Stehauf-Männchen-Tee ist kein einheitliches Rezept, sondern ein Sammelname für Muntermacher-Mischungen, die vor allem zum Frühstück getrunken werden. Zwei Varianten haben sich durchgesetzt: eine kräftige friesische Mischung aus grünem, schwarzem und Oolong-Tee mit Gewürzen und Frucht sowie eine sanftere, zitrisch-blumige Version auf Grünteebasis. Hier erfahren Sie, was drinsteckt, wie beide schmecken und wie Sie sie zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisMischung: grüner, schwarzer und Oolong-Tee (Camellia sinensis)
Koffeingehaltca. 30-60 mg pro Tasse, je nach Variante
Geschmacksprofilfriesisch: fruchtig-würzig; sanft: zitrisch-blumig
Wassertemperaturfriesisch ca. 90 °C, sanft ca. 80-85 °C
Ziehzeit2-3 Minuten
Dosierung1 gehäufter TL (ca. 2 g) pro Tasse
Aufgüsse1, frisch aufgießen
Preisspanneca. 4-8 € pro 100 g

Ein Name, viele Mischungen

Der Name Stehauf-Männchen-Tee bezieht sich auf das Spielzeug, das sich nach jedem Anstoßen von selbst wieder aufrichtet. Genau dieses Bild überträgt der Tee auf seine Wirkung: Er soll morgens oder nach einem Durchhänger neuen Schwung bringen. Eine feste, geschützte Rezeptur gibt es dabei nicht — der Name ist eine Geschmacksidee, keine genormte Zutatenliste.

Das hat eine praktische Folge: Unter demselben Etikett verkaufen verschiedene Hersteller teils völlig unterschiedliche Tees. Wer eine bestimmte Mischung schätzt, sollte beim selben Anbieter bleiben oder vor dem Kauf die Zutatenliste vergleichen. Zwei Versionen sind besonders verbreitet, und beide eint die Idee eines anregenden, fruchtig-frischen Frühstückstees. Diese Vielfalt teilt der Stehauf-Männchen-Tee mit anderen Ostfriesenmischungen.

Die friesische Variante: Green-Oolong-Black

Die bekannteste Version gehört zu den ostfriesischen Friesenmischungen und heißt im Handel oft Green-Oolong-Black-Friesenmischung. Der Name verrät die Besonderheit: Hier treffen grüner, schwarzer und Oolong-Tee in einer Mischung zusammen, meist auf Basis von China-, Formosa- und Darjeeling-Tees. Die fruchtige Komponente steuern Pfirsich-, Maracuja- und Pflaumenstückchen bei.

Den unverwechselbaren, ayurvedisch anmutenden Charakter erhält die Mischung durch Zimt und Pfeffer, die in der Tasse für Wärme und eine leichte Schärfe sorgen. So entsteht ein vielschichtiger Tee, der zugleich fruchtig, würzig und belebend wirkt. Die Teebasis bringt Körper, die Steinfrüchte saftige Süße, und der Nachklang bleibt warm-würzig. Wer den würzigen Charakter mag, findet ihn auch im verwandten Karawanentee wieder.

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Die sanfte Variante: grün, zitrisch, blumig

Die zweite verbreitete Version ist deutlich milder und geht stärker in die Zitrusrichtung. Neben grünem Tee enthält sie vor allem Heidekraut und Orangenschalen, die ihr eine frische, leicht herb-fruchtige Note geben. Abgerundet wird die Komposition durch Minze, sanfte Rosenblüten und kräftige Holunderbeeren.

Das Ergebnis ist ein heller, blumig-zitrischer Tee, der weniger über Würze als über Frische belebt. Orange und Minze dominieren, getragen von der dezenten Herbe des Heidekrauts und der Blütennote der Rosen. Diese Variante wirkt eher klärend und erfrischend als wärmend und spricht alle an, die es feiner und weniger kräftig mögen. Abgekühlt eignet sie sich auch gut als selbst gemachter Eistee mit Orangen-Minz-Note.

