Bereits seit Jahren schon findet sich in nahezu allen Drogerien spezieller Tee für die Stillzeit und Milchbildung von verschiedenen Herstellern in den Regalen. Sogar in den Kliniken wird dieser Tee auf den Geburtsstationen den frisch gebackenen Müttern angeboten. Es wird empfohlen solch einen Stilltee besonders in den ersten Wochen nach der Geburt am besten täglich zu trinken. So soll eine angenehme Stillzeit für Mutter und Baby ermöglicht werden.

Was ist drin?

Auch, wenn es Abweichungen in der genauen Rezeptur bei den einzelnen Herstellern gibt, so sind sich die Still- und Milchbildungstees doch recht ähnlich. Hauptbestandteil ist grundsätzlich eine Mischung aus Anis, Fenchel, und Kümmel. Diese Kräuterzusammensetzung soll zum einen Blähungen des Neugeborenen vorbeugen und mildern. Da diese Gewürzkombination gleichzeitig auch noch bei der Mutter die Bildung der Milch anregt, profitieren beide Seiten davon. Hin und wieder findet sich in der Rezeptur Bockshornklee, der ebenfalls die Milchbildung unterstützt.Abgerundet werden Stilltees zum Teil mit Brennnesselblättern, die es der Mutter erleichtern, durch die Schwangerschaft bedingte Wassereinlagerungen wieder los zu werden. Zitronenverbene verleiht dem Still- und Milchbildungstee einen angenehmen Geschmack und entfaltet beim Genuss seine ausgleichende und entspannende Wirkung. Jede junge Mutter wird bestätigen, dass Ausgleich und Entspannung definitiv etwas sind, wovon man im Gefühlschaos nach einer Entbindung häufig zu wenig hat. Abgesehen von den fertigen Mischungen im Handel, bieten auch zahlreiche Apotheken den Service der frischen Zubereitung an.

Fazit

Still- und Milchbildungstees sind ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich in den letzten Jahrzehnten die Einstellung zum Thema Tee und Gesundheit gewandelt hat. Seit die Bedeutung des Stillens für Mütter und Babys immer mehr publik gemacht wurde, seit Stillen immer mehr unterstützt und gefördert wurde, nahm auch der Absatz von Stilltee zu. Mütter entscheiden sich heutzutage ganz bewusst für das Stillen und wollen diese Zeit als etwas Schönes erleben, um ihrem Baby von Anfang an das Beste zu geben und um eine möglichst intensive Bindung zu ihrem Baby aufzubauen. Sie wissen auch, dass ihre eigene Ernährung die Qualität der Muttermilch bestimmt. Mit einem Still- und Milchbildungstee ist die Angst, die Milch nicht in ausreichenden Mengen produzieren zu können von Anfang an unnötig, der Start in die Stillzeit wird nicht unnötig belastet. Und welche Mutter freut sich nicht darüber, wenn sie ihrem kleinen Baby unangenehme Blähungen ersparen kann? Vor allem, wenn es so einfach möglich ist, ohne, dass das Neugeborene bereits Medikamente schlucken muss. Das dabei der Geschmack auch nicht zu kurz kommt, ist umso besser. Wenn man einen Stilltee tatsächlich genießen kann, wird man ohne Probleme bereit sein, ihn über Wochen hinweg täglich zu trinken. Denn nur so kann diese Mischung auch ihre gesamte Wirksamkeit entfalten.Bildnachweis: Still- und Milchbildungstee © aletia2011 - Fotolia.com

Zubereitung und Empfehlung

Für die optimale Zubereitung von Milchbildungstee & Stilltee - bringt er wirklich was? empfiehlt es sich, einen bis zwei Teelöffel der Teemischung mit 250 ml frisch gekochtem Wasser zu übergießen. Je nach Zusammensetzung der Mischung variiert die empfohlene Ziehzeit zwischen fünf und zehn Minuten.

Teemischungen sind häufig so komponiert, dass sich die Aromen der einzelnen Zutaten gegenseitig ergänzen und verstärken. Die richtige Ziehzeit ist dabei entscheidend: Zu kurz, und die tieferen Aromen entfalten sich nicht vollständig; zu lang, und die Balance der Mischung kann durch dominante Einzelnoten gestört werden.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Milchbildungstee & Stilltee - bringt er wirklich was? sollte wie alle Teemischungen kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Eine luftdichte Teedose schützt vor Feuchtigkeit und Fremdgerüchen und bewahrt das Aroma für zwölf bis achtzehn Monate.

Achten Sie beim Kauf auf die Qualität der einzelnen Zutaten. Hochwertige Teemischungen verwenden ganze oder nur leicht gebrochene Blätter, Blüten und Früchte, während minderwertige Produkte oft stark zerkleinerte Reste enthalten.

