Reinen Hagebuttentee hat vielleicht nicht unbedingt jeder schon einmal getrunken, allerdings bestehen zahlreiche der Früchteteemischungen zu großen Teilen aus Hagebutte. Da sie selbst den Aufguss kaum färben, gleichzeitig aber einen angenehm fruchtigen und frischen Geschmack haben, sind sie bestens dafür geeignet, Früchtemischungen abzurunden und geschmacklich zu verbessern. Hagebuttentee selbst hat enthält häufig einen gewissen Anteil an Malve um eine intensivere Rotfärbung des Aufgusses zu erhalten.

Inhaltsstoffe

Hagebutte ist reich an zahlreichen Vitaminen. Allen voran verdankt Hagebuttentee seinen Ruf, man könne mit ihm das Immunsystem stärken, dem hohen Anteil an Vitamin C. Aber auch die Vitamine A, B1, B2, K und P tun unserem Körper Gutes. Flavonoide, Pektine und Gerbstoffe sind ebenfalls auf der Liste der positiven Inhaltsstoffe zu verzeichnen.Kein Wunder also, dass Hagebuttentee bereits in der Antike als Heiltee gehandelt wurde. So wird ihm nachgesagt, dass er nicht nur die Verdauung fördert. Er soll sogar bei Gicht, Rheuma und Harnwegserkrankungen helfen. Sogar Nierensteine soll er zumindest lindern können. Sollte man all diese Heilkräfte der Hagebutte für sich nutzen wollen, empfiehlt sich eine kurmäßige Anwendung des Tees.

Anbaugebiete

Die Hagebutte ist quasi weltweit verbreitet. Große Bestände gibt es nicht nur in Europa und Asien, sogar in Nordafrika und Südamerika ist diese Frucht bestens bekannt. Bei uns zulande werden die Hagebutten, die für Tee verwendet werden, am liebsten nach dem ersten Frost geerntet.

Herstellung

Die Herstellung von Hagebutten klingt relativ einfach und ist auch wirklich nicht kompliziert. Es steckt jedoch wesentlich mehr Zeitaufwand dahinter, als die Beschreibung vermuten lässt. Wer jedoch einmal seinen eigenen frischen Hagebuttentee machen möchte, kann dies jederzeit tun. Es gibt natürlich verschiedene Rezepte, doch wir beschränken uns auf das natürlichste und einfachste Zubereitung. Unser Rezept: zunächst werden die Früchte der Hagebutte geerntet, gründlich unter Wasser gewaschen und halbiert. Nun müssen die Härchen und Kerne entfernt werden. Dies nimmt ohne maschinelle Hilfe am meisten Zeit in Anspruch, sollte aber dem Geschmack zuliebe wirklich äußerst gewissenhaft getan werden. Anschließend werden die Früchte zum Trocknen ausgelegt. Die Früchte können auf einem Küchentuch auf der Heizung oder an der Sonne getrocknet werden. Bevor der nun fertige Tee mit Wasser übergegossen wird, empfiehlt es sich die Hagebutten nochmals etwas zu zerkleinern. Es bedarf keinen weiteren Zutaten für unseren Hagebuttentee. Den Tee-Aufguss, je nach nach gewünschter Stärke, einige Minuten ziehen lassen und gerne mit etwas Kandis versüßen. Er schmeckt auch kalt und ist herrlich durstlöschend.

Fazit

In Zeiten der exotischsten Teemischungen mit den wunderbarsten Früchten, klingt Hagebuttentee für viele sicher langweilig und einfallslos. Der frische, angenehme Geschmack sollte jedoch jeden Kritiker mühelos überzeugen. Mit jeder Tasse Hagebuttentee trinkt man nicht nur eine wahre Vitamin-Bombe, man nimmt auch einen hervorragenden Durstlöscher zu sich. Es muss also wirklich immer Exotik pur sein. Gerade die altbewährten Dinge haben häufig ihre Vorteile, die man bei aller Offenheit für Neues nicht vergessen sollte.Bildnachweis: Hagebuttentee - © ChaotiC_PhotographY - Fotolia.com

