Tamaryokucha ist ein japanischer Grüntee, der sich durch seine ungewöhnlich gebogenen, kommaförmigen Blätter und einen milden, fruchtigen Geschmack auszeichnet. Der Name bedeutet sinngemäß edler grüner Tee, der Beiname Guricha verweist auf die Blattform. Im Schatten des allgegenwärtigen Sencha bleibt er wenig bekannt, hat Liebhabern weicher Grüntees aber viel zu bieten. Hier erfahren Sie alles zu Herkunft, Herstellung, Geschmack und Zubereitung.
| Pflanze/Basis | Teestrauch (Camellia sinensis), grün, ungerollt |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 20-40 mg pro Tasse (250 ml) |
| Geschmacksprofil | mild, weich, fruchtig (Beere), nussig im Abgang |
| Wassertemperatur | 70-80 °C |
| Ziehzeit | 1-2 Minuten |
| Dosierung | 2-3 g pro 200 ml |
| Aufgüsse | 2-3 Aufgüsse |
| Preisspanne | ca. 6-15 € pro 100 g |
Was den Namen verrät
Aus dem Namen lässt sich viel über den Tee ableiten. Tama bedeutet so viel wie Edelstein oder Juwel, ryoku heißt grün und cha steht für Tee. Tamaryokucha ist also ein besonders edler grüner Tee — eine Bezeichnung, die für die Qualität hochwertiger Varianten keine Übertreibung ist.
Geläufig ist auch der Beiname Guricha, der sich auf die auffällig gebogene Blattform bezieht. Diese Doppelbenennung sorgt im Handel gelegentlich für Verwirrung, meint aber denselben Tee. Wer japanische Grüntees jenseits der Klassiker erkunden möchte, findet hier einen guten Einstieg, vergleichbar in seiner Sonderstellung mit dem ebenfalls milden Yonkon.
Die charakteristische Blattform
Das auffälligste Merkmal des Tamaryokucha ist seine Blattform. Während die meisten japanischen Grüntees in der letzten Verarbeitungsstufe zu feinen Nadeln gerollt werden, entfällt dieser Schritt beim Tamaryokucha. Die Blätter behalten ihre natürlich gebogene, kommaförmige Gestalt, die ihm den Namen Guricha einbringt.
Diese Besonderheit ist nicht nur optisch reizvoll, sondern wirkt sich auf den Geschmack aus. Dass die Blätter nicht gerollt, sondern in ihrer ursprünglichen Form getrocknet werden, ergibt in Geschmack und Aroma einen fast eigenständigen Tee. Der typisch grasige Charakter vieler Grüntees tritt deutlich zurück, weshalb sich der Tamaryokucha klar vom nadelförmig gerollten Sencha abhebt.
Geschmack: mild, fruchtig, nussig
Tamaryokucha schmeckt mild, weich und angenehm fruchtig, oft mit einer leicht beerigen Note. Der Nachgeschmack erinnert an Mandeln. Die für manche Grüntees typische Herbe und der grasige Ton fehlen hier nahezu völlig, was den Tee besonders zugänglich macht. Manche Verkoster sehen Parallelen zum vollmundigen Matcha.
Diese Sanftheit macht ihn zu einem guten Einsteigertee. Wer japanische Grüntees bisher als zu grasig oder bitter empfand, findet im Tamaryokucha oft eine angenehme Überraschung. Aber auch Kenner schätzen das ausgewogene, würzig-milde Aroma. In unserer Verkostung trat die beerige Note im ersten Aufguss hervor, während der zweite den nussigen Mandelklang betonte.
Herkunft und Herstellung
Tamaryokucha von besonders hoher Qualität stammt von der Insel Kyushu, der südlichsten der japanischen Hauptinseln. Vor allem die Region Ureshino beheimatet erfolgreiche Teegärten für ausgezeichneten Tamaryokucha. Wie bei vielen Spezialitäten werden nur relativ geringe Mengen gehandelt, weshalb es kaum nennenswerte Anbaugebiete außerhalb Ureshinos gibt.
