Die Boston Tea Party


Da wohl jeder irgendwann einmal im Laufe der Schulzeit im Geschichtsunterricht etwas von der Boston Tea Party gehört hat, ist bei diesem „Mythos“ auch von Anfang an klar, dass es sich dabei um eine historische Tatsache handelt und nicht einfach nur um eine bloße Erzählung und Legende. Doch wie viel wissen wir tatsächlich über dieses Ereignis?

Die Boston Tea Party

Den meisten ist sicher noch in Erinnerung, dass es dabei um einen Streit zwischen Großbritannien und seinen Nordamerikanischen Kolonien ging. Viele wissen wohl auch noch, dass Großbritannien aus Sicht der „Amerikaner“ zu viel Geld forderte und um ihren Unmut darüber Kund zu tun, warfen sie als Indianer verkleidet Tee von der britischen Schiffen im Bostoner Hafen über Bord. Die Gesellschaft zeigte somit ihren festen Standpunkt.

Vielleicht kommt dem ein oder anderen noch der Slogan „No Taxation without Representation“, als „Keine Besteuerung ohne Repräsentation“ in den Sinn. Und so setzen sich nach und nach die Puzzleteile zusammen: Großbritannien war hoch verschuldet. Kriege und die steigenden Kosten der Kolonien ließen die Schuldenlast immer größer werden. Vor allem die Gebiete in Nordamerika waren ein erheblicher Kostenfaktor.

Aus Sicht der Briten also verständlich, dass sie für die Kolonien nicht nur bezahlen wollten. Das Königshaus und das Parlament versuchten mit Steuern wenigstens einen Teil der Kosten wieder zurückzubekommen. Umso mehr, da die Kolonisten im Vergleich zu den in Großbritannien lebenden Bürgern nur einen Bruchteil an Steuerlast zu tragen hatten.

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Es kam zu einem langen hin und her zwischen Großbritannien und den Kolonien. Die genaue Dauer ist nicht bekannt. Großbritannien sah die Kolonisten als ihre Bürger und somit auch zu Steuern verpflichtet. die Kolonisten dagegen fühlten sich selbst ebenfalls als Briten, sahen aber keinen Grund für Steuern, da sie wegen der großen Entfernung ihr Wahlrecht gar nicht nutzen konnten und sich somit auch nicht im Parlament vertreten sahen. Zunächst eingeführte Steuern wurden wieder abgeschafft und durch Zölle ersetzt. Dies führte zu einem Boykott und vor allem Tee wurde nun in erster Linie geschmuggelt, statt legal über die Ostindienkompanie bezogen.

Ergebnis all dieser Maßnahmen war jedoch lediglich eine weiterhin wachsende Schuldenlast Großbritanniens, die drohende Pleite der Ostindienkompanie und eine Gemeinschaft namens „Sons of Liberty“, die in den Kolonien immer mehr Anhänger fand und Stimmung gegen die alte Heimat machte. All die Streitereien gipfelten am Abend des 16. Dezember 1776 in dem Vorfall, der als „Boston Tea Party“ in die Geschichte einging.

Legende oder Wahrheit?

Es gibt jedoch noch einen Punkt, der bisher kaum bewertet wurde und falls doch, immer im falschen Licht betrachtet wurde. Die Verkleidung als Mohawk-Indianer sollte entweder eine Identifizierung der Beteiligten verhindern, oder am besten gleich den Indianern die Schuld dafür in die Schuhe schieben.

Historischer Fakt ist jedoch, dass keines der beiden Argumente richtig sein kann. Zum einen waren gar nicht alle Beteiligten verkleidet, zum anderen war die vorhandene Verkleidung alles andere als Wahrheitsgetreu und Detailgenau. Es gibt zwar einige Zeichnungen, in denen heroisch anmutende Männer mit nacktem Oberkörper und Lendenschurz zu sehen sind. Dezembernächte sind jedoch auch in Boston sehr kalt und zahlreiche Dokumente belegen, dass sich die „Indianer“ lediglich Federn an die Hüte gesteckt und ihre Gesichter geschwärzt hatten.

Naheliegender scheint wohl, dass sich die Kolonisten 1776 schon längst nicht mehr so britisch fühlten, wie es sich Parlament und Königshaus wohl gewünscht hätten. Das Verständnis eine eigene Nation geworden zu sein und somit auch der Wunsch nach Unabhängigkeit schienen bereits geboren.

Hinzu kommt wohl auch noch ein Wortspiel, dass der Tatsache zu verdanken ist, dass „indian“ im Englischen sowohl „indisch“, als auch „indianisch“ bedeuten kann. Die Kolonisten waren bereits dazu übergegangen auch immer mehr einheimischen Tee zu trinken, der aus Pflanzen der Koloniegebiete produziert wurde. Dies war ihrer Meinung nach nun der echte „Indian Tea“.

Fazit

Selbst so gut bekannte Ereignisse, wie die Boston Tea Party bergen noch ihre Geheimnisse und kleinen Überraschungen. Davon abgesehen ist es doch erstaunlich, wie sehr getrocknete Teeblätter die Weltgeschichte beeinflussen können. Der Tee war sicher nicht der einzige Grund für den Unabhängigkeitskrieg, er spielte allerdings auch keine unerhebliche Rolle. Selbst, wenn sie keine Briten mehr sein wollten, auf ihren Tee wollten die Amerikaner nicht verzichten und die Preise dafür wollten sie sich auch nicht diktieren lassen. Schiffe, ein feiner Tee und eine Art American Dream bleibt uns davon.

Großbritannien hatte zunächst auch Steuern auf Zucker und Stempel in den Nordamerikanischen Kolonien erhoben, von den späteren Zöllen waren auch Leder und Papier betroffen. All dies hatte jedoch längst nicht so weitreichende Folgen, wie die Steuern und Zölle auf Tee.

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Bildnachweis: Die Boston Tea Party © Luftbildfotograf – Fotolia.com

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