Inhaltsstoffe
Da der Yonkon auf gleiche Art und Weise hergestellt wird, wie der Tamaryokucha, sind auch bei diesem Tee die Gerb- und Bitterstoffe im Vergleich zu anderen Sorten, reduziert. So zeichnet sich Yonkon in erster Linie durch einen bestechend angenehm milden Geschmack aus, selbst der Nachgeschmack überzeugt und hinterlässt einen vollständig abgerundeten Gesamteindruck. Was die übrigen, vor allem die gesundheitsförderlichen, Inhaltsstoffe betrifft, so kann man auch in diesem Fall ruhigen Gewissens seiner Lust Nachgeben und ohne Reue genießen. Im Gegenteil, die Wirkungen auf Immun- und Verdauungssystem sind unbestritten positiv.Anbaugebiete
Auch Yonkon stammt von der Insel Kyūshū und somit vom südlichsten Punkt Japans. Die klimatischen Bedingungen und die Standorte der Teegärten dort, liefern nicht nur für den Tamaryokucha beste Voraussetzungen. Insgesamt betrachtet spielt Yonkon allerdings eine zu unbedeutende Rolle, dass es außerhalb dieses Gebietes nennenswerte Anbauflächen oder Produktionsstätten gäbe.Herstellung
Das Herstellungsverfahren von Yonkon und Tamaryokucha sind absolut identisch. In beiden Fällen werden die Blätter in ihrer Ursprungsform belassen und starkem Dampf ausgesetzt. Der Unterschied beider Sorten liegt darin, dass die Blätter für Yonkon, insgesamt etwas "unruhiger" sind. Das soll heißen, die Blätter sind nicht ganz so regelmäßig und einheitlich, wie bei Tamaryokucha. Für die Produktion werden insgesamt nur sorgfältigst ausgewählten Blätter verwendet. Am Ende der Produktion werden die Blätter allerdings nochmals von Hand verlesen und die etwas schlechtere Qualität wird dann zum Yonkon.Fazit
Wer sich bisher nicht an grünen Tee herangewagt hat, oder wer ihn wegen seines leicht bitteren Geschmack eher gemieden hat, sollte einmal einen Yonkon versuchen. Seine angenehme Süße schmeckt so leicht und mild, dass sicher jeder Zweifler und Kritiker schnell überzeugt sein wird. Guter Yonkon ist auch bei uns über Online Portale oder ausgewählte Teehändler zu haben. Da er wegen der weniger gleichmäßigen Blätter sozusagen von schlechterer Qualität ist, kostet er teilweise auch nur rund die Hälfte von Tamaryokucha.Bildnachweis: Yonkon - © Denya - Fotolia.comYonkon zubereiten: Tipps für den milden japanischen Grüntee
Die Zubereitung von Yonkon ähnelt der seines "großen Bruders" Tamaryokucha, verlangt aber etwas weniger Strenge, da der Tee aufgrund seiner etwas weniger gleichmäßigen Blätter ohnehin als zugänglicher gilt. Die ideale Wassertemperatur liegt bei 70 bis 75 Grad Celsius – genau wie bei hochwertigen Grüntees allgemein. Zu heißes Wasser würde die Bitterkeit verstärken, die bei Yonkon ohnehin sehr moderat ist. Pro 250 ml Wasser empfehlen sich zwei bis drei Gramm Teeblätter. Die Ziehzeit des ersten Aufgusses beträgt 60 Sekunden, der zweite Aufguss kann 30 bis 45 Sekunden ziehen, der dritte Aufguss 15 bis 20 Sekunden.
Wer den vollen, runden Geschmack von Yonkon erleben möchte, sollte das Wasser vor dem Einschenken kurz in der Tasse schwenken, um es auf die richtige Temperatur abzukühlen. Die typische Farbe des Yonkon-Aufgusses ist ein helles, klares Goldgelb bis Grün – heller als Sencha, ähnlich wie Tamaryokucha. Eiswasser-Aufgüsse eignen sich für Yonkon ebenfalls hervorragend und betonen seine natürliche Süße besonders gut.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Mate Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Fruchtetee.
Geschmacksprofil: Was Yonkon so besonders macht
Der charakteristischste Zug des Yonkon ist seine bemerkenswerte Milde und natürliche Süße, die ihn auch für Grüntee-Skeptiker attraktiv macht. Anders als klassischer Sencha, der eine ausgeprägte grasige Frische und messbare Adstringenz besitzt, entfaltet Yonkon eine sanfte, runde Textur im Mund mit wenig Bitterstoffen. Diese Eigenschaft verdankt er seinem besonderen Herstellungsverfahren: Da die Blätter nicht gerollt, sondern gedämpft und in ihrer natürlichen Form belassen werden, entwickeln sich die Gerbstoffe anders als bei stark gerollten Tees.
