Huang Da Cha ist ein chinesischer gelber Tee aus der Provinz Anhui, der für seine schokoladig-süße, an Kaffee erinnernde Note bekannt ist. Sein hoher Stielanteil und der besondere Vergilbungsschritt bei der Herstellung unterscheiden ihn von grünem Tee. Er ist kein besonders edler, aber ein beliebter und vergleichsweise milder Vertreter der seltenen gelben Tees. Hier lesen Sie zu Herkunft, Herstellung, Geschmack und Zubereitung.
| Pflanze/Basis | Gelber Tee (Camellia sinensis), großblättrig mit hohem Stielanteil |
|---|---|
| Koffeingehalt | vergleichsweise gering für echten Tee |
| Geschmacksprofil | süßlich, schokoladig, mit kaffeeartiger Röstnote |
| Wassertemperatur | 75-85 °C |
| Ziehzeit | 2-3 Minuten |
| Dosierung | 1-2 TL (ca. 3 g) pro Tasse (250 ml) |
| Aufgüsse | 2-3 Aufgüsse möglich |
| Preisspanne | hochpreisig, da nur kleine Mengen nach Europa gelangen |
Was gelben Tee ausmacht
Gelber Tee stammt wie grüner und schwarzer Tee vom selben Teestrauch und unterscheidet sich nur in der Blattwahl und der Herstellung. Der entscheidende Schritt ist eine zusätzliche, langsame Vergilbung nach dem Erhitzen. Weil gelber Tee dabei besonders schonend verarbeitet wird, behält er einen hohen Anteil an Polyphenolen, während die Koffeinkonzentration verhältnismäßig gering bleibt.
In Europa gibt es nur kleine Mengen gelben Tees, entsprechend hoch sind die Preise. Um den ranglegendären Status ranken sich Erzählungen, der Genuss sei einst buddhistischen Mönchen vorbehalten gewesen; ob das stimmt oder geschicktes Marketing ist, lässt sich kaum klären. Einen weiteren Vertreter dieser seltenen Kategorie stellt der Artikel über Huangya vor.
Herkunft aus Huoshan und Jinzhai
Huang Da Cha wird vor allem in den Kreisen Huoshan und Jinzhai in der chinesischen Provinz Anhui produziert. Diese Gegenden galten lange als wirtschaftlich rückständig; gerade dort hat sich die Herstellung dieser alten Teespezialität erhalten und zu einem Erfolg entwickelt.
Anhui ist eine der traditionsreichsten Teeprovinzen Chinas und auch für andere Spezialitäten bekannt. Charakteristisch für Huang Da Cha ist, dass er ein besonders großblättriger Tee mit hohem Stielanteil ist, was sich direkt auf den Geschmack auswirkt. Wer chinesische Teeregionen breiter einordnen möchte, findet einen Überblick im Beitrag China und der Tee.
Herstellung: der gelbe Schritt
Anders als bei grünem oder schwarzem Tee werden für gelben Tee nur die ganz jungen Triebe geerntet und sofort nach der Ernte erhitzt, um die Oxidation zu stoppen. Der entscheidende Unterschied folgt danach: Der Tee darf ruhen. Wird er dabei nicht ausreichend belüftet, baut das Blatt Chlorophyll ab und nimmt einen gelblichen Ton an, der dem Tee seinen Namen gibt.
Bei Huang Da Cha bleibt der hohe Anteil an Stielen erhalten, der dem Aufguss später die typischen süßlichen Aromanuancen verleiht. Diese gezielte Vergilbung unterscheidet ihn klar vom japanischen Sencha, der ohne Ruhephase auskommt und deshalb grasig statt schokoladig schmeckt.
Geschmack: schokoladig und süß
Huang Da Cha gehört zu den süßeren Sorten und überrascht mit einer leicht schokoladigen, an Kaffee erinnernden Röstnote. Dieser Charakter geht maßgeblich auf den hohen Stielanteil zurück, der ihn nach Kennermeinung zwar nicht zum edelsten gelben Tee macht, ihm aber gerade dadurch seine Beliebtheit verschafft.
Im Vergleich zu grünem Tee fehlt ihm die grasige Schärfe; stattdessen steht eine runde, malzig-süße Tasse. Wer gelben Tee bewusst wegen des milderen Charakters wählt, findet darin eine Alternative zu herberen Grüntees wie dem koffeinstarken Gunpowder.
Zubereitung Schritt für Schritt
Wie bei grünem Tee verträgt Huang Da Cha kein kochendes Wasser, da sonst Bitterstoffe die feine Süße überdecken.
1. Wasser aufkochen und auf 75 bis 85 Grad abkühlen lassen. 2. Ein bis zwei Teelöffel (rund 3 g) pro 250 ml in die Kanne geben. 3. Mit dem heißen Wasser aufgießen. 4. Zwei bis drei Minuten ziehen lassen. 5. Die großen Blätter und Stiele lassen sich zwei- bis dreimal aufgießen, wobei das schokoladige Aroma beim zweiten Aufguss oft am deutlichsten hervortritt. Eine Glaskanne lohnt sich, weil sich das großblättrige Blattgut darin schön entfaltet. Grundlegende Hinweise zur Temperatur bietet der Beitrag Teewasser muss kochen, oder doch nicht?.
Inhaltsstoffe und Kauf
Durch die schonende Verarbeitung bleibt der Polyphenolgehalt von gelbem Tee hoch, während das Koffein vergleichsweise gering ausfällt. Damit eignet sich Huang Da Cha für alle, die einen echten Tee mit milderem Anregungsgrad suchen. Ihm wird traditionell eine anregende Wirkung auf die Verdauung nachgesagt, weshalb er in China gern zum Essen getrunken wird; ein Heilmittel ist er nicht.
Beim Kauf ist gelber Tee in Europa selten und entsprechend hochpreisig. Achten Sie auf gleichmäßig große Blätter mit dem typischen gelblich-grünen Ton und einen frischen, leicht rauchig-süßen Duft. Lagern Sie ihn luftdicht, kühl und dunkel. Wie sich der Koffeinwert echter Tees zu Kaffee verhält, zeigt der Artikel Kaffee wirkt viel stärker als Tee.
Häufige Fragen
Was ist gelber Tee?
Gelber Tee stammt vom selben Teestrauch wie grüner und schwarzer Tee. Sein Kennzeichen ist ein zusätzlicher Vergilbungsschritt: Nach dem Erhitzen ruht das Blatt, baut Chlorophyll ab und wird gelblich und milder.
Wie schmeckt Huang Da Cha?
Süßlich und vollmundig mit einer schokoladigen, an Kaffee erinnernden Röstnote. Diese stammt vor allem vom hohen Stielanteil des großblättrigen Tees.
Hat Huang Da Cha viel Koffein?
Nein, für einen echten Tee ist sein Koffeingehalt vergleichsweise gering. Wer Koffein reduzieren möchte, ohne auf echten Tee zu verzichten, ist mit gelbem Tee gut beraten.
Wie wird Huang Da Cha zubereitet?
Mit 75 bis 85 Grad heißem Wasser, nicht kochend, und einer Ziehzeit von zwei bis drei Minuten. Die großen Blätter lassen sich zwei- bis dreimal aufgießen.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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