Thymiantee wird aus dem Kraut des Echten Thymians (Thymus vulgaris) aufgegossen, den die meisten als Küchengewürz kennen. Als Heilpflanze wird Thymian traditionell vor allem bei Husten und Erkältungen verwendet; sein wichtigster Inhaltsstoff ist das ätherische Öl Thymol. Der Tee schmeckt würzig-herb und leicht scharf. Hier erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe Thymian enthält, wie Sie den Tee dosieren und zubereiten und worauf Sie dabei achten sollten.

Steckbrief
Pflanze/BasisEchter Thymian (Thymus vulgaris), Lippenblütler
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilwürzig-herb, leicht scharf, aromatisch
Wassertemperatur100 °C (kochend)
Ziehzeit5-10 Minuten, abgedeckt
Dosierung1-2 TL getrocknetes Kraut pro Tasse (250 ml)
Aufgüsse1 Aufguss
Preisspanneca. 2-5 € pro 100 g

Thymian: vom Küchengewürz zur Heilpflanze

Thymian kennen die meisten als Gewürz oder als Bestandteil von Kräutertee-Mischungen, vor allem in Husten- und Erkältungstees. Als Heilpflanze hat er jedoch eine lange Tradition und lässt sich auch pur als Tee aufgießen. Sein Aroma ist würzig-herb mit einer leichten Schärfe.

Pur aufgebrüht zeigt Thymian sein charakteristisches Profil deutlicher als in Mischungen. Wer in der Erkältungssaison Abwechslung sucht, kann ihn als Alternative zu Klassikern wie Salbeitee probieren oder ihn mit anderen Kräutern aus einem Erkältungstee kombinieren.

Inhaltsstoffe: Thymol, Flavonoide und Zink

Thymian enthält große Mengen ätherischer Öle, allen voran das namensgebende Thymol, daneben Geraniol und Limonen. Hinzu kommen die typischen Flavonoide und Gerbstoffe. Auffällig ist außerdem ein vergleichsweise hoher Zinkgehalt; Zink hat in den vergangenen Jahren als Spurenelement für das Immunsystem an Bedeutung gewonnen und wird in der Erkältungszeit häufig ergänzend zu Vitamin C eingenommen.

Dem Thymol werden antimikrobielle und reizlindernde Eigenschaften zugeschrieben, weshalb Thymian in vielen Hustenmitteln vorkommt. Traditionell wird Thymiantee bei Husten, Bronchitis und Beschwerden im Mund- und Rachenraum verwendet. Eine ärztliche Behandlung ersetzt der Tee nicht.

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Herkunft und Anbau

Thymian ist in Europa, Afrika und den gemäßigten Gebieten Asiens heimisch. Im Mittelmeerraum ist die Artenvielfalt besonders groß, weshalb das Kraut dort auch in der Küche eine zentrale Rolle spielt und zahlreiche Speisen würzt.

Für den Tee wird das oberirdische Kraut verwendet. Es wird geerntet, getrocknet und zerkleinert und kommt häufig als lose Ware in den Handel, erhältlich in Apotheken und bei Kräuterhändlern. Wer einen eigenen Kräutergarten hat, kann Thymian gut selbst ziehen und frisch verwenden.

Zubereitung und Dosierung

Für eine Tasse Thymiantee übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Kraut (oder einen Esslöffel frisches) mit etwa 250 ml kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und decken Sie die Tasse dabei ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen.

Anschließend abseihen und nach Belieben mit Honig süßen, der das herbe Aroma abrundet. Bei Husten oder Halsbeschwerden trinkt man üblicherweise mehrere Tassen über den Tag verteilt. Da Kräutertees ihre Inhaltsstoffe langsamer abgeben, ist die etwas längere Ziehzeit hier sinnvoll, anders als beim kurz ziehenden grünen oder schwarzen Tee.

Worauf Sie achten sollten

Thymian wird in der Volksheilkunde ein breites Anwendungsspektrum nachgesagt. Wer den Tee gezielt gegen Beschwerden einsetzt, sollte ihn jedoch nicht als Ersatz für eine ärztliche Behandlung verstehen. Bessern sich Symptome nicht oder verschlimmern sie sich, ist ein Arztbesuch angeraten.

In der Schwangerschaft gilt Zurückhaltung: Thymiantee sollte dann nicht in großen Mengen getrunken werden, und Schwangere sollten Rücksprache mit Arzt oder Hebamme halten. Auch bei bekannten Allergien gegen Lippenblütler ist Vorsicht geboten.

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Geschmack, Sorten und Kombinationen

Thymiantee schmeckt kräftig würzig, leicht scharf und mit einer charakteristischen herben Tiefe, die aus dem Thymol stammt. Reiner Thymian ist intensiver als die meisten milden Kräutertees; wer das zu streng findet, beginnt mit der niedrigeren Dosierung von einem Teelöffel pro Tasse.

Neben dem Echten Thymian (Thymus vulgaris) gibt es aromatisch abweichende Verwandte wie den milderen Quendel (Feldthymian). Geschmacklich harmoniert Thymian gut mit Zitrone, Salbei und etwas Honig. Für einen klassischen Erkältungsaufguss lässt er sich mit anderen Kräutern mischen; pur getrunken tritt sein würziges Profil dagegen am deutlichsten hervor. Auch als Zutat herzhafter Speisen bleibt das Kraut ein vielseitiger Begleiter.

Lagerung

Getrockneter Thymian hält sich in einer luftdichten, lichtgeschützten Dose etwa 12 bis 18 Monate aromatisch. Wichtig sind ein kühler, trockener Standort abseits von Herd und Spüle sowie Abstand zu stark riechenden Lebensmitteln, da das Kraut Fremdgerüche aufnimmt.

Da das Aroma vor allem in den ätherischen Ölen steckt und mit der Zeit verfliegt, sollten Sie angebrochene Packungen innerhalb einiger Monate aufbrauchen. Reiben Sie vor dem Aufguss ein paar Blättchen zwischen den Fingern: Duften sie noch kräftig, ist das Kraut frisch genug.

Häufige Fragen

Wofür wird Thymiantee traditionell verwendet?
Thymiantee wird in der Volksheilkunde vor allem bei Husten, Bronchitis und Beschwerden im Mund- und Rachenraum verwendet. Verantwortlich gemacht wird dafür das ätherische Öl Thymol. Eine ärztliche Behandlung kann er nicht ersetzen.

Wie bereite ich Thymiantee zu?
Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen. Das Abdecken verhindert, dass die ätherischen Öle entweichen.

Wie schmeckt Thymiantee?
Würzig-herb mit einer leichten Schärfe und einem deutlich aromatischen Charakter. Ein wenig Honig rundet den herben Geschmack ab, ohne das typische Thymianaroma zu überdecken.

Darf man Thymiantee in der Schwangerschaft trinken?
In der Schwangerschaft sollte Thymiantee nicht in großen Mengen getrunken werden. Halten Sie im Zweifel Rücksprache mit Arzt oder Hebamme, bevor Sie ihn regelmäßig anwenden.

Enthält Thymiantee Koffein?
Nein, Thymiantee ist koffeinfrei, da er aus dem Kraut Thymian und nicht aus der Teepflanze gewonnen wird. Er eignet sich daher auch für den Abend.

Quellen

  • Kommission E: Monographie Thymi herba (Thymiankraut)
  • ESCOP Monographs: Thymi herba

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.