Legende oder Wahrheit?
Doch stimmen diese "alten Geschichten" vom weißem Tee, oder sind sie nicht doch etwas übertrieben? Nun, die Angst Qin Shihuangdi vor dem Tod ist einwandfrei belegt und sein enormes Grabmal mit der Terrakottaarmee davor ist nur eines von zahlreichen Beispielen dafür. Um dieses riesige Reich überhaupt erst vereinen und später aber auch zusammenhalten zu können, brauchte es ein sehr strenges Regiment. Mit einer gewaltigen Strenge, aber auch mit seiner Willkürherrschaft gelang Qin Shihuangdi nicht nur die Einheit nach innen, China konnte sich auch nach außen behaupten. Das ihm diese Art der Regentschaft allerdings nicht nur Freunde, sondern auch zahlreiche Feinde eingebracht haben dürfte ist nachvollziehbar. Es wurden mehrere Attentate auf ihn verübt und förderten seine Todesangst wohl zusätzlich. So ist es auch historisch dokumentiert, dass er immer wieder Truppen aussandte, die im Gebiet der Penglai-Inseln nach dem "Elixier des Lebens" suchen sollten. Alchimisten und Schamanen zählten zu seinen engsten Vertrauten und Ratgebern. Gut möglich also, dass er tatsächlich eines Tages den weißen Tee ausschließlich für sich beanspruchte und überzeigt davon war, dass dieser zarte Tee mit seinem herrlichen Duft und Geschmack ihm das ewige Leben schenken könnte. Die strengen Vorschriften, dass der weiße Tee nur an zwei Tagen im Jahr von Jungfrauen mit goldenen Scheren geerntet und danach von niemandem berührt werden durfte sind aus unserer Sicht ganz klar völlig übertrieben und machen sicher auch keinen Unterschied in Geschmack und Inhaltstoffen. Betrachtete man sich allerdings die Persönlichkeit Qin Shihuangdis und versetzt sich in dessen Zeit zurück, kann man sich vielleicht eher vorstellen, dass sich in all den Sagen und Legenden zu den Göttern, dem Schicksal und den Lebensweisheiten Begründungen für all das finden. Vielleicht wollte Qin Shihuangdi beispielsweise verhindern, dass der Tee vergiftet werden konnte. Deshalb durfte ihn niemand berühren und er brühte ihn sich selbst auf. Viellicht hatte man die Erfahrung gemacht, dass der Tee, wenn er an diesen zwei Tagen geerntet wurde, ganz besonders aromatisch war. Wie auch immer, diese Geschichten und Mythen über den weißen Tee machen ihn auch aus heutiger Sicht nur reizvoller und lassen ihn zu etwas ganz besonderem werden.Fazit
Ein Tee, der schon für wenige Euro im Supermarkt um die Ecke zu haben ist, kann sicher nichts besonderes sein. Dieses Vorurteil haben sicher viele. Sicher ist die Qualität keinesfalls mit einem Tee vom spezialisierten Fachhändler zu vergleichen, doch sollten wir, wenigstens ab und zu, versuchen, die Güte eines Produktes nicht immer gleich automatisch über seinen Preis und seine Verfügbarkeit zu definieren. Die Inhaltsstoffe mancher Teesorten, können eine enorme Wirkung auf den Körper haben, z.b. durch das Koffein. Mit dem Wissen, dass weißer Tee über 1000 Jahre lang einer einzigen Person vorbehalten war und dass Ernte und Herstellung so streng festgelegt waren, wie wohl bei kaum einem zweiten Produkt, erscheint selbst der Supermarkt-Tee in einem anderen Licht. Und heute hat weißer Tee noch so viel mehr zu bieten da Geschmack und Aroma bei dieser Teeart enorm von der Lage des Anbaugebietes abhängen. Kaiser oder nicht, weißer Tee ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Wenn Sie noch weitere Informationen rund um den weißen Tee suchen, dann finden Sie zahlreiche weitere Details unter weissertee.com.Bildnachweis: Ursprung des weißen Tees © morelkin - Fotolia.comWeißen Tee richtig zubereiten: Sanft und sorgfältig
Weißer Tee ist der minimalst verarbeitete aller Tees und verdient eine entsprechend behutsame Zubereitung. Erhitzen Sie frisches Quellwasser auf 75–80°C – höheres Wasser zerstört die zarten Aromen und kann übermäßige Bitterkeit erzeugen. Pro 200 ml verwenden Sie großzügige 4–6 g Tee – da weiße Tees sehr voluminös und leicht sind, braucht man mehr als bei Schwarztee. Ziehzeit: 3–5 Minuten, je nach Sorte. Bai Mu Dan (White Peony) ist etwas robuster als Bai Hao Yinzhen (Silver Needle) und verträgt etwas mehr Hitze und Zeit. Mehrfache Aufgüsse sind möglich – der zweite Aufguss gilt oft als der ausgewogenste. Für beste Qualität: Wasser nicht durch Leitungsrohr laufen lassen, da Chlor das feine Aroma zerstört.
