Tee richtig warmhalten, ganz einfach – oder?


In einem Punkt sind sich sicher alle Teetrinker einig. Selbst, wenn niemand sein Essen so heiß möchte, dass er sich die Zunge daran verbrennt, kalter Tee schmeckt nicht. Ausgenommen natürlich spezielle Sorten, die in an heißen Tagen als gekühlter Eistee eine herrliche Erfrischung sind. Also stellt sich die Frage, wie den Tee am Besten warm halten?

Tee richtig warmhalten, ganz einfach - oder?

Wenn man also nicht jede Tasse frisch zubereiten möchte, braucht man eine geeignete Möglichkeit, seinen Tee für eine gewisse Zeit warmzuhalten. Wohl mit das erste und scheinbar auch praktischste, was einem bei diesem Thema in den Sinn kommt, ist eine Thermoskanne. Eine andere, etwas gemütlicher wirkende Variante, ist ein Stövchen. Schließlich nennt sich die kleine Kerze, die man dafür nutzt ja auch „Teelicht“.

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Doch Teekenner beklagen immer wieder fast schon katastrophale Geschmacksveränderungen bei beiden Versionen. Jeder, der schon einmal Tee aus einer Thermoskanne getrunken hat, in der irgendwann zuvor Kaffee warmgehalten worden war, weiß nur zu gut, dass sich Geschmacks- und Aromastoffe regelrecht an die Thermoskanne zu kleben scheinen. Man hat nie nur den Geschmack des einen Tees, sondern trinkt quasi alles auf einmal, was sich je in dieser Kanne befunden hatte.

Bei einem Stövchen ist häufig das Problem, dass die Flamme dem Boden der Kanne zu nahe kommt und so den Tee eher aufkocht, statt nur warmzuhalten. Diese permanente Hitzeeinwirkung macht den Geschmack selbst des besten Geschmacks kaputt. Kein Wunder, da es gerade oft die feinen und zarten Komponenten sind, die die Besonderheit eines Tees ausmachen.

Aber welche Alternativen gibt es?

Früher wurden in China spezielle Warmhaltekörbe verwendet. Die Kanne wurde in diese gepolsterten und gefütterten Behälter gegeben, nur noch der Ausguss war zu sehen. Darin blieb der Tee lange Zeit warm. Doch heutzutage findet man solch ein Exemplar selbst in seiner Heimat kaum noch.

Eine gute Alternative könnte etwa eine Porzellankanne mit einer Filzummantelung sein. Seit Stricken und Häkeln eine regelrechte Renaissance erleben, sieht man bei uns auch wieder häufiger sogenannte „Teemützen“. Diese Wollhauben werden über die Kanne gestülpt und sind gleichzeitig ein bunter Farbtupfer und Blickfang.

In China dagegen ist es bis heute üblich, vor allem Grüntee, Oolong, aromatisierte und ganz besondere Sorten aus einer sogenannten Deckeltasse zu trinken. Diese Tassen sind quasi Kanne und Tasse in einem, sie bestehen aus einer Schale oder einem Unterteller, einer Tasse und einem Deckel. Möchte man nun einen Tee genießen, bei dem ohnehin empfohlen wird, mehrere Aufgüsse zu machen, gibt man einfach die gewünschte Menge Teeblätter in die Tasse, gießt sie mit heißem Wasser auf und lässt den Tee zugedeckt ziehen. Das heiße Wasser kann übrigens ohne Probleme aus einer Thermoskanne stammen. Hat man die Tasse geleert, kann man sie so ganz schnell und einfach wieder füllen.

Und welche Tricks gibt es noch?

Bei Teezeremonien beispielsweise ist es üblich, die Tassen, bevor man den Tee eingießt, mit heißem Wasser auszuspülen und dies hat auch einen guten Grund. So sind die Tassen schon etwas vorgewärmt und der Tee hält tatsächlich etwas länger warm.

Zum anderen gilt hier wohl auch ganz klar der Leitsatz: „Weniger ist manchmal mehr!“ Sicher ist es schön und angenehm, Tee möglichst schnell trinken zu können, wenn man möchte. Beginnt man allerdings die Zubereitung bereits als Teil des Teegenusses, statt als notwendiges Übel zu sehen, empfindet man es sicher nicht als lästig, sich seinen Tee in entsprechend kleinen Mengen frisch zuzubereiten. Einen halben Liter etwa kann man ohne Hast und Eile trinken, ohne dass er zu kalt wird. So muss man weder jeder Tasse einzeln zubereiten, noch hat man das Gefühl, den Tee so schnell trinken zu müssen, dass für den Genuss gar keine Zeit bleibt.

Fazit

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, ob Teekanne, Thermos oder ähnliches. Alles, was wir möchten, am liebsten jederzeit und in unbegrenzter Menge verfügbar haben wollen. Manchmal ist es aber der eigene Geschmack, der darunter leidet.

