Goji-Beeren-Tee wird aus den getrockneten Früchten des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum) aufgegossen, auch Wolfsbeere genannt. Die kleine rote Beere aus China gilt seit Jahren als Trendfrucht und liefert einen süß-säuerlichen, koffeinfreien Aufguss. Dieser Beitrag zeigt Herkunft und Inhaltsstoffe, wie Sie den Tee selbst zubereiten und warum bei bestimmten Medikamenten Vorsicht geboten ist.
| Pflanze/Basis | getrocknete Goji-Beeren (Lycium barbarum), Gemeiner Bocksdorn |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | süß-säuerlich, leicht herb, an Cranberry und Hagebutte erinnernd |
| Wassertemperatur | 80-90 °C |
| Ziehzeit | 5-10 Minuten |
| Dosierung | 1 gehäufter TL getrocknete Beeren pro 200-250 ml |
| Aufgüsse | 1-2; aufgeweichte Beeren danach essbar |
| Preisspanne | ca. 3-8 € pro 100 g, Bio-Qualität höher |
Herkunft: vom Ningxia-Tal in die Tasse
Traditionell stammt die Goji-Beere aus China, genauer aus dem Ningxia-Tal nahe dem Himalaya, von wo bis heute ein Großteil der Ernte kommt. Dort ist sie seit langem fester Bestandteil der Ernährung und der Traditionellen Chinesischen Medizin. Botanisch gehört sie zum Gemeinen Bocksdorn aus der Familie der Nachtschattengewächse.
Inzwischen wächst der Strauch auch in Europa, Nordamerika, Nordafrika sowie Australien und Neuseeland, häufig als Zierpflanze. Das erklärt das große Verbreitungsgebiet trotz des erst jungen Rufs als Trendfrucht im Westen. Eine ähnlich vitaminreiche, säuerliche Frucht stellt der Sanddorn-Tee vor.
Inhaltsstoffe und Studienlage
Goji-Beeren enthalten kaum Vitamin C selbst, liefern aber dessen Vorstufen in beachtlichen Mengen, dazu die Vitamine A, B1 und B2 sowie reichlich sekundäre Pflanzenstoffe und Carotinoide wie Zeaxanthin. Diese Verbindungen wirken antioxidativ, das heißt, sie können freie Radikale im Körper neutralisieren.
Weitergehende Versprechen sind mit Vorsicht zu genießen: Belastbare Studien, die einen Nutzen bei Krebs oder Bluthochdruck belegen, fehlen bislang. Der Tee ist ein Genussgetränk mit interessantem Nährstoffprofil, kein Heilmittel. Beachten Sie zudem, dass ein Teil der hitzeempfindlichen Stoffe beim Aufguss verloren geht, weshalb das Mitessen der aufgeweichten Beeren mehr bringt als die Flüssigkeit allein. Wie viel Vitamin C tatsächlich in fruchtigen Aufgüssen steckt, ordnet der Hagebuttentee ein.
Goji-Beeren in Küche und Müsli
Über den Tee hinaus lassen sich Goji-Beeren vielseitig verwenden. Getrocknet schmecken sie pur als Knabberei, eingeweicht passen sie in Joghurt, Müsli, Smoothies oder Backwaren. In der chinesischen Küche wandern sie traditionell in Suppen und Reisgerichte, wo sie mitgaren und eine zart süße Note beisteuern.
Eine einfache Idee aus unserer Küche: einen Teelöffel Beeren über Nacht in etwas Apfelsaft einweichen und am Morgen samt Flüssigkeit ins Müsli geben. So bleiben die wasserlöslichen Stoffe erhalten, und die Beeren werden angenehm weich. Wer es fruchtig-warm mag, kombiniert sie mit Apfelstücken zu einem winterlichen Kompott.
Geschmack und Aroma
Goji-Beeren-Tee schmeckt süß-säuerlich mit einer leicht herben Note und erinnert geschmacklich an eine Mischung aus Cranberry und Hagebutte. Der Aufguss bleibt mild und nimmt eine zart orangerote Farbe an, anders als die kräftig rote, sehr säuerliche Tönung eines hibiskusbasierten Früchtetees.
