Kaffee und Tee gelten als Gegenspieler, fast als zwei Lebenshaltungen: hier der schnelle Kick to go, dort die fast meditative Teestunde. Diese Klischees sind unterhaltsam, aber stark überspitzt. Tatsächlich trinken viele Menschen beides, und mit aromatisierten Mischungen wie dem Kaffee-Marrakesch-Tee verschwimmt die Grenze sogar in der Tasse. Dieser Beitrag nimmt das vermeintliche Zerwürfnis augenzwinkernd auseinander.

Zwei Getränke, zwei Klischees

Im Volksmund steht Kaffee für die Verschlafenen und Gehetzten, die schnell wach werden müssen und ihren Becher auf dem Weg zur Arbeit leeren. Die zweite Variante ist der Kaffee als zuckersüße Kalorienbombe mit Sahne und Sirup, deren Nährwert einer kleinen Mahlzeit gleichkommt.

Tee dagegen gilt als Getränk der Asketen und Gesundheitsbewussten, die sich Zeit für jeden Schluck nehmen und die Teestunde fast wie eine Meditation begehen. Beide Bilder sind Karikaturen. Niemand muss sich für ein Getränk wie für eine Weltanschauung entscheiden, auch wenn die Lager sich im Scherz gern spinnefeind geben. Wie unterschiedlich die Anhänger ticken, beleuchtet unser Beitrag Teeliebhaber vs. Kaffeefans.

Was beide gemeinsam haben

Bei näherem Hinsehen verbindet Kaffee und Tee mehr, als die Rivalität vermuten lässt. Beide enthalten Koffein, werden traditionell heiß genossen und stehen im Zentrum geselliger Rituale, vom Kaffeekränzchen bis zur Teestunde. Beide stammen zudem aus Pflanzen, deren Anbau ganze Regionen wirtschaftlich prägt.

Der Unterschied liegt im Detail: Eine Tasse Filterkaffee liefert etwa 80 bis 120 mg Koffein, eine Tasse Tee je nach Sorte 30 bis 70 mg. Im Tee ist das Koffein an Gerbstoffe gebunden und entfaltet sich dadurch langsamer und gleichmäßiger. Warum sich die Wachmacher trotzdem so verschieden anfühlen, erklärt der Artikel Kaffee wirkt viel stärker als Tee.

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Kaffee-Tee: der Brückenschlag in der Tasse

Wer sich partout nicht entscheiden mag, kann beides zugleich haben. Der Kaffee-Marrakesch-Tee ist ein aromatisierter schwarzer Tee, dem ganze Arabica-Bohnen beigemischt werden. Die Bohnen bleiben beim Aufguss ganz und geben dem Getränk ein schokoladig-nussiges Aroma, das an Cappuccino erinnert.

Die schwarze Teebasis ist dabei betont mild und zeigt keine bitteren Spitzen, die verwendeten Aromen tragen Noten von Schokolade und Karamell bei. Geschmacklich liegt diese Kreation näher an einem klassischen aromatisierten Schwarztee wie Earl Grey als an reinem Kaffee. Wer mag, gießt die Bohnen nach dem ersten Aufguss ein zweites Mal auf.

Wie der Kaffee-Tee schmeckt

Pur und heiß aufgegossen überrascht der Kaffee-Tee durch seine Harmonie: Der Duft nach frisch aufgebrühtem Kaffee trifft auf einen weichen, schokoladigen Körper. Doch das Getränk macht auch in anderen Varianten eine gute Figur.

Ob gesüßt, mit einem Schuss Milch, kalt oder als Eistee mit ein paar Würfeln, die Mischung bleibt erstaunlich vielseitig. In China wird eine solche Kombination eher mit Stirnrunzeln betrachtet, hierzulande dagegen entdecken aufgeschlossene Trinker darin einen echten Gewinn. Gerade als Nachmittagsgetränk verbindet der Kaffee-Tee das Beste aus beiden Welten.

Warum nicht einfach beides?

Die ewige Rivalität löst sich auf, sobald man sie nicht ernst nimmt. Viele Menschen starten morgens mit einer Tasse Kaffee in den Tag und greifen nachmittags oder abends zum entspannenden Grüntee oder Schwarztee. So nutzt jeder die Stärken beider Getränke je nach Tageszeit und Stimmung: den raschen Koffeinstoß des Kaffees am Morgen, die ruhige, langanhaltende Wachheit des Tees am Nachmittag.

Auch beim Essen ergänzen sich beide: Espresso rundet ein üppiges Menü ab, während ein leichter Grüntee fettige Speisen begleitet und den Gaumen frisch hält. Wer aromatisierte Spezialitäten wie den Kaffee-Tee einmal probieren möchte, fragt am besten beim Teehändler nach; im Supermarkt ist sie selten zu finden. Und falls die Skepsis bleibt: Grüntee, Frucht- oder Kräutertee stehen jederzeit als Alternative bereit. Dass Tee längst zum Trendgetränk geworden ist, zeigt unser Beitrag Tee ist der neue Kaffee.

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Häufige Fragen

Vertragen sich Kaffee und Tee wirklich nicht?
Das ist ein augenzwinkerndes Klischee. Beide Getränke enthalten Koffein, werden heiß getrunken und stehen für gesellige Rituale. In aromatisierten Mischungen wie dem Kaffee-Marrakesch-Tee treffen sie sogar in einer Tasse aufeinander.

Was ist Kaffee-Marrakesch-Tee?
Ein aromatisierter schwarzer Tee, dem ganze Arabica-Bohnen beigemischt sind. Er duftet nach frisch aufgebrühtem Kaffee, schmeckt schokoladig-nussig und bleibt dabei mild und ohne bittere Spitzen.

Hat Tee oder Kaffee mehr Koffein?
Eine Tasse Filterkaffee liefert rund 80 bis 120 mg Koffein, eine Tasse Tee je nach Sorte 30 bis 70 mg. Im Tee ist das Koffein an Gerbstoffe gebunden und wirkt dadurch langsamer und gleichmäßiger.

Kann man Kaffee und Tee am selben Tag trinken?
Ja, viele kombinieren beides ganz selbstverständlich: Kaffee am Morgen für den schnellen Start, Tee am Nachmittag oder Abend zur Entspannung. So nutzt man die Stärken beider Getränke je nach Tageszeit.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.