Huflattich (Tussilago farfara) gehört zu den ältesten bekannten Heilpflanzen und war Heilpflanze des Jahres 1994. Aus Blättern und Blüten wird ein Tee bereitet, der traditionell bei Husten und Heiserkeit verwendet wird. Wichtig ist die zeitliche Begrenzung, denn die Pflanze enthält leberbelastende Stoffe. Hier erfahren Sie, was in Huflattich steckt, wofür er genutzt wird, wo er wächst und warum man ihn nur kurzzeitig anwenden sollte.
| Pflanze/Basis | Huflattich (Tussilago farfara), Blätter und Blüten |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, leicht herb, mit schleimig-weichem Mundgefühl |
| Wassertemperatur | 100 °C, kochend |
| Ziehzeit | ca. 5-10 Minuten, abgedeckt |
| Dosierung | 1-2 TL getrocknetes Kraut pro Tasse (250 ml) |
| Aufgüsse | 1 Aufguss; Anwendung auf 4-6 Wochen pro Jahr begrenzen |
| Preisspanne | günstig, ca. 3-6 € pro 100 g |
Eine der ältesten Heilpflanzen
Huflattich gehört zu den ältesten bekannten Heilpflanzen und darf sich Heilpflanze des Jahres 1994 nennen, ein Beleg dafür, dass seine traditionelle Verwendung bis heute geschätzt wird. Bei Atemwegsbeschwerden steht er nicht als Erstes im Bewusstsein, spielte in der Volksheilkunde aber lange eine zentrale Rolle als Hustenmittel.
Der Name verweist auf die hufeisenförmigen Blätter, die erst nach den auffälligen gelben Blüten erscheinen. Wie viele alte Heilkräuter wird Huflattich heute differenzierter betrachtet als früher. In die Reihe der traditionellen Hustentees gehört auch der Spitzwegerich-Tee, der eine ähnliche, schleimreiche Tradition hat.
Inhaltsstoffe
Beim Blick auf die Inhaltsstoffe fallen mehrere bekannte Wirkstoffgruppen auf: ätherische Öle, Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe sowie Saponine. Außergewöhnlich ist der vergleichsweise hohe Zinkanteil, dazu kommen verschiedene Mineralstoffe. Die reichlich vorhandenen Schleimstoffe legen sich beruhigend auf die Rachenschleimhaut, was die traditionelle Verwendung bei Reizhusten erklärt.
Volkstümlich wird Huflattichtee bei trockenem Husten, Heiserkeit und gereiztem Hals genutzt. Wichtig ist die nüchterne Einordnung: Es handelt sich um Erfahrungsheilkunde, nicht um belegte Heilwirkung, und entscheidend ist der richtige, begrenzte Umgang, auf den der Abschnitt zu den Risiken eingeht. Schleimstoffreich ist auch der Malven-Tee, der ohne diese Einschränkungen auskommt.
Wo Huflattich wächst
Heimisch ist Huflattich in Europa, Afrika sowie im Westen und Osten Asiens. Einwanderer brachten ihn nach Nordamerika, wo er sich ebenfalls etabliert hat. Als ideale Standorte gelten trockene, sonnige und nicht zu dichte Böden; in lockerem Boden gedeiht er sogar bis in eine Höhe von 2300 Metern.
Wild findet man ihn häufig in Steinbrüchen, an unbefestigten Wegen oder auf Dämmen, oft als einen der ersten Frühjahrsblüher auf kargem Grund. Einer Quelle aus dem Jahr 1938 zufolge soll er sogar auf reiner Braunkohle wachsen können, ein Hinweis auf seine Anspruchslosigkeit. Diese Robustheit teilt er mit anderen Wildkräutern wie dem Löwenzahn.
Ernte und Herstellung
Für den Tee werden sowohl die Blätter als auch die Blüten verwendet. Gesammelt wird am besten im Mai, anschließend werden die Pflanzenteile gründlich getrocknet und etwas zerkleinert. Ohne Blüten lässt sich Huflattich leicht mit der Weißen Pestwurz verwechseln.
Um sicherzugehen, lohnt ein Blick auf die Blattunterseite: Sind die Blattadern dort deutlich hervortretend, handelt es sich um die Pestwurz, nicht um Huflattich. Wegen des Verwechslungsrisikos und des unten beschriebenen Inhaltsstoffproblems greifen viele lieber zu geprüfter Apothekenware mit garantiert niedrigem Alkaloidgehalt. Wie man die Qualität von Kräuterware grundsätzlich beurteilt, behandelt der Beitrag Was ist dran am Bio-Tee?.
Zubereitung Schritt für Schritt
Als Kräutertee verträgt Huflattich kochendes Wasser und braucht eine ausreichende Ziehzeit.
1. Ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut pro 250 ml in eine Tasse geben. 2. Mit kochendem Wasser übergießen. 3. Die Tasse abdecken, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben. 4. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. 5. Abseihen und in kleinen Schlucken warm trinken. Üblich sind zwei bis drei Tassen am Tag, jedoch nur über einen begrenzten Zeitraum. Bei trockenem Reizhusten wird der Tee oft mit etwas Honig kombiniert. Wie heiß das Wasser sein sollte, ordnet der Beitrag Teewasser muss kochen, oder doch nicht? ein.
Risiken und Anwendungsgrenzen
So traditionsreich Huflattich ist, er enthält Pyrrolizidinalkaloide, die in größeren Mengen oder bei langer Anwendung die Leber schädigen und als potenziell krebserregend gelten. Deshalb sollten Sie Huflattichtee nicht länger als insgesamt vier bis sechs Wochen pro Jahr trinken und die Anwendung vorab mit einem Arzt oder Apotheker besprechen.
In der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern ist von der Anwendung abzuraten. Im Handel gibt es heute pyrrolizidinarme Zuchtsorten, die das Risiko deutlich senken; achten Sie auf eine entsprechende Kennzeichnung. Wer eine unbedenkliche Alternative für die Erkältungszeit sucht, findet sie im Spitzwegerich-Tee.
Häufige Fragen
Wofür wird Huflattichtee traditionell verwendet?
Volkstümlich bei trockenem Reizhusten, Heiserkeit und gereiztem Hals. Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich beruhigend auf die Rachenschleimhaut. Es handelt sich um Erfahrungsheilkunde, nicht um eine belegte Heilwirkung.
Wie lange darf man Huflattichtee trinken?
Höchstens vier bis sechs Wochen pro Jahr. Huflattich enthält Pyrrolizidinalkaloide, die bei längerer Anwendung die Leber belasten können. Vor der Anwendung sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wie erkennt man echten Huflattich?
Ohne Blüten ähnelt er der Weißen Pestwurz. Ein Blick auf die Blattunterseite hilft: deutlich hervortretende Blattadern weisen auf die Pestwurz hin, nicht auf Huflattich.
Wer sollte Huflattichtee meiden?
Schwangere, Stillende und Kinder sollten ihn nicht trinken. Greifen Sie ansonsten zu pyrrolizidinarmen Zuchtsorten aus der Apotheke und halten Sie sich an die zeitliche Begrenzung.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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