Inhaltsstoffe
Durch verschiedene Untersuchungen sind die Inhaltsstoffe im Blatt eines schwarzen Tees weithin bekannt. Das Koffein wirkt anregend, Gerbstoffe sind ein guter Zellschutz, lassen die Tee allerdings auch recht schnell bitter schmecken, wenn man ihn zu lange ziehen lässt. Vitamine und Mineralstoffe runden seine positive Wirkung auf unseren Organismus ab und können einen guten Beitrag zu einem gesunden, bewussten Lebensstil leisten. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich wohl in erster Linie durch den Gehalt einzelner ätherischer Öle, die das Aroma festlegen und der Farbe. Geschmacksdifferenzen dürften wohl auch durch Feinheiten beim bearbeiten entstehen, die sicher regional abweichen und variieren. Sicher gibt es, schon allein wegen der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit und anderen klimatischen Bedingungen, Schwankungen in den Konzentrationen der einzelnen Inhaltsstoffe, diese fallen aber bei normalen Genussmengen des Tees sicher nicht ins Gewicht.Anbaugebiete
Die indische Region Sikkim, die dieser Sorte ihren Namen leiht, liegt genau zwischen Darjeeling und Assam, östlich des Himalaya-Gebirges. Es gibt dort nur einen einzigen Teegarten im ehemaligen Königreich Temi. Schon allein diese sehr begrenzte Anbaukapazität legt nahe, dass es sich bei dem Temi Sikkim Tee um eine Besonderheit handelt, die natürlich auch ihren Preis hat, zumindest wenn der Inhalt zu 100% des echten Tees entspricht. Kenner aber schätzen Sikkim völlig unabhängig von den Produktionsmengen, als besonders feinen und edlen Tee. Er ist zwar schwerer als Darjeeling, aber auch seine nussige Note überzeugt.Herstellung
Bei der Herstellung von Sikkim gibt es im Vergleich zu anderen Sorten schwarzen Tees keine nennenswerten Unterschiede. Auch hier werden die Blätter nach der Ernte zunächst Stück für Stück in sogenannte Welktröge gelegt, um gut belüftet zunächst eine zartere und weichere Blattstruktur zu erhalten. Sind die Blätter weich genug, können sie gerollt und schließlich weiter verarbeitet werden. Feuchtwarme Luft während der Fermentation lässt das charakteristische Aroma entstehen, der Trocknungsschritt zum Abschluss konserviert den Geschmack.Fazit
Tee lässt sich in vielerlei Hinsicht mit eine art Wein vergleichen. Wohl niemand würde behaupten, dass ein Silvaner genauso schmeckt, wie ein Bacchus. Und genauso ist es auch beim Tee. Schwarzer Tee ist noch lange nicht gleich schwarzer Tee. Häufig lohnt es sich, einmal eine etwas andere Variante auszuprobieren, da der Inhalt der Gewürze so unterschiedlich ist und die Tees verschieden aromatisiert sind. So eröffnen sich einem immer wieder neue Facetten und lohnenswerte Eindrücke. Auch wenn der Preis etwas höher ist als bei anderen Schwarztee Sorten, so ist der Genuss einer Tasse mit ein paar Gramm Sikkim sicherlich mal einen Versuch wert. Der Unterschied ist definitiv zu merken. Die Teesorten des Sikkim eignen sich auch sehr gut als Geschenke für Schwarztee Liebhaber, da der Stück Preis deutlich höher ist und sich nicht jeder den Luxus gönnen kann viel von diesem Tee zu trinken.Bildnachweis: Sikkim - © Falk - Fotolia.comSikkim-Tee zubereiten – Himalaya-Eleganz im Glas
Sikkim-Tee stammt aus dem kleinen Himalaya-Staat Sikkim, der zwischen Nepal, Tibet, Bhutan und Westbengalen liegt und erst 1975 zu Indien wurde. Dieser Bergstaat beherbergt eine der renommiertesten Teeplantagen Indiens – die Temi Tea Estate, die einzige staatliche Teeplantage Sikkims. In einer Höhe von 1500 bis 1800 Metern wachsen hier Tees von außergewöhnlicher Qualität.
