Reinen Hagebuttentee hat nicht jeder schon getrunken, dabei stecken viele Früchteteemischungen zu großen Teilen aus Hagebutte. Der Aufguss schmeckt fruchtig-säuerlich, ist von Natur aus koffeinfrei und gilt als Vitamin-C-Quelle. Dieser Beitrag erklärt die Inhaltsstoffe, zeigt Ernte und Herstellung, verrät die richtige Zubereitung und gibt Tipps zum Kauf und zur Lagerung.
| Pflanze/Basis | Früchte der Hundsrose (Rosa canina) und verwandter Wildrosen |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | fruchtig-säuerlich, mild, leicht herb |
| Wassertemperatur | kochend (100 °C) |
| Ziehzeit | 8-10 Minuten |
| Dosierung | 2-3 TL pro Tasse (250 ml) |
| Aufgüsse | 1 |
| Preisspanne | ca. 2-5 € pro 100 g |
Was Hagebuttentee ist
Hagebuttentee entsteht aus den Sammelnussfrüchten der Hundsrose und verwandter Wildrosen. Streng genommen handelt es sich um einen Früchteaufguss, da keine Blätter der Teepflanze Camellia sinensis enthalten sind. Die Hagebutte färbt den Aufguss kaum, schmeckt aber angenehm fruchtig und frisch und rundet daher viele Mischungen ab.
Reiner Hagebuttentee enthält deshalb oft einen Anteil Malve, um die typische kräftige Rotfärbung zu erreichen. Welche Rolle die Malve dabei spielt, lesen Sie in unserem Beitrag zum Malven-Tee. Verwandt ist die Hagebutte mit anderen vitaminreichen Wildfrüchten wie dem Sanddorn.
Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung
Die Hagebutte ist reich an Vitamin C, dem sie ihren Ruf als Vitaminbombe verdankt. Hinzu kommen die Vitamine A, B1, B2, K und P sowie Flavonoide, Pektine und Gerbstoffe. Diese Kombination macht den Aufguss zu einem geschätzten Begleiter in der kalten Jahreszeit.
Schon in der Antike galt Hagebutte als Heilpflanze. In der Volksheilkunde wird der Aufguss traditionell zur Unterstützung der Verdauung sowie begleitend bei Beschwerden wie Gicht, Rheuma und Harnwegsleiden verwendet. Solche überlieferten Anwendungen ersetzen keine ärztliche Behandlung, weshalb bei anhaltenden Beschwerden fachlicher Rat sinnvoll ist.
Ernte und Anbaugebiete
Die Hagebutte ist nahezu weltweit verbreitet. Große Bestände gibt es in Europa und Asien, daneben auch in Nordafrika und Südamerika. Die Wildrose wächst an Wegrändern, Hecken und Waldsäumen und liefert ihre Früchte im Herbst.
Für Tee werden die Früchte hierzulande am liebsten nach dem ersten Frost geerntet, weil sie dann weicher und süßer sind. Wer selbst sammelt, sollte auf prall gefärbte, makellose Früchte achten und stark beschädigte oder schimmelige Exemplare aussortieren.
Herstellung Schritt für Schritt
Die Herstellung klingt einfach, kostet aber Zeit. So gehen Sie vor: 1. Die geernteten Früchte gründlich unter Wasser waschen und halbieren. 2. Kerne und die feinen Härchen sorgfältig entfernen, da sie sonst als Juckpulver wirken. 3. Die Hälften zum Trocknen auf einem Küchentuch an einem warmen Ort, etwa auf der Heizung oder in der Sonne, auslegen.
Dieser Schritt mit dem Entkernen ist der aufwendigste und sollte dem Geschmack zuliebe gewissenhaft erfolgen. Vor dem Aufgießen zerkleinern Sie die getrockneten Früchte noch einmal, damit sich die Inhaltsstoffe besser lösen. Weitere Zutaten braucht ein purer Hagebuttentee nicht.
Zubereitung und Geschmack
Übergießen Sie zwei bis drei Teelöffel der getrockneten Früchte mit kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss acht bis zehn Minuten ziehen. Anders als echter Tee kann Hagebuttentee nicht überziehen, eine längere Ziehzeit verstärkt lediglich Geschmack und Fruchtsäure. Wer mag, süßt mit etwas Kandis.
Der fruchtig-frische Geschmack macht den Tee auch kalt zu einem herrlichen Durstlöscher. Damit eignet er sich hervorragend als Basis für sommerlichen selbst gemachten Eistee. Trotz der schlichten Zutat überzeugt der klare, runde Geschmack auch anspruchsvolle Teetrinker.
Kauf und Lagerung
Im Handel finden Sie reinen Hagebuttentee in gut sortierten Teeläden, oft mit einem Malvenanteil für die Farbe. Achten Sie auf gleichmäßig getrocknete, dunkelrote Fruchtstücke ohne muffigen Geruch. Bio-Ware vermeidet Rückstände aus dem Anbau und ist die sicherere Wahl.
Lagern Sie den Tee luftdicht, trocken und lichtgeschützt in einer Dose abseits stark riechender Lebensmittel. Bei sachgemäßer Aufbewahrung bleibt Früchtetee rund 12 bis 24 Monate aromatisch. Angebrochene Packungen verbrauchen Sie am besten zügig, damit Frische und Vitamingehalt erhalten bleiben.
Häufige Fragen
Warum ist Hagebuttentee so reich an Vitamin C?
Die Früchte der Hundsrose gehören zu den vitaminreichsten heimischen Wildfrüchten. Neben Vitamin C enthalten sie die Vitamine A, B1, B2, K und P sowie Flavonoide und Pektine.
Warum hat reiner Hagebuttentee oft einen Malvenanteil?
Hagebutte färbt den Aufguss kaum. Damit Hagebuttentee die erwartete kräftige Rotfärbung erhält, wird ihm häufig ein Anteil Malve zugesetzt, ohne den Geschmack wesentlich zu verändern.
Wann werden Hagebutten für Tee geerntet?
Hierzulande erntet man die Früchte für Tee bevorzugt nach dem ersten Frost. Dann sind sie weicher und süßer, was den Aufguss milder und runder macht.
Wie bereite ich Hagebuttentee zu?
Zwei bis drei Teelöffel getrocknete Früchte mit kochendem Wasser übergießen und acht bis zehn Minuten ziehen lassen. Eine längere Ziehzeit verstärkt nur Geschmack und Fruchtsäure.
Kann man Hagebuttentee selbst herstellen?
Ja. Dazu die Früchte waschen, halbieren, Kerne und Härchen entfernen, trocknen und vor dem Aufgießen zerkleinern. Das Entkernen ist der zeitaufwendigste Schritt.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Goji Beeren Tee (Früchtetee)
- Limetten Tee (Früchtetee)
- Mango Tee (Früchtetee)
- Blutorangentee (Früchtetee)
- Kirschtee (Früchtetee)
- Grüntee und Olivenöl - das neue Dreamteam (Rezepte)
- Mistel Tee (Kräutertee)
- Königskerzentee? Ist die Königskerze giftig oder als Tee geeignet? (Kräutertee)
