Legende oder Wahrheit?
Natürlich ist es vorstellbar, dass ein junges, wunderschönes Mädchen eine große Zahl an Verehrern hat. Es wäre eher sonderbar, wenn nicht. Und irgendwie ist es auch vorstellbar, dass man in seiner Verliebtheit Dinge sieht, die nicht real sind. Möglicher Weise war Shi Yong auch gar nicht Tod, sondern bewusstlos und von den Misshandlungen geschwächte. In diesem Fall wäre es durchaus denkbar, dass der warme Tee mit seiner anregenden Wirkung ihm gut getan und ihn wieder gestärkt hat. Genauso, wie diese Geschichte erzählt wird, hat sie sich sicher nicht zugetragen. Aber wenn man berücksichtigt, dass Legenden und Mythen, vor allem wenn sie über einen so lange Zeit weitergegeben werden, immer etwas abgewandelt und ausgeschmückt werden, muss man doch zugeben, dass die Kernaussage über Luo Xiang und ihr Leben tatsächlich wahr sein könnten.Fazit
Geschichten über Liebe, Tod und Schicksalsschläge haben die Menschen seit jeher am tiefsten berührt. Es sind immer solche Themen, die über Generationen hinweg oder gar für mehrere Jahrhunderte, weitergegeben werden. Luo Xiang und ihre Suche nach der wahren Liebe mit Hilfe des Tees ist ein Beispiel dafür, wie bedeutend Tee in China schon vor langer Zeit war und welche Wunderkräfte diesem Getränk zugeschrieben wurden. Tee ist Ratgeber und Lebensspender, wenn man sein Schicksal zum Guten wenden möchte, ist Tee aus dem Leben nicht wegzudenken. Nicht ohne Grund galt China von Anfang an als Getränk der Götter. Sie brachten ihre Weisheit mit dem Tee zu Erde, wer ihn trinkt, kann von dieser Weisheit profitieren. Bildnachweis: Die Legende vom Teeschatz © Vitaliy Hrabar - Fotolia.comTeeschatz zubereiten: Seltene Tees richtig genießen
Wer einen echten „Teeschatz" besitzt – einen seltenen, alten oder besonders wertvollen Tee – sollte ihn mit der gleichen Sorgfalt zubereiten wie ein Koch einen Trüffel. Alte gelagerte Pu-Erh-Tees, die häufigste Art des „Teeschatzes", werden mit kochendem Wasser (95–100°C) zubereitet. Der erste Aufguss dient zum Wecken und Reinigen des Tees: 5–10 Sekunden, dann weggießen. Ab dem zweiten Aufguss: 15–30 Sekunden pro Infusion, schrittweise verlängernd. Guter Pu-Erh kann 15–20 Aufgüsse überstehen. Bei grünen Teeschätzen (z.B. alter Dragon Well) ist vorsichtigeres Wasser (80°C) angebracht. Teeservice aus Yixing-Ton ist ideal – die Poren des Tons nehmen über Jahre die Aromen des Tees auf und verbessern jeden Aufguss.
Wertvoller Tee als Gesundheitsschatz
Gereifter Pu-Erh-Tee – oft der „Schatz" aus alten chinesischen Teehäusern und Sammlungen – entwickelt durch die Fermentation einzigartige Gesundheitseigenschaften. Studien zeigen, dass Lovastatin-ähnliche Substanzen im gereiften Pu-Erh den Cholesterinspiegel senken können. Die Gallenflussförderung durch spezifische Teigallussäure-Verbindungen hilft bei der Fettverdauung. Probiotische Bakterienkulturen, die während der Fermentation entstehen, unterstützen die Darmflora. In Yunnan, der Heimat des Pu-Erh, gibt es eine lange Tradition des Teesammelns als Investment: Ein 357-g-Bing-Kuchen aus den 1980er Jahren kann heute 5.000–50.000 Euro erzielen, je nach Herkunft und Lagerbedingungen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Yan Cha Felsentee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Jiaogulan Tee.
Legenden rund um verborgene Teeschätze
In der chinesischen Teekultur gibt es zahlreiche Legenden über verborgene Teeschätze – Vorräte kaiserlicher Qualitätstees, die in Kellern, Höhlen oder Tempeln lagern. Die bekannteste beschreibt die kaiserlichen Teelager der Qing-Dynaste: Zehntausende von Pu-Erh-Kuchen, für Kaiser konserviert, wurden nach dem Fall der Qing 1912 auf Märkten verkauft. Manche Exemplare fanden ihren Weg in private Hände – und werden heute als Antiquitäten des Teemarkts für astronomische Preise gehandelt. Auch in Taiwan gibt es Geschichten über Teeschätze, die mit der chinesischen Republik 1949 auf die Insel gebracht wurden und in privaten Kellern reifen. Diese Legenden verbinden Tee mit Geschichte, Geheimnis und Wert – sie machen ihn zu mehr als nur einem Getränk.
FAQ: Die Legende vom Teeschatz
Was macht einen Tee zum „Schatz"? Alter, Seltenheit, Herkunft und Lagerungsbedingungen. Pu-Erh-Tees aus bestimmten Lagen und Jahrgängen können sich im Geschmack verbessern – ähnlich wie Wein – und damit an Wert gewinnen.
Kann man in Tee investieren? Ja, besonders in gereiften Pu-Erh. Der Markt ist jedoch spezialisiert und anfällig für Fälschungen. Expertise und vertrauenswürdige Händler sind unerlässlich.
Wie lagert man wertvolle Tees richtig? Dunkel, bei konstanter Temperatur (18–25°C), bei 60–75% Luftfeuchtigkeit, fernab von Gerüchen. Pu-Erh braucht etwas Luftzirkulation, grüne Schätze müssen luftdicht und kühl gelagert werden.
Gibt es staatlich geschützte Teesorten in China? Ja, die sechs Mutterpflanzen des Da Hong Pao im Wuyi-Gebirge stehen unter Staatsschutz. Ihre Ernte wurde 2006 offiziell eingestellt.
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