Weißer Tee und seine besonderen Gesundheitseigenschaften
Weißer Tee enthält durch die minimale Verarbeitung den höchsten Anteil an unverändertem EGCG (Epigallocatechingallat) aller Tees. Dieses Catechin ist das stärkste pflanzliche Antioxidans, das je gemessen wurde. Studien zeigen, dass EGCG in relevanter Konzentration Krebszellwachstum hemmen, Alzheimer-assoziierte Ablagerungen reduzieren und den Fettstoffwechsel ankurbeln kann. Weißer Tee enthält auch besonders viel L-Theanin (durch die frühe Ernte aus schattigen Berglagen) und hat einen verhältnismäßig niedrigen Koffeingehalt. Für Zahngesundheit: Weißer Tee enthält natürlich vorkommendes Fluorid und antibakteriell wirkende Polyphenole – eine Kombination, die Karies hemmt und das Zahnfleisch schützt.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Yan Cha Felsentee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Jiaogulan Tee.
Der Mythos vom Ursprung des weißen Tees
Über den Ursprung des weißen Tees kursieren verschiedene Legenden. Die älteste verbindet ihn mit der mythischen Göttin Shou Xing und kaiserlichen Jungfrauen der Tang-Dynaste, die auserwählt wurden, die ersten Knospen des Frühlings mit goldenen Scheren zu ernten und nur silbernem Geschirr zu berühren. Dieser fast magische Status des weißen Tees erklärt, warum er jahrhundertelang ausschließlich dem Kaiser vorbehalten war. Eine andere Überlieferung stammt aus Fujian: Lokale Teeexperten der Song-Dynaste sollen zufällig entdeckt haben, dass unverarbeitete, getrocknete Knospen einen besonders feinen Geschmack entwickeln. Die wissenschaftliche Erklärung ist prosaischer: Minimale Verarbeitung bewahrt die chemische Struktur des frischen Blattes am besten – was sich als ausgezeichnetes Aroma und maximale Gesundheitswirkung manifestiert.
FAQ: Mythen um den Ursprung des weißen Tees
Ist weißer Tee wirklich weiß? Die silbrig-weißen Haare (Trichome) auf den Knospen geben dem Tee seinen Namen. Der Aufguss selbst ist hellgelb bis goldfarben, nicht weiß.
Wo wird der beste weiße Tee angebaut? Die anerkannte Heimat ist Fujian, China – insbesondere die Kreise Fuding und Jianyang. Darjeeling und Sri Lanka produzieren ebenfalls weiße Tees, aber Fujian gilt als Standard.
Was ist wertvoller: Bai Hao Yinzhen oder Bai Mu Dan? Bai Hao Yinzhen (Silver Needle) aus reinen Knospen ist der teuerste weiße Tee. Bai Mu Dan (White Peony) aus Knospe und zwei Blättern ist zugänglicher im Preis und für Alltag gut geeignet.
Kann weißer Tee gelagert und gealtert werden? Ja – gut gelagerter alter weißer Tee (3–10 Jahre) entwickelt zusätzliche Tiefe und erdige Noten, ähnlich wie Pu-Erh. Diese Eigenschaft macht weißen Tee zu einem interessanten Sammlerobjekt.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Grüntee als Anti-Akne-Mittel (Mythen)
- "Die Teekanne" von Hans Christian Andersen (Mythen)
- Liu Xian Yan und der weiße Drache (Mythen)
- Was wäre England heute ohne Tee? (Mythen)
- Der Professor und der Zen-Mönch (Mythen)
- Tee verwöhnt nicht nur den Gaumen (Teesorten)
- Hopfen Tee (Kräutertee)
- Sommertee (Kräutertee)