Inhaltsstoffe
Neben ätherischen Ölen enthält die Malve einige Pflanzenfarbstoffe, die für die antibakterielle Wirkung verantwortlich gemacht werden. Die diversen Gerbstoffe helfen bei Verdauungsproblemen und Schleimstoffe dieser Pflanze sind der Grund für den reizlindernden Effekt. Die Wirkung des Malventees ist auch bei Fieber und Bronchitis oder Ekzemen hilfreich. Entzündungen von Kehlkopf und Stimmbändern werden bei der Anwendung des Malventees ebenfalls besser. Magen- und Darmschleimhautentzündungen klingen ebenfalls ab. Und Mund- und Rachenentzündungen können schon mit bloßem Gurgeln dank der Wirkung des Malventees schnell abklingen. Rundrum ist Hibiskus in der Medizin vielseitig einsetzbar, denn die Wirkung auf unsere Gesundheit ist überaus positiv. Sie kann weitaus mehr, als die oben genannten Krankheiten, Linderung herbeiführen.Anbaugebiete
Als ursprüngliche Heimat der Malve werden meist Asien und Südosteuropa, auch Nordafrika, genannt. Die Malve bevorzugt dabei trockene Böden, die möglichst reich an Stickstoff und Nährstoffen sind. Selbst Höhen bis zu 1800 Meter sind für die Malve geeignet. Heute existieren in ganz Europa zahlreiche verschiedene Unterarten der Malve. Da sie sich aber in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich sind, ist auch die Wirkungsweise gleich. Typischer Weise steht sie meist fast unscheinbar an Wegrändern, in lichten Wäldern oder auch einfach an Zäunen oder in regelrechtem Ödland.Herstellung
Von der Malve wird tatsächlich die ganze Pflanze genutzt, um den Tee herzustellen. Neben Blüten und Blättern kommen die Wurzeln ebenso zum Einsatz, wie die Samen. Dabei liegt die Sammelzeit der Blüten und Blätter in der Zeit von Juni bis August, ab August kann man dann bis einschließlich September die Samen sammeln und die Wurzeln kommen schließlich im Oktober, sowie ein zweites Mal von März bis April dazu. Wem all das zu umständlich ist, der kann sich selbstverständlich seinen Malventee ganz einfach im Handel, beispielsweise in der Apotheke kaufen. Bei Malventee sollte man außerdem unbedingt beachten, dass die Malve niemals gekocht werden darf. Den Tee muss man sich also grundsätzlich als Kaltauszug zubereiten. Am einfachsten lässt man den Ansatz über Nacht stehen und sieht die Pflanzenteile am Morgen ab. Nun kann man den Tee zum besseren Genuss langsam und vorsichtig etwas erwärmen.Fazit
Malventee besitzt eine schöne und angenehme Farbe und wird meist deswegen gerne getrunken. Malventee wirkt entzündungshemmend und ist daher sehr geeignet bei verschiedenen Entzündungserkrankungen der Verdauungsorgane. Sicher gibt es heute zahlreiche Medikamente und moderne Medizin, die ebenso gut helfen können. Allerdings riskiert man mit Malventee keinerlei unangenehme Nebenwirkungen und diese Art der Therapie fällt günstiger aus. Sicher sollte man bei Beschwerden unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Symptome abklären lassen. Aber wenigstens zur Unterstützung können so wertvolle Heilkräuter wie die Malve unbedingt verwendet werden. Bildnachweis: Malven Tee ©Thinkstock: iStockphotoMalventee zubereiten – Blaue Schönheit mit Heilkraft
Malve (Malva sylvestris), auch Wilde Malve oder Käsepappel genannt, ist eine der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Heilpflanzen Europas. Die charakteristischen rosa-violetten Blüten mit dunklen Adern sind von Juni bis September auf Wiesen, Wegrändern und in Gärten zu finden. Für Malventee werden vor allem die getrockneten Blüten verwendet, aber auch die Blätter sind geeignet.
Für Malventee übergießen Sie 2 bis 3 Teelöffel getrockneter Malvenblüten mit 250 ml heißem Wasser (90 bis 95 Grad). Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen und seihen ihn dann ab. Der Tee hat eine wunderschöne blau-violette Farbe, die durch Zugabe von Zitronensaft zu einem leuchtenden Rosa-Purpur wird – ähnlich wie Veilchentee, durch die enthaltenen Anthocyane. Malventee hat einen sehr milden, leicht schleimig-glatten Geschmack, der angenehm weich auf der Zunge liegt.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Fruchtetee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Malventee kann warm oder kalt getrunken werden. Als Kaltauszug (overnight cold brew) behält er seine schöne violette Farbe und die Schleimstoffe werden besonders schonend extrahiert. Kombiniert mit Honig und Ingwer ist er ein wunderbarer Hals- und Atemwegstee.