Zubereitung von Milchbildungstee

Milchbildungstee, auch Stillteee genannt, ist eine Kräuterteemischung, die stillende Mütter bei der Milchproduktion unterstützen soll. Typische Zutaten sind Fenchel, Anis, Kümmel, Bockshornklee und Brennnessel – allesamt Kräuter, denen galaktogoge (milchbildende) Eigenschaften zugesprochen werden. Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel der Mischung pro Tasse mit 90 Grad heißem Wasser übergossen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Der Tee sollte mehrmals täglich getrunken werden – drei bis fünf Tassen sind üblich für eine unterstützende Wirkung. Milchbildungstee hat einen angenehm aromatischen, leicht anisähnlichen Geschmack, der für die meisten Mütter gut verträglich ist. Er kann minimal mit Honig gesüßt werden. Das Trinken von ausreichend Flüssigkeit insgesamt ist für die Milchproduktion entscheidend – Milchbildungstee hilft dabei, die Trinkmenge zu erhöhen. Die Kräuter gehen in kleinen Mengen in die Muttermilch über und sind für den Säugling in diesen Konzentrationen unbedenklich.

Wirkung und wissenschaftlicher Hintergrund von Milchbildungstee

Die galaktogoge Wirkung einiger Kräuter ist in der Volksmedizin gut belegt, die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch begrenzt und die Ergebnisse von Studien sind gemischt. Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) enthält Diosgenin und andere Verbindungen, die die Prolaktinausschüttung stimulieren und in mehreren klinischen Studien eine signifikante Steigerung der Milchmenge gezeigt haben. Fenchel, Anis und Kümmel enthalten ätherische Öle, die schwach östrogenartig wirken und die Brustdrüsen stimulieren könnten. Die wahrscheinlich wichtigste Wirkung von Milchbildungstee ist die erhöhte Flüssigkeitszufuhr, denn ausreichende Hydratation ist die Grundvoraussetzung für gute Milchproduktion. Brennnessel liefert wertvolle Mineralien (Eisen, Kalzium) und Vitamine, die für stillende Mütter wichtig sind. Das Trinken des Tees als bewusste Pflegeroutine kann außerdem die Entspannung fördern, die für den Milchfluss-Reflex (Letdown) wichtig ist.

Geschichte und Tradition des Stilltees

Die Verwendung bestimmter Kräuter zur Förderung der Milchproduktion hat eine jahrtausendealte Geschichte. In beinahe allen Kulturen gibt es überlieferte Rezepte für milchfördernde Kräutertees und Speisen. Fenchel und Bockshornklee wurden bereits in altägyptischen Papyri und im Ayurveda als Milchbildner empfohlen. In der europäischen Volksmedizin war die Kombination aus Fenchel, Anis und Kümmel als „Dreigewürze-Tee" für stillende Mütter bekannt. Hebammen gaben dieses Wissen über Generationen weiter. Im 20. Jahrhundert wurden Milchbildungstees kommerziell als standardisierte Produkte vermarktet. Heute sind sie in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien ein fester Bestandteil des Stillangebots. Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft empfiehlt zwar nicht explizit Stilltees, sieht aber keine Bedenken gegen mäßige Mengen der üblichen Kräuter bei ansonsten gesunden Müttern und Kindern.

Häufige Fragen zu Milchbildungstee

Hilft Milchbildungstee wirklich bei zu wenig Milch?
Für einige Kräuter (besonders Bockshornklee) gibt es klinische Belege für eine Milchmengesteigerung. Der Haupteffekt ist aber oft die erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Bei echter Milchmangel-Problematik immer Hebamme oder Stillberaterin hinzuziehen.

Kann ich Milchbildungstee selbst mischen?
Ja – eine einfache Mischung aus gleichen Teilen Fenchel, Anis und Kümmel ist gut verträglich und hat eine lange Tradition als Stilltee. Fertigmischungen aus der Apotheke haben den Vorteil standardisierter Qualität.

Ist Milchbildungstee für alle stillenden Mütter sicher?
In normalen Mengen (drei bis fünf Tassen täglich) ist er für die meisten Mütter und ihre Babys unbedenklich. Bei Allergien auf Doldenblütler (Fenchel, Anis, Kümmel) ist Vorsicht geboten. Bockshornklee kann den Geruch von Muttermilch und Babyurin nach Ahorn verändern.

Wie lange sollte ich Milchbildungstee trinken?
Solange gestillt wird, kann Milchbildungstee begleitend getrunken werden. Wenn die Milchmenge gut ist, kann die Menge reduziert werden. Es gibt keine zeitliche Beschränkung für den Konsum der klassischen Stillkräuter.

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