Griechischer Bergtee ist ein koffeinfreier Kräutertee aus der Gattung Sideritis, im Deutschen auch Gliedkraut genannt. Er wächst wild in den kargen Bergregionen Griechenlands und des Mittelmeerraums und wird traditionell als Dekokt gekocht und mit Honig getrunken. Schon in der Antike war er bekannt. Hier erfahren Sie, was in der Pflanze steckt, wofür sie verwendet wird, worauf Sie beim Kauf achten und wie Sie den Tee zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisSideritis (Gliedkraut), Lippenblütler
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, leicht würzig-blumig
Wassertemperatur100 °C (kochend, als Dekokt)
Ziehzeit3-5 Minuten köcheln, dann ziehen lassen
Dosierung1-2 Stängel oder 1-2 TL pro Tasse
Aufgüsse1 Aufguss
Preisspanneca. 4-9 € pro 100 g

Die Pflanze Sideritis

Griechischer Bergtee stammt von Arten der Gattung Sideritis, die zur Familie der Lippenblütler gehört — verwandt mit Salbei und Thymian. Die genügsame Bergpflanze wächst an steinigen, sonnigen Hängen, oft oberhalb von 1.000 Metern, und trotzt Trockenheit und Hitze. Charakteristisch sind ihre silbrig-grünen, filzigen Blätter und gelblichen Blütenstände.

Je nach Region wird eine andere Sideritis-Art verwendet, sodass sich aus dem Tee oft die Herkunft ableiten lässt. In Griechenland trägt der Tee regionale Namen wie Tsai tou vounou — Tee vom Berg. Die Verwandtschaft zum Salbei zeigt sich auch im Salbeitee.

Inhaltsstoffe und traditionelle Anwendung

Griechischer Bergtee enthält ätherische Öle, Flavonoide sowie Bitter- und Gerbstoffe. Diesem Gemisch werden in der Volksheilkunde beruhigende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben. Schon in der Antike wurde Sideritis bei Wunden durch metallische Waffen verwendet — daher der Name, abgeleitet vom griechischen Wort für Eisen.

Traditionell wird der Aufguss bei Erkältungsbeschwerden und Verdauungsproblemen getrunken, gern mit Honig gesüßt. In den letzten Jahren wird Sideritis auch in Bezug auf das Gedächtnis erforscht, belastbare Belege für eine Heilwirkung fehlen jedoch. Eine andere mediterrane Kräuternote bietet der Thymiantee.

Anzeige

Naturschutz beim Wildsammeln

Der Großteil des griechischen Bergtees stammt weiterhin aus Wildsammlung; nur wenige Sideritis-Arten werden landwirtschaftlich kultiviert. Weil meist die ganze Pflanze samt Stängel, Blättern und Blüten geerntet wird, kann zu starke Entnahme den Fortbestand gefährden.

Nach den verheerenden Waldbränden des Jahres 2007 wurde rund um das Taygetos-Gebirge auf dem Peloponnes ein Schutzgebiet eingerichtet. Achten Sie beim Kauf deshalb auf Herkunft und nachhaltige oder Bio-Ernte. Kann ein Händler die Herkunft nicht klar benennen, ist Zurückhaltung angebracht — ein Grundsatz, der auch im Beitrag Was ist dran am Bio-Tee? gilt.

Zubereitung Schritt für Schritt

Anders als die meisten Kräutertees wird griechischer Bergtee traditionell als Dekokt zubereitet: Geben Sie ein bis zwei getrocknete Stängel oder ein bis zwei Teelöffel zerkleinertes Kraut in einen Topf mit Wasser, bringen Sie es zum Kochen und lassen Sie es drei bis fünf Minuten köcheln.

Anschließend abseihen und nach Geschmack mit Honig süßen sowie einen Spritzer Zitrone zugeben. Der Geschmack ist mild und leicht würzig. In Griechenland wird der Tee oft heiß zu einem Stück Zwieback gereicht; an heißen Tagen löscht er auch lauwarm den Durst.

Lagerung und Haltbarkeit

Getrockneter griechischer Bergtee hält sich, trocken und luftdicht gelagert, gut ein Jahr ohne nennenswerten Aromaverlust. Häufig wird er als ganze Stängelbündel verkauft, die wenig Oberfläche bieten und dadurch ätherische Öle besser bewahren als fein zerkleinerte Ware. Brechen Sie die Stängel erst kurz vor der Zubereitung.

Bewahren Sie den Tee dunkel und kühl auf, etwa in einer Dose oder einem Leinensäckchen im Schrank, fern von Feuchtigkeit und starken Gerüchen. So bleibt das würzig-blumige Aroma erhalten, das den Bergtee von milderen Aufgüssen unterscheidet.

Anzeige

Bergtee in der mediterranen Genusskultur

In Griechenland gehört der Bergtee zum Alltag und zur Gastfreundschaft: Gästen wird er gern angeboten, besonders in den Bergdörfern. Weil er koffeinfrei ist, eignet er sich für jede Tageszeit und für die ganze Familie.

Der Mittelmeerraum ist reich an aromatischen Kräutern, und Sideritis steht in dieser Reihe neben Salbei, Oregano und Thymian. Wer den mediterranen Charakter mit einem milderen Kräutertee fortsetzen möchte, findet ihn etwa im Kamillentee.

Häufige Fragen

Was ist griechischer Bergtee?
Ein koffeinfreier Kräutertee aus Arten der Gattung Sideritis, die in den Bergregionen Griechenlands und des Mittelmeerraums wachsen. Verwendet werden Stängel, Blätter und Blüten.

Wie schmeckt griechischer Bergtee?
Mild und leicht würzig-blumig mit einer sanften krautigen Note. Gesüßt mit Honig wirkt er besonders angenehm, ohne aufdringlich zu sein.

Wie bereitet man griechischen Bergtee zu?
Traditionell als Dekokt: ein bis zwei Stängel oder Teelöffel im Topf mit Wasser drei bis fünf Minuten köcheln, abseihen und nach Geschmack mit Honig und Zitrone verfeinern.

Enthält griechischer Bergtee Koffein?
Nein. Als reiner Kräutertee ist er koffeinfrei und lässt sich auch am Abend und von der ganzen Familie bedenkenlos trinken.

Worauf sollte man beim Kauf achten?
Auf nachhaltige oder Bio-Ernte und eine klare Herkunftsangabe. Viel Bergtee stammt aus Wildsammlung, und einzelne Bestände stehen unter Naturschutz, etwa am Taygetos-Gebirge.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:

AS

André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.