Inhaltsstoffe
Bei einem Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe des Huflattichs stechen sofort zahlreiche "alte Bekannte" ins Auge. Neben diversen ätherischen Ölen finden sich Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe ebenso wie Saponine. Schon eher außergewöhnlich ist der große Anteil an Zink, ein wahrer Turbo für unser Immunsystem. Auch die verschiedenen Mineralstoffe unterstützen die positive Wirkung einer Tasse Huflattichtee auf unseren Körper. Wie bereits erwähnt, ist Huflattich bei Atemwegserkrankungen für viele das Mittel der Wahl. Angefangen bei einem kleinen Husten, bis hin zu Reiz- und Raucherhusten, sogar bei Asthma kann der regelmäßige Genuss von Huflattichtee helfen. Auch Heiserkeit und Kehlkopfentzündungen werden gelindert, Schleim wird gelöst und sogar diverse Beschwerden des Verdauungssystems bessern sich dank dieser Heilpflanze. In der Haus-Medizin wird Huflattich gut und gerne eingesetzt.Anbaugebiete
Von Anfang an zu Hause war Huflattich in Europa, ebenso wie in Afrika und im Westen und Osten Asiens. Einwanderer brachten ihn mit nach Nordamerika, wo er sich längst ebenfalls sehr wohl fühlt. Als ideale Standorte gelten trockene und sonnige Böden, die außerdem nicht zu dicht sein sollten. Im lockeren Boden kann der Huflattich sogar noch bis zu einer Höhe von 2300 Metern gedeihen. Ansonsten findet man ihn wild meist in Steinbrüchen, an unbefestigten Gehwegen oder auch auf Dämmen. Einem Buch über Heilkräuter aus dem Jahre 1938 zufolge, soll Huflattich sogar auf reiner Braunkohle wachsen können. Damit wäre er die einzige Pflanze, die mit solchen Wachstumsbedingungen klar kommen würde. Damit stellt er viele andere Heilpflanzen und Heilkräuter ins Dunkel.Herstellung
Für den Tee werden sowohl die Huflattichblätter, als auch die Blüten verwendet. Gesammelt werden diese Pflanzenteile am besten im Mai und anschließend selbstverständlich gründlich getrocknet und etwas zerkleinert. Ohne Blüten an den Pflanzen, wird der Huflattich allerdings häufig mit der weißen Pestwurz verwechselt. Um wirklich sicher zu sein, sollte man einen gründlichen Blick auf die Blattunterseite werfen. Sind dort die Blattadern deutlich sichtbar, handelt es sich um die Pestwurz, nicht um den Huflattich.Fazit
Trotz aller positiven Eigenschaften steht der Huflattich auch im Verdacht, bei zu langer Anwendung krebserregend zu wirken und Leberschäden zu begünstigen. Deshalb ist es ratsam, diesen Tee nicht länger als insgesamt 5 bis 6 Wochen pro Jahr zu trinken und auf jeden Fall vorher mit einem Arzt Rücksprache zu halten. Anderenfalls könnte die positive Wirkung des Huflattich, allzu schnell ins Gegenteil umschlagen. Kräuter und Heilpflanzen mit scheinbaren Nebenwirkungen wird es immer geben, der richtige Umgang ist gefragt.Bildnachweis: Huflattichtee © Heike Rau - Fotolia.comHuflattichtee zubereiten – So nutzen Sie die Heilkraft richtig
Huflattich (Tussilago farfara) ist eine der bekanntesten und ältesten Heilpflanzen Europas. Für Huflattichtee werden vor allem die Blätter, aber auch die Blüten der Pflanze verwendet. Die Blätter werden im Frühsommer geerntet, wenn sie voll entfaltet sind, und anschließend schonend getrocknet.
Für die Zubereitung eines einfachen Huflattichtees übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Huflattichblätter oder -blüten mit etwa 250 ml heißem Wasser (90 bis 95 Grad Celsius). Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen, dann abseihen und trinken. Der Tee hat einen milden, leicht herben Geschmack, der gut mit Honig abgerundet werden kann – was gleichzeitig die beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute verstärkt.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Fruchtetee.
Huflattichtee lässt sich gut mit anderen hustenlindernden Kräutern kombinieren. Beliebt sind Mischungen mit Thymian, Spitzwegerich, Isländisch Moos oder Eibischwurzel. Diese Kräuter ergänzen und verstärken sich gegenseitig in ihrer schleimlösenden und hustenberuhigenden Wirkung.
