Dost zählt sicher zu den eher unbekannteren Kräutertees. Schon allein der Name Dost ist sicher nicht jedem geläufig. Dabei handelt es sich ganz einfach um die Wildform von Oregano, das vor allem bei Fans der italienischen Küche sehr beliebt und inzwischen auch in vielen Kräutergärten bei uns zu finden ist. Trotzdem scheint die Vorstellung, aus Oregano oder Dost Tee zu kochen vielleicht erst mal abwegig. Und tatsächlich findet man Dosttee auch nur recht selten, selbst in Regionen, wo Oregano in der Küche wesentlich stärker zum Einsatz kommt, als bei uns.

Inhaltsstoffe

Neben Vitamin C sind es vor allem zahlreiche ätherische Öle, die bei den Inhaltsstoffen von Dost genannt werden müssen. Die bekanntesten sind wohl Thymol, Cymol und Carvacrol. Diese und weitere Phenole haben erwiesener Masen eine antibakterielle und antivirale Wirkung. Noch nicht wissenschaftliche belegt sind die Effektivität bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Blähungen. Auch bei verschiedenen Hustenerkrankungen und Entzündungen des Rachen- und Mundraums wird Drosttee nach alten Überlieferungen immer wieder eingesetzt. Selbst bei Cellulitis, Ekzemen und sogar Schuppenflechte soll Dost helfen können. Aber auch dafür steht ein Beweis noch aus. Diverse Gerb- und Bitterstoffe runden das Aroma und den Geschmack von Dost ab und vervollständigen so die Liste der Inhaltsstoffe.

Anbaugebiete

Die Oregano-Arten zählen nicht zu den besonders anspruchsvollen Pflanzen. So lange ihr Standort sonnig und trocken ist, sind sie vollkommen zufrieden und überstehen in den gemäßigten Klimazonen selbst die Winter ohne Probleme.Am längsten Verwendung findet Oregano wohl in den Mittelmeerküchen. So gibt es Quellen, die belegen, dass er bereits von den alten Griechen als Heilpflanze eingesetzt wurde und in der Türkei wächst sogar eine ganz eigene Sorte dieser Art. Aber auch in Spanien und Italien ist Oregano aus den landestypischen Rezepten nicht wegzudenken. Doch auch bei uns fühlen sich Dost und Oregano wohl. Das sogenannte Oreganoöl, oder sogar Creme mit Oregano Zusatz sind den meisten bekannt. Kräuter allgemein haben einen sehr hohen Stellenwert in der Volksmedizin und man findet auch viele Informationen zu der Wirkung in bestimmten Ratgeber oder online Lexikon. Eine zusätzliche Behandlung bei Beschwerden, als Ersatz für Medikamente kommt sehr oft vor.

Herstellung

Am besten ist es, wenn die ganzen Stängel der Pflanze bis etwa eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. So kann man sie zu praktischen Büscheln zusammenbinden und in abgedunkelte Räume zum Trocknen hängen. Anschließend lassen sich die Blätter ganz einfach vom Stängel abtrennen und aufbewahren. Für Tee werden die Blätter häufig noch etwas zerkleinert. Davon abgesehen eignen sich auch die Blüten. Die Herstellung erfolgt also denkbar einfach und ohne großen Aufwand beim Sortieren oder weiterverarbeiten.

Fazit

Wichtig ist, dass Dost und Oregano sich zwar sehr ähnlich, aber trotzdem keinesfalls die gleiche Pflanze sind. Dost ist wesentlich milder und somit ist auch der Tee weniger intensiv. So mag man im ersten Moment durchaus überrascht sein von dem angenehm grasigen Aroma, das daneben eine frische Minznote bietet. Der Geschmack ist also absolut typisch für einen Kräutertee. Auch, wenn dieser Tee bei uns kaum verbreitet ist, meist findet er außerdem in Mischungen Verwendung, sollte man ihn doch einmal entdecken, lohnt es sich, ihn zu probieren. Wer möchte, kann ihn sich auch gerne selbst herstellen. Selten ist dies so einfach.Bildnachweis: Dost-Tee © darknightsky - Fotolia.com

Oreganotee zubereiten – Medizinkraut aus der Mittelmeerküche

Oregano (Origanum vulgare), das charakteristische Gewürzkraut der mediterranen Küche, ist gleichzeitig eine potente Heilpflanze. Wilden Oregano aus dem griechischen Bergland oder aus anderen Mittelmeerregionen – dort als „Rigani" bekannt – gilt als das aromatischste und medizinisch wirksamste. Für Oreganotee werden frische oder getrocknete Blätter und Blüten verwendet.

