Der Name "Frauenmantel" lässt gleich die richtige Vermutung aufkommen: diese Pflanze ist bestens dafür geeignet, "typische Frauenleiden" zu lindern. Egal, ob bereits während der Pubertät oder sehr viel später in den Wechseljahren, mit ausreichendem Wissen über den Frauenmantel und den daraus zubereitetem Tee können zahlreiche Probleme und Beschwerden gemildert oder gar vollständig behoben werden. Und dabei stellt man dann auch schnell fest, dass dieser Kräutertee keineswegs nur den Frauen vorenthalten bleiben muss. Auch Männer können durchaus von seiner Wirkung profitieren.

Inhaltsstoffe

Wirft man einen Blick auf die Inhaltsstoffe des Frauenmantels, so fallen einem sofort die großen Mengen an Gerb- und Bitterstoffen auf. Auch Saponine, Tannine, Glykoside und Phytosterin sind in bemerkenswerten Konzentrationen enthalten. Dank dieser Wirkstoffkombination wirkt der Frauenmanteltee hervorragend bei Husten, Schnupfen und allen weiteren typischen Symptomen einer Erkältungskrankheit. Zudem wirkt er harntreibend und entzündungshemmend. So wird die Wundheilung gefördert und fast schon ganz nebenbei noch Blutungen gestillt und das Blut dabei gereinigt. Da Frauenmantel vor allem die Muskel und Gewebe des Beckenbereiches lockert, eignet er sich hervorragend zur Linderung von Menstruationsbeschwerden. Doch auch bei Durchfallerkrankungen profitiert der Patient von diesem Effekt. Während der zum Teil recht starken Hormonschwankungen im Laufe eines weiblichen Lebens, wirkt Frauenmanteltee regelmäßig konsumiert, ausgleichend. So kann sowohl das Gefühlschaos während der Pubertät, als auch die zum Teil recht gemischten Gefühle im Rahmen der Menopause, gemildert werden.Eine Tasse davon getrunken, kann schon Wunder wirken. Zahlreiche Rezepte gibt es im Internet.

Anbaugebiete

Der Frauenmantel wächst quasi wie Unkraut direkt am Wegesrand. Sobald der Boden nährstoffreich und sehr feucht ist, findet man größere Kolonien Frauenmantel auch auf Wiesen, Weiden, Schutthalden und sobald der Wald nicht allzu dicht ist, sogar auf sonnigen Lichtungen. Frauenmantel wächst von Mai bis September und kann dabei unter guten Bedingungen bis zu 50 cm hoch werden.

Herstellung

Für den Tee werden ausschließlich die oberirdisch wachsenden Teile der Frauenmantel-Pflanze verwendet. Diese kann man dann allerdings je nach Belieben sowohl frisch, als auch getrocknet mit heißem Wasser überbrühen. Wie üblich empfiehlt es sich, die Blätter des Krauts vorher zumindest etwas zu zerkleinern. Alternativ kann man Frauenmantel auch für etwa 6 bis 8 Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen. Vor dem Verzehr sollte man diesen Sud allerdings noch einige Minuten kochen lassen, bevor man ihn abseiht und schließlich trinkt.

Fazit

Die Wirkung von Frauenmantel war bereits im Mittelalter bekannt. Damals wurde er allerdings meist in Kosmetika verarbeitet oder als Umschlag eingesetzt. Erst im Zeitalter der Renaissance wurde Frauenmanteltee erstmals in einem Buch über Naturheilkunde erwähnt. Seinen endgültigen Durchbruch als Tee und Tinktur erreichte der Frauenmantel dann tatsächlich erst im 19. Jahrhundert. Heute wird er meist in Kräuterteemischungen verwendet um das Wirkungsspektrum ideal zu erweitern bzw. zu ergänzen. Während einer Schwangerschaft sollte man auf keinen Fall Frauenmanteltee trinken. Wenn man Schwanger ist, kann das Kraut, Heilkräuter oder auch Kräuter genannt zu Komplikationen führen. Bei Fragen in wie weit es die Schwangerschaft oder Fruchtbarkeit beeinflusst, sollte man sich an den Arzt wenden. In allen anderen Lebensphasen spricht aber nichts dagegen und es lohnt sich mit Sicherheit, auch diesen Tee einmal zu versuchen.Bildnachweis: Frauenmanteltee © liliya kulianionak - Fotolia.com

Frauenmanteltee zubereiten – Das Frauenkraut aus Natur und Garten

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist eine der bedeutendsten Heilpflanzen für die Frauengesundheit und hat seinen Namen von der charakteristischen Blattform: Die fächerartigen, gefalteten Blätter sammeln Tautropfen in ihrer Mitte und bildeten im Volksglauben ein Bild des schützenden Mantels der Jungfrau Maria. Diese Tautropfen galten den mittelalterlichen Alchemisten als das reinste Wasser und wurden „Himmelstränen" genannt – daher auch der wissenschaftliche Name Alchemilla.