Hagebuttentee zubereiten: Das Vitamin-C-Kraftpaket

Hagebuttentee aus getrockneten Hagebutten (Früchten der Hundsrose, Rosa canina) ist einer der klassischsten Kräutertees in Deutschland und besonders für seinen hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt. Für die Zubereitung Wasser vollständig aufkochen (100 Grad Celsius). Pro Tasse (250 ml) einen gehäuften Teelöffel getrockneter, zerbrochener Hagebutten verwenden. Zehn bis fünfzehn Minuten zugedeckt ziehen lassen – Hagebutten brauchen mehr Zeit als andere Kräuter, um ihre Inhaltsstoffe vollständig abzugeben. Abseihen und mit Honig oder etwas Zucker süßen, da Hagebutten natürlich etwas sauer sind.

Selbst gesammelte Hagebutten (im Herbst nach dem ersten Frost, wenn sie weich und leuchtend rot sind) können getrocknet und zu Tee verarbeitet werden. Dazu Hagebutten waschen, aufschneiden, die Kerne und Härchen entfernen (diese können reizend wirken), halbieren und bei 40 Grad im Dörrautomaten oder Backofen trocknen. Hagebuttentee als Eistee mit Himbeersaft und Minze ist im Sommer ein erfrischender Vitamin-C-Drink. Mit Holunderblüten oder Hibiskus kombiniert ist Hagebuttentee besonders attraktiv in Farbe und Geschmack.

Vitamin C und mehr: Was in Hagebutten steckt

Hagebutten sind ausgesprochen reich an Vitamin C: 400 bis 800 mg pro 100 g Frischgewicht – das ist fünf- bis zehnmal mehr als in Orangen. Beim Trocknen und Aufbrühen geht ein Teil des Vitamin C verloren, aber Hagebuttentee enthält immer noch deutlich mehr Vitamin C als viele andere natürliche Quellen. Daneben enthalten Hagebutten Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), Vitamin E, Kalium, Kalzium und verschiedene Flavonoide.

Besonders interessant ist das in Hagebutten enthaltene GOPO (Galaktolipid), das in Studien entzündungshemmende Eigenschaften bei Arthrose gezeigt hat. Eine Reihe klinischer Studien hat gezeigt, dass Hagebuttenpulver bei Knie- und Hüftarthrose die Gelenkschmerzen signifikant reduzieren kann – ein überraschend starker Effekt für ein Naturmittel. Diese Wirkung wird GOPO zugeschrieben. Als einfacher Hagebuttentee sind die GOPO-Mengen geringer als in konzentrierten Extrakten, aber als tägliches Gesundheitsgetränk ist Hagebuttentee dennoch wertvoll.

Häufig gestellte Fragen zu Hagebuttentee

Wann soll man Hagebutten sammeln?
Hagebutten sind am besten nach dem ersten Frost im Oktober-November zu sammeln. Der Frost macht die Früchte weicher und süßer (der Fruchtzucker wird durch die Kälte umgewandelt). Rote, weiche Hagebutten haben den höchsten Vitamin-C-Gehalt. In geschützten Lagen können sie bis in den Winter hinein gesammelt werden.

Warum muss ich die Kerne aus Hagebutten entfernen?
Die Kerne und die feinen Härchen der Hagebutten können Reizungen in Mund, Rachen und Darm verursachen. In selbst gesammelten und verarbeiteten Hagebutten sollten sie entfernt werden. Beim Kauf von fertigem Hagebuttentee aus dem Handel ist dies bereits geschehen.

Hilft Hagebuttentee bei Erkältungen?
Ja – der hohe Vitamin-C-Gehalt kann das Immunsystem stärken. Vitamin C ist zwar keine Wunderwaffe gegen Erkältungen, aber es kann die Dauer und Schwere von Erkältungen leicht reduzieren. Als Ergänzung zu anderen Erkältungsmitteln ist Hagebuttentee eine sinnvolle und angenehme Maßnahme.