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Bildnachweis: Tee richtig warmhalten © Martina Berg – Fotolia.com

One thought on “Tee richtig warmhalten, ganz einfach – oder?

  1. Meinereiner ist ja mehr der kaffeetrinker, die Probleme sind aber mit dem Warmhalten und dem Geschmackversauen ganz aehnlich.

    Beim Geschmack sollte man darauf achten, dass man UNBEDINGT nur Wasser aus dem Kaltwasserrohr fuer den Kaffee/Tee verwendet!!! Viele Leute wundern sich, warum bei Ihnen der Kaffee (Tee weiss ich nicht) nicht schmeckt, obwohl die Tassen/Kannen ggf. Kaffeemaschine sauber und der Kaffee vollkommen frisch ist. An der Wasserqualitaet kann es in meinem Beispiel nicht liegen, weil der Kaffee beim nachbarn ja schmeckt. Ein Grund kann sein, dass man vor dem Wassereinfuellen fuer den Kaffee das Heisswasser aufgedreht hatte; es soll sogar Leute geben, die absichtlich das Heisswasser fuer den Kaffee/Tee verwenden um Energie zu sparen (lol und igitt). Bestenfalls spart man durch das Heisswasser Zeit beim Kochen auf dem Ofen, es bleibt aber „igitt“. Nein, es MUSS Kaltwasser sein und es DARF KEIN abgekuehltes Heisswasser sein! …und wenn man „eben“ Heisswasser verwendete, MUSS man etwas Kaltwasser laufen lassen bevor man zum Kaffee-/Teekochen einfuellt! … Das fiel mir ein, da im Artikel ja das Heisswasser fuer das Aufwaermen der Tasse vorgeschlagen wurde… Vorsicht dabei, wie gesagt. Am besten sind natuerlich jene bedient, die einen Wasserhahn haben aus dem NUR Kaltwasser, NIEMALS heisswasser stroemt…

    Und das ist natuerlich ganz klar: NIEMALS eine Kanne fuer Kaffee UND Tee gleichermassen! …klingt so als ob das auch fuer verschiedene Teesorten gilt. Vollkommen widerlich auch die Termoskanne mit Koregatabs zu saeubern. Die Termoskanne kann man dann praktisch wegschmeissen, denn bis der Kaffee dann wieder schmeckt, muessten ja wieder Tabs rein… Nein, wasser in die Termoskanne, baldmoeglichst nach dem Gebrauch und kraeftig schuetteln. Mehr nichtt! …allerhoechstens ZWISCHENDURCH mal ein paar Tropfen Spuelmittel, danach aber SUPERGUT ausspuelen! … und so eine Spuelbuerste fuer enge Gefaesse ist auch in Ordnung, die aber dann NUR fuer die Termoskanne benutzen (und fuer die Kaffee- ODER Teetasse)!

    Aber ich selbst habe auch ein Problem, naemlich dass mein Kaffee in der Tasse auch immer zu schnell kalt wird. Es ist jedesmal eine einzige Hetze den zu trinken, denn ich WILL eine GROSSE Tasse haben und ich WILL eine breite Tasse haben, in die man beim Spuelen mit der ganzen hand rein kommt. Nun, logisch, dass der Kaffee da ruck zuck kalt wird. Eine Schnabeltasse faende ich nicht schlecht, aber doch nicht aus Plastik mit Gummideckel! Gibt’s die vielleicht auch irgendwo aus Glas/Keramik? Ich hatte bislang nichts gefunden…
    Dann haette ich gerne noch ein ELEKTRISCHES Stoevchen fuer eine grosse Tasse (nicht Kanne). Das scheint es so aber auch nicht zu geben. Es gibt diese albernen USB-Kaffeetassenwaermer, die jedoch ziemlich billig verarbeitet sind und laut Testberichten den Kaffee auch nicht wirklich warm halten (handwarm ist ja ein Witz). Dabei sollte es doch machbar sein in der Groesse eines Kannen-Stoevchens ein elektrisches Tassenstoevchen zu bauen mit einem Akku innendrin und das etwas taugt, von mir aus auch fuer die Kanne, wenn sich das runterregeln laesst. Kennen Sie da zufaelligerweise etwas?
    Ein Stoevchen mit Flamme will ich nicht benutzen weil es bei mir auf dem Schreibtisch stehen soll und da sieht es papiermaessig gerne mal recht chaotisch aus. Kommt eine Ecke von einem Blatt Papier ins Stoevchen, ist das Geheule gross. 🙂

    PS: Das ist sonderbar: Im neuen Firefox fehlen die Eingabefelder fuer die Kommentare, im STEINALTEN Internet-Explorer sind sie vorhanden…

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