„Earl Grey, heiß!“ Diesen Satz erkennen Millionen Star Trek Fans weltweit sofort. Captain Jean Luc Picard bestellt bei einem der Replikatoren auf seinem Raumschiff Enterprise sein Lieblingsgetränk. Inzwischen ist längst auch bekannt, dass der Darsteller des Captain, Sir Patrick Stewart im realen Leben ebenfalls ein großer Teefan ist. Zufall, oder war es doch beabsichtigt, dass sich der Darsteller und seine Figur so sehr ähneln? Und wenn ja, wurde Patrick Stewart von den verantwortlichen Produzenten der Star Trek Serie gecastet, weil er mit Picard so viel gemeinsam hat? Oder ist die fiktive Figur Jean Luc Picard so wie sie ist, weil Charakter und Wesen an den Schauspieler Stewart angepasst wurden?

Legende oder Wahrheit?

Den Quellen nach wollte der Produzent der Serie, Gene Roddenberry Stewart eher als Data, aber keinesfalls als Captain Jean Luc Picard. Im Gegenteil, Roddenberry schwebte für diese Rolle jemand vor, der unbedingt „männlich, kraftvoll und mit vollem Haar“ sein sollte. Erst als alle anderen in Frage kommenden Schauspieler gecastet worden waren, erklärte sich Roddenberry schließlich auf Drängen seiner Crew-Mitglieder bereit, sich auch Patrick Stewart anzusehen. Da Stewart von den Frisurwünschen Roddenberrys wusste, ließ er sich damals sogar extra ein Toupet anfertigen. So war das erste, was Roddenberry zu Stewart sagte, er solle „dieses schrecklich aussehende“ Haarteil entfernen. Der Start hätte also kaum schlechter laufen können. Doch schon beim ersten Satz beeindruckte Patrick Stewart mit seiner kräftigen und deutlichen Stimme. Zudem hatte er weitere Pluspunkte zu bieten. Jean Luc Picard sollte französischer Abstimmung sein. Stewart war als Brite immerhin Europäer und damit wesentlich näher am Ursprung der Figur, als alle seiner amerikanischen Kollegen. Nach einer kurzen Überlegung, ob Stewart die Rolle lieber mit einem amerikanischen Akzent spielen sollte, entschied man sich sogar ganz bewusst für seinen britischen Einschlag, um zum einen den europäischen Hintergrund Picards zu unterstreichen und gleichzeitig das Publikum der „alten Welt“ anzusprechen. Zudem war in den Drehbücher bereits festgelegt, dass Jean Luc Picard eine Vorliebe für die alten Werke von Shakespeare haben sollte. Patrick Stewart, der zuvor schon jahrelang auf der Theaterbühne in Stücken des alten Meisters brilliert hatte und zudem einem festen Shakespeare-Ensemble angehörte, lieferte auch für diesen Teil der Figur des Picard die besten Voraussetzungen. So ließ man Patrick Stewart schon recht bald etwas mehr Freiraum, als es darum ging, die Rolle des Captain Jean Luc Picard mit Leben zu füllen. Irgendwann näherten sich beide Charaktere einander so sehr an, dass selbst Stewart in einem Interview zugeben musste: „Mir viel auf, dass ich jedes Mal, wenn ich über Picard sprach, eigentlich über mich selbst gesprochen habe.“ Später meinte er sogar, er sei inzwischen selbst recht unsicher, „wo Stewart aufhört und Picard anfängt“. Die weltweite Fangemeinde ist sich da ebenfalls schon längst sicher. Es hätte keinen bessern für die Rolle des Captain Jean Luc Picard gegeben, als Patrick Stewart. Stewart ist einfach Picard. Dabei hat nicht nur Stewart viel für die Beliebtheit des Captain Picard getan. Umgekehrt hat auch Stewart von Picard profitiert. Zum einen meinte er einmal, er wäre durch diese Rolle zu einem besseren Zuhörer geworden, da dies eine Eigenschaft sei, die Picard „schrecklich gut“ könne. Aber auch das Publikum hat Sir Patrick Stewart und seinem Alter Ego mehr zu verdanken als schöne Kinostunden oder Zeit vor dem Fernseher. Stewart hat es scheinbar mit Leichtigkeit geschafft, einem sehr jungen und an Science Fiction interessierten Publikum einer modernen Welt einen alten Meister wie Shakespeare nahezubringen. Stewart berichtet immer wieder von Theaterbesuchern, die ihn darauf ansprechen, dass sie wegen seiner Rolle als Picard ein Shakespeare-Stück mit ihm angesehen haben und positiv überrascht waren, da sie nicht wirklich damit gerechnet hätten, dass es ihnen gefallen würde. Doch nicht nur Shakespeare wurde durch Stewart und Picard zum Kult für junge Menschen. Auch die liebe zum Earl Grey der beiden Männer macht viele interessant. Vor allem die Tatsache, dass Stewart in den Jahren seit Beginn seiner Dreharbeiten für Star Trek, was nun immerhin bereits 23 Jahre zurückliegt, kaum gealtert zu sein scheint, ist die beste Werbung, die man sich für Tee wünschen könnte.