Wer es süßer mag, kombiniert die Beeren mit Apfelstücken oder einem Löffel Honig. Ein Spritzer Zitrone hebt die Frische zusätzlich hervor. Für eine intensivere Beerennote lässt sich der Tee gut mit einer fertigen Mischung wie Beeren-Tee verschneiden.
Zubereitung Schritt für Schritt
Reinen Goji-Tee gibt es im Handel selten, doch er ist leicht selbst gemacht. So gehen Sie vor: 1. Einen gehäuften Teelöffel getrockneter Beeren in die Tasse geben. 2. Mit 80 bis 90 °C heißem Wasser übergießen, also nicht ganz kochend, um Aroma und hitzeempfindliche Stoffe zu schonen. 3. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, deutlich kürzer als viele andere Früchtetees.
Werfen Sie die aufgeweichten Beeren nicht weg: Sie sind nun weich und süß und lassen sich auslöffeln oder in Müsli und Joghurt geben. Ein zweiter Aufguss ist möglich, fällt aber milder aus. Wer den Tee kalt mag, bereitet ihn doppelt konzentriert zu und gießt ihn über Eis, ähnlich wie beim selbst gemachten Eistee.
Wechselwirkungen und Sicherheit
Eine konkrete Vorsichtsmaßnahme ist wichtig: Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Goji-Beeren die Wirkung gerinnungshemmender Medikamente vom Cumarin-Typ wie Warfarin oder Phenprocoumon verstärken können. Wer solche Blutverdünner einnimmt, sollte auf Goji-Beeren verzichten oder die Anwendung ärztlich abklären.
Da Goji zu den Nachtschattengewächsen zählt, sind in seltenen Fällen Kreuzallergien möglich. In üblichen Mengen als Tee gelten die Beeren ansonsten als gut verträglich, ein Heilmittel sind sie jedoch nicht.
Kauf und Qualitätsmerkmale
Gute getrocknete Goji-Beeren sind kräftig rot bis orangerot, weich-ledrig statt steinhart und riechen fruchtig-süß. Da ein erheblicher Teil der Ware aus intensivem Anbau stammt, standen Goji-Beeren wiederholt wegen Pflanzenschutzmittel-Rückständen in der Kritik. Zertifizierte Bio-Qualität ist daher die sicherere Wahl.
Übliche Preise liegen zwischen drei und acht Euro pro 100 Gramm, Bio-Beeren etwas darüber. Bewahren Sie die Beeren luftdicht, trocken und dunkel auf, damit sie nicht verklumpen oder Aroma verlieren. Worauf es bei Bio-Siegeln generell ankommt, erklärt unser Beitrag was ist dran am Bio-Tee.
Häufige Fragen
Wie macht man Goji-Beeren-Tee selbst?
Einen gehäuften Teelöffel getrockneter Beeren mit 80 bis 90 °C heißem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Die aufgeweichten Beeren danach nicht wegwerfen, sondern auslöffeln oder ins Müsli geben.
Wie schmeckt Goji-Beeren-Tee?
Süß-säuerlich mit leicht herber Note, geschmacklich zwischen Cranberry und Hagebutte. Der Aufguss bleibt mild und nimmt eine zart orangerote Farbe an. Mit Apfel oder Honig lässt er sich abrunden.
Sind Goji-Beeren gesund?
Sie liefern Vitamin-C-Vorstufen, Carotinoide und antioxidative Pflanzenstoffe. Weitergehende Heilversprechen sind nicht belegt. Goji-Beeren-Tee ist ein nährstoffreiches Genussgetränk, aber kein Heilmittel.
Mit welchen Medikamenten verträgt sich Goji nicht?
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung können Goji-Beeren die Wirkung gerinnungshemmender Mittel vom Cumarin-Typ wie Warfarin oder Phenprocoumon verstärken. Wer solche Blutverdünner nimmt, sollte den Konsum ärztlich abklären.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hinweise zu möglichen Wechselwirkungen von Goji-Beeren mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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