Zubereitung beider Varianten

Beide Versionen enthalten grünen Tee und vertragen deshalb kein kochendes Wasser, das den grünen Anteil bitter werden lässt. Für die friesische Green-Oolong-Black-Mischung ist rund 90 °C heißes Wasser ein guter Kompromiss: Es schont den grünen Tee, ohne den schwarzen zu unterfordern. Lassen Sie zwei bis drei Minuten ziehen und genießen Sie pur; wer süßt, sollte sparsam sein, damit Zimt und Pfeffer durchkommen.

Die mildere, grüntee-basierte Variante übergießen Sie mit etwa 80 bis 85 °C heißem Wasser und lassen sie ebenfalls zwei bis drei Minuten ziehen. So bleiben die zitrischen Noten klar und der grüne Tee frisch. Dosieren Sie für beide rund einen gehäuften Teelöffel (etwa zwei Gramm) pro Tasse. Beide schmecken pur am besten. Wer mit Temperatur und Ziehzeit experimentiert, findet seinen Lieblingsaufguss — ähnlich wie beim klassischen Gunpowder.

Wann und für wen?

Beide Versionen sind klassische Frühstücks- und Vormittagstees. Da sie auf echtem Tee basieren, enthalten sie Koffein und eignen sich entsprechend weniger für den späten Abend. Als Start in den Tag oder als Aufheller für das Nachmittagstief sind sie dagegen ideal. Die kräftige friesische Mischung passt zu allen, die einen vollmundigen, würzigen Muntermacher suchen.

Die sanfte Variante spricht eher jene an, die es leicht, frisch und zitrisch mögen oder empfindlicher auf kräftige Tees reagieren. Wer beide einmal nebeneinander aufgießt, erlebt eindrücklich, wie unterschiedlich ein und derselbe Teename schmecken kann. Unsere Empfehlung: Beginnen Sie mit kleinen Mengen beider Sorten, bevor Sie sich festlegen.

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Aufbewahrung und Haltbarkeit

Tee mit grünem Anteil ist besonders empfindlich gegenüber Licht, Luft und Feuchtigkeit. Bewahren Sie die Mischung kühl, trocken, lichtgeschützt und luftdicht verschlossen auf, damit Aroma und die feinen Gewürz- oder Zitrusnoten erhalten bleiben. So bleibt der Tee rund ein Jahr frisch.

Halten Sie die Dose von stark riechenden Lebensmitteln fern, denn die offenporigen Frucht- und Blütenstücke nehmen Fremdgerüche schnell auf. Verliert der Tee sein fruchtiges oder zitrisches Aroma oder wirkt er flach, hat er seine beste Zeit hinter sich und sollte ersetzt werden.

Häufige Fragen

Gibt es nur eine Rezeptur für Stehauf-Männchen-Tee?
Nein. Stehauf-Männchen ist ein Sammelbegriff für viele Mischungen. Am bekanntesten sind die kräftige friesische Green-Oolong-Black-Variante und eine sanfte, grüntee-basierte Version mit Orange und Minze.

Was ist in der friesischen Variante enthalten?
Grüner, schwarzer und Oolong-Tee auf Basis von China-, Formosa- und Darjeeling-Tees, dazu Pfirsich, Maracuja und Pflaume sowie Zimt und Pfeffer für den würzigen Charakter.

Enthält Stehauf-Männchen-Tee Koffein?
Ja. Beide Varianten basieren auf echtem Tee und enthalten Koffein, weshalb sie sich vor allem als Frühstücks- und Vormittagstee eignen und weniger für den späten Abend.

Mit welcher Temperatur bereite ich ihn zu?
Wegen des grünen Anteils kein kochendes Wasser verwenden: rund 90 °C für die friesische, etwa 80 bis 85 °C für die sanfte Variante, jeweils zwei bis drei Minuten ziehen lassen.

Woher kommt der Name Stehauf-Männchen?
Vom gleichnamigen Spielzeug, das sich nach jedem Anstoßen von selbst wieder aufrichtet. Der Tee soll ebenso für neuen Schwung am Morgen oder nach einem Durchhänger sorgen.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.