Der Name Lungenkraut klingt ungewöhnlich, gibt aber einen alten Hinweis auf die traditionelle Verwendung der Pflanze. Das Waldkraut mit den auffällig gefleckten Blättern (Pulmonaria officinalis) enthält reichlich Schleimstoffe und wird in der Volksheilkunde bei Reizhusten genutzt. Sein lateinischer Zusatz „officinalis" bedeutet, dass es einst in jeder Apotheke vorrätig sein sollte. Hier lesen Sie zu Herkunft, Inhaltsstoffen und Zubereitung.

Steckbrief
Pflanze/BasisLungenkraut (Pulmonaria officinalis), Raublattgewächs
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, leicht erdig, weich-schleimig
Wassertemperatur100 °C (kochend)
Ziehzeitca. 10 Minuten
Dosierung2 TL getrocknetes Kraut pro Tasse
Verwendete Teileganze blühende Pflanze
Preisspanneca. 4-7 € pro 100 g

Das Lungenkraut und sein Name

Der Name Lungenkraut klingt nicht besonders appetitlich, verrät aber, bei welchen Beschwerden das alte Hausmittel früher zum Einsatz kam. Die gefleckten Blätter erinnerten die Menschen an Lungengewebe — nach der mittelalterlichen Signaturenlehre deutete man das als Hinweis auf eine Verwendung bei Atemwegsleiden.

Der lateinische Name Pulmonaria officinalis liefert weitere Hinweise. „Pulmonaria" verweist auf die Lunge, möglicherweise auch deshalb, weil die Blüten im Laufe der Blüte ihre Farbe von Rot nach Blau wechseln — ähnlich wie sich Lungengewebe beim Atmen verändert. „Officinalis" bedeutet, dass die Pflanze in Apotheken vorrätig sein sollte.

Geschmack und Inhaltsstoffe

Lungenkraut-Tee schmeckt mild und leicht erdig mit einer weich-schleimigen Textur. Das Aroma bleibt zurückhaltend, weshalb sich der Aufguss gut mit anderen Kräutern mischen lässt.

Von Bedeutung sind vor allem die hohen Anteile an Kieselsäure und Schleimstoffen. Hinzu kommen Flavonoide, Saponine sowie Gerb- und Gerbsäure. Die Schleimstoffe legen sich beim Trinken wie ein Film über die gereizten Schleimhäute und erklären den traditionell reizlindernden Charakter.

Anzeige

Traditionelle Verwendung

In der Volksheilkunde wird Lungenkraut traditionell bei Reizhusten und Reizungen der oberen Atemwege verwendet, etwa bei Heiserkeit oder Halskratzen. Eine wissenschaftliche Bestätigung dieser überlieferten Anwendungen steht jedoch aus.

Abseits der traditionellen Hausapotheke spielt die Pflanze kaum eine Rolle; Kenner sammeln das Kraut meist selbst. Der Tee ist ein mildes Genuss- und Hausmittel, kein Heilmittel. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie ärztlichen Rat. Wer den Atemwegen Gutes tun möchte, findet im Spitzwegerich und im Thymiantee bekanntere Alternativen.

Vorkommen im Wald

Das Lungenkraut ist ein Halbschattengewächs: Es verträgt weder direkte Sonne noch zu tiefen Schatten. Man findet es daher häufig in Mischwäldern und an Waldrändern Mitteleuropas, besonders dort, wo der Boden kalkhaltig ist.

Als Frühblüher zeigt es seine Blüten von März bis Mai, die im Verlauf von Rosa zu Blau wechseln. Damit bietet es Insekten früh im Jahr Nahrung, wenn viele andere Pflanzen noch nicht blühen. Ähnlich wie die Kamille gehört es zu den vertrauten Kräutern der heimischen Flora.

Ernte und Herstellung

Für den Tee verwendet man die gesamte Pflanze. Während die Blüte von März bis Mai dauert, wird das Kraut zur Teebereitung von Mai bis Juni gesammelt, gründlich getrocknet und zerkleinert.

Zwei Teelöffel des getrockneten Krauts ergeben nach etwa zehn Minuten einen milden Tee, der sich nach Belieben mit weiteren Kräutern wie Fenchel mischen lässt. Getrocknetes Lungenkraut lässt sich auch zu feinem Pulver vermahlen; ein Esslöffel davon in warme Milch eingerührt ergibt eine Abwechslung zum klassischen Aufguss.

Anzeige

Lungenkraut sicher erkennen

Wer das Lungenkraut selbst sammeln möchte, erkennt es an mehreren eindeutigen Merkmalen. Das auffälligste sind die weiß gefleckten Blätter, deren helle Punkte auf grünem Grund schon von Weitem ins Auge fallen. Sie geben der Pflanze ihren Namen und machen eine Verwechslung unwahrscheinlich.

Hinzu kommen die zweifarbigen Blüten, die zu Beginn rosa-rot und später blau-violett erscheinen — beide Farben sind an einer Pflanze gleichzeitig zu sehen. Als typischer Frühblüher zeigt sich das Lungenkraut bereits ab März in schattigen Laubwäldern. Wer diese Merkmale kennt, kann es zuverlässig von anderen Waldpflanzen unterscheiden.

Zubereitung und Hinweise

So bereiten Sie den Tee zu: 1. Zwei Teelöffel getrocknetes Lungenkraut pro Tasse abmessen. 2. Mit kochendem Wasser (100 °C) übergießen. 3. Zugedeckt rund zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen.

Wer selbst sammelt, sollte die Pflanze sicher bestimmen können und nur an sauberen, unbelasteten Standorten ernten. Im Zweifel greifen Sie zu geprüfter Ware aus dem Fachhandel. So bleibt der Aufguss unbedenklich und mild im Geschmack.

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Lungenkraut?
Die gefleckten Blätter erinnerten die Menschen an Lungengewebe. Nach der mittelalterlichen Signaturenlehre deutete man das als Hinweis auf eine Verwendung bei Atemwegsbeschwerden.

Welche Inhaltsstoffe enthält Lungenkraut?
Vor allem viel Kieselsäure und Schleimstoffe, dazu Flavonoide, Saponine sowie Gerbstoffe. Die Schleimstoffe legen sich beim Trinken über die Schleimhäute und wirken reizlindernd.

Ist Lungenkraut-Tee ein Heilmittel?
Nein. Er ist ein mildes Genuss- und Hausmittel. Traditionell wird er bei Reizhusten verwendet, doch eine wissenschaftliche Bestätigung steht aus. Bei Beschwerden ist ärztlicher Rat ratsam.

Wie bereite ich Lungenkraut-Tee zu?
Zwei Teelöffel getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser übergießen und zugedeckt etwa zehn Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und nach Belieben mit anderen Kräutern mischen.

Wann sammelt man Lungenkraut?
Die Blüte reicht von März bis Mai, für den Tee wird das Kraut von Mai bis Juni gesammelt. Achten Sie auf sichere Bestimmung und saubere Standorte fern von Straßen.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:

AS

André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.