Im Geschmack zeigen sich neben der dominanten Süße subtile Noten von frischem Gras, reifen Nüssen und einer leicht mineralischen Tiefe, die an die vulkanischen Böden Kyushus erinnert. Der Nachgeschmack ist angenehm lang und sauber, ohne die adstringierende Trockenheit, die manche Grüntees hinterlassen. Für Menschen, die empfindlich auf Bitterstoffe reagieren oder bisher wenig Erfahrung mit japanischen Grüntees gemacht haben, ist Yonkon ein idealer Einstieg.
Yonkon und Tamaryokucha: Geschwister mit feinen Unterschieden
Yonkon und Tamaryokucha kommen aus denselben Teegärten auf der Insel Kyushu, werden auf dieselbe Weise hergestellt und unterscheiden sich letztlich nur in der finalen Qualitätssortierung. Während die gleichmäßigsten, schönsten Blätter als Tamaryokucha verkauft werden, bildet das etwas unregelmäßigere Material den Yonkon. Dieser Unterschied klingt nach Makel, ist aber in Wirklichkeit kaum geschmacklich relevant – viele Kenner bewerten Yonkon als mindestens gleichwertig zu günstigen Tamaryokucha-Qualitäten.
Der Preisunterschied ist jedoch real: Yonkon kostet oft nur die Hälfte eines vergleichbaren Tamaryokucha. Für den täglichen Genuss zuhause, für größere Tee-Bereitungsmengen oder als Einstieg in japanische Grüntees ist Yonkon daher die clügere Wahl. Kenner schwören zudem auf Yonkon für den "dritten oder vierten Aufguss" bei Teeverkostungen: Da die Blätter weniger komprimiert sind, geben sie ihre Aromen über mehrere Aufgüsse gleichmäßiger ab.
Häufig gestellte Fragen zu Yonkon
Warum ist Yonkon günstiger als Tamaryokucha?
Yonkon besteht aus denselben Teeblättern wie Tamaryokucha, allerdings werden für Yonkon die weniger gleichmäßigen und kleineren Blätter verwendet, die beim abschließenden Sortiervorgang ausgesiebt werden. Geschmacklich ist der Unterschied gering, optisch sehen Yonkon-Blätter weniger einheitlich aus. Da Ästhetik bei hochpreisigen japanischen Tees eine Rolle spielt, ist Yonkon entsprechend günstiger.
Wie viel Koffein enthält Yonkon?
Yonkon enthält als japanischer Grüntee moderates Koffein – typischerweise 20 bis 30 mg pro Tasse, deutlich weniger als Kaffee (80-100 mg). Das L-Theanin im Tee puffert die stimulierende Wirkung, sodass Yonkon eine ruhige, fokussierte Energie schenkt statt eines Koffeinschubs. Für nachmittäglichen Konsum ist Yonkon gut geeignet; kurz vor dem Schlafen sollte man ihn meiden.
Kann Yonkon kalt gebrüht werden?
Ja, Yonkon eignet sich ausgezeichnet für die Kaltbrüh-Methode (Cold Brew). Dafür 5 bis 7 Gramm Teeblätter in 500 ml kaltem Wasser über Nacht (8 bis 12 Stunden) im Kühlschrank ziehen lassen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich süßer, milder Kaltaufguss, der die natürliche Süße des Yonkon noch deutlicher hervorhebt als der heiße Aufguss.
Wo kann ich Yonkon kaufen?
Yonkon ist in Deutschland bei spezialisierten Teehandlungen oder in asiatischen Lebensmittelgeschäften erhältlich. Online-Teehandlungen wie teeblaetter-shop.de bieten häufig japanische Spezialitäten wie Yonkon in guter Qualität an. Bei der Auswahl auf die Herkunftsangabe Kyushu achten und frische Chargen bevorzugen – Tee aus dem aktuellen Erntejahr schmeckt deutlich lebendiger.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Assam (Grüner Tee)
- Fukamushi Sencha (Grüner Tee)
- Nilgiri (Grüner Tee)
- Mao Jian (Grüner Tee)
- Sencha (Grüner Tee)
- Beifußtee (Kräutertee)
- Die neuen Sommer-Tees (Wissenswertes)
- Der Mönch Da Fang und sein Tee (Mythen)