Gyokuru


Selbstverständlich gibt es auch bei Tees zum Teil große Qualitätsunterschiede. In Japan beispielsweise wird schon seit Beginn der Geschichte des Tees angestrebt, mit Hilfe von speziellen Licht- und Schattenverhältnissen Geschmack und Aroma zu perfektionieren. Deshalb gilt der Gyokuro Kagoshima auch bekannt als Hon Gyokuro, als der Tee mit der absolut höchsten Qualität, den man schon beim drüber gießen rausriecht. Wie der Sencha , wird er nur zu besonderen Anlässen getrunken oder um Gästen eine sehr hohe Ehre teilwerden zu lassen, unvorstellbar ihn einfach so im Alltag zu trinken.

Gyokuru ist eine Teesorte des Grünen Tee

Inhaltsstoffe

Da der Gyokuro als Schattentee in der Zeit kurz vor der Ernte niemals dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist, bilden sich wesentlich weniger Gerb- und Bitterstoffe in den Blättern. Das macht seinen Geschmack milder und weicher. Ebenfalls eine Folge des Wachstums im Schatten, ist der hohe Gehalt von Koffein. Der Gyokuro enthält einen hohen Anteil an Oxalsäure und Theanin (Aminosäuren). Man sollte also beim Genuss von Gyokuro keinesfalls die extrem anregende Wirkung unterschätzen. Was die übrigen Inhaltsstoffe betrifft, unterscheidet sich der Gyokuro nicht oder nur unwesentlich von anderen Sorten grünen Tees.


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Anbaugebiete

Traditioneller Weise stammt japanischer Gyokuro Uji aus der Nähe von Kyoto, genauer gesagt, aus der Region Uji. Man findet ihn auch in Shibushi (Kagoshima). Seit einigen Jahren wird er allerdings auch in China angebaut. Im Gegensatz zum Originalprodukt aus Japan, für das man beim Kauf mindestens 25 Euro oder gar über 100 Euro pro 100 Gramm pro Dose bezahlen muss, kostet das chinesische Pendant nur ein Bruchteil. Allerdings weicht er auch geschmacklich sehr stark von seinem Vorbild ab und kann vom Inhalt her mit dessen hoher Qualität nicht mithalten.

Herstellung

Wenn etwa gegen Ende April die ersten Knospen der Teesträucher beginnen sich zu öffnen, werden Netze aus Bambus oder auch Schilf so über den Pflanzen angebracht, dass diese völlig im Schatten stehen. Die Temperatur spielt hier eine ebenso große Rolle.Bei der Ernte werden dann später nur die jüngsten und zartesten Blätter ausgewählt und sorgfältigst per Hand geerntet.

Ab dann läuft die Verarbeitung wie bei anderen Sorten grünen Tees auch. Oberste Priorität hat dabei immer der möglichst schonende und vorsichtige Umgang mit den Teeblättern. Nur dann ergeben die fast schwarzgrünen Blätter später einen gelblichen Aufguss mit grasigem, aber auch süßlichem Aroma. Der Gyokuro wird auch für Karigane verwendet.

Fazit

Ohne Zweifel handelt es sich beim Gyokuro um eine ganz besondere Teespezialität und jeder dem einmal die Ehre erwiesen werden sollte, eine Tasse davon angeboten zu bekommen, sollte diesen Genuss keinesfalls ausschlagen. Abgesehen davon, dass dies einer Beleidigung der Gastgeber gleichkäme, man würde sich auch tatsächlich einen ganz besonderen premium Genuss entgehen lassen. Umso erstaunlicher ist es, dass dieser Unterschied zu anderen Sorten einzig und allein mit ein paar schattenspendenden Netzen erreicht wird. Ein weiteres Zeichen dafür, welch große Kunst die Teeherstellung in Japan ist. Wer sich dazu entschließt diesen grünen Tee zu kaufen, sollte mit großer Vorsicht schauen was als Info über diesen Tee steht. Um einen Japanischen flair zu schaffen empfiehlt es sich den Tee in einem Hario Mizudashi zu servieren, oder aus den bekannten japanischen Gusseisen Teekannen, was natürlich etwas kostenaufwendiger ist.


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Bildnachweis: Gyokuru – © Christian Jung – Fotolia.com

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