlicher, mit Pfefferminze frischer. Auch gekühlt ist der Aufguss eine angenehme, kalorienfreie Erfrischung.
Zubereitung Schritt für Schritt
Geben Sie einen gehäuften Teelöffel getrocknete Kamillenblüten oder einen Beutel pro Tasse (etwa 250 ml) in ein Sieb und übergießen Sie sie mit sprudelnd kochendem Wasser. Anders als Grüntee verträgt Kamille die volle Hitze problemlos.
Decken Sie die Tasse ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen, und lassen Sie den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Erst dann lösen sich die Inhaltsstoffe vollständig. Eine zu kurze Ziehzeit ist der häufigste Fehler bei Kräutertee. Anschließend die Blüten entfernen.
Qualität und Kauf
Hochwertige Kamille besteht fast ausschließlich aus ganzen, gelb-weißen Blütenköpfchen in loser Form, wie man sie vor allem in der Apotheke findet. Günstige Beutelware aus Supermarkt oder Tankstelle enthält dagegen oft nur Bruchstücke und Staub, was Aroma und Wirkstoffgehalt mindert.
Ein frischer, deutlich würziger Duft ist das beste Qualitätsmerkmal. Bio-Ware vermeidet zudem Rückstände aus dem Anbau. Wer einen koffeinfreien Alltagstee mit ganz anderem Charakter sucht, findet ihn im Rooibos-Tee.
Kamille selbst sammeln
Wer die Echte Kamille sicher von ähnlichen Korbblütlern unterscheiden kann, darf sie selbst sammeln. Sie wächst an Wegrändern, auf Brachflächen und Feldern und blüht von Mai bis in den Spätsommer. Ernten Sie nur an sauberen Standorten abseits von Straßen und gespritzten Äckern, am besten an einem trockenen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.
Gepflückt werden allein die voll geöffneten Blütenköpfchen. Trocknen Sie sie luftig, dunkel und nicht über 40 Grad, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben. Das hohle Blütenbett und der typische Duft sind beim Sammeln die wichtigsten Erkennungszeichen, um Verwechslungen mit der wirkungsärmeren Hundskamille zu vermeiden.
Lagerung
Getrocknete Kamillenblüten sollten trocken, dunkel und luftdicht lagern, da Licht und Feuchtigkeit die ätherischen Öle rasch abbauen. Eine Dose aus Blech, Keramik oder dunklem Glas eignet sich besser als eine durchsichtige Verpackung.
Bewahren Sie die Blüten abseits stark riechender Lebensmittel auf, denn sie nehmen Fremdgerüche leicht an. So bleibt der typische Kamillenduft etwa zwölf bis 18 Monate erhalten. Verfärben sich die Blüten bräunlich oder lässt der Duft nach, ist das Aroma verflogen.
Häufige Fragen
Wofür wird Kamillentee traditionell verwendet?
Überliefert wird er zur Beruhigung des Magens und bei leichten Reizungen getrunken, abgekühlt auch äußerlich für Umschläge. Er ist jedoch ein Genussgetränk und ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Wie lange muss Kamillentee ziehen?
Fünf bis zehn Minuten mit kochendem Wasser und abgedeckt. Nur so lösen sich die ätherischen Öle vollständig. Eine zu kurze Ziehzeit ist der häufigste Fehler bei Kamillentee.
Enthält Kamillentee Koffein?
Nein, als reiner Kräutertee ist Kamillentee koffeinfrei. Er eignet sich daher für jede Tageszeit, besonders am Abend, und ist bei vielen Familien beliebt.
Wie erkenne ich gute Kamille?
Hochwertige Ware besteht aus ganzen gelb-weißen Blütenköpfchen mit kräftigem, würzigem Duft. Viel Staub und Bruch sowie ein schwacher Geruch deuten auf geringere Qualität hin.
Wie schmeckt Kamillentee?
Mild, leicht würzig und sanft blumig mit einer kaum wahrnehmbaren Bitternote. Mit Fenchel wird er süßlicher, mit Pfefferminze frischer.
Quellen
- Kommission E: Monographie Matricariae flos (Kamillenblüten)
- ESCOP Monographs: Matricariae flos (Matricaria Flower)
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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