Für die Zubereitung von Sikkim-Schwarztee bringen Sie Wasser auf 90 bis 95 Grad Celsius und übergießen 2 bis 3 Gramm Tee pro 200 ml Wasser. Lassen Sie den Tee 3 bis 4 Minuten ziehen. Sikkim-Tee hat ein sanftes, leicht muscatelisches Aroma ähnlich wie Darjeeling-Tee, aber etwas milder und mit einem angenehmen fruchtigen Unterton. Er schmeckt pur und mit einem Spritzer Milch gleichermaßen hervorragend.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Fruchtetee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
First Flush Sikkim (Frühjahrsproduktion März bis April) hat besonders delikate, frische Aromen. Second Flush (Mai bis Juni) ist voller, malziger und komplexer. Beide Ernten sind von hoher Qualität und für Teekenner besonders interessant.
Temi-Teegarten – Die einzige staatliche Teeplantage Sikkims
Die Temi Tea Estate ist die einzige Teeplantage im Bundesstaat Sikkim und eines der ältesten und renommiertesten Teegärten des Himalaya. Die Plantage wurde 1969 gegründet und ist die einzige Teepflanzung in der Region, da der Anbau von Sikkim-Tee auf einem so kleinen Gebiet besonders exklusiv macht. Die geringe Produktion und die außergewöhnliche geografische Lage geben dem Sikkim-Tee seinen Premiumcharakter.
Die Teepflanzen in Temi wachsen auf steilen Berghängen mit perfekter Entwässerung, intensiver Sonneneinstrahlung und den kühlen Nächten des Himalaya-Klimas. Diese kombinierten Bedingungen führen zu einer langsamen Entwicklung der Teeblätter, die reich an Aromasttoffen und Polyphenolen ist.
Sikkim-Tee ist heute ein begehrter Spezialitätstee, der von internationalen Teeauktionen aus Kolkata und von direkten Händlern weltweit verbreitet wird. Die limitierten Erntemengen aus dem kleinen Anbaugebiet halten die Nachfrage konstant hoch.
Geschichte Sikkims und seine Teekultur
Sikkim war bis 1975 ein unabhängiges Königreich. Die Geschichte des Königreichs Sikkim ist faszinierend: Ein kleiner Himalaya-Staat an wichtigen Handelsrouten zwischen Indien, Tibet und Bhutan, geprägt von buddhistischer Kultur und natürlicher Schönheit. Die einheimischen Lepcha-Menschen und die späteren tibetischen Einwanderer gaben Sikkim seine einzigartige kulturelle Identität.
Der Teeanbau in Sikkim begann erst im späten 20. Jahrhundert – deutlich später als in den benachbarten Teeregionen Darjeeling und Assam. Die Gründung der Temi-Teeplantage war eine bewusste Entscheidung, die natürlichen Ressourcen und das Klimapotenzial des Landes zu nutzen.
Mit dem Beitritt zu Indien entwickelte sich Sikkim zu einem wichtigen Teeexporteur. Gleichzeitig hat sich Sikkim zu einem ökologischen Vorzeigestaat Indiens entwickelt: Seit 2016 ist Sikkim der erste vollständig organisch wirtschaftende Bundesstaat Indiens. Temi Tea Estate folgt ökologischen Anbaumethoden, was den Tees ein zusätzliches Qualitätsmerkmal gibt.
Häufige Fragen zu Sikkim-Tee (FAQ)
Was unterscheidet Sikkim-Tee von Darjeeling?
Sikkim ist milder und süßlicher im Geschmack, weniger adstringent als Darjeeling. Das muscatelische Aroma ist ähnlich, aber sanfter und zugänglicher.
Ist Sikkim-Tee bio-zertifiziert?
Sikkim ist der erste vollständig ökologisch wirtschaftende Bundesstaat Indiens. Temi Tea Estate produziert ökologisch angebauten Tee.
Warum ist Sikkim-Tee so selten?
Die einzige Plantage Temi ist sehr klein, und Sikkim ist ein kleiner Staat. Die geringe Produktion macht Sikkim-Tee zu einem seltenen Spezialitätstee.
Kann Sikkim-Tee mit Milch getrunken werden?
Ja, er verträgt sich gut mit Milch. Pur ist das volle Aroma des Himalaya-Tees jedoch am besten zu erleben.
Wo kann ich Sikkim-Tee kaufen?
Spezialisierte Teehandlungen, Tee-Online-Shops oder direkt über Importeure, die Darjeeling-Region-Tees führen.
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