Inhaltsstoffe
Für die violett-leuchtende Farbe der Veilchen ist ein blauer Farbstoff, das Cyamin, verantwortlich. Für die gesundheitliche Wirkung sind dagegen eher andere Inhaltsstoffe verantwortlich. Bekannte Namen sind dabei Flavonoide, Bitterstoffe, Glykoside, Schleim, Salizylsäure oder auch Saponine. Diese Kombination lässt Kenner der Naturheilkunde sofort vermuten, dass sich Veilchentee hervorragend dazu eignet um Atemwegserkrankungen zu behandeln. Und damit liegen sie völlig richtig. Dabei wirkt Veilchentee nicht nur antibakteriell, sondern auch schleimlösend, abschwellend und schweißtreibend. Bei Erkältungen und Husten kann Veilchentee somit unterstützend sein. Müdigkeit, Nervosität und Angstzustände sind zwar ganz andere gesundheitliche Probleme, lassen sich aber ebenfalls mit einem Tee aus Veilchen bestens behandeln. Selbst Epilepsie und verschiedene Hautkrankheiten können damit behandelt werden.Anbaugebiete
Es gibt über 500 verschiedene Arten von Veilchen, die meisten davon wachsen in den gemäßigten Klimazonen unserer Erde. Vor allem in Nordamerika, aber auch in den Anden und in Japan sind die meisten davon heimisch. Als Heilpflanze werden in der Regel Duftveilchen, vor allem März- und Parmaveilchen, eingesetzt. Als Standort bevorzugen die Veilchen schattige wiesen. Sie fühlen sich aber auch an Waldrändern wohl. Ebenso, wie an Hecken und Zäunen. Der Wurzelstock breitet sich von Jahr zu Jahr weiter aus, so wird der Bestand schnell größer und das Veilchen zu einem wahren Bodendecker.Herstellung
Für den Tee verwendet man sowohl das blühende Kraut, als auch die Wurzeln des Veilchens. Es kann also die ganze Pflanze verwendet werden. So ist auch die größtmögliche Effektivität garantiert. Schließlich sind die wertvollen Inhaltsstoffe nicht gleichmäßig auf die ganze Pflanze verteilt. Einige sitzen nur in den Wurzeln und andere dagegen findet man in den größten Konzentrationen in den Blüten oder in den Blättern. Die oberen Pflanzenteile samt Blüten werden von März bis einschließlich Mai geerntet, für die Wurzeln hat man dagegen das ganze Jahr über Zeit. Sobald alle Pflanzenteile gut getrocknet sind, werden sie zerkleinert und können mit heißem Wasser als Veilchen-Tee, am Besten ohne Zucker, aufgebrüht werden. Dabei kann man die verschiedenen Pflanzenteile des Veilchens gerne mischen. Ein reiner Blätter-Tee allerdings wirkt leicht abführend, weshalb er sich bestens bei Verstopfung eignet. Auch in Teemischungen kann das Veilchen gut verarbeitet werden.Fazit
Das Veilchen genießt bei uns eher das Image eines sprichwörtlich kleinen „Mauerblümchens“. Die Blüten sind schön, doch die Pflanze an sich fällt kaum auf. Betrachtet man allerdings die Inhaltsstoffe und deren Wirkung, wird das Veilchen plötzlich zu einem wahren Riesen. Wie schnell werden einem in der Erkältungssaison die Klassiker, wie beispielsweise Salbeitee, zu langweilig. Warum das nächste Mal nicht einfach mal etwas neues wagen und einen Veilchentee probieren? Bildnachweis: Veilchen ©Thinkstock: iStockphotoVeilchentee zubereiten – Zarte Blüten für ein elegantes Teegetränk
Das Duftveilchen (Viola odorata) ist eine der wenigen Wildblumen, die sowohl Blüten als auch Blätter für Tee liefern kann. Das zarte, intensive Duftprofil des Veilchens macht diesen Tee zu etwas ganz Besonderem – süßlich-floral mit einer unverwechselbaren Tiefe, die kaum einer anderen Blume vergleichbar ist. Besonders die tiefdunkelvioletten Blüten der Sorte „Königin Charlotte" oder klassische Waldduftveilchen eignen sich für die Teezubereitung.