Zubereitung von Hagebuttentee

Hagebutte (Rosa canina und verwandte Arten) ist die Frucht der Hundsrose und eine der vitamin-C-reichsten Früchte Europas. Hagebuttentee aus getrockneten Früchten: 2–3 Teelöffel getrocknete Hagebutten pro 250 ml kochendes Wasser, 10–15 Minuten ziehen lassen, gut abseihen. Die kleinen Kernchen und Härchen in der Hagebutte müssen vollständig entfernt werden – im Handel erhältliche Hagebutten sind in der Regel entkernt. Hagebuttentee hat einen angenehm säuerlich-süßen Geschmack mit leichter Rosennote. Mit Honig gesüßt ist er besonders bei Kindern beliebt. Als Eistee – kalt aufgebrüht oder abgekühlt – ist er erfrischend und leuchtend rot-orange. Getrocknete Hagebutten können auch mit Früchtetee-Mischungen kombiniert oder allein als Vitamintee serviert werden.

Gesundheitliche Wirkungen von Hagebutte

Hagebutte ist ein echtes Superfood der heimischen Natur. Der Vitamin-C-Gehalt frischer Hagebutten liegt bei 400–1250 mg/100g – deutlich mehr als Zitronen (ca. 50 mg/100g). Allerdings wird beim Trocknen und Kochen ein Teil des Vitamin C zerstört; dennoch ist Hagebuttentee eine relevante Vitamin-C-Quelle, besonders im Winter. Neben Vitamin C enthält Hagebutte: Vitamin A (Beta-Carotin), Vitamin E, B-Vitamine, Bioflavonoide (Quercetin, Kaempferol), Carotinoide und Lycopin. Klinische Studien belegen eine besondere Wirkung bei Gelenkarthrose: Hagebuttenpulver reduziert die Schmerz-Intensität und verbessert die Beweglichkeit – wahrscheinlich durch entzündungshemmende Galactolipide (Tiliroside). Eine Metaanalyse bestätigte diese Wirkung für Hüft- und Kniearthrose.

Geschichte und Volksmedizin der Hagebutte

Hagebutten wurden in Europa schon in der Steinzeit als Nahrungsmittel gesammelt – archäologische Funde von Hagebutten-Kernen und -Schalen sind über 7000 Jahre alt. Im Mittelalter waren Hagebutten ein wichtiges Vitaminlieferant in einer jahreszeittlich eingeschränkten Ernährung. Kräuterkundige wie Hildegard von Bingen und Leonhart Fuchs empfahlen Hagebutten für Nieren, Blase und „Stärkung des Körpers". Im Zweiten Weltkrieg wurden in Großbritannien und Deutschland systematisch Hagebutten gesammelt, da Zitrusfrüchte (Hauptvitamin-C-Quelle) durch Seeblockade nicht verfügbar waren. Hagebuttensaft und -sirup ersetzten importierte Vitaminquellen. Diese Kriegserfahrung hat die Popularität der Hagebutte als Heilpflanze langfristig gestärkt.

Häufig gestellte Fragen zu Hagebuttentee

Kann man Hagebutten selbst sammeln?
Ja – im Herbst (Oktober-November) nach dem ersten Frost. Nur vollständig rote, reife Früchte sammeln. Die inneren Härchen und Kerne irritieren den Darm und müssen entfernt werden.

Ist Hagebuttentee wirklich reich an Vitamin C?
Ja, aber Vitamin C wird beim Kochen teilweise zerstört. Um mehr zu erhalten: Hagebutten kalt aufbrühen (Cold Brew) oder kurze Ziehzeit bei niedrigerer Temperatur.

Hilft Hagebuttentee wirklich gegen Arthrose?
Klinische Studien zeigen positive Effekte auf Schmerz und Beweglichkeit bei Kniearthrose. Als Ergänzung zur ärztlichen Therapie sinnvoll.

Kann man Hagebuttentee täglich trinken?
Ja – bei normalen Mengen (2–4 Tassen täglich) gibt es keine Kontraindikationen. Reich an Vitamin C, aber Vitamin C-Überdosierung ist mit Tee kaum möglich.

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