Fazit

Sir Patrick Stewart und Captain Jean Luc Picard sind sich völlig ungeachtet der Tatsache, dass der eine davon eine völlig fiktive Figur ist, so ähnlich, dass wohl niemand mehr genau sagen kann, wer was von wem übernommen hat. Gerade deshalb scheint Stewart für Picard nicht nur die Ideal- sondern die absolut einzig mögliche Besetzung zu sein. Schön, dass beide diese Symbiose mit ihrer Liebe zu Earl Grey abrunden. Bildnachweis: Earl Grey ©Thinkstock: Hemera

Earl Grey heiß: Die perfekte Zubereitung eines Kult-Tees

Captain Jean-Luc Picard aus der Star Trek-Serie macht seinen Lieblingsstee – „Earl Grey, hot" – zum kultigen Bestellruf der Popkultur. Die optimale Zubereitung dieses britischen Klassikers ist tatsächlich eine Frage der Präzision. Erhitzen Sie frisches, sauerstoffreiches Wasser auf 95–100°C. Pro 200 ml Wasser nehmen Sie einen gehäuften Teelöffel (etwa 3 g) Earl Grey. Ziehzeit: 3–4 Minuten – länger macht ihn bitter. Das Bergamotte-Aroma entfaltet sich am besten, wenn der Tee lose zieht statt im Beutel. Wer Earl Grey wie Picard genießen möchte: ohne Milch, ohne Zucker, aus einem schlichten Keramik- oder Porzellanbecher. Der Fokus liegt auf dem Aroma.

Bergamotte im Tee: Wirkung auf Körper und Geist

Das charakteristische Aroma des Earl Grey kommt von der Bergamotte, einer Zitrusfrucht aus Kalabrien in Süditalien. Ihr ätherisches Öl enthält Linalool und andere Terpene, denen entspannende und angstlösende Eigenschaften zugeschrieben werden. Aromatherapeutisch gilt Bergamotte als stimmungsaufhellend und stressreduzierend. Der Schwarztee-Anteil bringt Koffein und Theaflavine mit – antioxidativ, kreislauffördernd und geistig belebend. Studien haben gezeigt, dass Bergamottextrakt den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen kann: HDL (gutes Cholesterin) steigt, LDL sinkt. Als Kombination aus aromatischer Pflanzenkraft und hochwertigen Teeinhaltsstoffen ist Earl Grey also nicht nur köstlich, sondern auch gesundheitlich relevant.

Earl Grey in der Popkultur: Von Picard bis zur Teetasse

Durch Captain Picards berühmten Befehl „Tea, Earl Grey, hot" in Star Trek: The Next Generation (1987–1994) wurde Earl Grey endgültig zur Kulturikone. Picard – rational, kultiviert, zutiefst humanistisch – passt perfekt zum Image dieses Tees: britisch, klassisch, literarisch. Patrick Stewart, der Picard spielt, ist selbst ein bekennender Teeliebhaber und trug wesentlich dazu bei, dem Tee einen unverwechselbaren Charakter in der Popkultur zu geben. Der Replikator, der Picards Tee materialisiert, ist heute ein beliebtes Meme und Thema in der Tee-Community. Earl Grey hat durch diese Assoziation ein jüngeres Publikum gewonnen und gilt in Teeshops weltweit als einer der meistverkauften Tees überhaupt.

FAQ: Der Raumschiffcaptain und sein Tee

Warum bestellte Picard immer „Earl Grey, hot"? In der Welt von Star Trek bereiten Replikatoren Essen und Getränke in beliebigen Temperaturen zu – daher die genaue Angabe „hot". Laut Drehbuchautorinnen sollte es zeigen, dass Picard ein kultivierter, europäischer Klassiker ist.

Welche Earl Grey Sorte ist die beste? Das ist Geschmackssache. Klassischer Earl Grey verwendet chinesischen Schwarztee. „Lady Grey" enthält weniger Bergamotte; „Russian Earl Grey" hat Zitrusschalen. Für den Picard-Effekt: qualitativ hochwertiger loser Schwarztee mit echter Bergamottöl-Aromatisierung.

Kann man Earl Grey auch kalt trinken? Ja, als Eistee ist er erfrischend. Kalt aufgebrüht (Cold Brew) entwickelt er ein sanfteres, weniger bitteres Profil mit schöner Bergamotte-Frische.

Hat Picard den Teekonsum wirklich beeinflusst? Branchenberichte zeigen, dass Earl Grey-Verkäufe nach Aussrahlung von Star Trek TNG deutlich stiegen und der Tee bis heute Kultstatus hat.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema: