Die Idee mit dem Tee im Filter
Nun wäre es für Raucher sicher recht schwierig, wenn sie von einem Moment auf den anderen statt zur Zigarette zur Tee Tasse greifen sollten. Deshalb wurde in China ein innovativer Filter entwickelt. Er enthält ein Grüntee-Extrakt mit einer besonders hohen Konzentration an L-Theanin und wird auf das Mundstück der Zigarette gesteckt. So werden beim Rauchen die wertvollen Inhaltsstoffe des Tees, allen voran das L-Theanin, direkt von den Mundschleimhäuten aufgenommen. Und der Effekt? In einer Studie wurde es mal getestet. Die Dauer der Studie betrug drei Monate. Die eine Gruppe rauchte wie immer und hatte auch am Ende des Untersuchungszeitraums keine Veränderungen vorzuweisen. Noch nicht einmal die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten hatte sich verändert. Die zweite Gruppe allerdings verwendete den neuen Teefilter und ihre Ergebnisse überraschten wirklich alle. Im Schnitt rauchten die Personen dieser Testgruppe nach nur einem Monat bereits um 43% weniger, nach zwei Monaten war der Zigarettenkonsum um 52% gesunken und ganze 31% der Studienteilnehmer hatten es nach diesen drei Monaten sogar geschafft ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Auch die Blutwerte der Teefilter-Raucher hatten sich verbessert und dank des L-Theanin sank ihr Verlangen nach Nikotin. Mit jeder Zigarette also reduzierten sie gleichzeitig ihr Bedürfnis nach einer weiteren. Verwendet man diesen Teefilter also über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnt man sich so Stück für Stück ganz langsam und vor allem sanft das Rauchen ab. Irgendwann ist die Lust auf einen Glimmstängel einfach weg, fast wie von alleine. Und das völlig ohne unangenehme Nebeneffekte wie körperliche Entzugserscheinungen oder unerwünschte Gewichtszunahme.Fazit
Sicher ist es jedem selbst überlassen, ob er das gesundheitliche Risiko, das Rauchen nun einmal ganz eindeutig mit sich bringt, eingehen möchte, oder nicht. Auffallend ist jedoch, dass es durchaus eine beachtliche Zahl unter den Rauchern gibt, die eigentlich gerne aufhören möchten. Davon abgehalten werden sie meist von der Furcht vor den Nebenwirkungen oder von bereits gescheiterten Versuchen zu einem früheren Zeitpunkt. Jeder Fehlversuch macht zudem einen neuen Versuch umso schwieriger. Die Frage ob es schmeckt oder nicht kann man pauschal nicht beantworten. Wegen der großen Verzweiflung vieler Raucher, wenn es um das Aufhören geht, ist der Markt voll von Angeboten, die einem diesen Schritt erleichtern sollen. Es gibt viele Themen rund um die Raucherentwöhnung. Die Angebote reichen von Akupunktur über Hypnose bis hin zu Gruppenseminaren mit charismatischen Motivationschoaches. Vieles davon scheint dubios und nicht besonders seriös. Seit 2010 schenkt man dem Teefilter mehr Aufmerksamkeit durch News, Zeitschriften, Fernsehen. Der Teefilter aus China dagegen könnte die Antwort für die Raucher hierzulande sein und eine echte Erlösung.Bildnachweis: Tee-Pflanze ©Thinkstock: iStockphotoRauch-Tees: Zubereitung und Geschichte des Lapsang Souchong
Wenn von Tee rauchen die Rede ist, ist meistens Lapsang Souchong (正山小种) gemeint – der bekannteste Rauchtee der Welt, dessen Blätter über Kiefernholzrauch getrocknet werden. Für die optimale Zubereitung dieses polarisierenden Tees: Wasser auf 95°C erhitzen. 3–4 g loser Lapsang Souchong auf 250 ml Wasser. Ziehzeit: nur 2–3 Minuten – längere Ziehzeit macht ihn überraschend bitter, nicht rauchiger. Das Ergebnis ist ein tiefroter, intensiv rauchiger Tee, der an Kamine, Schinken und Pine erinnert. In England wird er manchmal als „Fireside Tea" bezeichnet. Mit Milch: Die Kombination aus Rauch und Milch klingt seltsam, ist aber in der britischen Teewelt bekannt. Scotch Whisky-Fans lieben Lapsang oft – die Aromen von Torf und Rauch haben Parallelen.
Gesundheitliche Aspekte von Rauchtees
Rauchtees wie Lapsang Souchong sind kein „echtes Rauchen" – der Tee wird nicht verbrannt und inhaliert, sondern durch Rauch getrocknet und dann aufgebrüht. Dennoch gibt es Überlegungen zu polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs), die bei der Holzrauchtrocknung auf die Teeblätter gelangen können. Traditionell produzierter Lapsang Souchong enthält messbare, aber in üblichen Konsumdosen unbedenkliche PAK-Mengen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Rauchtee untersucht und keine signifikante Gefährdung bei normalem Konsum festgestellt. Als Tagesgetränk in großen Mengen wäre Vorsicht geboten; als gelegentlich genutzter Genussstoff ist Lapsang Souchong nach aktuellem Kenntnisstand unbedenklich.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Geschichte des Lapsang Souchong: Zufallserfolg durch Soldatenlager
Die Entstehungslegende des Lapsang Souchong ist eine der wenigen Teegeschichten, die möglicherweise historisch akkurat ist. Während des Taiping-Aufstandes (1850–1864) soll ein Trupp kaiserliche Soldaten in einer Tee-Verarbeitungsstätte im Wuyi-Gebirge campiert haben. Als die Soldaten abzogen und die Teibauern zurückkehrten, mussten sie die verdorbene Teiernte retten: Sie trockneten die noch nicht verarbeiteten Blätter über einem eilig angefachten Kiefernfeuer – und erfanden dabei zufällig den Rauchtee. Englische Händler, die den neu entwickelten Tee kauften und nach England schickten, fanden begeisterte Abnehmer. Bis heute ist Lapsang Souchong einer der am stärksten identifizierbaren Tees weltweit: Wer ihn einmal gerochen hat, vergisst ihn nicht.
FAQ: Tee rauchen
Kann man Teeblätter wirklich rauchen (inhalieren)? In einigen Kulturen wurde Tee früher tatsächlich geraucht (ähnlich Tabak), aber das ist gesundheitsschädlich und nicht empfohlen. „Tee rauchen" bezieht sich heute auf den Genuss von rauchigen Tees wie Lapsang Souchong als Heißgetränk.
Gibt es mildere Rauchtee-Varianten? Ja, Zheng Shan Xiao Zhong (Original Lapsang Souchong, ohne extra Räucherung) ist viel milder und zeigt das natürliche Profil des Tees aus dem Wuyi-Gebirge. Er ist fruchtig-holzig, aber nicht dominant rauchig.
Wofür wird Lapsang Souchong in der Küche verwendet? Lapsang Souchong ist ein ausgezeichnetes Küchengewürz: als Rauchsalz-Ersatz, in Marinaden für Fleisch und Gemüse, in Räucherlachs-Salat, in Schokoladenrezepten (Lapsang-Schokolade ist ein Geheimtipp).
Ist Lapsang Souchong koffeinreich? Ähnlich wie andere Schwarztees: 40–60 mg Koffein pro Tasse. Der Rauch beeinflusst den Koffeingehalt nicht signifikant.
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