Wichtiger Hinweis: Huflattich enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in großen Mengen leberschädigend sein können. Es sollten nur PA-arme oder PA-freie Produkte verwendet werden. Die Anwendungsdauer sollte auf 4 bis 6 Wochen pro Jahr begrenzt werden.
Heilwirkung und medizinische Bedeutung des Huflattichtees
Huflattich gehört zu den klassischen Erkältungs- und Hustenkräutern der europäischen Volksmedizin. Seinen Namen verdankt er der charakteristischen Form seiner Blätter, die an Hufe von Tieren erinnern. Der lateinische Name „Tussilago" leitet sich vom lateinischen „tussis" (Husten) ab und weist direkt auf die wichtigste Heilanwendung hin.
Die heilsamen Eigenschaften des Huflattichtees kommen hauptsächlich von seinen Schleimstoffen, die sich schützend auf gereizte Schleimhäute legen und so Hustenreiz lindern. Besonders bei trockenem Reizhusten und bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis hat sich Huflattichtee bewährt. Die Schleimstoffe bilden eine Art Schutzfilm über den gereizten Schleimhäuten des Rachenraums und der Atemwege.
Darüber hinaus enthält Huflattich Gerbstoffe, die entzündungshemmend und leicht antiseptisch wirken. Flavonoide und Bitterstoffe runden das gesundheitsfördernde Wirkprofil ab. In der traditionellen europäischen Medizin wurde Huflattich nicht nur innerlich als Tee, sondern auch äußerlich als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden und Hautproblemen eingesetzt.
In der modernen Phytotherapie wird Huflattich vor allem zur Linderung von Husten und Halsschmerzen eingesetzt. Die Europäische Arzneibehörde (EMA) erkennt die traditionelle Anwendung bei Reizhusten und leichten Schleimhautentzündungen an, empfiehlt aber die Verwendung PA-reduzierter Produkte.
Geschichte und Volksmedizin des Huflattichtees
Huflattich gehört zu den am längsten genutzten Heilpflanzen Europas. Bereits die alten Griechen und Römer kannten und schätzten seine hustenstillenden Eigenschaften. Der griechische Arzt Dioskurides beschrieb im ersten Jahrhundert nach Christus die medizinische Verwendung des Huflattich und empfahl das Einatmen des Rauchs brennender Pflanzenteile bei Lungenerkrankungen.
Im Mittelalter galt Huflattich als bedeutende Heilpflanze und war in keinem mittelalterlichen Kräutergarten zu fehlen. Kräuterkundige und Heiler in ganz Europa nutzten die Pflanze zur Behandlung von Husten, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen. Huflattich war häufig eine der ersten Heilpflanzen des Jahres, da er schon früh im Frühjahr – noch vor den Blättern – seine leuchtend gelben Blüten zeigt.
In der europäischen Volksmedizin wurde Huflattich über Jahrhunderte hinweg auch als Nahrungsmittel genutzt. Die jungen Blätter wurden roh in Salaten oder gedünstet als Gemüse gegessen. In einigen Regionen wurden die Blätter auch geraucht – als krautige Alternative zum Tabak, die als weniger schädlich galt.
Heute ist Huflattich vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Heilpflanze anerkannt und wird in verschiedenen apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Arzneimitteln verarbeitet. Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat zwar die Wirksamkeit bestätigt, gleichzeitig aber auch auf die Risiken der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide hingewiesen.
Häufige Fragen zu Huflattichtee (FAQ)
Für wen ist Huflattichtee geeignet?
Für Erwachsene mit Husten und Atemwegsbeschwerden. Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und stillende Frauen sollten auf Huflattichtee verzichten.
Wie lange darf ich Huflattichtee trinken?
Die Anwendungsdauer sollte auf 4 bis 6 Wochen pro Jahr begrenzt werden, aufgrund des Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden.
Kann ich Huflattich selbst sammeln?
Ja, aber achten Sie darauf, nur Pflanzen aus sauberen, unbelasteten Gebieten zu sammeln. Bevorzugen Sie im Handel erhältliche PA-reduzierte Produkte.
Welcher Teil des Huflattich wird für Tee verwendet?
Hauptsächlich die getrockneten Blätter, aber auch die Blüten können verwendet werden.
Hilft Huflattichtee bei Erkältung?
Ja, besonders bei trockenem Reizhusten und gereizten Schleimhäuten. Die Schleimstoffe im Huflattich bilden einen schützenden Film über die Schleimhäute.
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