Für Veilchentee sammeln oder kaufen Sie getrocknete Veilchenblüten oder Blätter. Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Blüten mit 250 ml heißem Wasser (80 bis 85 Grad Celsius). Nicht zu heiß, da das zarte Aroma sonst verfliegt. 5 bis 7 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Der Tee hat eine wunderschöne lilafarbene Tönung, die mit Zugabe von etwas Zitronensaft zu einem leuchtenden Rosa wird – ein natürlicher Säureindikator-Effekt durch die enthaltenen Anthocyane.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Fruchtetee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Veilchentee lässt sich wunderbar mit anderen Blüten kombinieren. Lavendelblüten, Rosenblüten oder Malvenblüten ergänzen das florale Profil hervorragend. Auch mit einem Hauch Honig und einem Twist aus Zitronenschale wird Veilchentee zu einem außergewöhnlichen Genuss. Als Kaltauszug über Nacht ist Veilchentee besonders aromatisch.
Heilwirkung und Inhaltsstoffe des Veilchens
Das Duftveilchen ist mehr als ein schönes Blümchen – in der Volksmedizin und modernen Phytotherapie gilt es als wertvolle Heilpflanze. Veilchen enthalten Flavonoide (insbesondere Anthocyane, die für die violette Farbe verantwortlich sind), Saponine, Schleimstoffe, Salicylsäure-Derivate und ätherische Öle.
Die Schleimstoffe in Veilchenblättern und -blüten haben eine beruhigende, hustenreizlindernde Wirkung auf die Schleimhäute des Rachenraums und der Atemwege. Veilchentee wurde traditionell bei Husten, Heiserkeit und Erkältungen eingesetzt. Die expektorierende (schleimlösende) Wirkung der Saponine ergänzt die beruhigenden Schleimstoffe zu einem wirksamen natürlichen Hustenmittel.
Die enthaltenen Salicylate wirken entzündungshemmend und leicht schmerzlindernd. Bei leichten Kopfschmerzen, Fieber und entzündlichen Erkrankungen wurde Veilchen in der Volksmedizin eingesetzt. Die antioxidativen Anthocyane schützen die Zellen vor oxidativem Stress und können zur Herzgesundheit beitragen.
Äußerlich wurde Veilchen in Salben und Umschlägen bei Hautproblemen, Ausschlägen und entzündlichen Hautzuständen eingesetzt. Die beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften sind durch den Wirkstoffgehalt gut begründet.
Geschichte und kulturelle Bedeutung des Veilchens
Das Veilchen zählt zu den bedeutsamsten Blumen in der europäischen Kultur- und Literaturgeschichte. Im antiken Athen war das Veilchen das Stadtblumensymbol – Athen wurde von seinen Bewohnern oft als „die veilchenbekränzte Stadt" bezeichnet. In der Antike wurden Veilchenkränze bei Festen und Siegesfeiern getragen.
Im Mittelalter hatten Veilchen eine tiefe symbolische Bedeutung und wurden mit Demut, Bescheidenheit und Liebe assoziiert. Die charakteristische Art, wie Veilchenblüten ihren Kopf senken, galt als Symbol der Bescheidenheit. In der mittelalterlichen Liebeslyrik und im höfischen Minnegesang ist das Veilchen eine häufige Metapher.
Napoleons Lieblingsblume war das Veilchen – er schenkte seiner Frau Joséphine regelmäßig Veilchensträuße und machte die Blume zum Symbol der bonapartistischen Partei. Auch heute ist Veilchenduft eines der klassischsten und begehrtesten Parfümnotizen in der Luxusparfumerie.
In der Süßwarenindustrie sind kandierte Veilchen und Veilchensirup (besonders die Marke Hédiard aus Toulouse) weit verbreitet. In der gehobenen Küche werden Veilchenblüten als Garnierung und Aromageeber geschätzt.
Häufige Fragen zu Veilchentee (FAQ)
Welche Veilchen eignen sich für Tee?
Das Duftveilchen (Viola odorata) ist am aromatischsten und heilkräftigsten. Gartenviolen (Stiefmütterchen) sind weniger aromatisch, aber ebenfalls verwendbar.
Warum verändert Veilchentee seine Farbe mit Zitrone?
Die Anthocyane in Veilchenblüten sind Säureindikatoren: In saurem Milieu (Zitronensaft) wechseln sie von violett zu rosa. Dieses Phänomen ist völlig natürlich und harmlos.
Kann ich Veilchen im Garten anpflanzen?
Ja, Duftveilchen sind pflegeleichte Stauden, die im Halbschatten gut gedeihen und sich selbst aussäen. Sie blühen von März bis April.
Ist Veilchentee für Kinder geeignet?
Ja, in normalen Mengen ist Veilchentee auch für Kinder geeignet. Er ist besonders für Kinder mit Husten und Erkältungen wohltuend.
Wo kaufe ich getrocknete Veilchenblüten?
In Kräuterhandlungen, Apotheken, Reformhäusern oder gut sortierten Teegeschäften.
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