Für Oreganotee übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel frische Oreganoblätter (oder 0,5 bis 1 Teelöffel getrockneten Oregano) mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad). 5 bis 7 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Der Tee hat ein intensives, warmes, würziges Aroma mit einem leicht bitteren Unterton. Mit Honig und einem Hauch Zitrone wird er besonders angenehm. Oreganotee ist sehr konzentriert – eine halbe Tasse kann ausreichen.

Oregano harmoniert gut mit anderen Mediterran-Kräutern: Thymian, Rosmarin und Salbei ergänzen sein Aromaprofil in einer würzigen Mittelmeer-Kräutermischung. Für spezifische Anwendungen (z.B. Erkältung) kann er mit Thymian und Pfefferminze kombiniert werden.

Medizinische Wirkung von Oreganotee

Oregano enthält ätherische Öle, deren Hauptkomponenten Carvacrol (bis zu 80%) und Thymol sind. Diese Phenol-Verbindungen haben außergewöhnlich starke antibakterielle, antivirale, antifungale und antiparasitäre Eigenschaften. Das Carvacrol im Oregano ist eines der stärksten natürlichen Antibiotika, die in der Wissenschaft bekannt sind.

Oreganöl (konzentriert aus Oregano gewonnenes ätherisches Öl) wird in der Naturheilkunde bei bakteriellen und pilzbedingten Infektionen eingesetzt. Als Tee ist die Konzentration geringer, aber immer noch antibakteriell wirksam bei leichten Infektionen in Mund, Rachen und Atemwegen. Gurgeln mit stark gebrühtem Oreganotee kann bei Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen helfen.

Antioxidative Kapazität von Oregano ist außergewöhnlich: Oregano enthält mehr Antioxidantien pro Gramm als die meisten Früchte und Gemüse. Diese Antioxidantien (Rosmarinsäure, Carnosinsäure) schützen Zellen vor oxidativem Stress und können entzündliche Prozesse hemmen.

Für die Verdauung wirkt Oreganotee karminativ (blähungswidrig), krampflösend und verdauungsfördernd. In der Volkmedizin des Mittelmeerraums ist Oreganotee ein bewährtes Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden und Blähungen.

Geschichte des Oreganos als Kräuter und Heilpflanze

Oregano ist im Mittelmeerraum seit der Antike als Würz- und Heilkraut bekannt. Dioskurides beschrieb Oregano (griech. „Origanon" – Berg-Freude, da es gut auf Bergwiesen wächst) als Mittel bei Atemwegserkrankungen und Verdauungsproblemen. Im antiken Griechenland wurde Oregano als Symbol für Freude und Glück angesehen und bei Hochzeiten als Kranz getragen.

In der Antike wurde die aphrodisierende Wirkung von Oregano beschrieben – eine Eigenschaft, die ihm bis ins Mittelalter zugeschrieben wurde. Liebeszauber und Heilmittel für das Herz enthielten häufig Oregano als Zutat. Diese romantischen Zuschreibungen haben wenig wissenschaftliche Basis, spiegeln aber die tiefe kulturelle Verwurzelung dieser Pflanze wider.

Die Verwendung von Oregano in der Küche verbreitete sich durch die romanische Küche und erreichte Amerika mit den italienischen und griechischen Einwanderern. Der Oreganogeschmack in der Pizzasauce ist heute weltweit bekannt.

Häufige Fragen zu Oreganotee (FAQ)

Ist Oreganötee dasselbe wie Oreganöl?
Nein. Oreganöl ist ein hochkonzentriertes ätherisches Öl; Oreganotee ist ein normaler wässriger Aufguss. Oreganöl ist deutlich stärker und sollte nicht unverdünnt eingenommen werden.

Kann Oreganotee Pilzinfektionen behandeln?
Die antifungalen Eigenschaften von Carvacrol sind im Labor gut belegt. Klinische Belege für Oreganotee (nicht Oreganöl) bei Pilzinfektionen beim Menschen sind begrenzt.

Ist Oreganotee für Schwangere sicher?
In Küchenmengen ja. Als intensiver Medizintee in großen Mengen sollte er in der Schwangerschaft gemieden werden.

Warum schmeckt der Oregano aus dem Supermarkt weniger intensiv?
Handelsüblicher Oregano ist oft minderwertiger als Wilder Oregano (Rigani) aus griechischem Bergland. Der Carvacrolgehalt variiert stark je nach Herkunft und Anbaubedingungen.

Wie stark darf ich Oreganotee aufbrühen?
Nicht zu stark – halber Teelöffel getrockneter Oregano pro Tasse ist bereits intensiv. Zu stark kann er bitter werden und die empfindlichen ätherischen Öle verflüchtigen sich bei zu langer Ziehzeit.

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