Für Frauenmanteltee sammeln Sie die frischen Blätter und Blüten von Mai bis September oder kaufen getrockneten Frauenmantel in der Apotheke. Übergießen Sie 2 bis 3 Teelöffel (3 bis 4 Gramm) getrockneter Pflanzenteile mit 250 ml kochendem Wasser. Nach 10 Minuten Ziehzeit abseihen. Der Tee hat einen angenehm herb-adstringierenden Geschmack, der auf die enthaltenen Gerbstoffe zurückzuführen ist. Mit etwas Honig schmeckt er milder und angenehmer.

Als Damenkräutertee wird Frauenmantel oft mit Schafgarbe und Himbeerblättern kombiniert. Diese Mischung stärkt den Beckenbereich, reguliert den Zyklus und wirkt bei Menstruationsbeschwerden.

Heilwirkung von Frauenmantel für die Frauengesundheit

Frauenmantel enthält vor allem Gerbstoffe (Ellgitannine wie Pedunculagin), Flavonoide, Bitterstoffe, Saponine und organische Säuren. Die Gerbstoffe sind für die adstringierende (zusammenziehende) Wirkung verantwortlich und bilden die Basis der meisten Heilwirkungen.

Das Hauptanwendungsgebiet von Frauenmanteltee ist die Frauenheilkunde. Frauenmantel wirkt tonisierend (stärkend) auf die Gebärmutter und den gesamten Unterleibsbereich. Bei Regelschmerzen, unregelmäßiger Menstruation und prämenstruellem Syndrom (PMS) wird Frauenmantel traditionell eingesetzt. Besonders in der Zeit um Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahre wurde Frauenmantel als wichtige Stärkungspflanze für Frauen genutzt.

In den Wechseljahren kann Frauenmantel Hitzewallungen und andere Beschwerden lindern. Zusammen mit anderen Wechseljahreskräutern wie Traubensilberkerze und Salbei bildet Frauenmantel eine wirksame natürliche Therapie. Die zusammenziehenden Gerbstoffe können übermäßige Menstruationsblutungen reduzieren.

Für den Magen-Darm-Bereich wirkt Frauenmantel durch seine Gerbstoffe zusammenziehend und entzündungshemmend. Bei Durchfall, Darmkatarrh und leichten Entzündungen des Magen-Darm-Trakts ist er ein bewährtes Mittel.

Geschichte und Folklore des Frauenmantels

Frauenmantel hat eine faszinierende Kulturgeschichte, die tief mit Weiblichkeit, Alchemie und Volksmagie verwoben ist. Im Mittelalter glaubten Alchemisten, dass die Tautropfen, die sich in den Blättern des Frauenmantels sammeln, magische Reinheit besäßen. Sie nutzten diese Tropfen für ihre Experimente auf der Suche nach dem Stein der Weisen – daher der wissenschaftliche Name Alchemilla (kleine Alchemistin).

In der christlichen Ikonographie wurde Frauenmantel der Jungfrau Maria zugeordnet. Der Name bezieht sich auf die Vorstellung, dass die Blätter wie ein schützender Mantel aussehen. Die Verbindung von Frauenmantel mit Schutz und Mutterschaft machte ihn zur wichtigsten Pflanze für Schwangere, Mütter und Frauen in der Volksmedizin.

Hildegard von Bingen beschrieb Frauenmantel als Mittel bei Frauenleiden und betonte seine tonisierende Wirkung auf die weiblichen Organe. In der Volksmedizin aller europäischen Länder war Frauenmantel ein wichtiges Frauenheilkraut, das bei Regelschmerzen, Wochenbett und Wechseljahren eingesetzt wurde.

Häufige Fragen zu Frauenmanteltee (FAQ)

Wann sollte ich Frauenmanteltee trinken?
Bei Regelschmerzen: vor und während der Menstruation. Bei PMS: in der zweiten Zyklushälfte. In den Wechseljahren: täglich als Kur über mehrere Wochen.

Ist Frauenmantel auch für Männer sinnvoll?
Ja, für den Magen-Darm-Bereich und als allgemeines Stärkungsmittel ist Frauenmantel auch für Männer geeignet.

Kann ich Frauenmantel in der Schwangerschaft trinken?
Mit Vorsicht: Im letzten Trimester wird er traditionell zur Geburtsvorbereitungskur verwendet. Im ersten Trimester besser meiden.

Kann man Frauenmantel im Garten anpflanzen?
Ja, er ist ein schöner Gartenbegleiter mit hübschen gelb-grünen Blütenständen. Er wächst gerne halbschattig und liebt feuchte Standorte.

Was unterscheidet Frauenmanteltee von anderen Frauenheilkräutern?
Frauenmantel wirkt tonisierend und gerbstoffreich zusammenziehend. Er ergänzt sich gut mit Schafgarbe (krampflösend) und Himbeerblättern (uterusstärkend) zu einer vollständigen Frauenkräutermischung.

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