Yonkon ist ein japanischer Grüntee, der hierzulande nur wenigen Kennern ein Begriff ist. Als naher Verwandter des bekannteren Tamaryokucha wird er oft sein kleiner Bruder genannt. Er stammt von der Insel Kyushu, schmeckt mild und rund und kommt fast ohne Bitterkeit aus, gerade Einsteigern hat er einiges zu bieten. Hier lesen Sie, was Yonkon ausmacht, woher er kommt und wie Sie ihn zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, gedämpfter japanischer Grüntee
Koffeingehaltmild, wie bei Grüntee üblich
Geschmacksprofilmild, leicht süßlich, vegetabil, wenig bitter
Wassertemperaturca. 70 °C, nicht kochend
Ziehzeit1-2 Minuten
Dosierungca. 2-3 g pro Tasse
Aufgüssemehrere Aufgüsse möglich
HerkunftInsel Kyushu, Süden Japans

Was Yonkon ausmacht

Yonkon zählt zu den japanischen Grüntees und teilt viele Eigenschaften mit dem Tamaryokucha. Charakteristisch ist sein mildes, rundes Aroma, das ohne aufdringliche Bitterkeit auskommt. Die Gerb- und Bitterstoffe sind im Vergleich zu anderen Sorten reduziert, weshalb selbst der Nachgeschmack überzeugt.

Wer japanische Grüntees bislang als zu herb oder grasig empfunden hat, findet im Yonkon oft eine angenehme Überraschung. Seine sanfte Art macht ihn zu einem guten Einstieg, ähnlich zugänglich wie ein milder Sencha.

Der kleine Bruder des Tamaryokucha

Tamaryokucha, auch Guricha genannt, ist für seine gerollten, leicht kommaförmigen Blätter bekannt. Yonkon steht ihm geschmacklich nahe, gilt aber als die etwas leichtere Variante. Das Herstellungsverfahren beider Sorten ist identisch: Die Blätter werden in ihrer Ursprungsform belassen und starkem Dampf ausgesetzt.

Der Unterschied liegt darin, dass die Blätter für Yonkon insgesamt etwas "unruhiger", also weniger regelmäßig und einheitlich sind. Am Ende der Produktion werden sie von Hand verlesen, und die etwas schlichteren Blätter werden zum Yonkon. Mehr zum bekannteren Verwandten lesen Sie im Beitrag über Tamaryokucha.

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Das Geschmacksprofil

Im Aufguss zeigt Yonkon eine milde, leicht süßliche und vegetabile Note. Die für viele japanische Grüntees typische Frische ist vorhanden, bleibt hier aber dezent und gut eingebunden. Seine angenehme Süße schmeckt so leicht, dass selbst Zweifler und Kritiker rasch überzeugt sind.

Die geringe Bitterkeit macht ihn zu einem unkomplizierten Alltagstee, der sich gut über den Tag trinken lässt, ohne dass der Geschmack zu kräftig oder ermüdend wird. Wer einen tief gedämpften Vergleich sucht, findet ihn im Fukamushi Sencha.

Anbau und Herstellung

Yonkon stammt von der Insel Kyushu, dem südlichsten Punkt Japans. Die klimatischen Bedingungen und die Standorte der Teegärten dort liefern beste Voraussetzungen. Insgesamt spielt Yonkon allerdings eine so unbedeutende Rolle, dass es außerhalb dieses Gebietes kaum nennenswerte Anbauflächen gibt.

Wie bei japanischem Grüntee üblich, werden die Blätter nach der Ernte gedämpft, um die Oxidation zu stoppen. Dieser Schritt bewahrt die grüne Farbe und das frische Aroma. Anschließend werden sie gerollt und getrocknet, eine schonende Verarbeitung, die den milden Charakter erhält, ähnlich wie bei der Aracha als Zwischenstufe.

Die richtige Zubereitung

Für Yonkon sollte das Wasser nicht kochen. Eine Temperatur von etwa 70 Grad bewahrt das feine Aroma und verhindert, dass der Tee bitter wird oder seine milde Süße verliert. Die Ziehzeit liegt bei rund ein bis zwei Minuten, schon kurze Zeit genügt, damit sich der weiche Geschmack entfaltet.

Ein zweiter Aufguss ist problemlos möglich und entfaltet weitere Nuancen. Auch das Geschirr spielt eine Rolle: Eine schlichte, helle Schale lässt die zarte Farbe des Aufgusses gut zur Geltung kommen, ähnlich wie beim sorgsam zubereiteten Mecha.

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Ein Geheimtipp zum Entdecken

Wie alle echten Grüntees enthält Yonkon Koffein, das in milder Form belebend wirkt, dazu typische sekundäre Pflanzenstoffe wie Catechine. Aufgrund des Koffeingehalts eignet er sich eher für den Tag als für den späten Abend.

Da Yonkon im deutschsprachigen Raum kaum bekannt ist, gehört er zu den Geheimtipps unter den japanischen Grüntees. Weil die Blätter weniger gleichmäßig sind, kostet er oft nur rund die Hälfte von Tamaryokucha. Im spezialisierten Fachhandel lässt er sich am ehesten finden, und er zeigt, wie vielfältig die Welt des japanischen Grüntees jenseits bekannter Sorten wie dem Mao Jian ist.

Häufige Fragen

Was ist Yonkon für ein Tee?
Yonkon ist ein milder japanischer Grüntee von der Insel Kyushu und ein naher Verwandter des Tamaryokucha. Er besticht durch ein rundes, wenig bitteres Aroma.

Wie schmeckt Yonkon?
Mild, leicht süßlich und vegetabil mit dezenter Frische. Durch die geringe Bitterkeit ist er auch für Grüntee-Einsteiger gut geeignet.

Wie bereite ich Yonkon zu?
Mit Wasser von etwa 70 Grad und einer kurzen Ziehzeit von ein bis zwei Minuten. Kochendes Wasser würde ihn bitter machen. Ein zweiter Aufguss bringt weitere Nuancen hervor.

Enthält Yonkon Koffein?
Ja, wie alle echten Grüntees. Die belebende Wirkung ist mild, dennoch eignet er sich eher für den Tag als für den späten Abend.

Wo bekomme ich Yonkon?
Yonkon ist ein Geheimtipp und im deutschsprachigen Raum vor allem im spezialisierten Teefachhandel und in gut sortierten Onlineshops erhältlich.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.