Heilwirkung der Malve
Der wichtigste Wirkstoff der Malve sind ihre Schleimstoffe (Mucilage), hauptsächlich Polysaccharide. Diese Schleimstoffe sind für die charakteristische glitschige, weiche Konsistenz des Malventees verantwortlich und bilden die Grundlage seiner Heilwirkungen. Daneben enthält Malve Anthocyane (für die violette Farbe), Flavonoide, Gerbstoffe und Vitamin C.
Das Hauptanwendungsgebiet von Malventee sind Schleimhautreizungen und Entzündungen. Die Schleimstoffe legen sich schützend auf gereizte Schleimhäute im Rachen, in den Atemwegen und im Magen-Darm-Trakt. Bei Halsentzündungen, Heiserkeit, trockenem Husten und Bronchitis ist Malventee eines der sanftesten und wirksamsten natürlichen Mittel. Er ist besonders für empfindliche Schleimhäute geeignet.
Für den Magen-Darm-Trakt wirkt Malve beruhigend und schützend. Bei Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Reizdarmsyndrom und Magenbrennen kann Malventee lindernd wirken. Die Schleimstoffe reduzieren die Reibung und schützen gereizte Schleimhäute vor weiteren Reizen.
Äußerlich angewendet wird Malve bei Hautirritationen, Ekzemen, Geschwüren und schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Umschläge mit stark gebrühtem Malventee oder als Malvenextrakt haben entzündungshemmende und kühlende Eigenschaften.
Geschichte der Malve als Heilpflanze
Malve war im Altertum eine wichtige Nahrungspflanze. Griechen und Römer aßen die Blätter als Gemüse und schätzten Malve als die „Mutter aller Gemüse". Pythagoras, der berühmte griechische Philosoph und Mathematiker, soll besonders Malve geschätzt haben, da er sie für eine spirituell reinigende Pflanze hielt.
Im alten Rom war „mallow" (Malve) ein Begriff für ein gesundes, einfaches Leben. Der Römer Horaz beschrieb Malvenblätter als Grundnahrungsmittel seiner einfachen, gesunden Diät. Im Mittelalter war Malve als Gemüse und Heilpflanze wichtig und in keinem Kräutergarten fehlend.
In der islamischen Medizin war Malve ebenfalls eine bedeutende Heilpflanze. Avicenna (Ibn Sina) beschrieb im 11. Jahrhundert ausführlich ihre heilsamen Eigenschaften. In der arabischen Volksmedizin ist Malve (Khubbayz) bis heute ein wichtiges Hausmittel.
Im 20. Jahrhundert geriet Malve als Heilpflanze etwas in Vergessenheit, wurde aber durch die Renaissance der Kräutermedizin und der naturheilkundlichen Behandlung in den letzten Jahrzehnten wieder entdeckt. Heute gehört Malve zu den Kräutern, die von der Europäischen Arzneibehörde (EMA) als tradicional herbal medicine anerkannt sind.
Häufige Fragen zu Malventee (FAQ)
Warum ändert sich die Farbe von Malventee bei Zitrone?
Die violetten Anthocyane reagieren auf Säure und wechseln von blau-violett zu rosa-rot. Dies ist ein natürlicher, völlig harmloser Säure-Base-Indikator-Effekt.
Ist Malventee für Kinder geeignet?
Ja, Malventee ist eines der sanftesten Heilkräuter überhaupt und gut für Kinder bei Halsentzündungen und Hustenreiz geeignet.
Kann ich Malvenblüten selbst sammeln?
Ja, die rosa-violetten Blüten mit den dunklen Adern sind einfach zu erkennen und von Juni bis September zu ernten.
Ist Malventee dasselbe wie Stockrosentee?
Stockrose (Alcea rosea) ist verwandt mit der Malve und wird ähnlich verwendet, aber es sind verschiedene Pflanzen. Beide haben Schleimstoffe als Hauptwirkstoffe.
Für welche Beschwerden ist Malventee besonders gut?
Halsentzündungen, Reizhusten, Gastritis, Reizdarmsyndrom und zur Beruhigung gereizter Schleimhäute in Rachen und Magen-Darm.
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