Veilchen-Tee wird aus dem Duftveilchen (Viola odorata) zubereitet, einem unscheinbaren Frühlingsblüher, der in der Antike als heilige Blume galt. Für den Tee lassen sich blühendes Kraut, Blüten und Wurzel verwenden. Traditionell kommt der Aufguss vor allem bei Husten und Erkältungsbeschwerden zum Einsatz. Hier erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe das Veilchen enthält, welche Pflanzenteile wann geerntet werden und wie Sie den Tee zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisDuftveilchen (Viola odorata), auch März- und Parmaveilchen
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, blumig, leicht süßlich
Wassertemperatur100 °C (kochend)
Ziehzeit5-10 Minuten, abgedeckt
Dosierung1-2 TL getrocknete Pflanzenteile pro Tasse (250 ml)
Aufgüsse1 Aufguss
Preisspanneca. 4-9 € pro 100 g

Das Veilchen: unscheinbar, aber traditionsreich

Das Veilchen (lateinisch Viola) wirkt mit seinen kleinen violetten Blüten relativ unscheinbar und drängt sich nicht in den Vordergrund. Dass es in der Antike als heilige Blume galt, ist heute kaum noch bekannt. Aus der Pflanze lässt sich jedoch ein milder, blumig schmeckender Kräutertee zubereiten.

In der Volksheilkunde hat das Veilchen eine lange Tradition. Wer in der Erkältungssaison Abwechslung sucht, kann es als blumigere Alternative zu Klassikern wie Salbeitee probieren oder es Teil eines selbst gemischten Erkältungstees werden lassen.

Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung

Für die leuchtend violette Farbe sorgt der blaue Farbstoff Cyanin. Für die überlieferte Wirkung sind dagegen andere Inhaltsstoffe verantwortlich: Flavonoide, Bitterstoffe, Glykoside, Schleimstoffe, Salicylsäure und Saponine.

Diese Kombination, vor allem die Schleim- und Saponingehalte, ist der Grund, warum Veilchen-Tee in der Naturheilkunde traditionell bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt wird; üblich ist die Verwendung bei Erkältung und Husten. Ein reiner Blätter-Tee wirkt zudem leicht abführend und wird daher bei Verstopfung genutzt. Eine ärztliche Behandlung ersetzt der Tee nicht.

Anzeige

Herkunft und Arten

Es gibt über 500 Veilchenarten, die meisten davon wachsen in den gemäßigten Klimazonen der Erde. Besonders verbreitet sind sie in Nordamerika, in den Anden und in Japan. Als Heilpflanzen werden vor allem Duftveilchen genutzt, allen voran das März- und das Parmaveilchen.

Veilchen bevorzugen schattige Wiesen, fühlen sich aber auch an Waldrändern, Hecken und Zäunen wohl. Der Wurzelstock breitet sich Jahr für Jahr weiter aus, sodass das Veilchen rasch zu einem flächendeckenden Bodendecker wird.

Ernte und welche Pflanzenteile

Für den Tee lassen sich sowohl das blühende Kraut als auch die Wurzeln verwenden; im Grunde ist die ganze Pflanze nutzbar. Das ist sinnvoll, weil die Inhaltsstoffe ungleich verteilt sind: Einige sitzen vor allem in den Wurzeln, andere in den höchsten Konzentrationen in Blüten oder Blättern.

Die oberen Pflanzenteile samt Blüten werden von März bis Mai geerntet, die Wurzeln dagegen können das ganze Jahr über gegraben werden. Nach gründlichem Trocknen werden die Pflanzenteile zerkleinert. Man kann sie für den Aufguss mischen, um ein möglichst breites Inhaltsstoffspektrum zu erfassen.

Zubereitung und Geschmack

Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel der getrockneten Pflanzenteile mit etwa 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen, damit die Schleimstoffe und ätherischen Anteile gut übergehen. Anschließend abseihen.

Veilchen-Tee schmeckt mild, blumig und leicht süßlich und wird am besten ohne Zucker getrunken, um das feine Aroma zu erhalten. In Teemischungen lässt sich das Veilchen gut mit anderen blumigen oder milden Kräutern wie Malve verbinden. Wer einen reinen Blätter-Aufguss zubereitet, sollte dessen leicht abführende Wirkung im Hinterkopf behalten.

Anzeige

Das Veilchen in Kultur und Küche

Schon in der griechischen Antike galt das Veilchen als bedeutsame Pflanze und war unter anderem Athen als Symbol zugeordnet. Seine Blüten wurden für Kränze, Duftwässer und Süßspeisen verwendet, lange bevor man es vorrangig als Heilkraut betrachtete.

Bis heute finden kandierte Veilchenblüten als essbare Dekoration auf Torten und Pralinen Verwendung, und Veilchensirup färbt Getränke zart violett. Für den Tee zählt dagegen das getrocknete Kraut. Wer das blumige Aroma mag, kann Veilchen in Mischungen mit anderen sanften Blütentees einsetzen und so eigene Hausmischungen für die kühle Jahreszeit zusammenstellen.

Lagerung

Getrocknete Veilchenteile bewahren Sie luftdicht, trocken und dunkel auf; so bleiben sie etwa 12 Monate aromatisch. Ein kühler Standort abseits von Herd, Spüle und stark riechenden Lebensmitteln verhindert, dass die Pflanzenteile Fremdgerüche annehmen.

Da besonders die Blüten ihr feines Aroma mit der Zeit verlieren, sollten Sie angebrochene Vorräte innerhalb einiger Monate aufbrauchen. Eine dunkle Dose oder ein lichtundurchlässiges Glas schützt zudem den empfindlichen Blütenfarbstoff.

Häufige Fragen

Welche Pflanzenteile verwendet man für Veilchen-Tee?
Man kann blühendes Kraut, Blüten und Wurzeln verwenden, da die Inhaltsstoffe ungleich verteilt sind. Häufig werden die getrockneten Teile gemischt, um ein möglichst breites Spektrum zu erfassen.

Wofür wird Veilchen-Tee traditionell verwendet?
Traditionell wird Veilchen-Tee vor allem bei Erkältung und Husten verwendet, da die Pflanze Schleimstoffe und Saponine enthält. Ein reiner Blätter-Tee wirkt zudem leicht abführend.

Wie schmeckt Veilchen-Tee?
Mild, blumig und leicht süßlich. Am besten trinkt man ihn ohne Zucker, damit das feine Veilchenaroma nicht überdeckt wird.

Wann erntet man Veilchen für Tee?
Das blühende Kraut samt Blüten erntet man von März bis Mai. Die Wurzeln lassen sich dagegen das ganze Jahr über graben. Nach dem Trocknen werden die Teile zerkleinert.

Enthält Veilchen-Tee Koffein?
Nein, Veilchen-Tee ist koffeinfrei, da er aus dem Duftveilchen und nicht aus der Teepflanze gewonnen wird. Er eignet sich daher auch für den Abend.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:

AS

André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.