In der Herstellung folgt Tamaryokucha den japanischen Grüntees, mit einer Ausnahme: Statt zu Nadeln gerollt zu werden, behalten die Blätter ihre Form. Um die Enzyme zu inaktivieren, die sonst eine Oxidation auslösen würden, gibt es zwei Wege. Entweder werden die Blätter kurz in der Pfanne geröstet, oder sie werden bedampft. Viele halten das Dämpfen für schonender, weil es mehr Vitamine und Mineralstoffe erhält; gerösteter Tamaryokucha schmeckt dagegen etwas nach gekochtem Gemüse und nussiger. Diese Fixierung durch Dampf teilt er mit dem Gyokuro.
Zubereitung Schritt für Schritt
Wie alle japanischen Grüntees verträgt Tamaryokucha kein kochendes Wasser. So gehen Sie vor: 1. Wasser aufkochen und auf 70 bis 80 °C abkühlen lassen. 2. Pro 200 ml etwa zwei bis drei Gramm Blätter abmessen. 3. Mit dem temperierten Wasser übergießen.
4. Nur ein bis zwei Minuten ziehen lassen, damit das feine Aroma erhalten bleibt und keine unnötige Bitterkeit entsteht. 5. Die Blätter abgießen und genießen. Tamaryokucha lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen und gibt dabei nach und nach unterschiedliche Facetten frei. Wer mit Temperatur und Ziehzeit spielt, holt verschiedene Nuancen heraus und findet seinen Lieblingsaufguss, ganz ähnlich wie beim verwandten Funmatsucha.
Inhaltsstoffe und Koffein
Wie alle echten Grüntees enthält Tamaryokucha Koffein, das in milder Form belebend wirkt; pro Tasse sind es etwa 20 bis 40 mg, also weniger als bei Kaffee oder Schwarztee. Dazu kommen die für Grüntee typischen Catechine, die Aminosäure L-Theanin sowie Vitamine und Mineralstoffe. Die besondere Verarbeitung beeinflusst die Konzentration dieser Stoffe kaum.
Lediglich Gerb- und Bitterstoffe sind etwas reduziert, was den angenehm milden Geschmack erklärt. Aufgrund des Koffeingehalts eignet sich der Tee eher für den Tag als für den späten Abend. Wer empfindlich auf Koffein reagiert, dosiert entsprechend zurückhaltend oder bleibt beim ersten, kürzeren Aufguss.
Qualität erkennen und lagern
Guten Tamaryokucha erkennen Sie an gleichmäßigen, kommaförmigen Blättern und einer frischen, grünen Farbe. Der Aufguss sollte klar und das Aroma einladend wirken. Da der Tee hierzulande wenig verbreitet ist, finden Sie ihn am ehesten im spezialisierten Fachhandel, der über Herkunft und Erntejahr Auskunft gibt.
Gelagert wird Tamaryokucha trocken, kühl und lichtgeschützt in einem luftdichten Behälter, am besten aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas. Als empfindlicher Grüntee sollte er innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verbraucht werden, da er rascher als Schwarztee an Aroma verliert. Abstand zu stark riechenden Lebensmitteln schützt die zarte Beerennote vor Fremdgerüchen.
Häufige Fragen
Was ist Tamaryokucha?
Ein japanischer Grüntee mit ungewöhnlich gebogenen, kommaförmigen Blättern, auch Guricha genannt. Er besticht durch ein mildes, fruchtiges Aroma mit beeriger Note und nussigem Abgang.
Was unterscheidet Tamaryokucha von Sencha?
Beim Tamaryokucha entfällt das Rollen zu feinen Nadeln, sodass die Blätter ihre gebogene Form behalten. Geschmacklich ist er meist milder, fruchtiger und weniger grasig als Sencha.
Gibt es verschiedene Varianten von Tamaryokucha?
Ja, eine gedämpfte und eine geröstete. Die gedämpfte wirkt frischer und grüner, die geröstete weicher und nussiger und schmeckt etwas nach gekochtem Gemüse.
Wie bereite ich Tamaryokucha zu?
Mit Wasser von etwa 70 bis 80 °C und einer kurzen Ziehzeit von ein bis zwei Minuten, rund zwei bis drei Gramm pro 200 Milliliter. Die Blätter lassen sich zwei- bis dreimal aufgießen.
Woher kommt der beste Tamaryokucha?
Von der Insel Kyushu im Süden Japans, vor allem aus der Region Ureshino. Dort liegen die wichtigsten Teegärten für hochwertigen Tamaryokucha, der nur in geringen Mengen gehandelt wird.
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