Labkraut-Tee


Labkrauttee wird wohl niemand als seinen Lieblingstee bezeichnen, denn es dürfte nur schwer jemand zu finden sein, der diesen Tee wegen seines Geschmacks trinkt. Viel eher ist es wohl so, dass Labkrauttee dank seiner Wirkung, trotz seines Geschmacks getrunken wird. Er riecht zwar lecker nach Honig, schmeckt aber leider bei weitem nicht so weich und mild.

Labkraut-Tee

Inhaltsstoffe

Seinen Namen verdankt das Labkraut , lat. Galium verum, der Tatsache, dass in frisch geschnittenem Kraut das Labenzym, wie es auch in Kälbermägen vorkommt, nachgewiesen wurde. So wurde es früher sogar in der Käseherstellung zur Milchgerinnung eingesetzt. Heutzutage findet es jedoch in diesem Bereich keine Verwendung mehr.

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Weitere Inhaltsstoffe, die in bedeutenden Konzentrationen in der Pflanze vorkommen, sind Gerbstoffe, Chlorogensäure, Hesperidin, Asperulosid und einige andere, womit es viele andere Kräuter aussticht. Auch Spuren von ätherischen Ölen sind enthalten. Außerdem fallen die großen Mengen Kieselsäure ins Auge. Zum Einsatz kommt Labkrauttee in erster Linie wegen seiner harntreibenden Wirkung. Auch bei Gallen- und Nierensteinen kann Labkrauttee zur Linderung beitragen.

Anbaugebiete

Es gibt drei verschiedene Arten von Labkraut, die aber alle drei quasi gleichberechtigt zu Tee verarbeitet werden und sich auch weder in ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus, noch in ihrem Geschmack auffallend unterscheiden.
Das sogenannte Echte Labkraut ist in ganz Eurasien verbreitet und wächst dort in erster Linie auf Magerrasen, in Gebüschsäumen, ebenso wie auf Moorwiesen. Auch das Weiße Labkraut ist in Eurasien beheimatet, dort jedoch in erster Linie in den meernahen Regionen. Die Standortansprüche und der Nährstoffbedarf decken sich in etwa mit denen des Echten Labkrauts.

Das Klettenlabkraut (kein echtes Labkraut) dagegen ist in Europa zu Hause und stellt sehr hohe Anforderungen an die Nährstoffverfügbarkeit. Vor allem Stickstoff und Phosphat werden in großen Mengen benötigt. So ist das Vorkommen von Klettenlabkraut gleichzeitig auch immer ein eindeutiger Beleg für einen sehr fruchtbaren, lehmhaltigen Boden.
Alle Labkrautarten kommen im Wildwuchs in so großen Mengen vor, dass es nicht notwendig ist, diese Pflanze landwirtschaftlich zu kultivieren. Davon abgesehen wird dieser Tee auch nicht in besonders großen Mengen konsumiert.

Herstellung

Tee, der aus frisch geerntetem Labkraut hergestellt wurde, bietet die größte Wirksamkeit. Dazu wird das kleingeschnittene Labkraut direkt mit heißem Wasser übergossen. Selbstverständlich kann das Labkraut auch getrocknet und so länger haltbar gemacht werden. So ist es beispielsweise in Apotheken zu kaufen, allerdings ist der Tee in dieser Form nicht mehr ganz so wirksam.

Das Klettenlabkraut kann von Juni bis in den Spätsommer hinein geerntet werden. Dahingegen beginnt die Ernte von Weißem und Echtem Labkraut erst im Juli, geht dann aber auch fast bis Jahresende. Die Blüten reichen von weiß bis gelb.

Fazit

Der Labkrauttee gehört zweifelsohne zu denjenigen Tees, die zwar nicht unbedingt mit ihrem Geschmack, auf jeden Fall aber mit ihrer Wirkung überzeugen. Wer bereits einmal ein Blasenentzündung oder eine sonstige Nierenerkrankung mit Hilfe dieses Tees lindern konnte, wird vom Labkraut überzeugt sein und auch das nächste Mal zu diesem Hilfsmittel greifen.

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Bildnachweis: Labkraut-Tee © silencefoto – Fotolia.com

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