Ewiges Leben dank Teegenuss?


Dass Teetrinken nicht nur lecker, sondern auch gesund, ist inzwischen eine allgemein be- und vor allem auch anerkannte Tatsache. Einige meinen sogar, dass die Wirkung des Tees so weit geht, dass man dadurch nicht nur gesünder, sondern auch länger lebt. Aber das ist doch sicher nur ein alter Mythos, oder?! Und selbst wenn, wie sollte man das beweisen? Schließlich kennt niemand im Voraus den Zeitpunkt seines Todes, so dass untersucht werden könnte, ob sich dieser durch Teetrinken nach hinten verschiebt… Die Wissenschaft hat sich dennoch dieses Thema vorgenommen und nach Wegen gesucht, die Behauptung „längeres Leben durch Tee“ zu untersuchen.

Ewiges Leben dank Teegenuss?

Wie funktioniert das Altern überhaupt?

Die Zellen unseres Körpers besitzen nicht einmal annähernd eine so lange Lebensdauer, wie der ganze Mensch an sich. Spätestens nach einigen Tagen müssen sie ersetzt werden, bzw. sich erneuern. Dazu gibt der Zellkern das Signal an das genetische Material, die Chromosomen, sich zu kopieren umso durch Zellteilung eine absolut identische, neue Zelle herzustellen. Diese Chromosomen setzten sich aus insgesamt nicht mehr als vier verschiedenen Bausteinen zusammen. Diese ergeben als sehr lange Ketten in einer bestimmten Reihenfolge zusammengesetzt quasi eine Art Inhaltsverzeichnis oder auch Aufgabenbeschreibung der einzelnen Zellen.

Beim Kopieren kann es dann allerdings schon einmal passieren, dass gerade die Endstücke nicht mehr ganz mitkopiert werden. So werden unsere Chromosomen immer kürzer. Je kürzer jedoch, umso langsamer läuft die Zellerneuerung ab. Teilweise passieren sogar Fehler, die die neue Zelle unbrauchbar machen. Und sobald sich die Zellen nicht mehr schnell und effektiv genug erneuern können, beginnt ein sichtbarer Alterungsprozess.

Was hat das mit Tee zu tun?

Nicolai Kuhnert, ein Chemiker der Jacobs Universität Bremen konnte vor einiger Zeit nachweisen, dass Polyphenole, wie z.B. das in Grüntee hoch konzentrierte EGCG oder das Theaflavin, das man vor allem in schwarzem Tee findet, in die einzelnen Zellen eindringen und dort eine Art Schutzschild für unser Erbmaterial bilden. So fangen sie etwa freie Radikale ab und schützen die Chromosomen so vor negativen Einflüssen von außen.

Aber auch auf die inneren Prozesse wirken die Polyphenole des Tees. So verbinden sie die abgetrennten Endstücke der Chromosomen mit dem übriggebliebenen Rest und „flicken“ so regelrecht die wichtigen Informationen wieder zusammen. Sie verlangsamen damit also eindeutig unseren Alterungsprozess. Eine Tatsache, die man sicher gerne ganz ohne Übertreibung eine Sensation nennen darf! Nicolai Kuhnert kam bei seiner Arbeit zu dem Ergebnis, dass wohl bereits vier Tassen Tee am Tag uns ein Plus von Sage und Schreibe fünf Jahren schenken!

Fazit

Solche sollte beim Leben nicht die Quantität, sondern auf jeden Fall immer die Qualität im Vordergrund stehen. Und wenn jemandem Tee nun partout einfach nicht schmecken sollte, dem könnte man wer weiß was für Argumente liefern, er würde ihn trotzdem immer noch mit Widerwillen oder gar nicht trinken. Wenn man aber davon ausgeht, dass Tee ja ganz allgemein ein gesundes Leben unterstützt und wenn man ihn wirklich gerne trinkt, dann sollte man sich einfach darüber freuen, dass man von diesem schönen Leben mit dem täglichen Teegenuss auch noch länger etwas hat. Die wahren Teefans haben es schon immer mindestens geahnt. Warum sonst gibt es wohl ausgerechnet in der Heimat des Tees so viele über 100jährige? Sicher sieht man ihnen ihr Alter auch an, aber die meisten sind doch erstaunlich fit und rüstig geblieben.

Außerdem kann und sollte man sich darüber freuen, dass auch einmal hierzulande zum Thema Tee geforscht wird. Solche Meldungen über den Beleg der Wirkung von Tee auf unsere Gesundheit hört man nämlich sonst in erster Linie aus Asien. Scheinbar finden sich inzwischen auch in Europa genügen Teeliebhaber, die zum einen ihrem Lieblingsgetränk vieles zutrauen und zum anderen auch bereit sind, solche Studien zu finanzieren.

 

Bildnachweis: Teegenuss ©Thinkstock: iStockphoto

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.