Zugegeben, der Name Lungenkraut Tee klingt nicht besonders appetitlich, vermittelt aber bereits von Anfang an recht genaue Vorstellungen, bei welchen Krankheitsbildern man dieses alte Hausmittel einsetzten sollte. Der lateinische Name Pulmonaria officinalis liefert weiter interessante Details. Das Pulmonaria "irgendetwas mit Lunge" zu tun hat, erraten auch viele, die in der Schule kein Latein hatten. Dabei erhielt die Pflanze diesen Namen möglicher weise auch deswegen, weil ihre Blüten ihre Farbe im Laufe der Zeit von Rot nach Blau ändern, ganz ähnlich dem Lungengewebe während der Atmung. "Officinalis" dagegen bedeutet, dass diese Pflanze stets in Apotheken vorrätig sein sollte.

Inhaltsstoffe

Von Bedeutung für uns sind vor allem die großen Konzentrationen an Kieselsäure und Schleim. Weiter von Bedeutung sind Flavonoide, Saponine, sowie Gerbstoffe und -säure. Diese Kombination überzeugt durch eine äußerst beruhigende Wirkung auf Reizhusten und hilft ebenso bei Entzündungen der oberen Atemwege besonders gut. Egal also, ob einfach nur Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten oder einfach vermehrter Schleim in den Atemwegen. Mit der Kräuter Lungenkraut fühlt man sich schnell besser.Doch auch Blasenleiden bis hin zur Nierenbeckenentzündung oder auch Durchfall können sich dank dieser alten Heilpflanze zum Positiven entwickeln und schon ganz bald wieder abklingen. Sogar Hämorrhoiden lassen sich damit behandeln und selbst Wunden und Pickel finden sich auf der Liste.

Anbaugebiete

Das Lungenkraut gehört zu den Halbschattengewächsen, verträgt also keine direkte Sonneneinstrahlung, möchte andererseits aber auch nicht zu viel Schatten haben. So findet man es häufig in den Mischwäldern, ebenso wie allgemein an Waldrändern Mitteleuropas. Ist der Boden dann auch noch besonders kalkhaltig, fühlt sich das Lungenkraut besonders wohl. In der Volkheilkunde ist die Heilpflanze wohl sehr beliebt, allerdings findet es abseits davon kaum Bedeutung. Kenner sammeln sich das Kraut eher selbst, als in Apotheke danach zu fragen. Nennenswerte Nutzflächen gibt es also nicht. Für zum Thema Heilpflanze wenden sich aber die meisten an Apotheken.

Herstellung

Diese Heilpflanzen blühen ziemlich genau drei Monate lang von März bis einschließlich Mai. Für den Tee allerdings verwendet man die gesamte Pflanze, diese wird dann von Mai bis Juni gesammelt. Das Kraut wird gründlich getrocknet und zerkleinert. Zwei Teelöffel davon ergeben dann bereits nach 10 Minuten einen ganz wunderbaren Tee, den man jederzeit auch mit weiteren Kräutern mischen kann. Zudem lässt sich getrocknetes Lungenkraut auch hervorragend zu einem feinen Pulver vermahlen. Ein Esslöffel davon in warme Milch gemischt ergibt ebenfalls eine sehr wirkungsvolle Kombination, die mal eine Abwechslung zum Tee darstellt. Lungenkraut plus Blätter geschnitten, gibt es auch als Variante der Verarbeitung

Fazit

Würde man einfach mal in einer Fußgängerzone eine Befragung durchführen, würde wohl sicher nur eine Minderheit antworten, dass sie Lungenkraut oder den Lungenkrauttee kennt. Dennoch lohnt es auch in diesem Fall, sich einmal etwas intensiver mit dem alten Naturheilkundewissen auseinander zu setzen. Lungenkrauttee ist absolut hilfreich und effektiv. Und es wäre wirklich schade, wenn nicht sogar unverzeihlich, wenn das Wissen um die Heilkräfte der Natur verloren gehen würde.Bildnachweis: Lungenkraut-Tee © Heike Rau - Fotolia.com

Lungenkraut-Tee zubereiten: Das Atemwegsheilmittel

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), auch Lungenwurz genannt, ist ein klassisches Heilkraut für die Atemwege. Für Lungenkraut-Tee getrocknete Blätter und Blüten des Lungenkrauts verwenden. Einen Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad) übergießen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und mit Honig süßen – Honig verstärkt die schleimhautschützende Wirkung des Tees. Der Aufguss ist hellbräunlich und hat einen milden, leicht herb-krautigen Geschmack.

Lungenkraut-Tee in der traditionellen Kräuterheilkunde: Täglich zwei bis drei Tassen bei Erkältungen, Husten und Bronchitis über ein bis zwei Wochen. Als Kombination mit Thymian oder Efeu ist die schleimlösende Wirkung besonders stark. Wer regelmäßig unter Atemwegsbeschwerden leidet, kann Lungenkraut-Tee als vorbeugende Kur im Herbst und Winter trinken.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Lungenkraut enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Saponine, Allantoin, Kieselsäure und Flavonoide. Die Schleimstoffe legen sich schützend über die gereizten Schleimhäute der Atemwege und haben eine beruhigende Wirkung bei Husten und Heiserkeit. Saponine wirken schleimlösend und fördern den Abtransport von Schleim aus den Atemwegen. Allantoin unterstützt die Regeneration der Schleimhäute. Die Kombination dieser Eigenschaften macht Lungenkraut zu einem klassischen Hustentee.

Der Name „Lungenkraut" stammt aus der Signaturenlehre des Mittelalters: Die weißen Flecken auf den Blättern erinnerten Kräuterkundige an erkrankte Lungen, weshalb die Pflanze für Lungenerkrankungen eingesetzt wurde. Obwohl die Signaturenlehre wissenschaftlich nicht haltbar ist, hat sich die Wirkung bei Atemwegsbeschwerden durch tatsächlich vorhandene Inhaltsstoffe bestätigt.

Häufig gestellte Fragen zu Lungenkraut-Tee

Ist Lungenkraut sicher?
Lungenkraut in normalen Tee-Mengen gilt als sicher. Es enthält jedoch Pyrrolizidinalkaloide in geringen Mengen, die in sehr hohen Mengen leberschädigend sein können. Begrenzte, kurzfristige Anwendung (ein bis zwei Wochen) ist unbedenklich. Schwangere sollten vorsichtig sein.

Hilft Lungenkraut-Tee bei Erkältungshusten?
Ja – die Schleimstoffe und Saponine des Lungenkrauts wirken hustenlindernd und schleimlösend. Bei trockener Reizung als auch bei schleimigem Husten kann Lungenkraut-Tee unterstützend wirken.

Kann man Lungenkraut selbst sammeln?
Lungenkraut ist eine geschützte Pflanze in vielen Regionen und sollte nicht wild gesammelt werden. Getrocknetes Lungenkraut aus dem Kräuterhandel oder der Apotheke verwenden.

Lungenkraut-Tee richtig zubereiten

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist eine charakteristische Frühlingspflanze des Halbschattens, erkennbar an ihren weißgepunkteten Blättern und den rosa-blauen Blüten. Für den Tee verwendet man die getrockneten oberirdischen Teile (Kraut und Blüten). Zubereitung: 2 Teelöffel getrocknetes Lungenkraut pro 250 ml Wasser bei 85–90°C, 8–10 Minuten abgedeckt ziehen lassen und abseihen. Der Geschmack ist mild-schleimig, leicht herb und angenehm neutral – gut verträglich und angenehm warm. Für eine Hustenmischung: Lungenkraut mit Thymian, Spitzwegerich und Süßholzwurzel zu gleichen Teilen mischen – eine bewährte Kombination, die Schleim löst, Bronchien entspannt und antimikrobiell wirkt. Den Tee 2–3 Tage täglich als Kur trinken.

Lungenkraut: Schleimhaut-Heilpflanze mit langer Tradition

Lungenkraut verdankt seinen Namen der „Lehre der Signaturen" – die gefleckten Blätter erinnern an erkrankte Lungen, weshalb die Volksmedizin sie zur Lungenbehandlung einsetzte. Wissenschaftlich gesehen enthält Lungenkraut tatsächlich wertvolle Wirkstoffe für die Atemwege: Schleimstoffe (Polysaccharide), die die Schleimhäute beruhigen und schützen; Kieselsäure (Silizium), die das Bindegewebe stärkt; Gerbstoffe, die entzündungshemmend wirken; und Allantoin, das die Zellregeneration fördert. Besonders bei trockenem Reizhusten, Bronchitis und Erkältungen ist der schleimstoffhaltige Tee wohltuend – die Mucilage legt sich wie ein Schutzfilm über die gereizte Schleimhaut. Lungenkraut enthält außerdem Pyrrolizidinalkaloide in geringen Mengen, weshalb längere Kuren (über 4 Wochen) nicht empfohlen werden.

Geschichte des Lungenkrauts in der europäischen Pflanzenheilkunde

Lungenkraut gehört zu den klassischen Heilpflanzen des europäischen Mittelalters. Hildegard von Bingen erwähnt es, Paracelsus verwendete es, und die Signaturenlehre des Mittelalters (das äußere Erscheinungsbild der Pflanze als Hinweis auf ihre Heilwirkung) machte Lungenkraut zu einem der bekanntesten Atemwegskräuter. In der Volksmedizin der Alpenregionen ist es als „Schlangenkraut", „Hirschkohl" oder „Unser-Frauen-Milchkraut" bekannt. In England heißt es Jerusalem Cowslip oder Lungwort – beide Traditionen betonen die Verbindung zu Atemwegen. Heute ist Lungenkraut im Kräutergarten und in Naturheilkunden-Apotheken wieder präsent, auch wenn es von kommerziell produzierten Hustenpräparaten weitgehend verdrängt wurde.

FAQ: Lungenkraut-Tee

Hilft Lungenkraut-Tee bei Bronchitis? Ja, die Schleimstoffe beruhigen gereizte Bronchialschleimhäute und können mild schleimlösend wirken. Als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung sinnvoll, nicht als Ersatz.

Wie lange ist eine Lungenkraut-Tee-Kur unbedenklich? Wegen des geringen Pyrrolizidinalkalioid-Gehalts sollte die Kur auf 4–6 Wochen pro Jahr begrenzt sein. Bei Lebererkrankungen ganz meiden.

Wo findet man Lungenkraut? Im Halbschatten feuchter Wälder und Hecken, von März bis Mai blühend. Im Handel erhältlich bei Kräuterfachhändlern und Online-Apotheken als getrocknetes Kraut.

Kann Lungenkraut-Tee mit anderen Hustenkräutern kombiniert werden? Ja, ausgezeichnet. Die klassische Kombination mit Thymian, Spitzwegerich, Efeublatt und Schlüsselblume ergibt eine umfassende Atemwegs-Teemischung.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema: